“Get a car, loser!” (presumably so you can be stuck in the same traffic gridlock I’m adding to) Sketch from 2019 Icelandic Lampoon show HT @ruvsjonvarp. As @bjornteits points out, the only thing unrealistic “is the fact that there are 2 people in the car.” pic.twitter.com/HcJqntz5FF
Laut einer französischen Studie sind deutsche Autofahrer fast ausnahmslos Rüpelfahrer.
93 % halten sich nicht an Tempolimits
73 % halten keinen ausreichenden Sicherheitsabstand ein
67 % geben zu, andere Verkehrsteilnehmer mit Worten und Gesten zu beleidigen
60 % fahren ohne zu bremsen durch Baustellen
59 % blinken nicht beim Spurwechsel
34 % fahren bewusst knapp auf
Trotz all dieser Regelverstöße halten sich deutsche Autofahrer für gute Verkehrsteilnehmer.
97 % bezeichnen sich als "aufmerksam"
81 % als "ruhig"
57 % finden ihren Fahrstil "rücksichtsvoll"
An der Befragung im Auftrag der französichen Stiftung Vinci autoroutes sollen 1000 deutsche Autofahrer teilgenommen haben.
Angesichts der zugegebenen Regelmissachtungen und der gleichzeitigen Selbstüberschätzung mag sich kaum noch jemand als Fußgänger oder Radfahrer auf die Straße trauen.
Im europäischen Vergleich gelten laut der Studie schwedische Autofahrer als besonders rücksichtsvoll, als besonders aggressiv gelten italienische Autofahrer.
With the "shooting brake" hunting cyclists in the city
Etwas sonderbar ist der Sprachgebrauch der Marketingexperten von Mercedes-Benz zur Einführung eines neuen Automodells.
Groß. Stadt. Jäger.
[...] Der neue CLA Shooting Bake ist gekommen, um die Stadt zu erobern. Denn dank Mercedes connect me ist er rundum vernetzt und zudem mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgerüstet. So, dass ihnen zukünftig kaum etwas entgehen kann. Sei es eine angesagte Location oder ein unachtsamer Radfahrer.
Und weiter online:
Beginnen Sie Ihre Jagd nach dem Außergewöhnlichen.
Das Leben in einer Metropole ist ein Abenteuer. Jeder Tag bietet Ihnen unbegrenzte Möglichkeiten. Begeben Sie sich auf die Suche nach dem Außergewöhnlichen. Mit einem Fahrzeug, dessen sportlich-kompakte Statur tief über dem Asphalt lauert. Dessen Interieur für die Jagd gemacht ist. Der neue CLA Shooting Brake erobert sein Revier.
Muss das sein? hamburgize.com fragt Radler zu der Kampagne. (Umfrage oben rechts)
Vandalism: Probably frustrated car drivers clear away traffic signs
Die einen beschädigen sogenannte "Starenkästen", weil sie sich nicht an die Geschwindigkeitslimits bzw. Verkehrsregeln halten wollen, vermutlich entfernen andere Verkehrszeichen, die ihnen nicht passen. Im Bezirk Nord wurden zahlreiche Verkehrszeichen umgeworfen oder umgedreht, weil sie offenbar nicht nach dem Geschmack einiger Bürger sind. Es handelt sich um Verkehrszeichen, die anzeigen, dass Radler nach Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf der Fahrbahn radeln dürfen. Dabei handelt es sich um Lenhartzstraße, Eppendorfer Baum und Nedderfeld. In den genannten Straßenzügen besteht entweder keine erhöhte Verkehrsgefährdung für die Radler, die ein Fahrbahnverbot durch den Radwegezwang veranlassen würde, oder aber die "Radwege" oder Gehwege entsprechen nicht den Mindestkriterien, die sie für eine ordentliche Radwegbenutzungspflicht erfüllen müssten.
