Munich: Does Major Reiter Stop "Radlhauptstadt"-Campaign?
Aktualisiert am 02.08.2014
Bald Ende der "Radlhauptstadt"-Kampagne?
Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute von Überlegungen des neuen Münchner Oberbürgermeisters die "Radlhauptdtadt"-Kampagne einzustellen. Auch äußerte sich OB Dieter Reiter befremdlich über die Radwegbenutzungspflicht. Radlern die Wahlfreiheit zwischen Radweg oder Fahrbahn zu überlassen sähe Reiter laut SZ kritisch. Bis zu diesem Jahr war Radverkehrspolitik Sache der Grünen, die mit der SPD unter OB Christian Ude regierten. Seit der Kommunalwahl wird München von einer großen Koalition aus SPD und CSU regiert. OB Reiter will Verkehrspolitik zur Chefsache machen.
Bezüglich der Radwegbenutzungspflicht dem neuen Oberbürgermeister offenbar noch die notwendigen Kenntnisse. Laut Straßenverkehrs-Ordnung entscheidet nicht der Bürgerneister über den Radwegzwang in einer Straße, sondern die Straßenverkehrsbehörde. Und die ist an bestimmte Vorgaben gebunden, die einklagbar sind. So darf der Radwegzwang nur da engeordnet werden, wo er aus besonderen Sicherheitsgründen erforderlich ist und zusätzlich der Radweg bestimmte Anforderungen erfüllt. Ist der Radweg zu schmal wie beispielsweise in der Marsstraße muss der Radwegzwang weg, unabhängig von der Verkehrsmenge auf der Fahrbahn. Ein zu schmaler "Radweg" ist kein Radweg.
Kampfradlerin in der Marsstraße: Im Sinne der StVO ist dies kein Radweg - trotz VZ241
Fake-"Radweg" in der Marsstraße - mit VZ241
Fake-"Radweg" in der Dachauer Straße: Radler müssen trotz VZ241 die Fahrbahn benutzen - aus Sicherheitsgründen
Fake-"Radweg" in der Balanstraße: Sollte als Ausweichstrecke für die umstrittene Rosenheimer Straße dienen
Fake-"Radweg" in der Balanstraße - vorgeschlagene Ausweichroute für die Radweglücke entlang der Rosenheimer Straße
Fake-"Radweg" Boschetsrider Straße in der Dooringzone
Reiter will sich zwei schwierigen Aufgaben stellen: Der Veloroutendurchfahrt im Stadtzentrum und der Radwegelücke entlang der Ausfallstraße Rosenheimer Straße. Am Rathaus vorbei wird in Nord-Süd-Richtung der Durchgangsverkehr für Radler durchs Stadtzentrum geleitet. Dort fahren mehr Radler entlang als an irgendeinem Hamburger Radpegel gemessen werden. Nicht einmal an der Außenalster bei an der Alster hat es so viele Radler wie entlang Residenzstraße und Dienerstraße. Problematisch ist dort ein Abschnitt durch eine Fußgängerzone mit großem Biergarten. Eine Alternativführung lässt sich icht finden, der Biergarten hat zu viele Anhänger im Rathaus.
Nadelöhr Residenzstraße - Trasse für zahlreiche Münchner Velorouten
Stau auf der Residenzstraße
Konfliktstelle Biergarten an der Fahrradtrasse
Die andere Baustelle betrifft die Rosenheimer Straße. Dort enden von Süden wie von Norden kommend Radfahrstreifen im Nichts. Radler müssen dort dann versuchen sich auf die Fahrspuren in den Mischverkehr einzusortieren ohne vorhandene sichere Aufleitungen. Eine Radlerin wurde vor drei Jahren am Radfahrstreifenende von einem Lkw-Fahrer überfahren. Bislang scheuten Politiker für eine durchgehende Radverkehrsführung in der Rosenheimer Straße auf Parkplätze oder Fahrspuren zu verzichten und schoben das Problem auf - Vorrang für den Autoverkehr vor der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
Im November 2011 verstarb hier eine Radlerin, weil eine Lkw-Fahrer sie überfahren hatte
Ende der Radverkehrsführung: Die Makierung leitet den Radler direkt auf einen Ampelmast auf dem Gehweg
Gefahrenstelle: Am Ende der Radverkehrsführung muss der Radler auf die rechte Fahrbahnspur wechseln - bei parellelem Kfz-Verkehr
Nicht jeder Radler traut sich vor die fahrenden Autos einzuschwenken. Zahlreiche Radler fahren als "Kampfradler" auf dem Gehweg weiter - weil Parkplätze wichtiger sind als Verkehrssicherheit
Nur selbstbewusste und geübte Radler trauen sich auf die Fahrbahn einzufädeln. Ob OB Reiter das Problem demnächst lösen wird?
