4. Januar 2020

Zürich: Velostreifen sollen breiter werden

Zurich: Wider cycle lanes


Zürich, Rudolf Brun-Brücke: Velostreifen - © Stefan Warda


Das Zürcher Stadtparlament hatte Ende letzten Jahres beschlossen, Velostreifen künftig breiter zu gestalten. Laut einer Meldung des SRF hatte das bisherige Standardmaß für Velostreifen bei 1,25 Meter Breite gelegen. Zukünftig soll das Standardmaß für die Velostreifenbreite 1,80 Meter betragen.


Zürich, Bucheggplatz - © Stefan Warda

Mit breiteren Velostreifen könnte das Engüberholen, das auch in der Schweiz sehr weit verbreitet ist, zumindest abgemildert werden. Messungen des Tagesspiegels (Radmesser) hatten ergeben, dass Autofahrende in Zürich Velofahrende in der Regel mit einem Seitenabstand von weniger als 1,5 Meter überholen. Nur zwanzig Prozent der Autofahrenden hielten bei den Stichproben einen Abstand von wenigstens 1,5 Metern ein. Das Verkehrsklima in Zürich ist demnach eher rau als herzlich.


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27. Dezember 2019

Hamburg: CDU möchte Autoverkehrsanteil drastisch reduzieren, aber Stehzeugeplätze dennoch bewahren

Hamburg: However, CDU promises to reduce car traffic, but not parking lots

Fruchtallee: Benutzungspflichtiger "Radweg" und Stehzeuge - © Stefan Warda

Deutliches Bekenntnis zum Stehzeug

Hamburgs CDU hat in ihrem dieses Jahr vorgestellten Mobilitätskonzept festgelegt, den Autoverkehrsanteil in Hamburg bis 2029 auf fünfzehn Prozent reduzieren zu wollen. Gleichzeitig wehrt sich diese Patei aber fortwährend gegen eine Reduzierung der Anzahl der Stehzeugeplätze in dieser Stadt. Nicht einmal die geringe Zahl von zweihundert Stellplätzen, die in diesem Jahr im Rahmen bezirklicher Straßenumbauten aufgegeben wurden, sei hinzunehmen, wie einem Bericht des Abendblatts zu entnehmen ist.


Fruchtallee: Benutzungspflichtiger Fakeradweg und geduldete Stehzeuge - © Stefan Warda


Im Gegensatz zur verqueren Position der CDU Hamburg empfiehlt der weltweit anerkannte Architekt und Stadtplaner Jan Gehl jeder Stadt, nach dem Vorbild von Kopenhagen kontinuierlich die Zahl der Plätze für Stehzeuge zu reduzieren. Gleichzeit müssten die Radverkehrsinfrastruktur und der ÖV ausgebaut werden. Die Stadt Kopenhagen habe über einen längeren Zeitraum die Zahl der Stellplätze jährlich um zwei Prozent reduziert. Dadurch könne auch Jan Gehls Frau, seitdem sie nicht mehr Auto fahren kann, sich in der Stadt Kopenhagen sicher mit dem Rad fortbewegen.


Fruchtallee: Sechs Fahrspuren und auch noch Platz für Stehzeuge, aber nur ein ein Meter schmaler benutzungspflichtiger Fakeradweg und ein 1,5 Meter schmaler Gehweg - © Stefan Warda


Wie aber möchte die CDU den Autoverkehrsanteil innerhalb von nur zehn Jahren von derzeit etwa 39 Prozent (MiD 2019) auf nur fünfzehn Prozent im Jahr 2029 reduzieren? Wie soll Platz im Stadtraum für den umweltverträglichen Verkehr der Zukunft geschaffen werden, wenn weiterhin massenhaft Stehzeuge den Stadtraum massiv blockieren?


