15. September 2018

Zürich: Rechtsgutachten zwingt zu neuen Radverkehrsführungen

Legal opinions in Zurich: Cycle traffic on sidewalks no more allowed
Aktualisiert um 23:10 Uhr

Zürich, Langstrasse / Neufrankengasse: Radwegzwang für das Hochbord. Im weiteren Verlauf fehlt allerdings eine Trennung zwischen Geh- und Radbereich. Nach dem neuen Rechtsgutachten fällt diese Lösung voll durch - © Stefan Warda


Gemeinsame und getrennte Geh- und Radwege auf den Hochbordflächen dürfen in Zürich nicht mehr angelegt werden. Dies ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens.

Fuß- und Radverkehr auf engen Raum führt oftmals zu Ärger, Konflikten und schlimmstenfalls zu Unfällen. Dennoch hat es in Zürich relativ viele Radverkehrsführungen auf dem Hochbord - entweder in Mischform, in getrennter Form oder in unklar geführter Form.


Zürich, Langstrasse / Neufrankengasse: Unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Langstrasse / Lagerstrasse: Unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Langstrasse / SBB-Unterführung: Die fehlende Trennung von Geh- und Radbereich steht im Widerspruch zum Verkehrszeichen - © Stefan Warda

Zürich, Langstrasse / SBB-Unterführung: Die fehlende Trennung von Geh- und Radbereich steht im Widerspruch zum Verkehrszeichen - © Stefan Warda

Zürich, Nordstrasse  / Kornhausstrasse: Diese Gehwegradel-Variante darf laut Gutachten weiterhin in begründeten Ausnahmefällen zur Anwendung kommen - © Stefan Warda


Ein Gutachten im Auftrag der Stadt hat nun ergeben, dass "dass die Anordnung von Rad- und Fusswegen auf Trottoirs nicht zulässig ist." Damit muss sich die Stadt der Herausforderung stellen, wie sie mit dem Altbestand an Radverkehrsführungen auf dem Hochbord umgehen will. Zwar erlaubt das Gutachten, den Radverkehr in Ausnahmefällen auf dem Gehbord mit dem Zusatz "Velo gestattet" (entsprechend der in Deutschland bekannten Variante mit dem Zusatz "Radfahrer frei") zuzulassen, aber dies kann ja nicht die zukünftige Lösung für alle bisherigen Varianten sein.


Quelle: Stadt Zürich


Die Stadt Zürich wird also eine deutlichere Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr einrichten müssen. Soll es mehr Mischverkehr auf der Fahrbahn geben oder aber Velospuren zum Nachteil von Fahrspuren und Stehzeugflächen? Die Verwaltung will nun eine Bestandsaufnahme durchführen und darauf nach Lösungen suchen. "Gemeinsam mit dem Tiefbauamt werden wir die konkreten, bestehenden Situationen prüfen sowie adäquate und sichere Lösungen für den Veloverkehr suchen. Die neue Praxis darf nicht zu negativen Auswirkungen bei der Sicherheit der Velofahrenden führen", sagte Esther Arnet, Direktorin der Dienstabteilung Verkehr in Zürich.


Nicht nur die Hamburger können unsichtbare "Radwege". Was in Hamburg der Design-"Radweg" am Jungfernstieg ist, ist in Zürich der Bürkliplatz: einer der konfliktreichsten "Radwege" der Bankenstadt. Jetzt nur noch unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Siehlstrasse: Unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Siehlstraaae: Unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Mythenquai: Unzulässiger Altbestand - © Stefan Warda

Zürich, Freiestrasse: Was wird aus dieser Einbahnstraßenfreigabe (leider auch noch im Dooringbereich)? - © Stefan Warda




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14. September 2018

Hamburg: Ausbau der Veloroute 2 am Weidenstieg

Hamburg: Renewal of cycle route at Weidenstieg
Aktualisiert am 15.09.2018

"Veloroute 2", Weidenstieg: Benutzungspflichtiger "Radweg" - © Stefan Warda


Montag sollen Bauarbeiten im Weidenstieg starten

Nächste Woche soll der Ausbau der Veloroute 2 (Rathausmarkt - Sternschanze - Eimsbüttel - Eidelstedt) im Weidenstieg beginnen. Zunächst soll der Abschnitt zwischen Fruchtallee und Bismarckstraße neu gestaltet werden. Zwischen Fruchtallee und Kaifuradweg (Isebekpark) soll es je Fahrtrichtung eine Fahrspur geben, die durch einen Mittelstreifen getrennt sind. Die beiden Fahrspuren sollen beidseitig von Längsparkständen gesäumt werden. Radfahrende werden dort durch Parkplatzsuchverkehr und Ein- und Ausparkvorgänge aufgehalten, weil Ausweichmöglichkeiten fehlen werden.  


