13. November 2018

Hamburg: Ein besonderer Moment der Stille auf der Stresemannstraße

Hamburg: A moment of silence at Stresemannstraße


Stresemannstraße / Juliusstraße während der Bombenentschärfung - © Stefan Warda


Weder der Protest der Anwohner nach einigen schweren Verkehrsunfällen, noch "Durchfahrtsbeschränkungen" wegen illegaler Abschalteinrichtungen an Verberennungsmotorfahrzeugen konnten das erreichen, was heute den Anwohnern der Stresemannstraße geschenkt wurde. Zwischen der Sternbrücke und dem Neuen Pferdemarkt war es heute nachmittag äußerst ruhig. Grund war ein absolutes Fahrverbot im Abschnitt zwischen Neuer Pferdemarkt und Juliusstraße / Bernstorffstraße wegen einer Bombenentschärfung an der Ecke Neuer Pferdemarkt / Schulterblatt. Der Autoverkehr stadteinwärts wurde an der Sternbrücke auf die Max-Brauer-Allee abgeleitet. Für die dortigen Anwohner kam es leider zu erhöhtem Verkehraufkommen und erhöhtem Lärm wegen vermehrtem Hupens ungeduldiger Autofahrer.


Stresemannstraße, Blick auf die Sternbrücke während der Bombenentschärfung - © Stefan Warda


Mit Einbruch der Dunkelheit wurde das absolute Fahrverbot wieder aufgenommen. Der alltägliche Wahnsinn bahnte sich wieder seinen Lauf.


Stresemannstraße / Juliusstraße während des absoluten Fahrverbots - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Juliusstraße nach Aufhebung des absoluten Fahrverbots - © Stefan Warda


Von der Bombenentschärfung waren auch die Velorouten 1 und 2 betroffen. Der Abschnitt der Veloroute 1 im Bereich Neuer Pferdemarkt und Neuer Kamp war während der Entschärfung gesperrt, ebenso ein Abschnitt der Veloroute 2 in der Sternstraße. Radfahrende mussten derweil Umwege fahren.


Veloroute 1, Wohlwillstraße / Neuer Pferdemarkt: Sperrung wegen Bombenentschärfung - © Stefan Warda



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9. November 2018

Ab 2019: Offensive gegen Wildparker in Hamburg geplant

2019: Less chances for aggressive car parking in Hamburg
Aktualisiert am 10.11.2018

Veloroute 2, Weidenallee: Wildparker - © Stefan Warda


Kampfparker müssen ab nächstem Jahr damit rechnen, in Hamburg öfter belangt zu werden. Einhundert neue Mitarbeiter sollen die Polizei bei der Verteidigung des öffentlichen Raums gegen Kampfparker unterstützen. Dies geht aus Medienberichten hervor. Meldungen, wie "Falschparker haben in Bergedorf leichtes Spiel", werden hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Laut Fahrradklima-Test 2016 ist das aggressive Zuparken von Radverkehrsanlagen ein ernsthaftes Problem in der Hansestadt. Radfahrende bewerteten die "Falschparkerkontrolle auf Radwegen" nur mit der Note 5,3. Das war die schlechteste Einzelbewertung überhaupt im Rahmen des Klimatests für Hamburg.


Rentzelstraße, Radwegblockade durch Wildparker - © Stefan Warda


Verkehrspolitisches Ziel: Vision Zero

Die Offensive gegen Wildparker steht im Zusammenhang mit der Absicht des Senats, die Verkehrssicherheit in Hamburg zu erhöhen und die Zahl der Unfalltoten auf Null zu senekn ("Vision Zero"). In einem neuen Antrag (Drucksache 21/14847) von Angeordneten von SPD und Grünen wurde der Senat aufgefordert, die Kontrollen der Wildparker zu erhöhen, aber auch Geschwindigkeitskontrollen zu intensivieren und Radfahrende verstärkt zu kontrollieren. Laut Medienberichten geht es dabei u.a. um das illegale Gehwegradeln.

Verbotenes Gehwegradeln

Radfahrende müssen im nächsten Jahr also aufpassen, bei Fehlplanungen und schlechter Infrastruktur nicht in die Gehwegradelfalle zu geraten. Beispielsweise sollten Radfahrer nicht mehr neben unbenutzbaren Fakeradwege, die in Dooringbereichen verlaufen, auf dem Gehweg radeln, sondern auf der Fahrbahn (Beispiel Habichtstraße). Überall dort, wo Radwege urplötzlich enden und eine Weiterfahrt auf dem Gehweg nicht erlaubt ist, beispielsweise bei den berüchtigten Radweglücken an Bushaltestellen, sollten Radfahrende zukünftig lieber auf die Fahrbahn wechseln oder sich als Gehende betätigen. Beispiele dazu finden sich an Stresemannstraße, wo der Radweg bei der Plöner Straße stadtauswärts endet, der Eppendorfer Landstraße, wo der Radweg trotz enormer Straßenbreite am Hegestieg urplötzlich endet, an der Rentzelstraßenbrücke, der St. Pauli Hafenstraße oder an Luruper Hauptstraße und Luruper Chausse oder Hammerbrookstraße, wo Radwege regelmäßig durch Bushaltestellen unterbrochen wurden.



