9. August 2019

Verkehrsversuch Altstadt für alle: Fußgängerzone auf Zeit im Rathausquartier

Hamburg: Test for life sized city close city hall


Kleine Johannisstraße / Rathausstraße: Verkehrsversuch Fußgängerzone - © Stefan Warda


Auf Initiative von "Altstadt für alle!" wurde gestern das fußgängerfreundliche Rathausquartier eingeweiht.

Straßenteile der Schauenburgerstraße und Lleinen Johannisstraße sind nun frei von Stehzeugen. Die neue Fußgängerzone ist als Verkehrsversuch angelegt und befristet bis Ende Oktober. Nach gemeinsamer Prüfung des Konzepts durch die zuständigen Behörden konnten Rahmenbedingungen für das ursprünglich umfangreicher geplante Modellprojekt vereinbart werden.


© Stefan Warda

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Die Szene im Verkehrsversuchsfeld mutet an wie ein groß ausgedehnter "Parking Day". Schon 2016 wurde für die Aktion "Parking Day" in der Kleinen Johannisstraße Fläche als lebendiger Stadtraum genutzt, der üblicherweise Stehzeugen vorbehalten ist.


Parking Day 2016 in der kleinen Johannisstraße: Die Initiatoren hatten sozusagen den Verkehrsversuch mit der Fußgängerzone vorweggenommen - © Stefan Warda


Ein weiterer Verkehrsversuch soll noch dieses Jahr in Ottensen starten: Ottensen macht Platz! Falls sich die Verkehrsversuche bewähren, könnte es hoffentlich in Hamburg auch dauerhaft weitere Straßenzüge geben, die nicht von Stehzeugen dominiert werden.


© Stefan Warda



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8. August 2019

Hamburg: Radspuren in der Rothenbaumchaussee sollen bis Moorweide verlängert werden

Hamburg: Cycle lanes at Rothenbaumchaussee to be extended


Rothenbaumchaussee im südlichen Abschnitt: Radverkehr zwischen Wildparkern und MIV - © Stefan Warda


Rothenbaumchaussee baufällig

Im Rahmen des Erhaltungsmanagements soll die Rothenbaumchaussee zwischen Hallerstraße und Moorweide grundsaniert werden. Der Zustand der Straße soll sich derzeit in einem schlechtem Zustand befinden. Bei der Gelegenheit sollen auch durchgängig Radverkehrsanlagen ergänzt werden, um die Sicherheit für Radfahrende zu verbessern.


Rothenbaumchaussee im nördlichen Abschnitt: Radspuren sollen das Radfahren erleichtern - © Stefan Warda


Bislang wurden nur im nördlichen Teil der Rothenbaumchaussee Radspuren angelegt. Diese reichen etwa vom Klosterstern bis zur U-Bahnstation Hallerstraße. Stadteinwärts bestehen erst ab der Moorweidenstraße wieder reguläre Radverkehrsanlagen - in Form eines Radweges bis zur Kreuzung am Theodor-Heuss-Platz. Dazwischen sind die Gehwegflächen überwiegend so eng, dass wegen Stehzeugen und Bäumen für den Radverkehr kein Platz ist.


Rothenbaumchaussee im südlichen Abschnitt: Stehzeuge schränken das Flanieren ein - © Stefan Warda

Rothenbaumchaussee, Universität: Die Verhältnisse für den Fußverkehr auf den Gehwegen sind extrem eingeschränkt - © Stefan Warda

Rothenbaumchaussee / Johnsallee: Noch vor einigen Jahren wurden Radfahrende und Gehende gegenseitig ausgespielt - zum Wohle der freien Fahrt für freie Autofahrende - © Stefan Warda


Unzureichende Radverkehrsanlagen

In Gegenrichtung werden Radfahrende ab Theodor-Heuss-Platz auf die Fahrbahn geleitet. Schmale kaum benutzbare Fakeradwege gibt es zwischen Theodor-Heuss-Platz und der Binderstraße. Zwischen Binderstraße und der Turmstraße ist das Radeln bei Schritttempo auf dem Gehweg erlaubt. Am Medienzentrum zwischen Turmstraße und Hallerstraße folgt ein Abschnitt mit Radweg, der sogar immer noch benutzungspflichtig ist. Hinter der Kreuzung mit der Hallerstraße erfolgt eine Aufleitung auf die folgende Radspur.


Rothenbaumchaussee beim Theodor-Heuss-Platz: Richtung Norden werden Radfahrende auf die Fahrbahn geleitet - © Stefan Warda

Rothenbaumchaussee / Turmweg: Radfahrende werden auf einen Radweg gezwungen - © Stefan Warda

Rothenbaumchaussee / Medienzentrum (Hallerstraße): Der benutzungspflichtige Radweg kreuzt die Nebenfahrbahn. Radfahrende werden dort wegen schlechter Sichtverhältnisse und schlechter Radverkehrsführung sehr oft "übersehen" - © Stefan Warda


Radverkehrsanlagen sollen auf ganzer Länge ergänzt werden

Die jetzt veröffentliche Planung sieht mit Ausnahme eines kurzes Radwegabschnittes vor dem Medienhaus zwischen Turmweg und Hallerstraße durchweg Radspuren vor. Um den Erhalt der Straßenbäume nicht zu gefährden müsse aus sicht der Verkehrsplaner in einigen Abschnitten statt Querparken auf Längsparken umgestellt werden. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2020 durchgeführt werden und etwa 14 Monate andauern.


