21. Juni 2018

300.000 Radfahrende im Mai 2018 - Rekord an der Zählstelle An der Alster

New record: 300,000 cyclists in May 2018 at Alster lake


An der Alster, Dauerzählstelle - © Stefan Warda


Die Radfahrenden-Zählstelle an der Außenalster verzeichnet einen neuen Rekord. Im Mai 2018 wurden An der Alster mehr als 300.000 Radfahrende gezählt. Durchschnittlich passierten im Mai 2018 jeden Tag 9856 Radfahrende den Messpunkt. Seit Inbetriebnahme der Zählsäule im Oktober 2014 hatte es kein höheres Radfahrendenaufkommen an Hamburgs bislang einziger Dauerzählstelle gegeben. Die Ergebnisse beruhen auf einer Senatsantwort auf eine schriftliche kleine Anfrage des Bürgerschafts-Abgeordneten Martin Bill.

Laut den Monatsauswertungen seit 2015 passierten in den ersten Monaten diesen Jahres mehr als 800.000 Radfahrende die Zählstelle An der Alster. Das ist bisheriger Rekord. In den Jahren zuvor lag der Wert für die Monate Januar bis Mai bei 754.000, 733.000 und 757.000. Der Rekord-Wert für dieses Jahr überrascht, denn das Ergebnis für 2018 fällt trotz der langen Winterperiode mit ungeräumten und unpassierbaren Radwegen im Monat März gut aus. Im Februar und März 2018 wurden bislang die wenigsten Radfahrenden für diese Wintermonate an der Zählsäule ermittelt. Nur 94.000 Radfahrende ermittelte die Zählstelle im März 2018 wegen der schlechten Winterdienst-Bedindungen auf Hamburgs Straßen. Ein Jahr zuvor waren es 166.000 Radfahrende, die den Radweg an der Außenalster nutzten.


Geplante Velorouten 5 und 6, An der Alster: Der benutzungspflichtge Zweirichtungsradweg bei der Zählsäule ist während der Hauptverkehrszeit vollkommen überlastet. Überholen langsamer Radfahrender ist bei Gegenverkehr unmöglich - © Stefan Warda



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17. Juni 2018

Hamburg: Grüne und SPD wollen Eppendorfer Landstraße umgestalten

Hamburg: New design for Eppendorfer Landstraße


Eppendorfer Landstraße 92: Fakeradweg - © Stefan Warda


Grüne und SPD haben in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord einen Antrag zur Umgestaltung der Eppendorfer Landstraße eingebracht. Das Bezirksamt soll ein Konzept für ein Beteiligungsverfahren erstellen.

Für die genaue Gestaltung soll ein Beteiligungsverfahren durchgeführt werden, in dem insbesondere Möglichkeiten ein Mehr an Lebensqualität zu generieren diskutiert und von Fachplanern untersucht werden sollen.


Umgestaltung der Eppendorfer Landstraße (Quelle: FHH, Baubehörde: Straßenraumgestaltung und Verkehrsberuhigung in Hamburg, ca. 1989)


Die Eppendorfer Landstraße ist eine beliebte Einkaufsstraße im Stadtteil Eppendorf. In den 1970er Jahren wurde sie letztmalig aufwändig umgestaltet und den Bedürfnissen der autogerechten Stadt angepasst. Die schon vor dem damaligen Umbau vorhandenen Radwege verliefen noch fahrbahnparallel und geradlinig, wurden jedoch häufig von Wildparkern missbraucht. Mit dem Umbau wurden die Straßenbahnschienen der 1969 eingestellten Linie 18 entfernt, extrem viel Platz für Stehzeuge eingerichtet und drumherum schmale Slalomradwege gelegt, die teilweise gleichzeitig auch zum Abstellen von Fahrrädern dienen. Die Doppelnutzung der "Radwege" zum gleichzeitigen Befahren und Parken wurde aus praktischen Gründen gewählt: Unmittelbar neben den Fakeradwegen wurden Bügel zum Anschließen von Fahrrädern eingebaut, sodass die "Radwege" bei Gebrauch der Bügel allerdings unbenutzbar sind. Die Bügel sollten jedoch auch das Wildparken mit den vierrädrigen Stehzeugen auf den "Radwegen" verhindern, gleichzeitig Platz zum Fahrradparken vorhalten, ohne jedoch dadurch den MIV und den Fußverkehr zu beeinträchtigen. Mittlerweile werden in Hamburg Fahrradbügel nicht mehr unmittelbar neben "Radwegen" aufgestellt (wie sonst noch beispielsweise in der Fruchtallee bei Radwegbenutzungspflicht vorhanden), so dass die Benutzbarkeit dieser dadurch beeinträchtigt wird.