Eppendorfer Baum
Aufstellung der Schilder am 01.12.2014
26.12.2014: Schon nach nicht einmal vier Wochen waren die Schilder umgedreht
05.01.2015: Die Schilder bleiben umgedreht
25.01.2015: Mittlerweile fehlt schon das Verkehrszeichen. Nur noch der Schilderpfosten ist vorhanden
Im vergangen Jahr wurde die Radwegbenutzungspflicht u.a. entlang Luruper
Hauptstraße, Luruper Chauseee, Hoheluftchaussee, Lokstedter Weg,
Nedderfeld und Lenhartzstraße aufgehoben. Am Eppendorfer Baum wurde die
Radwegbenutzungspflicht bis auf wenige Restabschnitte schon vor mehr als
einem Jahr aufgehoben.
Lenhartzstraße
05.01.2015
28.01.2015
01.12.2014
05.01.2015
In Vereinbarung mit der Behörde für Inneres wurden entlang
einiger dieser Straßenzüge für einen Zeitraum von mindestens sechs
Wochen Hinweistafeln aufgestellt, die Autofahrer auf der Fahrbahn auf
die veränderte Verkehrsregelung aufmerksam machen sollen. Viele der
Schilder mit der Aufschrift "Radfahrer auf der Fahrbahn erlaubt!
Radwegbenutzungspflicht aufgehoben" wurden in Eppendorf umgeworfen oder
umgedreht, sodass sie nicht mehr sichtbar sind. Auch in Lurup wurden die
Schilder aufgestellt. Entlang Luruper Hauptstraße und Luruper Chaussee
wurden die Schilder jedoch nochmals versetzt, sodass sie für die nun folgenden Wochen besser im Blickfeld
der Autofahrer sind.
Hoheluftchaussee / Itzehoer Weg im August noch mit Radwegzwang
Es kam wie es kommen musste: Seit 1998 hatte die Straßenverkehrsbehörde zu Unrecht eine Radwegbenutzungspflicht entlang der Hoheluftchaussee angeordnet. Die zuständige Straßenbaubehörden hatten allerdings bislang versäumt der Radwegbenutzungspflicht entsprechende Radverkehrsanlagen einzurichten. Ein Radfahrer hatte kein Verständnis für das Aussitzen dieses Problems und klagte gegen die Verkehrsdirektion bzw. die Freie und Hansestadt Hamburg. Vor einigen Wochen hatte der Kläger sein Recht vor dem Hamburger Verwaltungsgericht bekommen. Der Radwegzwang musste weg.
Hoheluftchaussee / Itzehoer Weg im September ohne Radwegzwang
Heute gibt es den Radelzwang stadteinwärts nur noch auf den letzten wenigen Metern vor der Bismarckstraße und stadtauswärts ab Abendrothsweg bis Breitenfelder Straße, vermutlich wegen nicht angepasster Räumzeiten der nachfolgenden Lichtzeichenanlagen.
Hoheluftchaussee Eppendorfer Weg im August mit Radwegzwang
Hoheluftchaussee Eppendorfer Weg im September ohne Radwegzwang
Das Radeln auf der Fahrbahn ist jedoch nicht unbedingt angenehm. Aggressive Autofahrer veruschen ihre eingebüsste Vormachtstellung auf der Fahrbahn mit andauerndem Hupen, Drängeln und Abdrängen zu verteidigen. Offensichtlich sind einige Autofahrer mit diesem abnormen Verhalten nicht für die Teilnahme am Straßenverkehr geeignet. Als kleiner Fingerzeig wäre vielleicht die Aufstellung von Schildern, die auf die aufgehobene Radwegbenutzungspflicht hinweisen, hilfreich. Eventuell lässt sich dadurch wenigstens ein Teil der aggressiven Autofahrer belehren.
