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3. Januar 2013

Osterstraße - mehr Platz für Radfahrer?

Osterstraße - more space for cyclists?


Osterstraße
Einkaufszentrum Osterstraße

Der Bezirk Eimsbüttel möchte noch immer die Osterstraße umbauen. Während der letzten zwei Jahrzehnten wird es mittlerweile der dritte oder vierte Anlauf sein der Osterstraße ein neues Gesicht zu geben. Waren es zunächst breitere Gehwege und breitere Radwege, später das Konzept Shared Space, die Aufteilung der Straße als "Gemeinschaftsstraße", 2013 sollen es Radfahrstreifen, breitere Gehwege und somit etwas weniger Parkplatze werden. Wird es dieses Mal gelingen das Verkehrsgemenge neu zu ordnen und der Osterstraße ein zeitgemäßes, menschengerechtes und nachhaltiges Konzept zu verpassen mit Aufenthaltsqualitäten und angemessenem Platz für den Radverkehr?


"Radweg" Osterstraße / Heußweg
"Radweg" Osterstraße / Heußweg - ungelöste Dauerkonfliktstelle [Bild anklicken für Animation]


Kaum eine Straßenumgestaltung in Hamburg scheint so schwierig zu sein wie die in der Osterstraße. Der Bezirk scheint sich daran die Zähne auszubeißen. Die Interessen der Geschäftsleute, der Autolobby mit der Forderung nach unendlich vielen Parkplätzen, die Belange der Anwohner, Fußgänger und Einkaufenden, ausreichend Platz für sicheres und konfliktfreies Radfahren, dies alles unter einen Hut zu bringen ist in Eimsbüttels Haupteinkaufstraße unvereinbar geblieben. Dazu kommt noch die Berücksichtigung der vorhanden Straßenbäume.

Verglichen mit Kopenhagener Geschäftsstraßen ertrinkt die Osterstraße förmlich in Parkplätzen. Doch die in Eimsbüttel befragten Autofahrer meinen immer noch - wie in Hamburg generell üblich, dass es viel zu wenig Parkplätze in der Osterstraße gäbe. Dies zeigt wiederum deutlich: Die Autostadt Hamburg ist noch weit entfernt von einer fahrradfreundlichen Stadt.


Osterstraße
Osterstraße: Zu wenig Parkplätze?
 
"Radweg" Osterstraße
Osterstraße: Auf beiden Seiten Parkplätze satt

Kopenhagen: Geschäftsstraße ohne Parkplätze
Fahrradstadt Kopenhagen: Geschäftsstraße ganz ohne Parkplätze


Die früheren Umgestaltungspläne konzentrierten sich auf den Straßenabschnitt zwischen Heußweg und Hellkamp mit dem Hauptgeschäftsbereich. Bezirksamtsleiter Sevecke, selbst Alltagsradler, möchte einen neuen Versuch mit dem Abschnitt zwischen Schulweg und Heußweg starten. Mit den dem Bezirk zur Verfügung stehenden Mitteln für den Ausbau des Radwegenetzes plant das Bezirksamt den 550 Meter langen Straßenabschnitt neu aufzuteilen. Die unbrauchbaren Radwege sollen wegfallen, neue Radfahrstreifen auf der Fahrbahn eingerichtet werden, die kreuz und quer parkenden Fahrzeuge sollen neu aufgestellt werden und sich den Ansprüchen des Fußgänger- und Radverkehrs unterordnen - eine Umkehr des heute geltenden Prinzips.


"Radweg" Osterstraße / Schulweg
"Radweg" Osterstraße / Schulweg

Schon 1997 sollte Linderung geschaffen werden, wie das Hamburger Abendblatt berichtete.

Die Straße, auf der sich Fußgänger und Radfahrer oft auf dem Fuß- und Radweg drängeln, soll unter Einbeziehung der Betroffenen nach den Vorstellungen der Eimsbüttler Stadtplaner umgestaltet werden. Über das im Mai vorgestellte Vorhaben - die Fahrbahn wird zwischen Schwenckestraße und Heußweg um einen halben Meter schmaler, die Ladezone für den Lieferverkehr und Parkplätze fallen weg, Geh- und Radwege werden verbreitert - soll der neu zu bildende Kerngebietsausschuß erneut beraten. (HA)

Das schwierige Unterfangen scheiterte damals an unvereinbaren Interessenlagen.

