Posts mit dem Label Piktogrammkette werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Piktogrammkette werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

28. März 2025

Hamburg-Nienstedten: Umstrittene "Schutzstreifen" auf Elbchaussee beseitigt - Piktogrammketten sollen folgen

 

 

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand nach Entfernung des Schutzstreifens - © Stefan Warda

 

 

Die bisherigen Schutzstreifen auf der westlichen Elbchaussee im Abschnitt zwischen Hasselmannstraße und Manteuffelstraße wurden beseitigt. Es gibt nun eine Mittellinie auf der Fahrbahn. Zukünftig sollen noch Piktogrammketten auf den Radverkehr aufmerksam machen.

 

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand mit Schutzstreifen - © Stefan Warda

 

Die Entfernung der Mittellinie soll auf Initiative der Polizei erfolgt sein. Die Fahrbahnbreite erfüllte nicht die Einsatzkriterien von "Schutzstreifen".  


Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand nach Entfernung des Schutzstreifens mit Mittellinie - © Stefan Warda

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand mit Schutzstreifen - © Stefan Warda

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand nach Entfernung des Schutzstreifens mit Mittellinie - © Stefan Warda

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand mit Schutzstreifen - © Stefan Warda

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand nach Entfernung des Schutzstreifens mit Mittellinie - © Stefan Warda

Elbchaussee, Nienstedtener Friedhof: Zustand mit Schutzstreifen - © Stefan Warda

Elbchaussee 486: Zustand nach Entfernung des Schutzstreifens mit durchgezogener Mittellinie - © Stefan Warda

Elbchaussee 486: Zustand mit Schutzstreifen - © Stefan Warda

 

 

Mehr . . . / More . . . :

.

27. Oktober 2024

Fehlplanung an der Elbchaussee: "Schutzstreifen" sollen beseitigt werden - ADFC kritisiert Polizei

 

 Aktualisiert um 22.54 Uhr

Elbchaussee: "Schutzstreifen" und korrekter Überholvorgang in den Gegenverkehr - © Stefan Warda


 

Elbchaussee: Schutzstreifen sollen durch Piktogrammketten ersetzt werden

Nach der Sanierung der Elbchaussee im Abschnitt zwischen Masnteuffelstraße und Parkstreife soll nachgebessert werden. Laut Abendblatt [] hätten Mitarbeitende von Polizei und Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) festgestellt, dass die Maße in den Plänen offenbar nicht stimmen würden und die Fahrbahnbreite der Elbchaussee nicht ausreichend sei, um dort einen "Schutzstreifen" auf der Fahrbahn zu installieren. Daraufhin habe die Polizei als Straßenverkehrsbehörde die Anordnung für die Schutzstreifen zurückgezogen. Die schon aufgetragenen Schutzstreifen in Richtung Westen sollen entfernt werden, die geplanten Schutzstreifen in Richtung Osten wurden nicht aufgetragen. 

 

Elbchaussee, Hotel Louis C. Jacob : Piktogrammketten - © Stefan Warda

Elbchaussee: Piktogrammkette und korrekter Überholvorgang in den Gegenverkehr - © Stefan Warda

 

Als Ersatz für die vormals geplanten Schutzstreifen sollen Piktogrammketten dienen, die schon an anderer Stelle der umgebauten Elbchaussee (z.B. beim Jenischpark in Richtung Westen) zur Anwendung gekommen sind. Darauf hätten sich laut Abendblatt [] Innenbehörde und Mobilitätswendebehörde verständigt. 


Kritik des ADFC

Planung und Umbau der Elbchaussee wurden stets kritisch vom ADFC begleitet. Ein Sprecher des ADFC kritisierte im Abendblatt [] insbesondere den Abschnitt der Elbchaussee zwischen dem Hotel Louis C. Jacob in Nienstedten und der Manteuffelstraße in Richtung Blankenese mit den noch vorhandenen "Schutzstreifen". 

"Ich kann es niemandem empfehlen, hier mit dem Rad zu fahren. Das macht keinen Spaß und braucht viel Selbstbewusstsein."