Eppendorfer Landstraße 102: Fakeradweg - © Stefan Warda

Seit 2015 sind in der Eppendorfer Landstraße nicht mehr durchgängig "Radwege" vorhanden. In Richtung Norden wurde zwischen Hegestieg und Haynstraße der im Dooringbereich verlaufende "Radweg" entfernt und zu Baumscheiben umgewandelt. Radfahrende müssen dort auf jeden Fall auf die Fahrbahn ausweichen. Mangels einer sicheren und direkten Einfädelung auf die Fahrbahn fahren viele Radfahrnde in dem Abschnitt regelwidrig über den Gehweg.


Eppendorfer Landstraße 65: Fakeradweg mit Geisterradlern - © Stefan Warda

Eppendorfer Landstraße: Slalomparcour für den Radverkehr - © Stefan Warda

Gegen die Radwegbenutzungspflicht wurde 1999 von einem damals in Hamburg lebenden Bürger Klage eingereicht. Nach einem mehrstufigen Klageverfahren bis zum Bundesverwaltungsgericht ließ die beklagte Innenbehörde die letzten benutzungspflichtigen Abschnitte in den Jahren 2010 / 2011 freigeben. Dennoch fahren immer noch viele Radfahrende - wenn nicht sogar die Mehrzahl - nicht auf der Fahrbahn, also regelwidrig auf Gehwegen oder den benutzbaren Abschnitten der noch vorhandenen Fakeradwege.


1968 wurde der die Kreuzung Eppendorfer Landstraße / Lenhartzstraße / Curschmannstraße / Eppendorfer Weg / Lehmweg / Eppendorfer Baum autoverkehrsgercht ausgebaut, nachdem der Straßenbahnlinienverkehr über die Curschmannstraße zum UKE ein Jahr zuvor eingestellt worden war - © Stefan Warda


Eppendorfer Landstraße / Hegestieg: Richtung Norden wurde 2015 der "Radweg" beseitigt - © Stefan Warda


Laut Vorstellungen von SPD und Grünen sei insbesondere der Abschnitt zwischen Goernestraße / Kümmellstraße und Martinistraße / Eppendorfer Marktplatz für eine Verkehrsberuhigung geeignet. Der MIV könne über Kümmellstraße / Schottmüllerstraße / Martinistraße umgeleitet werden.



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16. Juni 2018

Münster will Fahrradstadt werden: Vorfahrt für Radverkehr auf der Promenade

Münster going to be city of cyclists: Priority for cyclists along Promenade around the inner city


Münster, Promenade / Windthorststraße - © Stefan Warda


Die Stadt Münster möchte endlich eine echte Fahrradstadt werden. Der 4,5 Kilometer lange Promenadenring rund um die Innenstadt soll zukünftig an Kreuzungen mit Vorrang für den Radverkehr umgebaut werden, wie es in echten Fahrradstädten (z.B. Groningen, Houten, Utrecht) längst üblich ist. In einem ersten Schritt soll der Radverkehr im Verlauf der Promenade an den vier Querungen Am Kreuztor, Kanalstraße, Hörstertor und Salzstraße bevorrechtigt werden.


Münster, Promenade / Moritztor - © Stefan Warda


Parallel soll ein Konzept erarbeitet werden, welches Lösungen für die übrigen Querungsstellen aufzeigt. Auch Brücken oder Überführungen wie am Moritztor seien durch aus denkbar, so der Stadtbaurat Robin Denstorff.
Uns schwebt eine Durchgängigkeit vor, die dem hohen Radverkehrsanteil auf der Promenade gerecht wird. Ohne bauliche Maßnahmen wird das aber nicht funktionieren, eine schlichte Umkehr der Vorfahrtsregelung reicht nicht aus.

Zudem plant die Stadt Münster 13 neue Velorouten in die Außenstadtteile und Umlandgemeinden.


Münster, Promenadenring: Die Querung am Mortiztor ist kreuzungsfrei ausgebaut. Der Radverkehr wird in einer Unterführung unter der Kreuzung hindurchgeführt. Am Kreuztor, der Kanalstraße, Hörstertor und Salzstraße soll die Promanade vorfahrtberechtigt werden gegenüber den Querstraßen. Für die anderen Kreuzungen, insbesondere mit der B54, müssen noch Löungen gefunden werden


Malmö: Kreuzungsfreier Radweg - © Stefan Warda


Malmö: Kreuzungsfreier Radweg - © Stefan Warda




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