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23. Juni 2025

Für mehr Sicherheit im Fußverkehr: Verkehrswacht fordert Verzicht auf gemeinsame Geh- und Radwege

 

 

Habichtstraße: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Deutsche Verkehrswacht fordert weniger Platz für Stehzeuge, mehr Platz für Menschen 

Im Anschluss an die Fachtagung der Deutschen Verkehrswacht e. V. (DVW) zum Thema "Es geht besser! - Perspektiven für einen sicheren Fußverkehr" hat sich die Jahreshauptversammlung des Verbandes für ein Maßnahmenpaket ausgesprochen, um die Sicherheit im Fußverkehr zu erhöhen.

So sollte es bei Infrastruktur möglichst keine gemeinsamen Geh- und Radwege mehr geben. Durch die gleichzeitige Nutzung durch Gehende und Radfahrende bestehe ein erhebliches Konfliktpotential und die Unfallgefahr steige. Stattdessen sollten die Verkehrsträger konsequent getrennt werden und beide ausreichend dimensionierte Flächen erhalten.

Sichtbarkeit

Auch seien Gehwege und Querungsstellen durchgängig, barrierefrei und sichtbar zu gestalten. Die Grünphasen für den Fußverkehr an Ampeln müssten angemessen lang sein. Ein entsprechender Beschlussantrag, der eine Reihe von Maßnahmen vorsieht, wurde von den Mitgliedern und Delegierten einstimmig verabschiedet.

Sichtbeziehungen an Kreuzungen und Querungen müssten durch Parkverbote, bauliche Maßnahmen und klare Verkehrsführung gesichert werden. Tempo 30 sollte insbesondere in Wohngebieten und vor sensiblen Einrichtungen, beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen, zur Regel werden. 

Trennung von Rad- und Fußverkehr 

DVW-Präsidentin Kirsten Lühmann: "Pedelecs, Lastenräder, Elektro-Roller - immer neue Fortbewegungsmittel kamen in den letzten Jahren dazu. Diese sind oft genug auf die Gehwege gelenkt worden - die Konflikte mit dem Fußverkehr waren vorprogrammiert. Durch eine Trennung können wir den Raum für alle Verkehrsteilnehmende sicherer gestalten."

 

Stresemannstraße: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

Stresemannstraße: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

Stresemannstraße: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

 

 

Mobilitätserziehung

Kinder müssten frühzeitig auf eine sichere Verkehrsteilnahme vorbereitet werden, beispielsweise im Rahmen der Verkehrserziehung ab dem Vorschulalter oder durch das Üben des sicheren Schulwegs. Öffentlichkeitsarbeit sollte über Gefahren durch Ablenkung und die Einschränkung der Sichtbarkeit bei Dunkelheit aufklären sowie die gegenseitige Rücksichtnahme fördern.

Gehwege von Stehzeugen freihalten

Fahrzeuge sollten mit Assistenzsystemen zum Schutz von zu Fuß Gehenden ausgestattet werden. Verstöße gegen Anhaltepflichten und Halteverbote an Überwegen seien konsequent zu ahnden. Das Gehwegparken gelte es weitestgehend aufzuheben und illegales Beparken von Gehwegen durch Kontrollen möglichst zu unterbinden, damit Personen mit Bewegungseinschränkungen, Kinderwagen etc. sich in einem sicheren Raum ungehindert bewegen können und Sichtbeziehungen beim Überqueren von Straßen ungehindert möglich seien.

 

Dorotheenstraße - © Stefan Warda

Dorotheenstraße - © Stefan Warda

Jungfrauenthal - © Stefan Warda

 

 

Beauftragte für Fußverkehr

Städte mit über 100.000 Einwohnenden sollten eine zentrale Ansprechstelle für den Fußverkehr einrichten. Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von zu Fuß Gehenden seien als fester Bestandteil in kommunale Verkehrs- und Sicherheitsstrategien aufzunehmen.

Bedeutung für Hamburg 

Die Forderungen der Verkehrswacht entsprechen beispielsweise den Hamburger Planungen für den umstrittenen Umbau der Rodigallee. Aktivisten fordern für die Rodigallee jedoch gemeinsame Geh- und Radwege inklusive Stehzeuge auf dem Hochbord, um einen möglichst autogerechten Ausbau der Straße zu gewährleisten. 

Die Verkehrswacht-Position entspricht ebenso der Initiative für die Verbannung von Stehzeugen vom Radweg in der Kieler Straße, wo sich für den Erhalt möglichst vieler Plätze für Stehzeuge Radfahrende und Gehende einen gemeinsamen Geh- und Radweg teilen müssen. 

