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5. Juli 2026

CDU in Hamburg-Altona: Mit Populismus für mehr Stehzeuge an der Elbchaussee


 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr - © Stefan Warda

 

 

Mit Populismus für mehr Stehzeuge

Die CDU setzt sich landesweit traditionell für möglichst viel Platz für Stehzeuge ein, auch wenn dies im Widerspruch zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs steht. Aktuelles Beispiel die Grundinstandsetzung der Elbchaussee. Im Planungsabschnitt im Bereich Övelgönne soll es 155 legale Stellplätze für Stehzeuge geben. Einige Anwohnende und Aktivisten (Initiative "Rettet die Elbchaussee") zählen zu den legalen Stellplätzen auch noch sog "geduldete Parkplätze" hinzu, also den Raum, den Kampfparkende einnehmen. Weil diese nicht regelmäßig abgeschleppt oder verwarnt werden, wird von "geduldeten Parkplätzen" gesprochen. Um also Behinderungen und Gefährdungen durch sog. "geduldete Parkplätze" abzustellen, müsste landesweit flächendeckend eine konsequente Parkraumüberwachung stattfinden, damit es keine Argumente für die Einrichtung weiteren Raums für Stehzeuge gemäß argumentativem "Gewohnheitsrecht" mehr gibt. 

Für die Elbchaussee im Bereich Övelgönne spricht sich die CDU gegen Radverkehrsanlagen aus, weil damit Platz für Stehzeuge entfallen würde.

"Die Folge des Umbaus sind der Wegfall zahlreicher Parkplätze und erhebliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner. Dabei ist der Nutzen für den Radverkehr begrenzt: Auch im Bereich Övelgönne drohen zusätzliche Konflikte und Sicherheitsprobleme, etwa durch sogenannte „Dooring“-Unfälle infolge neuer Längsparkstände."

Laut LSBG soll bis heute nicht feststehen, wie genau der Straßenraum in diesem Planungsabschnitt aufgeteilt werden soll. 

"Der Unterabschnitt zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring befindet sich noch im Planungs- und Abstimmungsprozess; ein konkreter Baustart steht hier noch nicht fest. Zu Bauablauf und Verkehrsführung können daher noch keine Angaben gemacht werden."

Die CDU will jedoch schon wissen, dass dort Radverkehrsanlagen unmittelbar im Dooringbereich platziert werden sollen. Um im Bereich Elbchaussee absoluten vorrang für den MIV zu gewähren, soll Radfahrende stattdessen auf den Straßenzug Holländische Reihe / Bernadottestraße ausweichen.

"Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert deshalb in einem Antrag für die Bürgerschaftssitzung am Mittwoch, eine Radverkehrsverbindung parallel zur Elbchaussee über die Bernadottestraße und die Holländische Reihe zu schaffen und zu prüfen, auf welche belastenden Maßnahmen im Bereich Övelgönne dadurch verzichtet werden kann."
Die CDU will Glauben machen, dass in der Bernadottestraße paradiesische Zustände für Radfahrende herrschen. Es geht dabei um den möglichen Verzicht von Belastungen für die Stehzeuge-Klientel an der Elbchaussee. 

 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr - © Stefan Warda



Anke Frieling (CDU) behauptet sogar, dass Kinder und ältere Menschen auf der Bernadottestraße sowie der Holländischen Reihe sicher unterwegs sein würden. 

"Mit der Bernadottestraße und der Holländischen Reihe gibt es eine attraktive Parallelstrecke, auf der sich der Radverkehr komfortabel führen lässt. Hier können Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen und weniger geübte Radfahrerinnen und Radfahrer sicher unterwegs sein. Wenn wir diese Chance nutzen, kann der Senat prüfen, welche belastenden Maßnahmen insbesondere in Övelgönne überhaupt noch erforderlich sind. Unser Ziel ist eine Lösung, von der alle profitieren: mehr Sicherheit für den Radverkehr und weniger Belastungen für die Menschen vor Ort."

