4. Juli 2020

Nachtreisezug: Entspanntes Reisen über Nacht inklusive Fahrradmitnahme

Night train: Relaxed overnight travel including cycle transport

Aktualisiert um 17:18 Uhr
Paris Est: Fahrradmitnahme im ehemaligen "Citynightline" der Deutschen Bahn - © Stefan Warda


Für Reisende, die längere Distanzen entspannt bewältigen und dabei ein Fahrrad mitnehmen wollen, ist der Nachtreisezug besonders geeignet. In komfortablen Schlaf- und praktischen Liegewagen träumen die Reisenden waagerecht liegend dem Reiseziel entgegen, während das Fahrrad sicher verstaut mitreist. Paris, Amsterdam oder Kopenhagen waren ehemals angenehm erreichbar -  inklusive Mitnahme des eigenen Fahrrads.

Fahrradtransport im ehemaligen "Citynightline" der Deutschen Bahn - © Stefan Warda

Nachdem die Deutsche Bahn das einstmals dichte Netz von Nachtreisezügen quer durch Europa - zuletzt unter der Marke "CityNightLine" - aus angeblich wirtschaftlichen Gründen nach und nach bis 2016 komplett eingestellt hatte, blieb Liebhabenden dieser Reiseart nur noch das Angebot der Österreichischen Bundesbahnen. Diese betreiben bislang unter der Marke "Nightjet" auf den Strecken Hamburg - Hannover - Frankfurt - Mannheim - Basel - Zürich, Hamburg - Hannover - Würzburg - Passau - Linz - Wien, Hamburg - Hannover - München - Innsbruck täglich Nachtreisezüge mit Schlaf- und Liegewagen sowie Fahrradmitnahme. Die Relationen Berlin - Frankfurt - Basel - Zürich, Brüssel / Düsseldorf - Köln - München - Innsbruck, Brüssel / Düsseldorf - Köln - Passau - Linz - Wien, München - Venedig, München - Bologna - Florenz - Rom bieten laut Auskunft über die Deutsche Bahn keine Fahrradmitnahme an.


Nightjet der ÖBB - © Stefan Warda


Der Anbieter "Urlaubs-Express" bietet saisonal verschiedene Verbindungen mit Schlaf- und Liegewagen sowie Fahradmitnahme im In- und ins Ausland an. In der Sommersaison verkehren an ausgewählten Tagen die Linien Hamburg / Düsseldorf - Villach / Innsbruck und Hamburg - Lüneburg - Hannover - Augsburg - München-Ost. Fahrräder werden auf den Autotransportwagen mehr oder weniger sicher befördert. Die Mitnahme kostet etwa 33 Euro.

Ab heute abend soll auch das Unternehmen RDC mit einem Nachtreisezug (keine Schlaf-, jedoch Liegewagen) duch Deutschland verkehren - zunächst zumindest bis November. Der Alpen-Sylt-Nachtexpress will die Relation Westerland - Husum - Hamburg - Frankfurt-Süd - München-Pasing - Prien/Chiemsee - Salzburg zweimal wöchentlich bedienen. Die Fahrradmitnahme kostet im Alpen-Sylt-Nachtexpress allerdings 49 Euro.

Immerhin bietet die Deutsche Bahn mittlerweile die Fahrradmitnahme in einigen ICE-Zügen an - jahnzehntelang ein Tabu. Die neueste Baureihe ICE4 bietet Platz für acht (nicht allzu große und breite) Fahrräder.


Fahrradtransport im ICE - © Stefan Warda

Fahrradtransport im ICE - © Stefan Warda



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25. Juni 2020

Hamburg-Wandsbek: Instandsetzung der Radwege in der Jenfelder Allee geplant

Hamburg: Repair of cycle tracks along Jenfelder Allee

Aktualisiert um 18:48 Uhr
Jenfelder Allee / Jenfelder Straße, Baustelle - © Stefan Warda


Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) plant in der Jenfelder Allee die Fahrbahndecken erneuern und die Rad- und Gehwege instandsetzen zu lassen. Von 24. Juli bis Mitte Dezember 2020 sollen die Arbeiten an den Rad- und Gehwegen andauern.

Derzeit sind die "Radwege" entlang der Jenfelder Allee - soweit überhaupt vorhanden - nur abschnittsweise benutzungspflichtig. Richtung Norden zwischen Rodigallee und Stemwarder Straße gibt es beispielsweise keinerlei Radverkehrsanlage im Bereich der Bushaltestelle. Radfahrende sind dort verpflichtet, auf die Fahrbahn auszuweichen. Der benutzungspflichtige Radweg endet abrupt vor der Busbucht. Eine Aufleitung auf die Fahrbahn ist nicht vorhanden. Das Gehwegradeln ist dort mit keinem Verkehrszeichen in irgendeiner Form gestattet worden. Ob mit der geplanten Instandsetzung eine regelkonforme Lösung für die Radweglücke gefunden wird?