Typischer Münchner Problemfall
Das Ende eines Radwegs ohne sichere Aufleitung auf die Fahrbahn stellt einen ganz typischen Münchner Problemfall dar.
"Radlhauptstadt" Munich Invites New Citizens to Cycle Tours
Die Radlhauptstadt München lädt
Neubürgerinnen und
Neubürger zu kostenlosen
Willkommens-Radltourenein. Erfahrene
Tourguides zeigenauf
abwechslungsreichen Routen die
schönsten Seiten der Landeshauptstadt und vermitteln
Wissenswertes rund ums
Radeln in München.
Insgesamt sechzehn geführte Radltouren richten sich an alle, die
kürzlich nach
München gezogen sind. Damit sich alle Neubürgerinnen und
Neubürger in der
Radlhauptstadt schnell zuhause fühlen und praktische Radlrouten
kennen lernen, „erfahren“
sie beim Willkommens-Radeln ihren neuen Wohnort im wahrsten
Sinne des Wortes.
Dabei knüpfen sie mit anderen „Zua-groasten“ erste Kontakte –
und lernen die
Vorzüge des Radfahrens in München kennen.
Die Touren werden von April bis September angeboten. Gestartet wird mit der beliebten Ringtour, die am
Verkehrsmuseum auf dem
Gelände der Alten Messe beginnt und in ca. 3,5 Stunden einmal
rund um Münchens
Mitte führt. Neu im Programm sind in diesem Jahr zwei Pendler-Touren. Die beiden Routen starten im Stadtzentrum und zeigen, wie der Arbeitsweg von vielen Büros im Herzen der Stadt zu weiter außerhalb gelegenen Wohngebieten schnell und bequem mit dem Rad zurückgelegt werden kann.
Eine zwölf Kilometer lange Pedelec-Tour hat die Radlhauptstadt auch im Angebot.
Do we need a sign for cycle tracks without obligation?
Wahlfreiheit in Bregenz: Gemeinsamer Geh- und Radweg ohne Benutzungszwang Bregenz in Austria: No obligation
Seit 1998 dürfen nur noch solche Radwege mit einem blauen Verkehrszeichen ausgerüstet sein, wenn sie bestimmte Qualitätsmerkmale aufweisen. Dies betrifft u.a. eine Mindestbreite, die Führungskontinuität, die eindeutige Erkennbarkeit, die sichere Führung im Kreuzungsbereich und der zu gewährleistende Unterhalt. Radwege ohne blaue Schilder brauchen seitdem nicht benutzt werden. Radfahrern steht als Alternative zum Radweg zusätzlich auch die Fahrbahn offen. Leider haben viele Kommunen immer noch viel zu viele der blauen Schilder hängen lassen oder gar neu aufgestellt, auch wenn die Radwege nicht den Erfordernissen entsprechen. Das liegt ganz generell an der fehlenden Akzeptanz des Radverkehrs als vollwertiges Verkehrsmittel, sowohl bei den verantwortlichen Behörden, als auch bei den übrigen Verkehrsteilnehmern. Und da stellen die Autofahrer die größte Gefahr für Radfahrer dar. Immer wieder - gerade auch jetzt im Winter - kommt es zu aggressivem Verhalten gegenüber Radfahrern, wenn diese auf der Fahrbahn fahren. Manche Autofahrer beanspruchen immer noch die Fahrbahn für sich allein, selbst wenn Radwege nicht mehr benutzungspflichtig sind. Mit Dauerkampfhupen, vorsätzlichem Überholen ohne notwendigen Überholabstand, ggf. auch noch mit zusätzlichen Beschimpfungen und Androhung körperlicher Gewalt, verteidigen Autofahrer gerne "ihre" Fahrbahn gegenüber den vermeintlichen "Eindringlingen". Doch das ist gefährlich und daher auch verboten. Um Radfahrer vor solchen Aggressionen und Gefährdungen zu schützen haben einige Kommunen nun besonders kreative frei erfundene Verkehrszeichen aufgestellt, die Autofahrer darauf hinweisen sollen, dass die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben ist. Bekannt ist das Beispiel der Stadt Köln. Diesem Beispiel folgend hatte München vor fünf Wochen gleiche Schilder wie in Köln aufstellen lassen.
Die Schilder beinhalten den Text "Benutzungspflicht hier aufgehoben! Radverkehr auf der Fahrbahn ist zulässig" kombiniert mit einem durchgestrichenem Verkehrszeichen 237. Beim Kreisverwaltungsreferat in München, zuständig für den Straßenverkehr, ist der Leiter nicht glücklich mit der Aktion.