Doch auf der Bernadottestraße besteht derzeit auf der Südseite aufgrund zu schmal dimensionierter älterer "Radfahrstreifen" unmittelbar neben Stehzeugen Dooringgefahr. Radfahrende werden dort in die Zange genommen von plötzlich sich öffnenden Autotüren von der rechten Seite und zu eng Überholenden auf der linken Seite. Um der Dooringgefahr vorzubeugen, müssten in der Bernadottestraße ebenfalls zahlreiche bestehende Plätze für Stehzeuge entfallen, damit vor allem Kinder und Senioren, aber auch alle anderen Radfahrenden sicher und ohne Angst komfortabel fahren könnten. Dies hätte dann ebenfalls "Belastungen für die Menschen vor Ort" zur Folge.

 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr und Gefährdung durch "Überholzwang" - © Stefan Warda

 

Frau Frieling will Glauben machen, dass eine zur Fahrradstraße umgebaute Bernadottestraße ohne die Konflike mit den bisherigen Gefährdungsstreifen realisiert werden würde. Können wir das glauben?


Bernadottestraße und Holländische Reihe als Fahrradstraße?

Falls Bernadottestraße und Holländische Reihe zu einer von der CDU schon 2020 vorgeschlagenen Fahrradstraße umgestaltet werden sollten, könnte dies etwa aussehen wie in der Thadenstraße oder der Chemnitzstraße im Verlauf der Veloroute 7. Die Umgestaltung der Thadenstraße zur heutigen Fahrradstraße beanspruchte viel Platz für Stehzeuge. Um den MIV-Durchgangsverkehr aus der vorgeschlagenen Fahrradstraße Bernadottestraße herauszuhalten, müsste es Modalfilter geben. Der durchgehende MIV müsste dann auf andere Straßenzüge ausweichen, z.B. die Elbchaussee oder die Radroute 1. Zudem wäre sicheres Radfahren für Kinder (z.B. auf dem Weg zur Schule) in einer Fahrradstraße nicht vereinbar mit regem Buslinienverkehr. Wegen erforderlicher Modalfilter wäre der Buslinenverkehr ohnehin auf andere Strecken angewiesen. Wäre dies alles wirklich und glaubhaft im Sinne der CDU? In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorbehalte seitens der CDU gegen Fahrradstraßenplanungen, z.B. am Leinpfad, Bellevue, Fährstraße, Schöne Aussicht, Klärchenstraße, usw. Fast immer ging es bei dem Streit um den Platz für Stehzeuge. Sollten die Anwohnenden der Bernadottestraße also zukünftig Platz für ihre Stehzeuge an der Elbchaussee suchen? Erst soll also die Prüfung der Möglichkeit einer Fahrradstraße in der Bernadottestraße und Holländischen Reihe erfolgen, dann soll geprüft werden, ob überhaupt noch Verbesserungen für den Radvekehr an der Elbchaussee erforderlich seien, und anschließend könnte irgendwann die Elbchaussee umgebaut werden?

 

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24. Oktober 2025

Was tun gegen Dooringgefahr: Polizei Hamburg empfiehlt Sicherheitsabstand von einem Meter

 

 Aktualisiert um 16.17 Uhr

Zukünftige Radroute 17, Wagnerstraße: Dooringgefahr am Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

 

 

"Es sollte ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden" 

Unabhängig von diesem tragischen Unfall sei an einen ausreichenden Seitenabstand zu Stehzeugen erinnert. Schon 1998 empfahl die Hamburger Landespolizei in einem Flyer einen Seitenabstand von wenigstens einem Meter einzuhalten. 

"Fahren Radler an parkenden Fahrzeugen entlang, sei es auf der Fahrbahn oder auf dem Radweg, sollten sie immer einen prüfenden Blick auf die Fahrzeuge richten. Es kann plötzlich eine Wagentür geöffnet werden, weil jemand aussteigen will. Es sollte ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden." 

 

 

Flyer der Hamburger Landespolizeidirektion von 1998 - © FHH LPD 041

 

Leider existieren bis heute immer noch zahlreiche teilweise sogar benutzungspflichtige Fakeradwege, die entsprechend der obigen Empfehlung der Landespolizei nicht benutzt werden können. Viele der älteren Hamburger Radwege waren bzw. sind gerade einmal ein Meter schmal und verlaufen direkt angrenzend an Stehzeugen. 