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7. August 2019

Zurück in die 1960er: AfD will Hamburgs einzige "Autofahrerpartei" sein

Back to the sixties: AfD to be Hamburg´s only motorists party

Aktualisiert um 19:04 Uhr
Wahlplakat mit Ex-Innensenator Dirk Nockemann: Populismus statt Verkehrspolitik - © Stefan Warda


Im Sommerinterview des NDR bekennt sich Ex-Innensenator und Hamburgs AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzender Dirk Nockemann weiterhin zum Leitbild der autogerechten Stadt. Die AfD will - ähnlich wie früher schon die ehemalige Partei rechtsstaatlicher Offensive (auch "Schill-Partei" genannt) - Autofahrerinteressen gegen alle anderen Verkehrsteilhabenden durchsetzen.

[...] dass wir auch die Politik, die im Moment gegen den Autofahrer in dieser Stadt gerichtet ist, dass wir diese ins Programm aufnehmen und diese Politik korrigieren wollen, also dass wir deutlich machen, dass wir in Hamburg die einzige Autofahrerpartei sind, die es noch gibt.

Populismus statt Verkehrspolitik

Dirk Nockemann war unter Bürgermeister Ole von Beust Büroleiter von Innensenator Ronald Schill. Später nach Schills Austritt aus dem Senat wurde er selbst Innensenator. Zu dieser Zeit verfolgte die Hamburger Innenbehörde das Ziel dem Autoverkehr Vorrang vor anderen Verkehrsträgern zu geben. So wurde beispielsweise eine "Pollerhotline" eingerichtet mit dem Ziel, Flächen für Stehzeuge zu gewinnen, die zuvor gegen das Wildparken geschützt waren.


Behringstraße: Die unter "Schill-Partei" entfernten Absperrelemente wurder später wieder angebracht, um den Radweg gegen Wildparker zu verteidigen - © Stefan Warda

Behringstraße - © Stefan Warda

Zahllose Absperrelemente auf Grünflächen und Gehwegen wurden damals entfernt, um illegales Kampfparken zu ermögliches. In der Behringstraße wurden damals zahllose Absperrelemente entfernt, die Jahre später wieder auf Klagen von Radfahrenden installiert wurden, um den dortigen Radweg gegen Wildparker zu schützen.

Auch wurden auf vormals abgepollerten Gehwegflächen neue legale Parkplätze geschaffen und dabei Gehwegflächenanteile für den Fußverkehr erheblich minimiert. Im Bezirk Altona wollte die Partei rechtsstaatlicher Offensive gegen die über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus bekannten Fahrradhäuschen vorgehen, auf deren Flächen Platz für Stehzeuge zu schaffen.




Hamburg wurde unter Beteiligung der Partei rechtsstaatlicher Offensive Deutschlands "Grünpfeil"-Hauptstadt unter der Maßgabe, dass die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen bzw. Anforderungen für die Anbringung von Grünpfeilen missachtet wurden. Mittlerweile wurden etliche der Grünpfeile wieder entfernt, um die Verkehrssicherheit für Gehende und Radfahrende, aber auch den MIV, an zahlreichen Kreuzungen wieder zu verbessern und die Regelwerke durchzusetzen.

Das Tempolimit auf etlichen innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen wurde auf 60 km/h heraufgesetzt.

Die Innenbehörde unterstützte das Kampffahren in Hamburg, indem sie Geschwindigkeitsüberschreitungen erst ab einem erhöhtem Toleranzwert sanktionierte. Im Zusammenhang mit dem höheren Tempolimit ergaben sich dadurch erheblich höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Hamburgs Hauptstraßen - mit allen Nebenwirkungen wie z.B. Lärm, Verkehrsunsicherheit, Schadstoffbelastung, Trennwirkung.

Die von Senator Mario Mettbach ("Schill-Partei") geleitete Baubehörde beendete den Bau der Velorouten und reduzierte den Hamburger Radverkehrsetat auf ein extremes Minimum. Der Begriff "Velorouten" wurde behördlicherseits nicht mehr verwendet. Die Stelle der Radverkehrsbeauftragten wurde aufgelöst.

Klimaschutz

Der jetzige AfD-Landesvorsitzende macht es sich auch zum Thema Klimaschutz sehr einfach. Zwar sei der Klimaschutz ein dringliches Thema, aber er hält Verbote und Abgaben wie eine mögliche CO2-Steuer für falsch. Er setzt dagegen auf irgendwelche nicht näher erläuterten visionäre Technologien.