Habichtstraße, Fakeradweg mit Benutzungszwang: Hier bitte nicht auf dem Gehweg radeln! - © Stefan Warda

Habichtstraße, Fakeradweg mit Benutzungszwang: Hier bitte nicht auf dem Gehweg radeln! - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße, Radwegende und Gehwegradlerin - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße, Radwegende - © Stefan Warda

Eppendorfer Landstraße, Radweglückenbeginn ab Hegestieg - © Stefan Warda

Rentzelstraße, Radweglücke bei der Kreuzung mit An der Verbindungsbahn: Passt die Fahrradstaffel hier demnächst Gehwegradler ab? - © Stefan Warda

Luruper Hauptstraße: Verbotenes Gehwegradeln wegen Radweglücke an Bushaltestelle. Wartet hier demnächst die Fahrradstaffel auf Gehwegradler? - © Stefan Warda

Hammerbrookstraße, Radweglücke wegen Bushaltestelle - © Stefan Warda



Auch bei Kampfparkern auf Radwegen sollte Gehwegradeln tabu bleiben - es sollen zukünftig ja weniger werden.



Habichtstraße, benutzungspflichtiger Radweg und Kampfparker - © Stefan Warda



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Hamburg: Schutzstreifen mit fragwürdiger Schutzwirkung für den Waldweg geplant

Hamburg: Cycle lanes with questionable protective effect

Aktualisiert um 15:08 Uhr

Waldweg: Verbindung zwischen Sasel und Volksdorf - © Stefan Warda


Der Waldweg im Bezirk Wandsbek soll erneuert werden. Bislang gibt es dort - bis auf wenige kurze Ausnahmen - keinerlei gesonderte Radverkehrsanlagen. Radfahrer dürfen aber auf den schmalen überwiegend unbefestigten Gehwegen radeln - bei Schritttempo. Das soll sich nun ändern.

Die veröffentlichte Planung sieht vor im ersten Bauabschnitt zwischen Saseler Markt / Berner Weg und Saselbekstraße Radfahrende im Mischverkehr zu führen. Angesichts beengter Verhältnisse und dem Erhalt der Straßenbäume seien Schutz- oder Radfahrstreifen oder Radwege nicht umsetzbar.


Waldweg: Die Erlaubnis zum Gehwegradeln bei Schritttempo soll für den westlichen Abschnitt (Wohnbebauung) aufgehoben werden - © Stefan Warda

Waldweg: Im Westen endet die Straße an der Kreuzung mit dem Saseler Markt und dem Berner Weg. Dort befinden sich sogar Radwegabschnittchen - © Stefan Warda


Im zweiten Bauabschnitt (Saselbekstraße - Rögenfeld) sollen beidseitig Schutzstreifen in einer Breite von 1,62 Metern verwirklicht werden. Die Gesamtfahrbahnbreite einschließlich der Schutzstreifen soll in diesem Bereich 8,75 Meter bis 9,25 Meter betragen. In einem neunzig Meter langen Engstellenbereich soll der Schutzstreifen allerdings unterbrochen werden. Radfahrende sollen dann bei Schritttempo den 3,15 Meter breiten Gehweg nutzen.


Waldweg: Bislang ist auf diesen schmalen Pfaden das Gehwegradeln bei Schritttempo erlaubt - © Stefan Warda

Waldweg: Bislang ist auf diesen schmalen Pisten das Gehwegradeln bei Schritttempo erlaubt - © Stefan Warda


Der dritte Bauabschnitt soll sich von Rögenfeld bis Halenreie erstrecken. Auch für diesen Abschnitt ist ein Schutzstreifen mit 1,62 Meter Breite vorgesehen. Allerdings soll es nur auf einer Straßenseite einen solchen Streifen geben. Für die andere Straßenseite soll es beim wahlweisen Gehwegradeln bei Schritttempo bleiben, um den angrenzenden Baumbestand zu schützen.

Einen Schönheitsfehler weist die Planung jedoch auf: Der Waldweg hat Richtung Volksdorf einen äußersten kurvigen Verlauf. Dort ist eine durchgehende durchgezogene Mittellinie vorgesehen. Bei einer Schutzstreifenbreite von 1,62 Metern und einer Fahrspurbreite von 3,17 Metern ist das Überholen von Radfahrern unter Beachtung eines erforderlichen Seitenabstandes von 1,5 Metern nicht möglich. Autofahrende werden dort also hinter den Radfahrenden hinterherfahren müssen - oder sie werden - wie sonst auch in Hamburg - den erforderlichen Seitenabstand missachten und Radfahrende durch Engüberholen gefährden.


Die jetzige Planung für den Waldweg schafft beste Vorraussetzungen, im kurvigen Waldabschnitt bei Tempo 50 eng überholt zu werden


Die Baumaßnahme soll im Jahr 2021 umgesetzt werden.



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