 

Kieler Straße: Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

 

 

Auch das mangels Kontrollpersonal bislang sehr häufig geduldete Gehwegparken in Hamburger Wohnquartieren müsse demnach unterbunden werden.

 

Bislang ist die Verkehrswacht insbesondere durch andauernde Helmpropaganda für Radfahrende, nicht aber für Gehende oder Auto(mit)fahrende aufgefallen. 

 

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4. Mai 2015

Verunsicherungskampagne: Bundesverkehrsministerium will mit "Darth Vader" für Sicherheitsfetische werben

"Darth Vader" for helmets: Transport ministry with new campaign
Aktualisiert am 05.05.2015
© hamburgize.com / Stefan Warda


Das Bundesverkehrsministerium will ab 19. Mai mit einer neuen Helmkampagne Radfahrer verunsichern. Im Rahmen der Aktion "Runter vom Gas", die dem Namen nach eigentlich garnichts mit Fahrradhelmen zu tun hat, wollen das Ministerium und der DVR ihre Kampagnenserie zum Thema Fetische fortsetzen. Die aktuellen Plakate tragen den Titel "Hut ab, Helm auf". Die nächsten Plakatentwürfe bedienen sich der Filmfigur "Darth Vader", die für das Tragen von Sicherheitsfetischen auf Radfahrerköpfen werben soll.  
Die Saga geht weiter: Dank Helm 
Gilt in jeder Galaxie: Und auf dem Fahrrad
 
Hamburgize empfiehlt dagegen mit der Kampagne "Keine Fakeradwege" gefährliche Pisten, die in Deutschland oftmals "Radwege" bezeichnet werden, zu beseitigen, um damit die Sicherheit von Radfahrern wirksam zu verbessern.


© hamburgize.com / Stefan Warda


© hamburgize.com / Stefan Warda



Die Helmmotive der Verunsicherungskampagne "Runter vom Gas" sollen in den Innenstädten von Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München zu sehen sein.


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27. März 2015

Helm auf oder Fakeradwege weg?

Wear a helmet or eliminate fake cycle tracks?
Aktualisiert am 28.03.2015
 
© hamburgize.com / Stefan Warda


Die Radsaison beginnt für viele Sommerradler. Rechtzeitig tauchen im Stadtbild Botschaften an uns Radler auf. „Hut ab. Helm auf.“ So präsentiert sich die Kampagne „Runter vom Gas“ des Bundesverkehrsministeriums in Kooperation mit dem DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat). Bei dem einen oder anderen Unfall hätte ein Helm gegebenenfalls vor Kopfverletzungen geschützt. Doch ist es nicht zynisch das Helmtragen zu empfehlen, solange Radler mit unzulänglichen Fakeradwegen konfrontiert werden, deren Benutzung kaum möglich oder mit erheblicher Gefährdung verbunden ist? In Hamburg gibt es viele Kilometer schmale Fakeradwege, neben denen die eigentlich für die Verkehrssicherheit verantwortlichen Straßenverkehrsbehörden das Parken erlauben oder dauerhaft dulden. Radfahrer müssen einen Sicherheitsabstand von wenigstens einem Meter zu parkenden Autos einhalten, auch auf Radwegen, Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Ein Dooringunfall kann mit Fahrradhelm nicht vermieden werden, die Beseitigung von Parkständen neben Radverkehrsanlagen oder aber die Beseitigung nicht regelkonformer Radverkehrsanlagen verhindert aber Dooringunfälle und schützt damit vor Kopfverletzungen. Deshalb weg mit Fakeradwegen, bitte jetzt! 


© hamburgize.com / Stefan Warda

 

Verkehrssicherheitsarbeit von vorgestern

Ein Fahrradhelm bekämpft nicht die Ursachen von Verletzungen, sondern behandelt höchstens die Folgen. Wie rückwärtsgewandt diese sogenannte Verkehrssicherheitskampagne des DVR ist, zeigt der Vergleich mit dem Fahrradland Nummer Eins, den Niederlanden. Kaum ein Alltagsradler benutzt dort einen Fahrradhelm. Fahrradhelme werden dort hauptsächlich in Verbindung gebracht mit touristischen Radlern, die aus dem benachbarten Deutschland kommen. Auch ohne Fahrradhelmen ist das Radfahren in den Niederlanden sicher. Niemand muss Angst haben vor dem Radfahren, weil keine Behörde und kein Ministerium den Radlern einen Helm vorschreibt. Vielleicht auch gerade deswegen fahren nahezu alle Niederländer fiets. Radler in Deutschland haben eineseits mit äußerst schlechter und unsicherer Infrastruktur zu kämpfen und sollen andererseits deshalb zusätzlich auch noch Helme tragen. Sollen Deutschlands Radler etwa doppelt bestraft werden im Vergleich zu unseren Nachbarn?