Viele Autofahrende würden den notwendigen Seitenabstand von 1,5 Meter beim Überholen nicht einhalten. In einer Pressemitteilung kritisiert der ADFC den geplanten Ersatz der Schutzstreifen durch Piktogrammketten als Aktionismus und Geldverschwendung. Der ADFC empfiehlt dagegen Tempo 30 auf der Elbchaussee für solche Abschnitte, auf denen Radfahrende auf der Fahrbahn fahren müssen (z.B. bei Piktogrammketten). In unübersichtlichen kurvigen Bereichen in Blankenese sollte ein Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen gelten.  

Kritik richtet der ADFC insbesondere an die Hamburger Polizei. Diese habe als Begründung für die Rücknahme der "Schutzstreifen" u.a. darauf verwiesen, dass Autofahrende beim Überholen von Radfahrenden nicht den erforderlichen Seitenabstand einhalten könnten, ohne in den Gegenverkehr zu fahren. Zur Einhaltung des Seitenabstands von 1,5 Meter sind Autofahrende jedoch grundsätzlich verpflichtet, ob mit oder ohne Schutzstreifen, ob Elbchaussee oder jegliche andere Straße in Hamburg oder anderswo.   

"Die Polizei begreift das systematische Fehlverhalten von Autofahrenden aber offenbar als Naturgesetz. Statt diese Ursache für Gefahren im Straßenverkehr wirksam zu bekämpfen, betreibt sie mit der Wegordnung des Schutzstreifen auf der Elbchaussee reinen Aktionismus, der für die Sicherheit von Radfahrenden nichts leistet."

Aus der Berichterstattung im Abendblatt [] könnte gelesen werden, dass seitens der Polizeisprecherin die Auffassung bestünde, dass ohne Schutzstreifen Autofahrende nicht in den Gegenverkehr fahren müssten, um Radfahrende zu überholen - wie auch immer da der notwendige Seitenabstand ausfallen soll.

"Unabhängig von dem falschen Maß habe die Polizei bei wiederholten Kontrollen zudem festgestellt, dass immer wieder gefährliche Situationen entstünden, so Levgrün weiter. Die Autofahrer müssten beim Überholen der Fahrradfahrer auf dem einzigen Radweg stadtauswärts – in die andere Richtung war keiner möglich – einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten. Dies sei aber oft nicht möglich, ohne dass die Autos in den Gegenverkehr fahren. „Fakt ist: So kann die Situation aus Sicht der Polizei nicht bleiben“, macht Levgrün eine klare Ansage."

Der von der Polizeisprecherin beschriebene Abschnitt der Elbchaussee hatte nur auf einer Seite Platz für einen Schutzstreifen. Die Polizeisprecherin macht jedoch keine Aussage zu Überholvergängen auf der Gegenseite der Straße im gleichen Abschnitt, auf der kein Schutzstreifen vorhanden ist. Werden dort nach Logik der Polizeisprecherin keine Radfahrenden überholt, weil dort keine Radverkehrsanlagen vorhanden sind? Müssen "Schutzstreifen" (oder auch Radfahrstreifen) auch an anderen Straßen in Hamburg entfernt werden, weil Autofahrende zum Überholen von Radfahrenden in den Gegenverkehr ausweichen müssen?


Weidestraße: "Schutzstreifen" - der Radfahrer hält einen zu geringen Abstand zu Stehzeugen, das überholende Auto wird korrekt in den Gegenverkehr gesteuert - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :

.

31. Dezember 2023

Hamburg: Grundinstandsetzung der Elbchaussee zwischen Parkstraße und Manteuffelstraße abgeschlossen

 

Aktualisiert am 03.01.2024

Elbchaussee zwischen Holztwiete und Baron-Voght-Straße: Seit Umbau bergab Piktogrammkette, bergan Radweg - © Stefan Warda

 

Die Mobilitätswendebehörde hatte den Abschluss des Umbaus der Elbchaussee zwischen Parkstraße und Manteuffelstraße bekanntgegeben. Im Rahmen einer Grundinstandsetzung wurden Versorgungsleitungen, Fahrbahnen und Gehwege erneuert sowie erstmalig Radverkehrsanlagen hinzugefügt. Je nach Straßenbreite wurden Fahrbahnabschnitte mit Piktogrammketten versehen, Schutz- oder Radfahrstreifen eingerichtet oder Radwege nach Kopenhagener Vobild gebaut. Insgesamt sollen 2,5 Kilometer neue Radwege entstanden sein. 