Mit diesen Schildern wies München auf die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht hin. Der Bezirk Hamburg-Nord hat beschlossen ähnliche Schilder einzusetzen
Stadtauswärts hat es Radwegzwang noch von Abendrothsweg bis Breitenfelder Straße
Stadteinwärts hat es Radwegzwang kurz vor der Bismarckstraße
Kampfszenen auf der Hoheluftchaussee
Stadteinwärts müssen spätestens ab Haus-Nr. 145 alle Radler ab dem elften Lebensjahr auf die Fahrbahn wechseln. Der Radweg ist seit Monaten wegen Baustelle unterbrochen
Andere Perspektive beim Warten vor der Ampel am Eppendorfer Weg
Ab hier Verfolgung durch einen aggressiven Dauerhuper - hat der der Anblick des sportlichen Radlers auf dem "Radweg" zu aggressivem Verhalten beigetragen?
Der Kampffahrer überholt mit minimalem Seitenabstand und weiterhin kampfhupend bei Haus-Nr. 53
Vor der Baustelle bei Haus-Nr. 25 konnte der Aggressor überholt werden, anschließend gab es wiederum eine Verfolgung mit Dauerhupen und Drängeln bis zur Hoheluftbrücke
Laut einer Ipsos-Umfrage bekennen sich viele deutsche Autofahrer zu regelwidrigem und gefährdendem Verkehrsverhalten. Aus dem Reportoire der deutschen Kampffahrer:
88% der deutschen Autofahrer geben zu das Tempolimit gelegentlich zu überschreiten
71% der deutschen Autofahrer geben zu den Sicherheitsabstand nicht einzuhalten
60% der deutschen Autofahrer fühlen sich nicht in der Lage den Blinker zu setzen
34% der deutschen Autofahrer geben zu bewusst dicht aufzufahren
32% der deutschen Autofahrer geben zu am Steuer ohne Freisprechanlage zu telefonieren
25% der deutschen Autofahrer geben zu am Steuer SMS oder Mails zu senden oder zu lesen
Beatrix Novy beleuchtet bei NDR Kultur innert zehn Minuten über "Verkehrsteilnehmer und die mögliche Beendigung eines Kriegszustandes". Lesenswert . . .
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Wanted: Developer for Software Fighting Illegally Parked Cars
Wer kennt sie nicht, die Aufkleber mit dem Appell "Parke nicht auf unseren Wegen". In Zeiten von intelligenten Telefonen scheint das Befeuchten und Kleben solcher Aufkleber zeitaufwändig und altertümlich. Wie wäre es da mit einer Einrichtung, bei der der Radler im Vorbeifahren lediglich nur einen Knopf drücken muss und damit im Vorbeifahren die Kampfparker auf Radwegen oder Radfahrstreifen mühelos und bequem registriert? Eine Berliner Stellenausschreibung sucht den Praktikanten, der diese Technik entwickelt.
Aggressive Car Drivers in Hamburg - Interview with the New Chief of the Traffic Office
Thomas Hirschbiegel und Malte Steinhoff von der Hamburger Morgenpost führten ein Interview mit Karsten Witt, der seit 2012 neuer Leiter der Verkehrsdirektion ist. Karsten Witt hat eine Erklärung für das oftmals aggressive Verkehrsverhalten vieler Hamburger Autofahrer.
Ich glaube, das ist der geschützte Raum, in dem man sich aufhält und in
dem man sich ausleben kann. Sobald ich in einem Fahrzeug sitze, fällt
die soziale Kontrolle weg und die Leute glauben, sie könnten sich
benehmen, wie sie wollen.
Mehr Aggressivität wegen der Blechkarossen: Also weg mit den Autos und alle rauf auf´s Fahrrad? Doch nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer überschreiten nach Karsten Witt die Grenzen. Und da sieht er nicht nur die Radkuriere. Immerhin spricht Karsten Witt mit den MoPo-Redakteueren nicht wie der Bundeskampfminister von kriegerischen Situationen und kämpferischen Parteien, aber er benennt eindeutig den Kreis der Regelbrecher.