 

Kein ausreichender Abstand - © Stefan Warda

Kein ausreichender Abstand - © Stefan Warda

Kein ausreichender Abstand - © Stefan Warda

 

 

In vielen anderen Fällen werden Stehzeuge - aus Gedankenlosigkeit oder Nachlässigkeit - derartig falsch neben Radwegen, Schutzstreifen oder Radfahrstreifen platziert, dass das Befahren der Radverkehrsanlagen bei Einhalten des erforderlichen Abstands nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen müssen Radfahrende - auch bei Radwegbenutzungspflicht - auf Fahrbahnen ausweichen, um sich zu schützen. Solche Radverkehrsanlagen gelten als unbenutzbar.

 

Ahrensburg, Manhagener Allee: Unbenutzbarer Fakeradweg - © Stefan Warda

Veloroute 4, Rathenaustraße: Unbenutzbarer Fakeradweg - © Stefan Warda

Veloroute 4, Rathenaustraße: Unbenutzbarer Fakeradweg - © Stefan Warda

Veloroute 4, Rathenaustraße: Unbenutzbarer Fakeradweg - © Stefan Warda

Veloroute 4, Rathenaustraße: Unbenutzbarer Fakeradweg - © Stefan Warda

 

 

 

 

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1. Mai 2024

Das muss dieser ausreichende Seitenabstand sein, von dem alle reden . . .

 

 Aktualisiert am 02.05.2024

Zukünftige "Veloroute" 1, Klausstraße: "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

 

 

"Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m." [aus §5 StVO]

 

 

Zukünftige "Veloroute" 1, Lobuschstraße: "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

Zukünftige "Veloroute" 1, Klausstraße: "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

Zukünftige "Veloroute" 1, Klausstraße: "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

 


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12. Mai 2023

Extrem beliebt in Hamburg: Die Falafel-to-go-Spuren der Veloroute 2 in der Schanzenstraße

Very popular in Hamburg: Illegal car parking on cycle route

 Aktualisiert am 13.05.2023

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

 


 

Die Radspuren der "Veloroute" 2 unweit des Bahnhofs Sternschanze erfreuen sich weiterhin bei Wildparkenden großer Beliebtheit. Der vor vier Jahren hergestellte Abschnitt der "Veloroute" soll Radfahrenden Radspuren als Ersatz für die vorherigen nahezu unbenutzbaren Fakeradwege bieten. Die "Radwege" führten mitten durch Sondernutzungen (Außengastronomie) hindurch und wurden angesichts unterdimensionierter Gehwege regelwidrig von Gehenden in Anspruch genommen. Um in einem Ausgehviertel dauerhaft benutzbare Radverkehrsanlagen einzurichten, braucht es wegen Ausbleiben der Ordnungskräftepräsenz endlich drastischere Maßnahmen als nur aufgemalte Radstreifen.

 

 

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

Fakeveloroute 2, Schanzenstraße: Wildparkende auf "Radfahrstreifen" - © Stefan Warda

 

 

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9. Mai 2023

Hamburg-Wandsbek: Bezirk plant Umbau der Straße Am Neumarkt

 

 

Am Neumarkt: "Schutzstreifen" - © Stefan Warda

 

 

Das Bezirksamt Wandsbek plant den Umbau der Straße Am Neumarkt im Abschnitt Efftingestraße - Luetkensallee. Ziel der Baumaßnahme sei die Optimierung der Radverkehrsführung sowie der Schulwegsicherung.

Kommenden Montag sollen die Bauarbeiten für den geplanten Umbau der Straße Am Neumarkt zwischen Efftingestraße und Luetkensallee beginnen.

Auf beiden Fahrbahnseiten sollen Radfahrstreifen geschaffen und die Fahrbahn ausgebaut werden. Gehwege, Fahrbahnquerungen und Haltestellen sollen im Hinblick auf Nutzungskomfort und Barrierefreiheit verbessert werden. Lagerplätze für Stehzeuge sollen neu geordnet und weitere Baumstandorte realisiert werden.