Elbchaussee stadteinwärts in Nienstedten: Bergab Radfahren auf der Fahrbahn - © Stefan Warda

Elbchaussee stadteinwärts in Nienstedten: Bergab Radfahren auf der Fahrbahn unterstütz mit Piktogrammkette - © Stefan Warda

Elbchaussee stadtauswärts in Nienstedten: Bergan Radfahren mit "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

Elbchaussee / Baron-Voght-Straße: Radfahrstreifen - © Stefan Warda

Elbchaussee stadtauswärts bei Teufelsbrück: Radfahren auf Radweg - © Stefan Warda

Elbchaussee / Christian-Frederik-Hansen-Straße: Bergan Radfahren auf Radweg ohne begleitenden Gehweg - © Stefan Warda

Elbchaussee in Nienstedten: Konflikte mit Gehenden beim Radfahren auf Radweg ohne begleitenden Gehweg - © Stefan Warda

Elbchaussee / Friedhof Nienstedten: Kampffahren ohne vorgeschriebenen Überholabstand - © Stefan Warda

Elbchaussee / Nienstedten: Richtiges Überholen mit vorgeschriebenen Überholabstand - © Stefan Warda

 

Nach Kritik an der Aufleitung auf den Radwegabschnitt ab Jenischpark bei der Flottbek Richtung Westen sollen laut NDR sowie Abendblatt schon bald Nachbesserungen erfolgen. 

"Radfahrerinnen und Radfahrer, die die Elbchaussee Richtung Teufelsbrück heruntersausen, müssen einen Knick fahren - auf einen angehobenen Radweg. An dieser Stelle ereigneten sich in diesem Jahr bereits 17 Unfälle. Im Januar kommenden Jahres soll die gefährliche Einfädelung entschärft werden."

"Um die Verkehrssicherheit an dieser Stelle nachhaltig zu erhöhen, wurde deshalb entschieden, den Bereich zur Aufleitung auf den Kopenhagener Radweg um 24 Meter zu verlängern und damit in der Länge zu verdreifachen [...]"

 

Elbchaussee / Jenischpark: Diese Aufleitung auf den folgenden Radweg soll verlängert werden - © Stefan Warda

 

Im Frühjahr 2025 soll die Grundinstandsetzung der Elbchaussee sowie auch der Klopstockstraße fortgesetzt werden. Im etwa 1,2 km langen Bereich zwischen der Betty-Levi-Passage (Klopstockstraße) und dem Hohenzollernring (Elbchaussee) sollen ebenfalls erstmalig neue durchgängig geführte Radverkehrsanlagen entstehen (Radwege nach Kopenhagener Vorbild). Bislang gibt es auch dort gar keine Radverkehrsinfrastruktur. Die vorhandenen Gehwege sollen im Zuge der Umbau- und Sanierungsarbeiten nahezu auf der gesamten Länge auf bis zu 2,50 Meter verbreitert werden. 


Klopstockstraße 4: Ab Frühjahr 2025 soll dort umgebaut werden - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :

.

12. Januar 2023

Hamburg: Grundinstandsetzung der Georg-Wilhelm-Straße (auch Veloroute 11) soll nächste Woche beginnen

 

 Aktualisiert am 13.01.2023

Veloroute 11, Georg-Wilhelm-Straße: Piktogrammkette und Kampffahrer - © Stefan Warda


 

 

Der Georg-Wilhelm-Straße steht eine seit langem geplante Grundinstandsetzung bevor. Am 16. Januar sollen die Arbeiten beginnen und im Herbst 2025 abgeschlossen sein.