Allerdings stellen wir auch bei vielen Radfahrern eine zunehmende
Aggressivität fest. Insgesamt geht es nicht um den jugendlichen Raser
oder den Fahrradkurier, sondern um den Jedermann, den sogenannten Otto
Normalverbraucher, der sich falsch verhält.
Karsten Witt hat letztes Jahr Dietmar Kneupper als Leiter der Verkehrsdirektion abgelöst.
Frühling auf dem "Radweg": Angesichst zahlreicher
"Kampfgänger" auf dem "Radweg" in der Schanzenstraße wird diese Radfahrerin gleich aufgegeben und
absteigen
Es ist Frühling in Hamburg. Anlaß für die Sommerradler nun auch wieder auf Hamburgs Straßen zu cruisen, aber auch für Kampfgastronomen und Kampfgeschäftsleute illegale Sondernutzungen auf und an Geh- und "Radwegen" auszubreiten. Es wird wieder sehr eng auf Hamburgs Geh- und "Radwegen". Zwangsläufig mutieren noch mehr Fußgänger zu "Kampfgehern", weil ihnen auf dem Gehweg kaum noch Platz bleibt. Das alltägliche "Kampfgehen" auf "Radwegen" spielt in der Wahrnehmung des Bundeskampfministers und vieler Kampfjournalisten allerdings keinen Stellenwert, denn nur Radfahrer werden in Deutschland offiziell mit Rambos, Rüpeln, Rowdies und Kämpfern gleichgesetzt. Die Rollen sind festgelegt. Autofahrer sind in der deutschen Kriegsberichtserstattung gelegentlich mal harmlose "Sünder" oder vielleicht "Raser", Fußgänger bleiben Fußgänger, egal was sie auch anstellen, und die Planer des Straßengemetzels sollen keineswegs Rüpelplaner sein. Letzere folgen einfach den gesellschaftlichen Zwängen, weil angeblich nur in Deutschland alle Straßen enger seien als sonstwo in der Welt. Daher bleibt aus Planersicht in der Regel kein Platz für Radfahrer. Für Normalbürger übersetzt heißt dieses Planerdeutsch, dass z.B. Autoparkplätze immer wichtiger sind als sichere und benutzbare Radwege, Radfahrstreifen und Flächen zum Abstellen der Fahrräder.
Frühling auf dem "Radweg" Schanzenstraße: Angesichst zahlreicher
"Kampfgänger" auf dem "Radweg" hat die Radfahrerin aufgegeben und ist
abgestiegen
Eine "Kampf"-Fahrt auf dem "Radweg" in der Schanzenstraße A "Fight"-Trip on Schanzenstraße Cycle Track
Beispiel Deutscher Verkehrskultur: MoPo und die "Rad-Rambos"
Seitdem der Bundeskampfminister vor zwei Jahren offiziell den Straßenkrieg erklärt hat haben sich auf Deutschlands Straßen Fronten gebildet. Um Einschalt- und Auflagenquoten bemüht hecheln viele Medien dem in Gang gesetzten Phänomen Aggression im Straßenverkehr hinterher und bedienen das Thema mit schlecht recherchierten Beiträgen, damit der Straßenkrieg weiter am köcheln bleibt. Deutschland steht mit "Kampfradlern" ganz allein im europäischen Vergleich. Unsere Nachbarn in Dänemark, den Niederlanden oder der Schweiz haben von Kampfradlern noch nie etwas gehört. Der Begriff exisiert dort gar nicht. Das liegt nicht an Radlern, die einzig in Deutschland grundsätzlich aggressiv sind, sondern am Zusammenspiel aus schlechter Infrastruktur, unangepassten Verkehrsregeln, einer Verkehrssicherheitsarbeit, die oftmals nur das Tragen von Helmen und Warnwesten zum Schutz vor Unfällen auf dem Rad empfiehlt, einem Verkehrsminister, der schlicht kein Gespür und wenig Ahnung für und von Radverkehr hat und dem Echo in den seichten Medien. Ja selbst die um Qualitätsjournalismus bemühte Tagesschau fachte den Straßenkampf zur Einführung der neuen Straßenverkehrs-Ordnung wieder an, indem sie mit einer Falschmeldung berichtete, dass Radfahrer ab dem 1. April immerzu Radwege benutzten müssten, falls welche vorhanden wären.