 

Am Neumarkt: Überleitung vom Schutzstreifen auf einen "Radweg" - © Stefan Warda

Am Neumarkt: "Radweg" mit geduldetem Wildparken - © Stefan Warda

 

Die Durchführung der Straßenbaumaßnahme soll in mehreren Abschnitten erfolgen, beginnend von Westen an der Efftingestraße in Richtung Osten bis zur Luetkensallee. Im ersten Bauabschnitt soll die Straße Am Neumarkt für den Durchgangsverkehr zwischen Efftingestraße und Kedenburgstraße/Höhe Zufahrt Nestlé für die Dauer von etwa zwei Monaten vollständig gesperrt werden. Anschließend soll es in den weiteren Bauabschnitten zu einer stadteinwärts geführten Einbahnstraßenregelung kommen.

Die Bauarbeiten sollen im August 2024 abgeschlossen werden.

 

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19. März 2021

Hamburg-Dulsberg: Zukünftige Veloroute 6 soll "ausgewogene Radwegeplanung" erhalten

Hamburg-Dulsberg: Future cycle route to get "balanced cycling planning"

Aktualisiert um 18:37 Uhr

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße: Aus diesem Gefährdungsstreifen soll ein sicherer (?) Radfahrstreifen werden - © Stefan Warda

 

Am Montag sollen die Bauarbeiten für die Umgestaltung der Stormarner Straße, eines kurzen Teilstücks der Walddörferstraße (Bezirk Wandsbek) und dem Teilstück des Eulenkamps zwischen Elsässer Straße und Nordschleswiger Straße starten. Die Bauarbeiten sollen für die geplante Veloroute 6 erfolgen.

Ziel dieser Veloroutenplanung sei eine zukunftsweisende Radverkehrsverbindung, die den heutigen Anforderungen einer sicheren und komfortablen Radinfrastruktur gerecht werde, aber auch den Fußverkehr und den vorhandenen Baumbestand angemessen berücksichtige. Dadurch könne eine ausgewogene Radwegeplanung umgesetzt werden, der auch die politischen Gremien in Hamburg-Nord zugestimmt hätten.

 

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße / Walddörferstraße: Zukünftig geplant beidseitig Radfahrstreifen (anstelle Gefährdungsstreifen) und auch noch Stehzeuge - © Stefan Warda

 

Zukünftig soll es beidseitig Radfahrstreifen geben - trotz beidseitig verbleibenden Stehzeugen. Der Umbau soll im April 2022 abgeschlossen werden. 

 

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße / Lauenburger Straße: Bis 2015 galt dort Gehwegbenutzungspflicht - © Michael Prahl

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße / Lauenburger Straße: Nach Aufhebung der Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße: Radfahren im Dooringbereich - © Stefan Warda

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße: Radfahren im Dooringbereich - © Stefan Warda

Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße / Walddörferstraße: Radfahren im Dooringbereich - © Stefan Warda

 

Noch bis 2015 war das Gehwegradeln in der Stormarner Straße vorgeschrieben (ab Lauenburger Straße stadteinwärts). Leider erst so spät wurde die Gehwegbenutzungspflicht für einen ca. zwei Meter breiten Gehweg aufgehoben (Nettogehwegbreite abzüglich Stehzeugen und Möblierung). Die bisherigen Gefährdungsstreifen im Dooringbereich haben eine Breite von 1,5 Metern oder weniger (inklusive Breitstrich und Abflussrinne).


Zukünftige Veloroute 6, Stormarner Straße / Walddörferstraße: Gefährdungsstreifenende - © Stefan Warda

 

An der Bezirksgrenze zu Wandsbek geht die Stormarner Straße in die Walddörferstraße über. Wo bislang der Gefährungsstreifen endet, gab es vormals einen Übergang auf einen Radweg.


