20. Juli 2018

"Fahrradstadt" Hamburg: Gaga-Baustelle am Stephansplatz führt seit vier Jahren zu Konflikten

Hamburg: Bad solution with construction site at Stephansplatz since four years


Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustelle im derzeitigen Zustand mit Wildradler - © Stefan Warda


Seit etwa vier Jahren beeinträchtigt eine Baustelle am Stephansplatz den Rad- und Fußverkehr im Verlauf des Gorch-Fock-Walls Richtung St. Pauli. Eine sinnvolle Radverkehrsführung ist bis heute nicht eingerichtet worden. Radfahrende müssen bis heute zusehen, wie sie mit der unbefriedigenden Situation allein fertig werden. Eine regelkonforme Radverkehrsführung fehlt bis heute.

2014 tauchte am Stephansplatz im Verlauf des Gorch-Fock-Walls eine Baustelle auf dem Radweg auf. Der Radweg, der ab der Kreuzung mit dem Stepahnsplatz / Dammtordamm benutzungspflichtig ist, endet nach wenigen Metern neben der Bushaltestelle. Mitten auf dem Radweg hat sich eine Baustelle breit gemacht, an der für Radfahrende keine Radverkehrsführung eingerichtet wurde. Anfangs blieb es bei der Sperrung des benutzungspflichtigen Radwegs. Folglich mussten Radfahrende vor der Baustelle im Bereich der Bushaltestele über das Hochbord auf die Fahrbahn wechseln und dort die Baustelle passieren. Fast ausnahmslos alle Radfahrenden machten sich aber nicht diese Umstände und fuhren auf dem angrenzenden Gehweg weiter. Im Verlauf der vergangen vier Jahre änderte sich das Baufeld bezüglich seiner Breite. Mal wurde der Gehweg besonders schmal, mal wieder weniger schmal, und so änderten sich zwischenzeitlich auch die Bedingungen für den Radverkehr. In ganz seltenen Fällen gab es die Anordnung für einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Also durften bzw. mussten Radfahrende währenddessen den Gehweg nutzen. Meistens wurde aber gar nichts angeordnet. Somit handelte es sich dann immer um einen reinen Gehweg. Um die Bedeutung des Gehwegs besonders hervorzuheben, wurde zeitweise auch das Verkehrszeichen 239 (Gehweg) mit dem besonders unbeliebten Zusatzzeichen "Radfahrer absteigen" angezeigt. Dieses Zusatzzeichen kommt immer dann zur anwendung, wenn die Baustellenverantwortliche versagt haben.


Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustelle 2014 nach Einrichtung - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustelle 2014 mit Wildradlerin - © Stefan Warda


Derzeit wird die Widmung als Gehweg mit dem Verkehrszeichen 239 (Gehweg) und dem Zusatzzeichen "50 m" betont - Gehweg auf einer Länge von fünfzig Metern. Für Radfahrende hat es die gleiche Bedeutung wie die Baustelle ohne ein Verkehrszeichen. Der Radweg bleibt versperrt, Radfahrende bleiben sich selbst überlassen. Ihnen wird keine Hilfe angeboten, wie sie vom benutzungspflichtigen Radweg kommend das Baufeld passieren sollen.


Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Ab der Kreuzung gilt Radwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Radweg und somit Radwegpflicht enden an der Baustelle. Radfahrende müssen anschließend auf die Fahrbahn wechseln - ohne eingerichtete Aufleitung - © Stefan Warda

 
Was fehlt in dieser "Fahrradstadt" Hamburg? Kein Verkehrsfunk, keine Zeitung berichtet über den nun schon vier Jahre andauernden Missstand für den Individualverkehr. So gesehen bleibt Hamburg immer noch eine Autostadt, in der jede noch so kleine Autoverkehrsverstopfung an Baustellen endlos beklagt wird. Katastrophale Zustände an Baustellen, die Radfahrende betreffen, werden leider nicht thematisieret. Radfahrende müssen sich in der Autostadt Hamburg weiterhin unterordnen.


Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Februar 2018 mit widersprüchlicher Doppenbeschilderung - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Februar 2018. Nur für schlanke Gehende gedacht, Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Februar 2018. Gehende haben keinen Platz auf dem Gehweg, um dort ein Rad zu schieben. Sie müssen dazu auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im März 2018. Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen - © hamburgize / Frank Bokelmann

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im März 2018. Radfahrer müssen ab dem Ende des benutzungspflichtigen Radwegs den Gehweg befahren und dürfen nicht auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Juni 2018. Der benutzungspflichtige Radweg endet unter der Baustelle. Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Juni 2018 - © Stefan Warda

Gorch-Fock-Wall / Stephansplatz: Baustellenzustand im Juli 2018: Es wird explizit auf die Gehwegsituation hingewiesen. Radfahrer müssen weiterhin auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :
.

