5. Juli 2026

CDU in Hamburg-Altona: Mit Populismus für mehr Stehzeuge an der Elbchaussee


 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr - © Stefan Warda

 

 

Mit Populismus für mehr Stehzeuge

Die CDU setzt sich landesweit traditionell für möglichst viel Platz für Stehzeuge ein, auch wenn dies im Widerspruch zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs steht. Aktuelles Beispiel die Grundinstandsetzung der Elbchaussee. Im Planungsabschnitt im Bereich Övelgönne soll es 155 legale Stellplätze für Stehzeuge geben. Einige Anwohnende und Aktivisten (Initiative "Rettet die Elbchaussee") zählen zu den legalen Stellplätzen auch noch sog "geduldete Parkplätze" hinzu, also den Raum, den Kampfparkende einnehmen. Weil diese nicht regelmäßig abgeschleppt oder verwarnt werden, wird von "geduldeten Parkplätzen" gesprochen. Um also Behinderungen und Gefährdungen durch sog. "geduldete Parkplätze" abzustellen, müsste landesweit flächendeckend eine konsequente Parkraumüberwachung stattfinden, damit es keine Argumente für die Einrichtung weiteren Raums für Stehzeuge gemäß argumentativem "Gewohnheitsrecht" mehr gibt. 

Für die Elbchaussee im Bereich Övelgönne spricht sich die CDU gegen Radverkehrsanlagen aus, weil damit Platz für Stehzeuge entfallen würde.

"Die Folge des Umbaus sind der Wegfall zahlreicher Parkplätze und erhebliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner. Dabei ist der Nutzen für den Radverkehr begrenzt: Auch im Bereich Övelgönne drohen zusätzliche Konflikte und Sicherheitsprobleme, etwa durch sogenannte „Dooring“-Unfälle infolge neuer Längsparkstände."

Laut LSBG soll bis heute nicht feststehen, wie genau der Straßenraum in diesem Planungsabschnitt aufgeteilt werden soll. 

"Der Unterabschnitt zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring befindet sich noch im Planungs- und Abstimmungsprozess; ein konkreter Baustart steht hier noch nicht fest. Zu Bauablauf und Verkehrsführung können daher noch keine Angaben gemacht werden."

Die CDU will jedoch schon wissen, dass dort Radverkehrsanlagen unmittelbar im Dooringbereich platziert werden sollen. Um im Bereich Elbchaussee absoluten vorrang für den MIV zu gewähren, soll Radfahrende stattdessen auf den Straßenzug Holländische Reihe / Bernadottestraße ausweichen.

"Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert deshalb in einem Antrag für die Bürgerschaftssitzung am Mittwoch, eine Radverkehrsverbindung parallel zur Elbchaussee über die Bernadottestraße und die Holländische Reihe zu schaffen und zu prüfen, auf welche belastenden Maßnahmen im Bereich Övelgönne dadurch verzichtet werden kann."
Die CDU will Glauben machen, dass in der Bernadottestraße paradiesische Zustände für Radfahrende herrschen. Es geht dabei um den möglichen Verzicht von Belastungen für die Stehzeuge-Klientel an der Elbchaussee. 

 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr - © Stefan Warda



Anke Frieling (CDU) behauptet sogar, dass Kinder und ältere Menschen auf der Bernadottestraße sowie der Holländischen Reihe sicher unterwegs sein würden. 

"Mit der Bernadottestraße und der Holländischen Reihe gibt es eine attraktive Parallelstrecke, auf der sich der Radverkehr komfortabel führen lässt. Hier können Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen und weniger geübte Radfahrerinnen und Radfahrer sicher unterwegs sein. Wenn wir diese Chance nutzen, kann der Senat prüfen, welche belastenden Maßnahmen insbesondere in Övelgönne überhaupt noch erforderlich sind. Unser Ziel ist eine Lösung, von der alle profitieren: mehr Sicherheit für den Radverkehr und weniger Belastungen für die Menschen vor Ort."

Doch auf der Bernadottestraße besteht derzeit auf der Südseite aufgrund zu schmal dimensionierter älterer "Radfahrstreifen" unmittelbar neben Stehzeugen Dooringgefahr. Radfahrende werden dort in die Zange genommen von plötzlich sich öffnenden Autotüren von der rechten Seite und zu eng Überholenden auf der linken Seite. Um der Dooringgefahr vorzubeugen, müssten in der Bernadottestraße ebenfalls zahlreiche bestehende Plätze für Stehzeuge entfallen, damit vor allem Kinder und Senioren, aber auch alle anderen Radfahrenden sicher und ohne Angst komfortabel fahren könnten. Dies hätte dann ebenfalls "Belastungen für die Menschen vor Ort" zur Folge.