 

Die Fahrbahn und die Nebenflächen der Georg-Wilhelm-Straße seien laut der Mobilitätswendebehörde nach jahrzehntelanger Nutzung sanierungsbedürftig und müssen instandgesetzt werden. Neben der Instandsetzung des gesamten Straßenraumes inklusive der Geh- und Radwege, Stehzeuge-Lagerplätze und der Fahrbahn, sollen auch die Trinkwasser- und die Straßenentwässerungsleitungen erneuert werden. Der gesamte Straßenraum soll neu gestaltet werden, um die Aufenthaltsqualität sowie die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu verbessern. Der bestehende unbeleuchtete Radweg in Richtung Norden soll wiederhergestellt werden. Für Radfahrende in Richtung Süden soll ein Radfahrstreifen hergestellt werden. Dieser soll teilweise mit sogenannten Protektionselementen baulich von der Fahrbahn abgetrennt werden. Ziel sei es, die Georg-Wilhelm-Straße für alle Verkehrsteilnehmende sicherer und komfortabler zu gestalten und die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Zugleich sollen erneuerte Versorgungsleitungen weiterhin eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen. Die grundlegende Instandsetzung soll abschnittsweise durchgeführt werden und voraussichtlich im Herbst 2025 abgeschlossen sein. Die Baumaßnahmen sollen am Montag, 16. Januar im südlichen Bereich der Georg-Wilhelm-Straße beginnen.

 

Zwischen Gert-Schwämmle-Weg und König-Georg-Deich war die Georg-Wilhelm-Straße bislang auch eine Variante der Veloroute 11. Mit dem Umbau der Georg-Wilhelm-Straße wird Hamburgs längster Straßenabschnitt mit Piktogrammkette verloren gehen. Die Meldung zu einer "gewünschten Beleuchtungsstrecke" für den bislang unbeleuchteten Radweg auf der Ostseite der Georg-Wilhelm-Straße ist heute an das Bezirksamt Mitte rausgegangen.


Veloroute 11, Georg-Wilhelm-Straße: Bisheriger unbeleuchteter Radweg und Gehweg auf der Ostseite sollen nach Umbau wieder hergestellt werden - © Stefan Warda


 

Mehr . . . / More . . . :

.

5. Januar 2022

Hamburg: Georg-Wilhelm-Straße soll abschnittsweise Protected Bike Lanes erhalten

Hamburg: Georg-Wilhelm-Straße to have protected bike lanes

Aktualisiert um 21.24 Uhr

Georg-Wilhelm Straße mit Piktogrammkette (ehemals Schutzstreifen) - © Stefan Warda

 

Die Planung für den Umbau der Georg-Wilhelm-Straße für den Abschnitt Mengestraße - Pollhornweg wurde überarbeitet. Nach den vom letzten Monat datierten Plänen sollen die geplanten Radfahrstreifen auf bis zu 2,25 Meter verbreitert und abschnittsweise durch Bordkanten geschützt werden (Protected Bike Lanes). 

 

Ausschnitt aus der Planung - © LSBG FHH

 

 

Die gegenüber der Planung aus dem Jahr 2017 vorgenommen Änderungen gehen u.a. auf eine Einigung des Senats mit der Initiative Radentscheid zurück. Soweit es der zu schützende Baumbestand zulässt, sollen die geplanten Radfahrstreifen auf 2,25 Meter verbreitert und dann mit Bordkanten (weiße Klebeborde) zur Fahrbahn begrenzt werden. In anderen Abschnitten soll es bei gewöhnlichen Radfahrstreifen in einer Breite von 1,85 Metern oder zwei Metern (inklusive Breitstrichmarkierung) bleiben. Die Radfahrstreifen bzw. Protected Bike Lanes sollen in Fahrtrichtung Süden zum Einsatz kommen, in Fahrtrichtung Norden soll es überwiegend bei einem Radweg bleiben. Der Radweg soll an der Einmündungen Kurdamm und Kuckuckshorn ähnlich Vorbildern aus den Niederlanden oder Kopenhagen baulich durchgezogen werden.