Beispiel Deutscher Verkehrskultur: BILD und die "Rad-Rüpel"
Der für seichte Unterhaltung bekannte und um Einschaltqouten bemühte Sender RTL hat sich kürzlich in Köln dem Thema Straßenkampf angenommen. Die Folgen: Ein Blogger, der sich dem Radverkehr in Köln widmet, wurde an der Sendung beteiligt und erlebte - wie auch ein völlig unbeteiligter weiterer Blogger - unmittelbar nach der Sendung einen wahren Shitstorm mit Mordandrohungen. Autofahrer rüsten auf mit Reizgasspray zum Kampf gegen regeltreue Fahrbahnradler. Braucht Deutschland nun einen Bundesdeeskalationsminister? Auf jeden Fall funktioniert es nicht mit dem Verkehrsklima in Deutschland.
Safety Campaign "schon gecheckt": Reaction of a Bus Driver
Königstraße: "Mit Abstand besser ans Ziel"
Schon gecheckt? "Wie schön, dass es doch einen Radweg gibt" rief mir der Busfahrer an der roten Ampel auf der Königstraße im bekannten belehrenden Ton von Kraftfahrer zu Radfahrer durch sein Seitenfenster zu, als er rechts neben mir auf der Rechtsabbiegerspur extra kurz anhielt. Was wollte er mir damit sagen? Dass ihm missfällt, dass ich als Radfahrer auf der Fahrbahn fahre trotz der Existenz irgendwelcher nicht benutzungspflichtiger Radwege? Die Königstraße hat derzeit eine große Anzahl an Plakaten der Sicherheitsaktion "schon gecheckt", die dafür werben sollen Radfahrer mit einem ausreichenden Abstand auf der Fahrbahn zu überholen. Hat der Busfahrer im Auftrag des HVV, der ja schließlich tagtäglich auf Hamburgs Straßen unterwegs ist, keines der Plakate gesehen oder verstanden? Und hat er als Führerscheinbesitzer seit 1998 immer noch nicht gecheckt, dass Radfahrer nur dann auf Radwegen fahren müssen, wenn diese ein blaues Verkehrszeichen haben (VZ 237, 240, 241) und zudem auch noch benutzbar und zumutbar sind? Wenn bei solch einem Berufskraftfahrer nach einer Woche Plakatausstellung auf Hamburgs Straßen nicht einmal die Message der Kampagne angekommen ist, welchen Wert hat sie dann?
Lout motorist was sentenced to serve 100 hours of community service at the German cyclists federation
Ein Hamburger Amtsrichter verurteilt eine Autofahrerin, die eine Radfahrerin zu Fall brachte, zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro an das Opfer, sowie zu einhundert Stunden gemeinnütziger Arbeit beim ADFC.
Konfliktbereich "Radweg" Conflict area "cycle track"
Radfahrer haben es in Hamburg nicht leicht. Das hat der ADFC Fahrradklima-Test erneut bestätigt. Der Vorrang des Autoverkehrs ist allgegenwärtig. Axel Tiedemann vom Hamburger Abendblatt hat seine persönlichen Erlebnisse als Radfahrer in Hamburg zusammengefasst. Als Radfahrer erlebt er häufig ahnungslose Fußgänger auf "Radwegen". Auf der Fahrbahn spürt er die Aggression der Autofahrer, die den Radfahrer als Eindringling in "ihrem" Revier betrachten, auch wenn das Fahrbahnradeln in Hamburg immer mehr der regelkonforme Normalfall ist.