Zu klein, zu viel Text, ein Signet, das die Leute eher verwirrt als
aufklärt - das sind Blume-Beyerles Kritikpunkte. "Die Botschaft ist
missverständlich", räumt der KVR-Chef ein. Vor allem das mit einem roten
Balken dick durchgestrichene Radweg-Symbol könne viele verwirren, meint
Blume-Beyerle - als Autofahrer könnte man denken, dass Radler auf
dieser Straße explizit nicht fahren dürften. Dabei ist ja das Gegenteil
der Fall. (SZ)
In Kürze wird München die "Kölner Schilder" austauschen gegen andere Zeichen, die prägnanter sein sollen. Vielleicht eine weitere Alternative für andere Kommunen, oder sollte es solche Verkehrszeichen gar nicht erst geben? Denn selbst bei benutzungspflichtigen, aber unbenutzbaren, "Radwegen" müssen und dürfen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen, z.B. bei fehlendem Winterdienst. Meistens können Autofahrer nicht erkennen, ob ein benutzungspflichtiger Radweg benutzbar oder unbenutzbar ist. Mehr Aufklärung über die Freiheiten der Radfahrer ist aber auf jeden Fall nötig.
Wahlfreiheit in Paris: Radweg ohne Benutzungszwang Paris: No obligation
Wahlfreiheit in Paris: Gemeinsamer Geh- und Radweg ohne Benutzungszwang Paris: No obigation
"Belohnungen" für Radfahrer gibt es in Hamburg in Form kleiner Aktionen des ADFC, z.B. Kettenölungen, oder den Fahrradchecks im Rahmen der Sicherheitskampagne "schon gecheckt" zusammen mit der Behörde für Inneres, dem Fahrradhandel und anderen Akteuren.
Kopenhagen hat sich mit den Karmaspottern eine andere Form der Belohnung ausgedacht.
Der Sicherheitsjoker im Rahmen der Münchner Radlhauptstadtkampagne war im Vergleich dazu relativ umstritten.
Los geht´s: Radlspaß auf breiten Radfahrstreifen . . .
München soll mittlerweile einen Radverkehrsanteil von 17,4% erreicht haben (Hamburg derzeit bei 12,2%). Dies berichtet heute die Süddeutsche Zeitung. Mittlerweile denkt man in München an einen Radverkehrsanteil von 25% für das Jahr 2021 und möchte weitere neue Radfahrstreifen auf Kosten von Parkplätzen und Fahrspuren anlegen, sowie die komplizierte Innenstadtpassage Odeonsplatz - Marienplatz verbessern. Zwar gibt es wie in anderen Städten auch immer noch viele enge veraltete Radwege, doch Münchens Rezept scheint aufzugehen. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit mit der Radlhaupstadtkampagne und ein mutiger und beherzter Ausbau mit neuen Radfahrstreifen statt Autoverkehrsfläche bringt die Münchner aufs Radl. Unter den deutschen Metropolen Hamburg, Berlin, Köln und München ist die Radlhauptstadt derzeit vorbildlich. Weiterhin viel Erfolg für die Radlhauptstadt
Novemberradeln in der Radlhauptstadt
. . . in München . . .
. . . zur morgendlichen Rushhour.
Es zeigt sich: die breiteren Radfahrstreifen . . .
. . . sind dringend notwendig geworden . . .
. . . , um dem Trend gerecht zu werden
An den alten zu schmal ausgebauten . . .
. . . Radwegen stauen sich die Radfahrerströme . . .
Munich 2011: More cyclists than ever in Germany´s cycle capital
Komfortabel: Neue Radstreifen in München Comfortable: New cycle lanes in Munich
Münchens Innenstadt an einem warmen Sommertag im Jahr 2011: Morgens auf den neuen Radfahrstreifen der Seidlstraße fahren zügig lange Radfahrerkolonnen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Uni. Nachmittags am Odeonsplatz und der Residenzstraße, dem Innenstadtnadelöhr des Münchner Radverkehrssystems, radeln Einkäufer, Studenten, Werktätige, Touristen oder Opernbesucher. In kaum einer deutschen Metropole gibt es so viele Radfahrer im Stadtbild zu sehen. Die Kampagne "Radlhauptstadt" wirkt: München ist dieRadlhauptstadt in Deutschland.
Berufsverkehr in München Munich rush hour
Neue Radfahrstreifen in Münchens Maximilianstraße New cycle lanes at Munich Maximilianstraße
Empfehlenswert für andere Städte: Die Radhauptstadtkampagne