 

Georg-Wilhelm Straße / Kuckuckshorn: Zustand mit Benutzungspflicht für Radgegenverkehr bei erheblich eingeschränkter Radwegbreite (ca. 80-90 cm) - © Stefan Warda

 

 Ursprünglich hatte die Georg-Wilhelm-Straße im nun überplanten Abschnitt einen einseitigen Radweg, der bei einer baulichen Breite von teilweise nur 1,6 Metern für den Zweirichtungsverkehr vorgeschrieben war. Der Radweg war mit 1,6 Metern Breite nicht für den Gegenverkehr geeignet, weil er mangels Unterhalt selten in voller Breite nutzbar war. Zudem gab es viele Jahre lang erhebliche Radwegoberflächenschäden. Der Radgegenverkehr war insbesondere an den querenden Straßen nicht ungefährlich. Der Radweg ist zudem während der Dunkelheit nicht besonders einladend, da die Straßenbeleuchtung nur die Fahrbahn ausleuchtet, die Straßenbäume bei voller Laubausbildung kein Licht auf den Rad- und Gehweg lassen.


Georg-Wilhelm Straße / Ziegelerstraße: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße / Ziegelerstraße: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda


Später wurde die Benutzungspflicht aufgehoben, auch die Möglichkeit, den Radweg in Gegenrichtung zu befahren. Als Alternative wurde ein Schutzstreifen auf den anderen Straßenseite eingerichtet. Dieser wurde aufgrund einer Klage bis auf die Piktogramme entfernt. Die Goerg-Wilhelm-Straße war somit Hamburgs erste Straße mit einer Piktogrammkette. Der überplante Abschnitt ist derzeit noch als Alternativroute für die bestehende Veloroute 11 ausgeschildert.


Georg-Wilhelm Straße / Kuckuckshorn: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße / Kuckuckshorn: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße / Kuckuckshorn: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße / Kuckuckshorn: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße / Trettaustraße: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße zwischen Hafenbahnund Hauländer Weg: Zustand nach Aufhebung der Benutzungspflicht mit Benutzungsrecht für Radgegenverkehr - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße zwischen Hauänder Weg und Kuckuckshorn: Dieser Schlenker um eine Bauminsel herum bei angrenzenden Stehzeugen war für den Radgegenverkehr vollkommen ungeeignet - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße zwischen Hauänder Weg und Kuckuckshorn: Dieser Schlenker um eine Bauminsel herum bei angrenzenden Stehzeugen war für den Radgegenverkehr vollkommen ungeeignet - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm Straße zwischen Hauänder Weg und Kuckuckshorn: Bei Dunkelheit können Rad- und Gehweg nicht unterschieden werden, die Trennung ist dann unkenntlich, was zu Gehenden auf dem Radweg führt - © Stefan Warda


Mit der neuen Planung sollen achtzehn Pätze für Stehzeuge gegenüber dem Istzustand entfallen. Von den vorhandenen 396 Bäumen sollen 72 gefällt und 127 neu gepflanzt werden.


Georg-Wilhelm-Straße: Schutzsteifen in Fahrtrichtung Süden - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm-Straße: Verbliebene Piktogrammkette in Fahrtrichtung Süden - © Stefan Warda

Georg-Wilhelm-Straße: Gefährdung beim Radfahren auf der Fahrbahn - © Stefan Warda


Die geplanten beiteren Radfahrsteifen mit Bordkanten werden im Vergleich zum jetzigen Zustand eine deutliche Verbesserung sein.


 

Mehr . . . / More . . . :

.

16. Februar 2021

Hamburg: Elbchaussee soll abschnittsweise Radwege nach Kopenhagener Vorbild erhalten

Hamburg: Copenhagen style cycle tracks planned at Elbchaussee

Aktualisiert um 19:43 Uhr

Planung Elbchaussee - © Visualisierung LSBG

 

Die Behörde für Mobilitätswende veröffentlichte gestern die überarbeitete Planung für den Umbau der Elbchaussee. Demnach sollen statt der bislang geplanten Radfahrstreifen und Schutzstreifen abschnittsweise Radwege nach Kopenhagener Vorbild und Abschnitte mit Piktogrammketten zur Anwendung kommen. Die Elbchausse wäre damit die erste Straße Hamburgs, an der Radwege nach Kopenhagener Design gebaut würden. Die Radwege sollen je nach Straßenbreite 1,85 bis 2,2 Meter beit werden. 

