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| Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr - © Stefan Warda |
Mit Populismus für mehr Stehzeuge
Die CDU setzt sich landesweit traditionell für möglichst viel Platz für Stehzeuge ein, auch wenn dies im Widerspruch zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs steht. Aktuelles Beispiel die Grundinstandsetzung der Elbchaussee. Im Planungsabschnitt im Bereich Övelgönne soll es 155 legale Stellplätze für Stehzeuge geben. Einige Anwohnende und Aktivisten (Initiative "Rettet die Elbchaussee") zählen zu den legalen Stellplätzen auch noch sog "geduldete Parkplätze" hinzu, also den Raum, den Kampfparkende einnehmen. Weil diese nicht regelmäßig abgeschleppt oder verwarnt werden, wird von "geduldeten Parkplätzen" gesprochen. Um also Behinderungen und Gefährdungen durch sog. "geduldete Parkplätze" abzustellen, müsste landesweit flächendeckend eine konsequente Parkraumüberwachung stattfinden, damit es keine Argumente für die Einrichtung weiteren Raums für Stehzeuge gemäß argumentativem "Gewohnheitsrecht" mehr gibt.
Für die Elbchaussee im Bereich Övelgönne spricht sich die CDU gegen Radverkehrsanlagen aus, weil damit Platz für Stehzeuge entfallen würde.
"Die Folge des Umbaus sind der Wegfall zahlreicher Parkplätze und erhebliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner. Dabei ist der Nutzen für den Radverkehr begrenzt: Auch im Bereich Övelgönne drohen zusätzliche Konflikte und Sicherheitsprobleme, etwa durch sogenannte „Dooring“-Unfälle infolge neuer Längsparkstände."
Laut LSBG soll bis heute nicht feststehen, wie genau der Straßenraum in diesem Planungsabschnitt aufgeteilt werden soll.
"Der Unterabschnitt zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring befindet sich noch im Planungs- und Abstimmungsprozess; ein konkreter Baustart steht hier noch nicht fest. Zu Bauablauf und Verkehrsführung können daher noch keine Angaben gemacht werden."
Die CDU will jedoch schon wissen, dass dort Radverkehrsanlagen unmittelbar im Dooringbereich platziert werden sollen. Um im Bereich Elbchaussee absoluten vorrang für den MIV zu gewähren, soll Radfahrende stattdessen auf den Straßenzug Holländische Reihe / Bernadottestraße ausweichen.
"Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert deshalb in einem Antrag für die Bürgerschaftssitzung am Mittwoch, eine Radverkehrsverbindung parallel zur Elbchaussee über die Bernadottestraße und die Holländische Reihe zu schaffen und zu prüfen, auf welche belastenden Maßnahmen im Bereich Övelgönne dadurch verzichtet werden kann."Die CDU will Glauben machen, dass in der Bernadottestraße paradiesische Zustände für Radfahrende herrschen. Es geht dabei um den möglichen Verzicht von Belastungen für die Stehzeuge-Klientel an der Elbchaussee.
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Anke Frieling (CDU) behauptet sogar, dass Kinder und ältere Menschen auf der Bernadottestraße sowie der Holländischen Reihe sicher unterwegs sein würden.
"Mit der Bernadottestraße und der Holländischen Reihe gibt es eine attraktive Parallelstrecke, auf der sich der Radverkehr komfortabel führen lässt. Hier können Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen und weniger geübte Radfahrerinnen und Radfahrer sicher unterwegs sein. Wenn wir diese Chance nutzen, kann der Senat prüfen, welche belastenden Maßnahmen insbesondere in Övelgönne überhaupt noch erforderlich sind. Unser Ziel ist eine Lösung, von der alle profitieren: mehr Sicherheit für den Radverkehr und weniger Belastungen für die Menschen vor Ort."
Doch auf der Bernadottestraße besteht derzeit auf der Südseite aufgrund zu schmal dimensionierter älterer "Radfahrstreifen" unmittelbar neben Stehzeugen Dooringgefahr. Radfahrende werden dort in die Zange genommen von plötzlich sich öffnenden Autotüren von der rechten Seite und zu eng Überholenden auf der linken Seite. Um der Dooringgefahr vorzubeugen, müssten in der Bernadottestraße ebenfalls zahlreiche bestehende Plätze für Stehzeuge entfallen, damit vor allem Kinder und Senioren, aber auch alle anderen Radfahrenden sicher und ohne Angst komfortabel fahren könnten. Dies hätte dann ebenfalls "Belastungen für die Menschen vor Ort" zur Folge.
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Frau Frieling will Glauben machen, dass eine zur Fahrradstraße umgebaute Bernadottestraße ohne die Konflike mit den bisherigen Gefährdungsstreifen realisiert werden würde. Können wir das glauben?
Bernadottestraße und Holländische Reihe als Fahrradstraße?
Falls Bernadottestraße und Holländische Reihe zu einer von der CDU schon 2020 vorgeschlagenen Fahrradstraße umgestaltet werden sollten, könnte dies etwa aussehen wie in der Thadenstraße oder der Chemnitzstraße im Verlauf der Veloroute 7. Die Umgestaltung der Thadenstraße zur heutigen Fahrradstraße beanspruchte viel Platz für Stehzeuge. Um den MIV-Durchgangsverkehr aus der vorgeschlagenen Fahrradstraße Bernadottestraße herauszuhalten, müsste es Modalfilter geben. Der durchgehende MIV müsste dann auf andere Straßenzüge ausweichen, z.B. die Elbchaussee oder die Radroute 1. Zudem wäre sicheres Radfahren für Kinder (z.B. auf dem Weg zur Schule) in einer Fahrradstraße nicht vereinbar mit regem Buslinienverkehr. Wegen erforderlicher Modalfilter wäre der Buslinenverkehr ohnehin auf andere Strecken angewiesen. Wäre dies alles wirklich und glaubhaft im Sinne der CDU? In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorbehalte seitens der CDU gegen Fahrradstraßenplanungen, z.B. am Leinpfad, Bellevue, Fährstraße, Schöne Aussicht, Klärchenstraße, usw. Fast immer ging es bei dem Streit um den Platz für Stehzeuge. Sollten die Anwohnenden der Bernadottestraße also zukünftig Platz für ihre Stehzeuge an der Elbchaussee suchen? Erst soll also die Prüfung der Möglichkeit einer Fahrradstraße in der Bernadottestraße und Holländischen Reihe erfolgen, dann soll geprüft werden, ob überhaupt noch Verbesserungen für den Radvekehr an der Elbchaussee erforderlich seien, und anschließend könnte irgendwann die Elbchaussee umgebaut werden?
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