Hamburg: Verkehrsbehörde stellt Ampelphasenassistent vor

Hamburg: Transport Authority introduces traffic light assistant
Aktualisiert um 22:05 Uhr

Sondermodell einer älteren Restlaufzeitampel am Ballindamm - © Stefan Warda


Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) stellte heute gemeinsam mit den Partnern Audi, HERE und SWARCO einen Ampelphasenassistenten vor. Entlang von Teststrecken mit insgesamt über 60 Ampeln im Stadtgebiet bekommen die Testfahrenden in ihren Wagen angezeigt, welche Geschwindigkeit sie für eine grüne Welle benötigen bzw. wie lange vor ihnen noch Rot ist. Vergleichbar mit einer „grünen Welle“ bekommen die Autofahrerenden angezeigt, in welchem Tempo sie am besten fahren sollten, um möglichst nicht an einer Ampel anhalten zu müssen. Sollte das im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit nicht möglich sein, zählt ein Countdown die Zeit bis zur nächsten Grünphase.

Nach den erfolgreichen Erkenntnissen des Pilotprojekts soll nun die stadtweite Bereitstellung der Daten erfolgen, so dass künftig die Grünzeitprognosen für über 1.000 Ampeln im Stadtgebiet möglich sein werden. Dazu wird der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) Fördermittel beim Bund beantragen. Da die Rohdaten über die vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung im Zuge der ITS-Strategie entwickelte „Urban-Plattform“ allen interessierten Nutzenden diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt werden sollen, können die Ampelzeitprognosen schon bald in weiteren Anwendungen genutzt werden. Dann sei auch der Einsatz von Apps möglich. Auch Radfahrende sollen künftig von dem Prognosedienst profitieren.

Laut Hamburg1 funktioniert das System bislang nur in Audi-Fahrzeugen. Ob das Projekt eine Spielerei für einen exklusiven Kundenkreis bleibt, bleibt abzuwarten.


Sondermodell einer älteren Restlaufzeitampel für Gehende am Gänsemarkt - © Stefan Warda

 
Das Projekt wurde initiiert von SWARCO und HERE Technologies und ist Teil der Mobilitätspartnerschaft zwischen dem Volkswagen Konzern und Hamburg. Ziel dieser Partnerschaften ist es, gemeinsam die urbane Mobilität der Zukunft zu gestalten und Hamburg als Modellstadt für zukünftige, nachhaltige und integrierte Mobilität zu entwickeln.



Mehr . . . / More . . . :
.

19. Juli 2018

Hamburg: Großkontrolle der Fahrradstaffel für freie Geh- und Radwege

Hamburg cycle police against car parking on cycle tracks, cycle lanes and sidewalks
Aktualisiert um 15:12 Uhr

Gewöhnliches Wildparken auf einem gewöhnlichen Hamburger "Radweg" - © Stefan Warda


Die Fahrradstaffel der Hamburger Polizei führte vorgestern eine Großkontrolle zum Freihalten von Radverkehrsanlagen und Gehwegen im Hamburger Stadtgebiet durch.

Verkehrswidrig abgestellte Fahrzeuge auf Geh- und Radwegen bedeuten laut der Polizei für den jeweils berechtigten Verkehrsteilnehmer häufig ein Hindernis, welches durch Ausweichen auf andere Straßenteile umfahren werden muss. Hierbei komme es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrenden und Gehenden oder Radfahrenden und Fahrenden in Pkws.


Gewöhnliches Wildparken auf einem gewöhnlichen benutzungspflichtigem "Radweg" in Hamburg - © Stefan Warda

Vorgestern kontrollierten Beamte der Fahrradstaffel auf ihren Rädern im Hamburger Stadtgebiet mit Unterstützung durch weitere Polizeibeamte der regionalen Polizeikommissariate Wildparker.
Es wurden insgesamt 336 Wildparker festgestellt und geahndet. Bei 30 Verstößen wurde ein Abschleppvorgang angeordnet.


Gewöhnliches Wildparken auf einem gewöhnlichen benutzungspflichtigem "Radweg" in Hamburg - © Stefan Warda


Die Polizei Hamburg will auch in Zukunft Großkontrollen mit dem Schwerpunkt des Freihaltens von Rad- und Gehwegen durchführen, um Fahrradfahrern und Fußgängern eine ungehinderte Nutzung der entsprechenden Wege zu ermöglichen.

Rotlichtkontrolle

Bei einer Rotlichkontrolle mit 74 Beamten unter Leitung der Verkehrsdirektion Ost stellte die Polizei gestern 161 Rotlichtverstöße durch Autofahrende und einen Rotlichtverstoß durch Radfahrende fest.


Mehr . . . / More . . . :
.