Auch Enno Scheel, Eigentümer der Oster-Apotheke, sieht die Pläne skeptisch: "Es gibt hier auch Büros und viele Arzte. Wenn Stellplätze wegfallen, sind die Praxen für viele nicht mehr erreichbar." Am "Runden Tisch", so der Apotheker, seien inhaltliche Gespräche oft nicht möglich, weil sich die Parteien spätestens nach zehn Minuten "in die Haare kriegen würden". (HA)

1998 legten beim ADFC organisierte Radfahrer Widerspruch gegen die Radwegbenutzungspflicht für die "Radwege" in der Osterstraße ein. 2007, fast zehn Jahre später, wurde die zuständige Straßenverkehrsbehörde einsichtig und hob die unrechtmäßig angeordnete Radwegbenutzungspflicht für die unbenutzbaren "Radwege" endlich endgültig auf. Im gleichen Jahr begannen Politiker sich für das Konzept Shared Space in der Osterstraße einzusetzen, auch ergebnislos. Trotz Aufhebung des Benutzungszwangs meiden die meisten Radfahrer immer noch die Fahrbahn und versuchen ihr Glück auf den überwiegend unbenutzbaren "Radwegen". Das bedeutet vor allem, dass auf den Gehwegen neben den Schein-"Radwegen" geradelt wird, mit den entsprechenden Konflikten mit Fußgängern. 1998 auf die Muster-Widersprüche des ADFC angesprochene Radler äußerten gegenüber dem Abendblatt Unverständnis für das Fahrbahnradeln in der Osterstraße.

Peter Buschmann (33): "Ich bin lieber weg von der Straße. Mit den Autos dazwischen - da passiert doch zuviel". Und Rudolf Sommer (64) sagte: "Wegen der vielen Autos fühle ich mich auf dem Radweg sicherer." (HA)

Kopenhagener Radwege sind den Eimsbütteler Autofahrer sicherlich gar nicht zu vermitteln, aber Radfahrstreifen sollten 2013 in der Osterstraße doch drin sein.


"Radweg" Osterstraße / Heußweg
"Radweg" Osterstraße: Fahrbahnradeln ist nur für die allerwenigsten Radler eine Alternative - die meisten bleiben auf den "Radwegen", oder fahren auf den Gehwegen neben den "Radwegen"


Osterstraße - eine Chance für mehr Radverkehr?

"Radweg" Osterstraße / Schulweg
"Radweg" Osterstraße / Schulweg - leider nicht angemessen für den tatsächlichen Radverkehrsfluss - "Kampfradler"

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße: Viele Parkplätze, Straßencafés und Geschäftsauslagen, aber kaum Platz für Fußgänger und Radfahrer

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße: Viele Parkplätze, Straßencafés und Geschäftsauslagen, aber kaum Platz für Fußgänger und Radfahrer

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße: Viele Parkplätze, Straßencafés und Geschäftsauslagen, aber kaum Platz für Fußgänger und Radfahrer

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße und "Kampfradler"

"Radweg" Osterstraße
"Radweg" Osterstraße und "Kampfradlerin"



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16. Oktober 2017

Anerkennung durch "Deutschen Verkehrsplanungspreis": Umbau der Osterstraße in Hamburg nahezu abgeschlossen

Hamburg: Redesign of Osterstraße nearly completed
Aktualisiert um 11:29 Uhr

Neue Osterstraße: Piktogrammkette auf der Fahrbahn als Ersatz für aufgegebenen Fakeradweg - © Stefan Warda

Der vor zwei Jahren begonnene Umbau der Osterstraße, der Geschäftsstraße im Herzen von Hamburg-Eimsbüttel, ist mittlerweile nahezu abgeschlossen. Der Umbau erfolgte in drei Teilabschnitten. Mit der Fertigstellung des letzten Teilabschnitts zwischen Schwenckestraße und Müggenkampstraße gibt es Radwegreste nur noch zwischen Schulweg und Isebekkanal Richtung Bundesstraße. In den neugestalteten Straßenteilen werden Radfahrer auf Schutzstreifen geführt oder sollen unmittelbar auf der Fahrbahn fahren.

Fußgänger sind Gewinner des Umbaus

Eimsbüttels Osterstraße ist nach dem Umbau kaum wiederzuerkennen. Die Straße wirkt viel aufgeräumter. Auf insgesamt breiten Gehwegen genießen Anwohner und Besucher die Abendsonne auf den Außenterrassen der Cafés und Restaurants. Nur vereinzelt versperrt eine Wand von aneinandergereihten Stehzeugen den Blick über den Straßenraum. Ohne Gedränge lässt es sich entspannt entlang der Schaufenster flanieren. Die Baumscheiben wurden vergrößert und hübsch bepflanzt. Radfahrer haben auf den Gehwegen nichts verloren. Mehrere Sprunginseln erleichtern das Queren der Fahrbahn. Für Fußgänger ist der Umbau eindeutig ein Gewinn.


Osterstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Osterstraße vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Osterstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Osterstraße vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Osterstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Osterstraße vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Osterstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Osterstraße vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Osterstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Osterstraße vor Umbau mit Fakeradweg und regelwidriger Sondernutzung - © Stefan Warda

Osterstraße nach Umbau: Fußgängersprunginsel - © Stefan Warda


Wildparker behindern und gefährden Fußgänger und Radfahrer

Besucher der Osterstraße, die mit dem Pkw anreisen, finden deutlich weniger Stellmöglichkeiten am Straßenrand. Das erste Mittel der Wahl sollte nun die Fahrt in eines der Parkhäuser sein. Doch viele Autofahrer missachten die Verkehrsregeln, parken auf Schutzstreifen oder regelwidrig quer auf Gehweg und Parkbucht. Somit wird der Raum für Fußgänger und Radfahrer eingeschränkt, Radfahrer werden gefährdet.