Erfreulicherweise nimmt der Radverkehr in Hamburg stetig zu, trotz aller Widrigkeiten. Doch noch verteidigen Autofahrer mit verschiedenen Mitteln den Straßenraum gegenüber Radfahrern. "Ausbremsen und Wischwasserfontänen" sind bislang die Mittel, doch wie geht es weiter?
Was kommt als Nächstes? Werden wir Radler demnächst beschossen, um den
Bestand wieder autogerecht zu halten? Freiwillig gibt der Autofahrer
seine "freie Fahrt für freie Bürger" nicht her.
Radfahrer erleben recht häufig unangenehme und zum Teil auch gefährliche Situationen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Gefährlich vor allem, weil Radfahrer keine Schutzhülle um sich herum mitführen. Unfallforscher vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) haben sich mit aggressiven Autofahrern beschäftigt.
Denn was aggressive Fahrer so gefährlich macht: „Sie verfügen zur
Durchsetzung eigener Interessen eine frei zugängliche Tatwaffe mit
erheblicher Masse und Bewegungsenergie“, sagt Unfallforscher Siegfried
Brockmann vom GDV.
Besonders gefährlich können gehemmte Autofahrer werden, die ihren Frust am Steuer kompensieren.
Wer sich über sein Auto definiere, neige zu aggressivem Verhalten im
Straßenverkehr, sagt Karl-Friedrich Voss vom Vorstand des
Bundesverbandes niedergelassener Verkehrspsychologen. Das Auto sei für
sie eine Art Kompensationsmittel, weil in anderen Bereichen Erfolge
fehlten.
Sicherlich läßt sich das gleiche Verhaltensmuster auch auf Radfahrer übertragen, nur hat der Radfahrer nicht die durchschnittlich 1,5 Tonnen Masse zur Verfügung, die andere Verkehrsteilnehmer als Waffe einsetzen und Menschen real gefährden.
In Deutschland ist es leider sehr populär Radfahrer als die absolut Bösen im Straßenverkehr an den Pranger zu stellen. In Goslar gab es mal wieder den Verkehrsgerichtstag, und wie üblich wurde dort wie nahezu jedes Jahr eine Radfahrerhasswelle losgetreten. Verursacher war dieses Jahr nicht Herr Ramsauer, sondern Kay Nehm, der Präsident der Veranstaltung.
Die Hasswelle brandete nun auch in Hamburg an. Wer sich den Tag nicht vermiesen will angesichts der vielen populistischen Hassartikel, dem seien zwei ausgewogene und realitätstreue Artikel aus dem Hamburger Abendblatt und der ZEIT empfohlen.
Nicht die Radfahrer sind das Problem im Straßenverkehr, sondern die Schikanen, mit denen Radfahrer (und auch Fußgänger) im Straßenverkehr leben sollen. Die Infrastruktur ist nicht an Rad-"Verkehr" ausgerichtet, die "Radwege" sind auf Konflikte mit Fußgängern programmiert. Unsichtbare "Radwege", fehlende Aufstellflächen für Radfahrer und Fußgänger vor den Ampeln, Slalomradwege, Radwege als Mülllagerflächen, Bonsai-"Radwege", "Radwege", die urplötzlich im Nichts enden, zudem Parkplätze, Geschäftsauslagen und Straßencafés auf den Gehwegen neben den "Radwegen" führen zwangsläufig zu Konflikten, die nicht Radfahrer verursachen, sondern Rüpel-Planer und Rüpel-Politiker. Geschürt wird der Populismus zudem von Autofahrern mit einer fragwürdigen Doppelmoral, die die eigenen Verkehrsregeln selbst nicht einmal so genau kennen oder genau nehmen.
Do we need a sign for cycle tracks without obligation?