 

Bernadottestraße: Gefährdungsstreifen mit Dooringgefahr und Gefährdung durch "Überholzwang" - © Stefan Warda

 

Frau Frieling will Glauben machen, dass eine zur Fahrradstraße umgebaute Bernadottestraße ohne die Konflike mit den bisherigen Gefährdungsstreifen realisiert werden würde. Können wir das glauben?


Bernadottestraße und Holländische Reihe als Fahrradstraße?

Falls Bernadottestraße und Holländische Reihe zu einer von der CDU schon 2020 vorgeschlagenen Fahrradstraße umgestaltet werden sollten, könnte dies etwa aussehen wie in der Thadenstraße oder der Chemnitzstraße im Verlauf der Veloroute 7. Die Umgestaltung der Thadenstraße zur heutigen Fahrradstraße beanspruchte viel Platz für Stehzeuge. Um den MIV-Durchgangsverkehr aus der vorgeschlagenen Fahrradstraße Bernadottestraße herauszuhalten, müsste es Modalfilter geben. Der durchgehende MIV müsste dann auf andere Straßenzüge ausweichen, z.B. die Elbchaussee oder die Radroute 1. Zudem wäre sicheres Radfahren für Kinder (z.B. auf dem Weg zur Schule) in einer Fahrradstraße nicht vereinbar mit regem Buslinienverkehr. Wegen erforderlicher Modalfilter wäre der Buslinenverkehr ohnehin auf andere Strecken angewiesen. Wäre dies alles wirklich und glaubhaft im Sinne der CDU? In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorbehalte seitens der CDU gegen Fahrradstraßenplanungen, z.B. am Leinpfad, Bellevue, Fährstraße, Schöne Aussicht, Klärchenstraße, usw. Fast immer ging es bei dem Streit um den Platz für Stehzeuge. Sollten die Anwohnenden der Bernadottestraße also zukünftig Platz für ihre Stehzeuge an der Elbchaussee suchen? Erst soll also die Prüfung der Möglichkeit einer Fahrradstraße in der Bernadottestraße und Holländischen Reihe erfolgen, dann soll geprüft werden, ob überhaupt noch Verbesserungen für den Radvekehr an der Elbchaussee erforderlich seien, und anschließend könnte irgendwann die Elbchaussee umgebaut werden?

 

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1. Juli 2026

Neue Radverkehrsführungen geplant: Kreuzung beim Schlump soll umgebaut werden

Hamburg-Eimsbüttel: New Design for main cross roads

Aktualisiert um 19.38 Uhr 

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Kleiner Schäferkamp: Bei Rot wartende Radfahrende behindert planmäßig folgenden Querverkehr - © Stefan Warda

 

Autogerechte Kreuzung soll endlich radverkehrsfreundlicher werden 

Die große Kreuzung bei der U-Bahnstation Schlump soll demnächst umgebaut werden. Hier sollen zukünftig die Radroute 2 über Schäferkampsallee und Schröderstiftstraße sowie die Radroute 14 über Beim Schlump und Kleiner Schäferkamp sich kreuzen. Der letzte Umbau der Kreuzung fand 2009 statt. Das jetzige Kreuzungsdesign entspricht noch dem Leitbild der autogerechten Stadt und gilt aus Radverkehrsperspektive als Fehlplanung.  

Mit dem geplanten Umbau ist die Beseitigung des freien Rechtsabbiegers an der Ecke Schröderstiftstraße / Beim Schlump geplant. Dadurch werden Konflikte zwischen Gehenden und Radfahrenden entfallen wie auch zwischen Radfahrenden untereinander sowie Konflikte zwischen Rad- und Autoverkehr. 