Zukünftige Veloroute 6, Walddörferstraße / Stormarner Straße: Frühere Überleitung auf den Radweg, der quasi als Parkplatz diente - © Stefan Warda

Zukünftige Veloroute 6, Walddörfer Straße: Zweckentfremdeter Radweg - © Stefan Warda


 

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2. März 2021

Hamburg: Umbau Esplanade, Stephansplatz und Dammtordamm

New protected cycle lanes for Hamburg: Redesign at Esplanade, Stephansplatz, Dammtordamm

Aktualisiert um 13:20 Uhr

Autogerechte Esplanade: Richtung Hauptbahnhof nahezu ohne Radverkehrsanlagen - © Stefan Warda


Seit gestern laufen die Umbauarbeiten an Esplanade, Stephansplatz und Dammtordamm. Erstmals sollen in der Hamburger Innenstadt echte Protected Bike Lanes eingerichtet werden. Die Esplanade soll zukünftig beidseitig durch Bordkanten geschützte Radfahrstreifen mit einer Breite von 2,25 - 2,5 Metern erhalten, auf dem Dammtordamm im Verlauf der Veloroute 3 soll es stadteinwärts (Planten un Blomen) eine solche Spur geben.


Klosterstern: Radspur wurde 20217 als "Protected Bike Lane" angekündigt - © Stefan Warda

Velooruten 10 und 11, Hannoversche Straße: Zwischen rechtem Kantstein und der Entwässerungsrinne links soll die Protected Bike Lane entstehen - © Stefan Warda

 

Weitere Protected Bike Lanes entstehen derzeit in der Hannoverschen Straße in Harburg im Verlauf der Velorouten 10 und 11 (zukünftig nur noch Veloroute 10). Die 2017 zum Umbau des Klostersterns angekündigte "Protected Bike Lane" kann nicht als solche bezeichnet werden, da sie nicht ausreichend gegen das Überfahren von Autos geschützt ist.


Esplanade: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Esplanade: Ende des Gefährdungsstreifens - © Stefan Warda


Die Esplanade ist eine der wenigen mehrsprigen Straßen Hamburgs, die teilweise gar keine Radverkehrsanlagen aufweist. Bislang galt hier Vorrang für den Autoverkehr. Für Radfahrende wurde erst vor wenigen Jahren eine Gefährdungsspur in Fahrtrichtung Stephansplatz eingerichtet, die jedoch nicht auf ganzer Straßenlänge vorhanden ist. Auf der anderen Straßenseite gibt es einen kurzen benutzungspflichtigen Radwegstummel vor der Kreuzung mit dem Neuen Jungfernstieg, um Radfahrende nicht auf der Fahrbahn über die Kreuzung zu führen.

 

Veloroute 3, Stepansplatz: Designradweg mit eingebautem Kreuzungskonflikt - © Stefan Warda

 

Im Verlauf der Veloroute 3 wird am Stephansplatz ein misslungener Fakeradwegabschnitt aus Kleinpflaster im sehr seltenen Streifendesign verloren gehen.



Die Bauarbeiten sollen Ende Oktober 2021 abgeschlossen sein.


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9. November 2020

Hamburg: Kritik an geplanter Sanierung der Esplanade

Hamburg: Landscape architects criticize planned renovation of Esplanade

 Aktualisiert um 21:10 Uhr

Esplanade - © Stefan Warda

 

Landschaftsarchitekten und weitere Fachverbände kritisieren den geplanten Umbau der Esplanade

Die in der Initiative Green 5 zusammengeschlossenen Verbände (Bund deutscher Baumschulen, Bund deutscher Landschaftsarchitekten, Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur) kritisieren laut Abendblatt den beabsichtigten Umbau der Esplanade. Die bislang abgestimmte Planung sieht für den Radverkehr beiderseits des Straßenaums Radfahrstreifen vor. Die Esplanade ist eine der wenigen mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen, die Radfahrenden immer noch keine Radverkehrsanlagen bietet. Gartenhistoriker Joachim Schnitter von Green 5 soll sich angesichts der geplanten Mobilitätswende in Hamburg für eine weitaus stärkere Wiederherstellung des früheren Alleecharakters der Straße ausgesporchen haben. Auch der an der Planung beratend beteiligte Landschaftsarchitekt Ando Yoo äußerte sich kritisch zur beabsichtigten Planung.

"Was hier umgesetzt werden soll, ist leider nur eine bestandsorientierte Variante mit weiterhin hohem Verkehrsaufkommen und vielen Stellplätzen in der Straßenmitte."