Walddörferstraße: Seit Jahrzehnten auf Radwegen geduldetes Wildparken - © Stefan Warda


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Luftreinhalteplan Stuttgart: Demnächst nur noch Tempo 40 auf Hauptstraßen im Talkessel

Stuttgart: New speed limit on main roads in 2020

Kopenhagen, Dronning Louises Bro: Tempo 40 - © Stefan Warda


Die von Autoabgasen geplagte Landeshauptstadt Stuttgart wird ab nächstem Jahr neben weiteren Einschränkungen für Dieselfahrzeuge flächendeckende Tempolimits in der Innenstadt einführen.

Stuttgart wird den bisherigen nicht ausreichend wirksamen Luftreinhalteplan erneut nachbessern müssen. Ab 2020 soll neben weiteren Einschränkungen für besonders dreckige Dieselfahrzeuge die "Maßnahme M2" eingeführt werden. Mit dieser Maßnahme wird ein flächendeckendes Tempolimit für das Vorbhaltsstraßennetz im Stuttgarter Talkessel umschrieben. Gutachterliche Berechnungen hätten ergben, dass ein solches Tempolimit zu Emissionsreduktion führen könnte. Der Erfolg dieser Maßnahme soll überprüft werden. Falls das Tempolimit nicht ausreichend sein wird, solle geprüft werden, welche anderen oder weiteren Maßnahmen zielführend werden.

Ebenso mit Änderungswünschen angenommen hat der Rat eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 40 Kilometer pro Stunde auf allen Vorbehaltsstraßen im Talkessel Stuttgart sowie auf stark befahrenen Streckenabschnitten im Stadtgebiet (darunter Bebelstraße, Heilbronner Straße, Neue/Obere Weinsteige, B14 am Neckartor, Hauptstätter Straße, Pragstraße, Bludenzer Straße und Schwieberdinger Straße). Auf Wunsch des Gemeinderats soll diese Maßnahme in einem Zweischrittverfahren umgesetzt werden: Das heißt, dass Tempo 40 in einem ersten Schritt auf allen Straßen ohne ÖPNV und ohne Signalanpassung eingeführt wird und in einem zweiten Schritt alle weiteren Straßen sowie die erforderlichen Signalanpassungen umgesetzt werden. Diese Empfehlung ging auf einen Antrag der Grünen zurück. Hinsichtlich der praktischen Umsetzung weist die Stadt darauf hin, dass es eine genaue Definition des "Talkessels" braucht, dass die Frage einer zonalen Beschilderung geklärt werden müsse und dass negative Auswirkungen auf den ÖPNV berücksichtigt und so gering wie möglich gehalten werden müssten.


Maßnahme M2:
Auf allen Vorbehaltsstraßen im Talkessel Stuttgart wird eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 km/h auf 40 km/h vorgenommen, soweit diese noch nicht umgesetzt wurde. Unabhängig vom Talkessel wird auf folgenden Streckenabschnitten im Stadtgebiet von Stuttgart eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 km/h auf 40 km/h unverzüglich und schrittweise beginnend mit den am stärksten belasteten Straßen vorgenommen: 
- Auf der Bebelstraße zwischen Kreuzung Schwabstraße / Bebelstraße und Einmündung Herderstraße,- auf der Heilbronner Straße (bereits geplant, aber noch nicht umgesetzt) vom Kurt-Georg-Kiesinger-Platz bis zum Löwentor, 
- auf der Neuen / Oberen Weinsteige (B27) (bereits geplant, aber noch nicht umgesetzt), 
- auf der B14 Am Neckartor (dauerhaft umzusetzen) und in der Hauptstätter Straße vom Österreichischen Platz bis zum Heslacher Tunnel. Die vorhergehende Strecke zwischen Am Neckartor und dem Österreichischen Platz sollte weiterhin bedarfsgerecht umschaltbar sein,
- in der Pragstraße von der Kreuzung Neckartalstraße bis zum Löwentor, 
- in der Brückenstraße zwischen Kreuzung Neckartalstraße bis zur Haldenstraße,  
- im Stadtteil Feuerbach auf der Bludenzer Straße, 
- im Stadtteil Zuffenhausen auf dem Teilstück der Schwieberdinger Straße zwischen Einmündung Marconistraße bis zur Wernerstraße und  
- in der Schozacher Straße zwischen der Kreuzung Haldenrainstraße und Tapachstraße / Roter Stich
Gutachterliche Berechnungen haben insoweit ergeben, dass durch eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 40 km/h auf den Vorbehaltsstraßen im Talkessel Stuttgart und einzelnen Strecken außerhalb, die Grenzwertüberschreitungen weiter reduziert werden und Immissionserhöhungen aufgrund von Verlagerungsverkehren kompensiert werden können (siehe hierzu Kapitel 5.6). Die Maßnahme M2 ist daher sowohl erforderlich als auch geeignet, die Grenzwertüberschreitungen zu reduzieren. Da es sich bei den Berechnungen um eine gutachterliche Modellrechnung handelt, wird die Umsetzung der Maßnahme M2 hinsichtlich ihrer tatsächlichen Auswirkungen im übrigen Straßennetz durch ein Verkehrsmonitoring begleitet. Bei wider Erwarten auftretenden nachteiligen Wirkungen im übrigen Straßennetz wird geprüft, ob und mit welchen Maßnahmen diesen entgegengetreten werden kann.