Wahlfreiheit in Bregenz: Gemeinsamer Geh- und Radweg ohne Benutzungszwang Bregenz in Austria: No obligation
Seit 1998 dürfen nur noch solche Radwege mit einem blauen Verkehrszeichen ausgerüstet sein, wenn sie bestimmte Qualitätsmerkmale aufweisen. Dies betrifft u.a. eine Mindestbreite, die Führungskontinuität, die eindeutige Erkennbarkeit, die sichere Führung im Kreuzungsbereich und der zu gewährleistende Unterhalt. Radwege ohne blaue Schilder brauchen seitdem nicht benutzt werden. Radfahrern steht als Alternative zum Radweg zusätzlich auch die Fahrbahn offen. Leider haben viele Kommunen immer noch viel zu viele der blauen Schilder hängen lassen oder gar neu aufgestellt, auch wenn die Radwege nicht den Erfordernissen entsprechen. Das liegt ganz generell an der fehlenden Akzeptanz des Radverkehrs als vollwertiges Verkehrsmittel, sowohl bei den verantwortlichen Behörden, als auch bei den übrigen Verkehrsteilnehmern. Und da stellen die Autofahrer die größte Gefahr für Radfahrer dar. Immer wieder - gerade auch jetzt im Winter - kommt es zu aggressivem Verhalten gegenüber Radfahrern, wenn diese auf der Fahrbahn fahren. Manche Autofahrer beanspruchen immer noch die Fahrbahn für sich allein, selbst wenn Radwege nicht mehr benutzungspflichtig sind. Mit Dauerkampfhupen, vorsätzlichem Überholen ohne notwendigen Überholabstand, ggf. auch noch mit zusätzlichen Beschimpfungen und Androhung körperlicher Gewalt, verteidigen Autofahrer gerne "ihre" Fahrbahn gegenüber den vermeintlichen "Eindringlingen". Doch das ist gefährlich und daher auch verboten. Um Radfahrer vor solchen Aggressionen und Gefährdungen zu schützen haben einige Kommunen nun besonders kreative frei erfundene Verkehrszeichen aufgestellt, die Autofahrer darauf hinweisen sollen, dass die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben ist. Bekannt ist das Beispiel der Stadt Köln. Diesem Beispiel folgend hatte München vor fünf Wochen gleiche Schilder wie in Köln aufstellen lassen.
Die Schilder beinhalten den Text "Benutzungspflicht hier aufgehoben! Radverkehr auf der Fahrbahn ist zulässig" kombiniert mit einem durchgestrichenem Verkehrszeichen 237. Beim Kreisverwaltungsreferat in München, zuständig für den Straßenverkehr, ist der Leiter nicht glücklich mit der Aktion.
Zu klein, zu viel Text, ein Signet, das die Leute eher verwirrt als
aufklärt - das sind Blume-Beyerles Kritikpunkte. "Die Botschaft ist
missverständlich", räumt der KVR-Chef ein. Vor allem das mit einem roten
Balken dick durchgestrichene Radweg-Symbol könne viele verwirren, meint
Blume-Beyerle - als Autofahrer könnte man denken, dass Radler auf
dieser Straße explizit nicht fahren dürften. Dabei ist ja das Gegenteil
der Fall. (SZ)
In Kürze wird München die "Kölner Schilder" austauschen gegen andere Zeichen, die prägnanter sein sollen. Vielleicht eine weitere Alternative für andere Kommunen, oder sollte es solche Verkehrszeichen gar nicht erst geben? Denn selbst bei benutzungspflichtigen, aber unbenutzbaren, "Radwegen" müssen und dürfen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen, z.B. bei fehlendem Winterdienst. Meistens können Autofahrer nicht erkennen, ob ein benutzungspflichtiger Radweg benutzbar oder unbenutzbar ist. Mehr Aufklärung über die Freiheiten der Radfahrer ist aber auf jeden Fall nötig.
Wahlfreiheit in Paris: Radweg ohne Benutzungszwang Paris: No obligation
Wahlfreiheit in Paris: Gemeinsamer Geh- und Radweg ohne Benutzungszwang Paris: No obigation