 

 

Esplanade - © Stefan Warda
 

Esplanade - © Stefan Warda


Kritik am nun geplanten Umbau gab es im letzten Jahr auch von den Grünen des Bezirks Mitte. Die Planung sieht u.a. weiterhin einen Engpass für Radfahrende an der Kreuzung mit dem Neuen Jungfernstieg vor. Die geplante Radspur soll vor der Kreuzung enden und auf den bislang schon vorhanden sehr schmalen "Radweg" münden, auf dem beispielsweise keine ausreichenden Aufstellflächen im Kreuzungsbereich für wartende Radfahrende vorhanden sind. Nach Art der autogerechten Stadt werden Gehende und Radfahrende somit im Kreuzungsbereich zusammengedrängt, damit der MIV in gleicher Fahrtrichtung weiterhin fünf Fahrspuren behalten kann.

 

Esplanade: Benutzungspflichtiger schmaler Stummelradweg vor der Kreuzung mit dem Neuen Jungfernstieg - dieser Radweg soll auch nach dem Umbau weiterhin bestehen - © Stefan Warda

 

 

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16. September 2020

Autogerechte Stadt Hagen plant Verkehrsversuch mit Pop-up-Radfahrstreifen - Bisherige Gefährdungsstreifen seien nicht geeignet, den Radverkehr verkehrssicher zu führen

Hagen plans to test wide pop-up bike lanes as possible replacement for bad planned cycle lanes

 Aktualisiert am 20.09.2020

Hagen, Kölner Straße: Gefährdungsstreifen im Dooringbereich - © Stefan Warda

 

Verwaltung gesteht Fehlplanung ein und will mit Verkehrsversuch nach Lösung suchen

Die autogerechte Stadt Hagen plant einen mehrwöchigen Verkehrsversuch mit gelb markierten Pop-up-Radfahrstreifen an der L700 im Bezirk Haspe. Die derzeit dort vorhandenen "Schutzstreifen" seien laut Verwaltungsvorlage "keine geeignete Führungsform, um den Radverkehr verkehrssicher zu führen." Die Gefährdungsstreifen wurden 2015 und 2016 auf einer Länge von 1,4 Kilometern im Verlauf einer vierspurigen Straße mit hohem Schwerlastanteil angelegt. An einigen Stellen unterschreiten die "Schutzstreifen" die erforderlichen Mindestmaße.

"Der Schutzstreifen unterschreitet zudem in seiner jetzigen Form an einigen Stellen die erforderlichen Mindestmaße. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei der Enneper und Kölner Straße um eine vierspurige Straße handelt, mit einem nicht zu vernachlässigenden Schwerlastverkehrsanteil." 

Hagen, Kölner Straße: Überholen ohne notwendigen Seitenabstand auf dem Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Hagen, Kölner Straße: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Hagen, Kölner Straße: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Hagen, Enneper Straße: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

 

Eine Beschlussvorlage der Verwaltung zur Gestaltung des Verkehrsversuchs lag der Bezirksversammlung Haspe vor und wurde einstimmig beschlossen. Noch fehlt die Zustimmung des Stadtentwicklungsausschusses. Die jeweils rechten Fahrspuren des vierspurigen Straßenzugs sollen nun im Zeitraum vom 25. September bis 30. Oktober in gelb markierte Radfahrstreifen umgewandelt werden. Während dieses Zeitraums sollen die Verkehrsabläufe begutachtet werden und als Grundlage für eine langfristige Planung des Straßenzugs dienen. Im westlichen Teil des Straßenzugs beträgt die MIV-Belastung runf 20.000 Kfz/Tag. Im östlichen Abschnitt sind es jedoch rund 28.000 Kfz/Tag. Auf dem Straßenzug verkehrt zudem eine Buslinie im 10-Minuten-Takt (Hauptverkehrszeit).

Würde der Verkehrsversuch tatsächlich durchgeführt, wäre dies ein erster wichtiger Schritt hin zu einer Mobilitätswende in der bislang äußerst autogerechten Stadt Hagen. ADFC und VCD sprechen sich für den Verkehrsversuch aus, kritisieren jedoch die geplante Finanzierung aus Mitteln für den Fußverkehr.

 

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