Kopenhagen, Nørrebrogade: Tempo 40 - © Stefan Warda


Auch Hamburg muss den eigenen Luftreinhalteplan nachbessern. Bislang beinhaltet der jetzt gültige - aber teilweise wirkungslose - Luftreinhalteplan keine Maßnahmen, um die schlechten Luftwerte an Habichtstraße, Högerdamm, Spaldingstraße und Nordkanalstraße zu verbessern. Hamburg wird sich - wie auch Stuttgart oder München - um zusätzliche Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung bemühen müssen, ggf. auch mit Tempo 40.




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22. Dezember 2019

Hamburg-Nord: Radfahrstreifen auf der Langenhorner Chaussee?

Hamburg: Cycle lanes on Langenhorner Chaussee?

Aktualisiert um 21:29 Uhr

Langenhorner Chaussee: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Neuer Bezirksamtsleiter will sich für Umgestaltung der Langenhorner Chaussee einsetzen

Der neu gewählte grüne Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz will sich laut NDR für eine Umgestaltung der Langenhorner Chaussee einsetzen. Wegen der unechten Vierspurigkeit sei die Hauptverkehrsstraße ein Unfallschwerpunkt. Radfahrende müssen sich seit dem Umbau der Nebenflächen vor vier Jahren die nicht sonderlich breiten Gehwege mit Passanten und Stehzeugen teilen. An manchen Engstellen können sich Radfahrende und Passanten auf dem Gehweg kaum einander begegnen.


Langenhorner Chaussee: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Gegenüber dem NDR kündigte Michael Werner-Boelz an, die Langenhorner Chaussee verkehrssicher und radfahrfreundlich umgestalten zu wollen. Dazu soll die Ausfallstraße Radfahrstreifen erhalten. Allerdings werden sowohl die Verkehrsbehörde als auch die Polizei beim geplanten Umbau einbezogen werden müssen.


Alsterkrugchaussee: Radspuren - © Stefan Warda


Die Langenhorner Chausse könnte nach dem Vorbild der südlich angrenzenden Alsterkrugchaussee umgestaltet werden - vermutlich unter Berücksichtigung der vorhandenen Straßenbäume. Ein ausreichender Seitenabstand zum Überholen wäre bei Erhalt der Straßenbäume allerdings nicht gewährleistet. Vor allem Busse und Lkws müssten zum Überholen von Radfahrenden in den Gegenverkehr ausweichen, um den notwendigen Seitenabstand von 1,5 bis zwei Metern einzuhalten.


Alsterkrugchaussee: Radspuren - © Stefan Warda





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