Zuvor sollte es im bislang überplanten Abschnitt zwischen Hohenzollernring und Manteuffelstraße einen Mix aus Abschnitten mit Tempo 30 ohne Radverkehrsanlagen, Schutzstreifen und Radfahrstreifen geben. Im Rahmen des mehrstufigen Beteiligungsverfahren regte sich jedoch weiterhin Unmut über die geplanten Maßnahmen. Bislang hat es dort keinerlei Radverkehrsanlagen. Lediglich das Radeln bei Schritttempo auf manchen Gehwegabschnitten ist bislang erlaubt. 

 

Elbchaussee: erlaubtes Gehwegradeln - © Stefan Warda

Elbchaussee: erlaubtes Gehwegradeln - © Stefan Warda

Elbchaussee: Wildparken auf dem Gehweg, der für Radfahrende freigegeben ist - © Stefan Warda

 

Die Elbchaussee erfüllt leider nicht die Voraussetzungen, auf durchgehender Länge beidseitig regelkonforme Radverkehrsanlagen (Radwege oder Radfahrstreifen) nach Standardbreiten, daneben Gehwege und zugleich insgesamt noch zwei Fahrspuren bereitzuhalten. Dafür müssten Grundstücke der angrenzenden Villen hinzugezogen werden. Die notwendige Grundinstandsetzung der Straßen inklusive Erneuerung des Sielsystems und der Gasleitungen ermöglicht jedoch die Chance, im Rahmen des Umbau Verbesserungen für Radfahrende gegenüber dem heutigen Zustand zu realisieren.

Grundsätzlich wird offenbar angestrebt, Radwege nach Kopenhagener Vorbild auf beiden Seiten anzulegen. Wo dies wegen des beengten Straßenraums nicht möglich sei, solle es laut Mobilitätswendesenator Anjes Tjarks wenigstens einseitig den "Kopenhagener Radweg" geben. Dort, wo der Straßenraum nicht breit genug sei, um diese auf beiden Seiten anzulegen, werde der Radverkehr auf der Straße fahren.

"Dort, wo die Kopenhagener Radwege wegen des begrenzten Straßenraums nur auf einer Straßenseite gebaut werden können, werden wir mit einer durchgehenden Piktogrammkette sicherstellen, dass allen klar und transparent ist: Hier teilen sich Rad- und Autoverkehr den Platz auf der Straße. Wir haben dabei aus Sicherheits- und Komfortgründen darauf geachtet, dass der Radverkehr soweit möglich bergauf über Kopenhagener Radwege geführt wird und bergab auf der Straße fährt."

 

Kopenhagener Radwege

Kopenhagen hat im Vergleich zu Hamburg eine vollkommen andere Radwegebaukultur. Prinzipiell gibt es Radwege oder aber keine. Dann müssen Radfahrende die Fahrbahn benutzen. Falls Radwege angelegt sind, sind diese fast ausnahmslos auf beiden Straßenseiten angelegt. Radwege sind grundsätzlich so breit, dass Radfahrende sich (mit Cargobikes) gegenseitig überholen oder nebeneinander radeln können. Auf wichtigen Hauptrouten, beispielsweise entlang der Radschnellwege, wurden in den letzten Jahren im bestehenden Straßennetz Radwege, auf denen bislang nebeneinander geradelt werden könnte, noch verbreitert, um sogar dreispurig nebeneinander radeln zu können (PLUS-Netz). Dafür entfielen weitere Stehzeugeplätze, Busspuren oder andere Fahrspuren. 