Jenfelder Allee / Rodigallee: Benutzungspflichtiger Radweg - © Stefan Warda

Jenfelder Allee: Kurz hinter der Kreuzung mit der Rodigallee erfolgt ein Belagwechsel für den benutzungspflichtigen Radweg - © Stefan Warda

Jenfelder Allee: Nur wenige Meter weiter endet der bis dahin benutzungspflichtige Radweg. Radfahrende sind gezwungen im Bereich dieser Ausfahrt auf die Fahrbahn zu wechseln, unter Beachtung des Vorrang des Fahrbahnverkehrs - © Stefan Warda


Im weiteren Verlauf haben vor allem Wurzelaufbrüche die Asphaltdecken der Radwege zerstört. Stellenweise wurden Grandoberflächen im Bereich der Bäume hergerichtet, bei denen es keine Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr gibt.


Jenfelder Alle: Unterbrochener Radweg im Bereich eines Straßenbaums - © Stefan Warda

Jenfelder Alle: Würzelaufbrüche haben den "Radweg" zerstört - © Stefan Warda

Jenfelder Allee, "Radweg" und Wildparkende - © Stefan Warda



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Wegen Scheuers Kniefall vor der Raserlobby: Petition für Beibehaltung der Restriktionen gegen aggressives Rasen

© Stefan Warda


Kniefall vor der Raserlobby: Petition wendet sich gegen von Verkehrsminister Andreas Scheuer gewünschte Rücknahme bzw. Abmilderung der StVO-Novelle (Fahrverbote)


Mit einer neuen Petition wird gefordert, dass die am 28. April 2020 in Kraft getretenen Änderungen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) nicht zurückgenommen oder abgemildert werden. Hintergrund der nachträglichen Änderung der StVO seien zahlreiche Beschwerden von Autofahrenden gewesen, die beruflich auf ihre Autos angewiesen seien und sich nicht an die bestehenden Tempolimits halten könnten oder denen dies zumindest sehr schwer falle. Verkehrsminister Scheuer und das BMVI begründen ihre Planung von erneuten Anpassungen an die StVO mit den Sorgen von Menschen, ihre Führerscheine zu verlieren.

Dazu stellen die Petenten Folgendes fest:

1. Die Gefahr des Verlustes der Führerscheine besteht lediglich bei Missachtung der StVO. Die Sorgen sind somit ggf. im Einzelfall berechtigt. Sie sollten aber nicht dadurch behoben werden, dass Ihnen entgegengekommen wird, sondern durch Anpassung ihrer Verhaltensweisen. Die Anpassung der Verhaltensweise ist ja gerade das Ziel einer Regelung. Somit ist die Sorge der betroffenen Bürger ein gutes Zeichen, dass die Regelung einen echten Effekt haben könnte.
Diesen positiven Effekt wollen die Petenten nicht einbüßen.

2. Die Regelung ist seit gerade einmal 3 Wochen in Kraft als das BMVI und der Verkehrsminister die Aufweichung der Regeln ankündigen. Dies erscheint den Petenten als zu wenig Zeit, um die Situation angemessen und sachlich zu bewerten. Gerade zu Beginn einer Neuregelung ist es doch üblich und normal, dass die Menschen emotional darauf reagieren. Dies sollte nicht zum Anlass genommen werden, die Regelung direkt zu kippen. Es sollte mindestens eine Zeit von einem Jahr angenommen werden, um die Auswirkungen der Neuregelung bewerten zu können.

Die folgenden Gründe stehen allgemein für die Einführung von Tempolimits. Diese Tempolimits sind selbstredend nur wirksam, wenn sie auch eingehalten werden. Die Einhaltung kann durch angemessene Strafen herbeigeführt werden. Dies fordern die Petenten.
Da die folgenden Gründe in der Vergangenheit zur Genüge diskutiert wurden, werden sie hier nur stichwortartig genannt:
  • Verringerung von Unfallzahlen
  • Verringerung von Unfallfolgen
  • Verringerung von CO2-Ausstoß und damit der Klimakatastrophe
  • Verringerung von Lärmbelastung und deren gesundheitlicher Folgen
  • Verringerung von Schadstoffausstoß und deren gesundheitlicher Folgen

Die Petenten fordern das BMVI, den Bundesverkehrsminister und den Bundestag auf, die Geschwindigkeitsbegrenzungen weiterhin mit den beschlossenen Strafen (ein Monat Fahrverbot bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts) zu ahnden. In Zeiten von Klimakatastrophe, Luftverschmutzung und gravierenden Verkehrsunfällen sehen sie dies als das einzig richtige Signal an.


"Glücksmomente": Wegen solcher offensichtlich uneinsichtigen Kampffahrenden muss die bestehende StVO-Regelung bleiben








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