"Veloroute2", Weidenstieg 29: Kampfparker auf dem immer noch benutzungspflichtigem "Radweg" - © Stefan Warda

"Veloroute2", Weidenstieg 29: Kampfparker auf dem immer noch benutzungspflichtigem "Radweg" - © Stefan Warda

"Veloroute 2", Fruchtallee / Hohe Weide: Das für den Radwegzwang im Weidenstieg verantwortliche Verkehrszeichen. Eine Aufhebung des Radwegzwangs ist im weiteren Verlauf des Radwegs nicht angeordnet . . . - © Stefan Warda
 

Geschliffenes Großpflaster

Der Baubeginn für den Abschnitt Bismarckstraße bis Doormannsweg ist dann für Anfang 2019 vorgesehen. Dazu zählt auch der sehr umstrittene Kopfsteinpflasterabschnitt, für dessen Erhalt sich Aktivisten stark gemacht hatten. Das bestehende Kopfsteinpflaster soll allerdings kostenaufwändig geschliffen werden, damit es Radfahrenden mehr Komfort bieten wird als der heutige Belag. Geschliffenes Großpflaster soll es auch im Abschnitt zwischen Eppendorfer Weg und Schulweg / Doormannsweg für Henriettenweg und Tornquiststraße geben.


"Veloroute 2", Weidenstieg: Kopfsteinpflaster im Abschnitt Bismarckstraße / Eppendorfer Weg - © Stefan Warda


Weidenallee wieder geöffnet

Die neuen Radverkehrsanlagen in der Weidenallee sind mittlerweile nahezu vollständig befahrbar. Nun muss sich herausstellen, ob die Radfahrstreifen und "Schutzstreifen" als Ersatz für die entfernten Fakeradwege ihre Schutzfunktion tatsächlich ausüben werden. Das Wildparken auf den Schutzstreifen, das sich während der Baustellenphase eingebürgert hatte, wird hoffentlich nicht zum Dauerzustand. Denn damit wäre der gesamte Umbau der Weidenallee gescheitert.


Veloroute 2, Weidenallee: Die Durchfahrt zur Schäferkampsallee sowie von der Fruchtallee ist wieder möglich - © Stefan Warda


Gewinner des Umbaus sind auf den ersten Blick die Gastronomiebetriebe, die sich nicht mehr mit Radfahrenden in dem von ihnen beanspruchtem Terrain auseinandersetzen müssen. Sie können nunmehr ihre Sondernutzungsflächen erheblich ausweiten. Gewinner sind auch Gehende, denn sie müssen bei illegalen Sondernutzungen nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen. Bislang gab es wegen der übermäßigen Sondernutzungen viele Gehende auf den "Radwegen". Ob Radfahrende profiteren, kann wohl erst nach Wiederaufnahme des vollen Regelbetriebs auf der Weidenallee eingeschätzt werden.


Weidenallee und Sondernutzungen

"Veloroute 2", Weidenallee, Zustand vor dem Umbau mit Fakeradweg und Sondernutzungen - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee 57 vor dem Umbau mit Fakeradweg und unzulässiger Sondernutzung - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee 57 vor dem Umbau mit Fakeradweg ud unzulässiger Sondernutzung - © Stefan Warda

Weidenallee 57 nach Umbau ohne Fakeradweg - © Stefan Warda

Weidenallee 57 nach Umbau mit Fakeradwegrelikt zur Verdeutlichung der Platzverhältnisse - © Stefan Warda

Weidenallee 57 nach Umbau mit Passanten - © Stefan Warda


Weidenallee und Stehzeuge

"Veloroute2, Weidenallee: Wildparker auf dem früheren "Radweg" - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee: Fahrbahnradeln vor dem Umbau - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee: Schutzstreifen dient als Stehzeugestreifen während der Umbauphase - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee: Seit Öffnung für den Durchgangsverkehr nach der Umbauphase gibt es weiterhin Beeinträchtigungen durch Wildparker - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenallee: Freie Schutzstreifen ohne Wildparker und keine Nahüberholer wären ein Traum - © Stefan Warda




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13. September 2018

Hamburg: Aktion gegen illegalen Durchgangsverkehr auf geplanter Veloroute 6 in Eilbek

Hamburg: Cyclists fight against illegal car traffic on cycle route in Eilbek


Zukünftige Veloroute 6, Von-Essen-Straße / Uferstraße: Die Fahrradstraße ist nur für den Anliegerverkehr freigegeben - © Stefan Warda


Fakefahrradstraße Von-Essen-Straße

Der Stadtteilbeirat Barmbek Süd und der ADFC haben heute gemeinsam eine Aktion gegen illegalen Durchgangsverkehr auf der geplanten Veloroute 6 im Abschnitt Von-Essen-Straße durchgeführt. Das Durchfahren der Von-Essen-Straße im Verlauf der Fahrradstraße ist für Autofahrende ohne Anliegen verboten. Laut der Veranstalter wird die Fahrradstraße im Verlauf Von-Essen-Straße von bis zu 300 Autos pro Stunde rechtswidrig durchfahren. Insbesondere während der Hauptverkehrsstunden morgens und spätnachmittags entstehen so permanent Gefahrensituationen für Radfahrende. Radfahrende werden dann oftmals behindert oder müssen gar absteigen wegen der vielen sich stauenden illegalen Kampffahrer. Die Veranstalter fordern daher die zuständigen Behörden auf die rechtswidirgen Pkw-Durchfahrten unverzüglich zu unterbinden.


Zukünftige Veloroute 6, Von-Essen-Straße / Uferstraße: Das kurze Stück der Von-essen-Straße im Verlauf der Fahrradstraße wird von illegalem Durchgangsverkehr missbraucht. Es kommt zu Behinderungen und Gefährdungen - © Stefan Warda

Aktion gegen illegalen Durchgangsverkehr an der Fahrradstraße Von-Essen-Straße - © Stefan Warda

Aktionsform gegen illegales Kampffahren auf der Fahrradstraße - © Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda




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