 

Kopenhagen, Amagerbrogade - © Stefan Warda

Kopenhagen, Nørrebrogade - © Stefan Warda
 

Kopenhagen, Dronning Louises Bro - © Stefan Warda

Kopenhagen, Amagerbrogade - © Stefan Warda

 

 

Radwegebreiten (Angaben aus CYKELFOKUS, Københavns Kommunes, 2013) für straßenbegleitende Einrichtungsradwege:

  • Standardbreite eines PLUS-Netz-Radweges: 3 Meter (mindestens jedoch 2,8 Meter)
  • Standardbreite anderer Kopenhagener Radwege: 2,5  Meter (mindestens jedoch 2,2 Meter, in Ausnahmefällen 1,7 Meter)

Die Radwege sind mit einer Bordkante zur Fahrbahn abgesetzt, nach rechts gibt es eine weitere Bordkante zum Gehweg. Diese verhindert, dass Radfahrende auf Gehwege ausweichen und signalisiert den Gehwegen deutlich den anderen Verkehrsraum. An Kreuzungen sind Wartebereiche für Radfahrende vorgehalten bzw. gesonderte Spuren für abbiegende Radfahrende eingerichtet. Blaue Markierungen führen Radfahrende direkt - ohne Verschwenkungen - über Kreuzungen. Bei untergeordneten Straßen werden Rad- und Gehwege baulich durchgezogen. Für Radfahrende auf Radwegen und Radfahrstreifen gibt es gesonderte Lichtsignale - getrennt vom Fußverkehr. Radwege haben eine eigene Entwässerung und werden im Winter mit Priorität geräumt und gesalzen (Kopenhagener Radwege sind für den Einsatz von Winterdienstfahrzeugen geeignet).


Kopenhagen, Amagerbrogade: Aufstellbereiche für wartende Radfahrende - © Stefan Warda

Kopenhagen, Tagensvej - © Stefan Warda

Kopenhagen, Søtorvet: blaue Markierung über Kreuzungen - © Stefan Warda


In Kopenhagen gibt es keine Schutzstreifen und keine straßenbegleitenden gemeinsamen Geh- und Radwege. Radfahrstreifen sind vorhanden, jedoch nur wenige Kilometer im Verhältnis zu den Radwegen. 

 

Kopenhagen: Radverkehr an Engstellen

Auch in Kopenhagen gibt es sehr enge Straßenräume (ähnlich der Elbchaussee), durch die nicht zwei Autofahrspuren mit beidseitigen Rad- und Gehwegen angelegt werden können. So gibt es beispielsweise im Verlauf eines Radschnellweg (Supercycelstier, Route C94) im Verlauf einer zweispurigen Straße mit hohem Buslinienverkehr keinerlei Radverkehrsanlagen - abgesehen von Piktogrammketten ähnlich denen, die auf der Elbchaussee geplant sind. Der gravierende Unterschied zwischen Kopenhagen und Hamburg ist jedoch folgender: Im Zweifelsfall gibt es in Kopenhagen beidseitig Radwege, dafür jedoch keinen Platz für Stehzeuge.

 

Piktogrammkette in Kopenhagen

 

Kopenhagen, C94 in Kingosgade: Piktogrammkette im Verlauf des "Radschnellweg" - © Stefan Warda

Kopenhagen, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade - © Stefan Warda

Kopenhagen, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: Piktogrammkette - © Stefan Warda

Kopenhagen, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: Piktogrammkette - © Stefan Warda

Kopenhagen, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: Piktogrammkette (links das Ende des Radwegs, rechts der Beginn eines Radwegs) - © Stefan Warda

Frederiksberg, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: nahendes Radwegende - © Stefan Warda

Frederiksberg, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: nahendes Radwegende - © Stefan Warda

Frederiksberg, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: Radwegende - © Stefan Warda

Frederiksberg, "Radschnellweg" C94 in Kingosgade: Radwegende - © Stefan Warda


Andere Engstellen in Kopenhagen


Kopenhagen, Vesterbrogade: Beidseitig Radwege in abweichender Breite von nur 2 Metern - © Stefan Warda


Kopenhagen, Vesterbrogade: Trotz Engstelle immerhin beidseitig Radwege in abweichender Breite von nur 2 Metern - © Stefan Warda


Kopenhagen, Vesterbrogade: Trotz des engen Straßenraums ausreichend breite Radwege zu beiden Seiten - © Stefan Warda

Kopenhagen, Amagerbrogade: Trotz des engen Straßenraums ausreichend breite Radwege zu beiden Seiten - © Stefan Warda

Kopenhagen, Amagerbrogade: Trotz des engen Straßenraums ausreichend breite Radwege zu beiden Seiten - © Stefan Warda

Kopenhagen, Amagerbrogade: Trotz des engen Straßenraums ausreichend breite Radwege zu beiden Seiten und eine Bushaltestelle mit Wartebereich - © Stefan Warda



Kopenhagener Radwege für die Elbchaussee?