Wildparker auf der umgebauten Osterstraße - © Stefan Warda

Wildparker auf der umgebauten Osterstraße - © Stefan Warda



Radfahrer sind Verlierer des Umbaus

Radfahrer müssen sich deutlich umstellen. Wurden in den ersten beiden Teilabschnitten immerhin noch beidseitig durchgängig Schutzstreifen als Ersatz für die entfernten Fakeradwege geschaffen, sind im zuletzt fertiggestellten Abschnitt zwischen Schwenckestraße und dem Kreisverkehr mit Müggenkamostraße und Methfesselstraße nicht einmal mehr beidseitig durchgängig Schutzstreifen verohanden. In beide Fahrtrichtungen wechseln sich Abschnitte mit und ohne Schutzstreifen ab. Sind keine Schutzstreifen vorhanden, weisen Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn Radfahrern den Weg. Autofahrer müssen in den Abschnitten hinter den Radfahrern hinterherfahren und ihr Tempo an das Radfahrertempo anpassen, wenn der Gegenverkehr ein Überholen nicht zulässt. Durch den fehlenden eigenen Verkehrsraum erleben alle Radfahrer die Auswirkungen aggressiver Überholfahrten ungeduldiger Autofahrer. Radfahrer zählen somit eindeutig zu den Verlierern des Umbaus der Osterstraße, wenn von den neu geschaffenen Abstellmöglichkeiten abgesehen wird. Zusätzlich machen Wildparker am Fahrbahnrand und auf den Schutzstreifen das Radfahren unsicher.


Umgebaute Osterstraße: Eine Piktogrammkette soll es richten - © Stefan Warda

Umgebaute Osterstraße: Nicht überall kommen Schutzstreifen zum Einsatz - © Stefan Warda

Umgebaute Osterstraße: Auf Du und Du mit dem Gelenkbus - © Stefan Warda

Ein Trostpflaster: Neue Fahrradbügel in der neuen Osterstraße - © Stefan Warda




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24. Januar 2019

Hamburg: Evaluation für neue Osterstraße

Hamburg: Evaluation for new Osterstraße
Aktualisiert um 10:56 Uhr

Osterstraße, Schutzstreifen und Luftstation - © Stefan Warda


Die Wirksamkeit des Umbaus der Osterstraße soll überprüft werden. In diesem Jahr soll mittels einer aufwändigen Untersuchung festgestellt werden, ob der Umbau tatsächlich den gestellten Erwartungen entspricht, so das Abendblatt.


Osterstraße, Schutzstreifen - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Piktogrammkette - © Stefan Warda


"Deutscher Verkehrsplanungspreis": Auszeichnung für die Verlagerung der Konfliktzone für Radfahrende vom Gehweg auf die Fahrbahn

Für den Radverkehr wurde die unbenutzbaren sehr schmalen Fakeradwege, die überwiegend in voller Breite im Dooringbereich lagen, beseitigt und überwiegend durch sog. Schutzstreifen ersetzt. Auf diesen sind Radfahrende jedoch Kampfparkern und Engüberholern ausgesetzt. Einige Radfahrende fühlen sich deutlicher unsicherer bei der neuen Radverkehrsführung und würden die Gehwege regelwidrig zum Radfahren bevorzugen. Somit hat sich zum vorherigen Zustand wenig geändert. Vor dem Umbau sind die meisten Radfahrenden auch neben den unbenutzbaren Fakeradwegen regelwidrig auf Gehwegen unterwegs gewesen - aber u.a. auch, weil Gehende die Fakeradwege blockierten oder gar keine gesonderten Radverkehrsanlagen vorhanden waren.


Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda

Osterstraße, Schutzstreifen und Wildparker - © Stefan Warda


Mit Videoaufzechnungen soll u.a. festgestellt werden, welche Auswirkungen das Wildparken auf den Mittelstreifen und den Schutzstreifen auf Fußgänger- , Radverkehr und dem allgemeinem Verkehrsfluss hat.

Der Umbau der Osterstraße wurde mit einer Auszeichung des "Deutschen Verkehrsplanungspreises" gewürdigt.


Osterstraße vor dem Umbau: Fakeradweg im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Fakeradweg im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Radwegende bzw. unstete Radverkehrsführung führte zu regelwidrigem Gehwegradeln - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Radwegende bzw. unstete Radverkehrsführung führte zu regelwidrigem Gehwegradeln - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Schmaler Fakeradweg in Konfliktlage mit Gehenden - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Schmaler Fakeradweg in Konfliktlage mit Gehenden - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Schmaler Fakeradweg wegen Sondernutzung in Konfliktlage mit Gehenden - © Stefan Warda

Osterstraße vor dem Umbau: Schmaler Fakeradweg in Konfliktlage mit geparkten Fahrrädern und respektlosen Passanten - © Stefan Warda



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