© hamburgize.com / Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
Fakeradweg in Dooringzone


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15. Oktober 2014

Verkehrswacht-Chef: "80 Prozent der Verletzungen bei Fahrradunfällen sind Kopfverletzungen"

German Road Safety Chief: "80 percent of injuries in bicycle accidents are head injuries"

© hamburgize.com / Stefan Warda


Eine von der Unfallforschung der Versicherer (UVD) lanzierte Studie zu Fahrradhelmen entfacht erneut die Diskussion um eine Fahrradhelmpflicht in Deutschland. Helmlobbyisten kommen derzeit landesweit wieder zu Wort. Mit unseriösen Behauptungen scheint nun erneut Stimmung gegen Radfahrer gemacht zu werden. Ein besonderer Höhepunkt dieser Debatte kommt vom Vorsitzenden der Essener Verkehrswacht, Karl-Heinz Webels: "80 Prozent der Verletzungen bei Fahrradunfällen sind Kopfverletzungen". Mit dieser Aussage hat sich dieser Mann vollkommen für seine Arbeit um die Versicherheit der Essener Bürger disqualifiziert. Er sollte von seinem Posten zurücktreten, falls er diese Aussage den Medien so gegeben hat.


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8. August 2012

Verkehrswacht Brandenburg hat den Anschluß verloren

Road Safety Brandenburg lost in middle ages

hamburgize.com / Stefan Warda
Absoluter Unsinn und rechtlich nicht zulässig: Benutzungszwang in einer Tempo 30-Zone. Solche Regeleungen sind 2012 in Deutschland immer noch nazutreffen und müssen beseitigt werden


Die Landesverkehrswacht Brandenburg hat den Bezug zur Realität vollkommen verloren. Deren Präsident Jürgen Maresch lehnt eine Lockerung der Radwegbenutzungspflicht im Bundesland Brandenburg kategorisch ab. Die Berliner Zeitung zitiert Maresch: "Es sei nicht zu erkennen, dass es für Radfahrer sicherer sei, auf der Straße zu fahren. Er habe Angst, „dass lediglich aus Sparzwängen Radwege aufgegeben werden“." Hintergrund der vorgesehen Lockerung ist die Aufforderung des Brandenburischen Infrastrukturministeriums erneut die Radwegbenutzungspflichten auf deren zwingende Notwendigkeit zu überprüfen. Bekannterweise gibt es deutschlandweit immer noch massenweise  Benutzungspflichtanordnungen an Radwegen und gemeinsamen Geh- und Radwegen, die vor den Verwaltungsgerichten keinen Bestand hätten. Diese lassen sich nicht mit den erforderlichen Sicherheitsaspekten aus der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung begründen, sondern wurden in vielen Fällen aus Unwissenheit oder Unsicherheit der verantwortichen Behörden aufgestellt. Ein Urteil zur widerrechtlichen Radwegbenutzungspflicht in Regensburg hatte 2011 erneut die Diskussion um falsche Radwegbenutzungsplfichten in Deutschland entfacht.

"Es sei nicht zu erkennen, dass es für Radfahrer sicherer sei, auf der Straße zu fahren."

hamburgize.com / Stefan Warda


Ein weiteres Missgeschick ist dem Herrn der Brandenburgischen Landesverkehrswacht wenige Tage später unterlaufen. Maresch forderte eine generelle Helmpflicht für Radfahrer. 

Offensichtlich fährt der Herr von der Landesverkehrswacht in der Regel nicht Rad und kennt sich kaum in der Straßenverkehrs-Ordnung und der dazugehörigen Verwaltungsvorschrift aus. Anderenfalls wären ihm die Probleme des Alltagsradverkehrs in seinem Bundesland bekannt. Der ADFC Brandenburg bemängelte jüngst das marode Radverkehrsnetz des Bundeslandes. Vor allem innerorts und insbesondere an Kreuzungen seien Radwege gefährlich und kaum benutzbar. Deswegen gleich eine Helmpflicht einzufordern entspricht nicht dem Stand der Wissenschaft. Statt Gefahrenstellen zu beseitigen sollen lediglich Radfahrer aufrüsten - Unfälle werden so aber nicht vermieden. Der Herr von der Verkehrswacht sollte sich lieber erstmal ein wenig belesen, bevor er unsinnige Forderungen an die Presse weiterleitet und damit seine Stammtischansichten aus der Zeit der autogerechten Stadt der Nachkriegsphase preisgibt.


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