Im Gegensatz zu Kopenhagen hat es in Hamburg neben der anderen Radwegebaukultur auch eine andere Verkehrskultur. Generell läuft der Straßenverkehr in Deutschland oder Hamburg undisziplinierter ab, was vor allem auch an den deutlich geringeren Bußgeldern liegen mag. Ob die physische Trennung der geplanten Radwege mittels einer Bordkante entlang der Elbchaussee Wildparkende abhalten mag, die an Wochenenden mit Autos die Strandperle bzw. in Teufelsbrück den Elbwanderweg besuchen wollen, bleibt abzuwarten. Und hoffentlich laden die geplanten Kopenhagener Radwege, die nur einseitig angelegt werden, nicht auch noch die in Hamburg stark vertretenden Geisterradelnde an. 

 

Kopenhagen, Vindebrogade: Ähnlich wie dort gäbe es an der Elbchaussee zukünftig Radwege ohne begleitende Gehwege - © Stefan Warda

 

Mit einer ganz anderen Problematik werden Radfahrende konfrontiert werden, wenn sie das Ende eines der geplanten Radwegstücke erreichen werden und sich auf die Fahrbahn einfädeln müssen. Es wird viel davon abhängen, wie gut diese Übergänge angelegt sein werden. Der ADFC kritisiert weiterhin die Planung für den Umbau der Elbchaussee, weil sie nicht für Radfahrende von 8 bis 88 geeignet sei. Die Linke wünscht sich wegen der Abschnitte, auf denen Radfahrende zukünftig weiterhin die Fahrbahn benutzen müssen, Tempo 30 statt bislang noch Tempo 50.


Piktogrammkette

Die zur Anwendung kommende Piktogrammkette gibt es in Hamburg bislang schon in ähnlicher Form auf der Georg-Wilhelm-Straße zwischen Mengestraße und Pollhornweg. Sie ist das Überbleibsel eines früheren Schutzstreifens, gegen den ein Anlieger geklagt hatte. 2017 wurde die Stadt Mainz für die Piktogrammkette mit dem "Deutschen Fahrradpreis" ausgezeichnet.


Veloroute 11, Georg-Wilhelm-Straße: Piktogrammkette (zuvor Schutzstreifen) - © Stefan Warda

Mainz, Große Bleiche: Piktogrammkette und Tempo 30 nach Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

 

In Mainz hatten sich bis vor wenigen Jahren noch viele regelwidrig angeordnete Radwegbenutzungspflichten gehalten. Erst vor zwei Jahren wurde die Radwegbenutzungspflicht für die Fakeradwege entlang der Großen Bleiche im Stadtzentrum aufgehoben. Seitdem gilt Tempo 30. Für Radfahrende würden Piktogrammketten auf der Fahrbahn aufgetragen. Tempo 30, bald auch für die Elbchaussee?


Planung Elbchaussee - © Visualisierung LSBG


Hamburg hatte bislang mehrere Chancen verpasst, zumindest als Verkehrsversuch Radwege nach Kopenhagener Vorbils anzulegen. Ein geeigneter Rahmen wäre die IBA in Wilhelmsburg gewesen, aber auch für den Umbau der Osterstraße hätten Kopenhagener Radwege bei der Planung als Beispiel vorgestellt werden können. Nun aber dürfte es keine Hindernisse mehr geben, diesen Radwegtyp auch an anderer Stelle als der Elbchaussee zum Einsatz zu bringen - ohne durch Piktogrammketten geflickte Lücken.




Mehr . . . / More . . . :

.