Das Thema Klimaschutz ist ein sehr dringliches Thema. Wir brauchen technologischen Wandel. Wir brauchen massive Innovation. Wir müssen nicht die Kurzstreckenflüge verbieten. Das ist wieder so´ne Bevormundungsgesellschaft. Das schadet Airbus in Hamburg beispielsweise. Sondern was wir brauchen, das sind zum Beispiel klimaneutrale Treibstoffe auch für Flugzeuge, ja. Also wir setzen einfach auf Technik, auf Innovation und ´ne CO2-Abgabe halten wir also für - darf ich auch so offen sagen - für eine Abzocke.

Im Vergleich zu Grünen, SPD und CDU besetzt die AfD zum Wahlkampf ein noch leeres Feld. Denn die anderen Parteien wollen den Stadtverkehr mehr oder weniger anders verändern. Die CDU will den Autoverkehrsanteil in Hamburg auf nur noch 15 Prozent reduzieren, die Grünen auf lediglich 20 Prozent, die SPD will den ÖV massiv ausbauen.


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6. August 2019

Hamburg-Altona: Frischer Asphalt für die zukünftige Veloroute 1

Hamburg-Altona: New asphalt for future cycle route

Zukünftige Veloroute 1, Chemnitzstraße - © Stefan Warda


Die Vorbereitungen für die geplante Verlängerung der Veloroute 1 Richtung Altona sind seit Monaten in der Chemnitzstraße sichtbar. Derzeit endet die Veloroute 1, deren Ausgangspunkt der Hamburger Rathausmarkt ist, in der Thadenstraße im Bezirk Mitte. Zukunftig soll diese wichtige Route über Chemnitzstraße, Max-Brauer-Allee vorbei am Bahnhof Altona verlängert werden, dann über Ottensen, Othmarschen und Klein-Flottbek nach Rissen bzw. Osdorf reichen.


Zukünftige Veloroute 1, Chemnitzstraße - © Stefan Warda


Nach Abtragung der für den Radverkehr abträglichen Pflasterschwellen und des Kopfsteinpflasters bei der Karl-Wolff-Straße hat die Chemnitzstraße nun eine durchgehende neue Asphaltdecke zwischen Holstenstraße und Max-Brauer-allee erhalten: Beste Voraussetzung für eine zukünftige Fahrradstraße.


Zukünftige Veloroute 1, Thadenstraße / Holstenstraße: Baustelle - © Stefan Warda

Zukünftige Veloroute 1, Chemnitzstraße / Holstenstraße: Baustelle - © Stefan Warda


Die seit Monaten andauernden Behinderungen und Straßensperrungen werden hoffentlich bald ein Ende haben. Leider wurden während der Sperrung der Straße keine Umleitungen für den Radverkehr eingerichtet.


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4. August 2019

Hamburg: Bezirksamt Eimsbüttel führt Umfrage zur erneuerten Osterstraße durch

Hamburg: Survey on redesign of Osterstraße

Osterstraße nach Erneuerung: Schutzstreifen mit Wildparkerproblematik - © Stefan Warda


Evaluation Osterstraße

Das Bezirksamt Eimsbüttel führt bis zum 25.08.2019 eine Online-Umfrage zur Umgestaltung der Osterstraße durch. Die Osterstraße wurde von 2015 bis 2017 im Abschnitt Methfesselstraße bis Schulweg aufwändig umgestaltet.

Radverkehr

Anstelle der kaum benutzbaren, äußerst schmalen Fakeradwege, die überwiegend im Dooringbereich von Stehzeugen verliefen, werden Radfahrenden heute überwiegend Schutzstreifen angeboten. Viele Radfahrende kritisieren diese Schutzstreifen, weil sie dort von Autofahrenden ohne einen notwendigen Seitenabstand von 1,5 Metern oder mehr überholt werden. Auch werden die neuen Schutzstreifen vielfach von Wildparkern oder zum Be- und Entladen blockiert. Dagegen sind Radfahrende weniger Konflikten mit Flaneuren ausgesetzt, die zuvor an Kreuzungen auf den Radwegen standen, urplötzlich diese querten oder diese in anderer Weise oder aus anderen Gründen regelwidrig nutzten. Für Fahrräder wurden zusätzliche Abstellmöglichkeiten eingerichtet.


Osterstraße vor dem Umbau: Radeln im Dooringbereich (oder auf der Fahrbahn) - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Radeln im Dooringbereich (oder auf der Fahrbahn) - © Stefan Warda


Fußverkehr

Gehende haben seit dem Umbau weniger Konflikte mit Radfahrenden auf den Gehwegen, da die schmalen, kaum benutzbaren Fakeradwege auf der Nebenfläche (in der Regel zwischen Stehzeugen und Gehwegen) beseitigt wurden. Es gibt mehr Platz für Außengastronomie, Bänke zum Verweilen und weitere Bäume.


Osterstraße vor dem Umbau: Gehwegradeln vor allem wegen unzureichender Fakeradwege - © Stefan Warda



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