 

Zukünftige Radroute 2, Schröderstiftstraße / Beim Schlump: Radverkehrsführung über freien Rechtsabbieger im Jahr 2009 kurz nach Fertigstellung - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schröderstiftstraße / Beim Schlump: Radverkehrsführung über freien Rechtsabbieger im Jahr 2017 - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 14, Beim Schlump / Schröderstiftstraße: Radverkehrsführung über freien Rechtsabbieger im Jahr 2009 kurz nach Fertigstellung - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 14, Beim Schlump / Schröderstiftstraße: Slalom-Radverkehrsführung über freien Rechtsabbieger mit zweimaliger Querung des Fußverkehr (führte andauernd zu Regelverstößen) im Jahr 2009 kurz nach Fertigstellung (Blick in Richtung Kleiner Schäferkamp) - © Stefan Warda



 

Geplant ist auch die Beseitigung immer noch fehlender Aufstellflächen für wartende Radfahrende. Bislang blockieren bei Rot wartende Radfahrende den querenden Radverkehr, der Grün erhalten hat. Vergleichbare Lösungen für den Autoverkehr, bei denen Autofahrende sich planmäßig gegenseitig blockieren, gibt es in Hamburg bislang nicht. Den Fall, dass bei Rot haltende Autofahrende querenden Autoverkehr planmäßig gewollt blockieren, muss erst noch eingeführt werden, damit von gleichwertiger Förderung von Rad- und Autoverkehr gesprochen werden kann.

 

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Kleiner Schäferkamp: Bei Rot wartende Radfahrende behindern planmäßig folgenden Querverkehr (2009 kurz nach Fertigstellung) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Kleiner Schäferkamp: Bei Rot wartende Radfahrende behindert planmäßig folgenden Querverkehr (2026) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindert planmäßig folgenden Querverkehr (2024) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindert planmäßig folgenden Querverkehr (2024) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindern planmäßig folgenden Querverkehr (2026) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindern planmäßig folgenden Querverkehr (2026) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindern planmäßig folgenden Querverkehr (2026) - © Stefan Warda

Zukünftige Radroute 2, Schäferkampsallee / Beim Schlump: Bei Rot wartende Radfahrende behindern planmäßig folgenden Querverkehr (2026) - © Stefan Warda

 

Zukünftig soll die Haltestelle für die Buslinie 15 (Altona - Sternbrücke - Alsterchaussee) in Straßenmitte verlegt werden. Dadurch würden zukünftig Konflikte zwischen Radverkehr und Busfahrgästen in Seitenlage der Kreuzung vermieden. Radfahrende müssen nicht mehr mit wartenden Personen auf dem Radweg rechnen und auch nicht mehr neben dem Radweg haltende Busse abwarten.

 

Zukünftige Radrozte 14, Beim Schlump / Gustav-Falke-Straße: Die Bushaltestelle in Richtung Altona soll in Straßenmitte verlegt werden - © Stefan Warda

Zukünftige Radrozte 14, Beim Schlump / Schröderstiftstraße: Die Bushaltestelle in Richtung Alsterchaussee soll in Straßenmitte verlegt werden - © Stefan Warda

 

Zusätzlich soll der Straßenzug Beim Schlump zwischen Kleiner Schäferkamp und Bogenstraße saniert werden. Folgende Maßnahmen sind für den Radverkehr vorgesehen:  

  • Ausbau und Verlängerung der Radverkehrsanlagen auf der Straße Beim Schlump bis zum Kleinen Schäferkamp
  • Einrichtung von Protected Bike Lanes (geschützte Radfahrstreifen) mit baulicher Trennung vom Auto- und Fußverkehr.
  • Radfahrstreifen sollen meist 2,5 bis 3 Meter breit werden, mit Protektionselementen und roten Markierungen an Einmündungen.
  • Radverkehr soll an Knotenpunkten sicherer geführt werden, z. B. durch separate Signalisierung und Aufstelltaschen für Linksabbieger.
  • Rückbau alter, nicht mehr regelkonformer Radwege in Nebenflächen zugunsten neuer Radfahrstreifen.
  • Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr an Bushaltestellen sollen durch bauliche Maßnahmen und Leitgitter reduziert werden.
  • Radverkehr wird auf der Gustav-Falke-Straße künftig besser angebunden, auch wenn dort keine eigenen Radwege entstehen sollen.
  • Freizeitroute 10 soll sicherer und besser ausgeschildert werxen, mit angepasster Führung durch den Knotenpunkt.
  • Insgesamt rund 140 neue Fahrradabstellplätze sollen geschaffen, alte Anlagen werden erneuert. 

 

Laut LSBG soll der Umbau am 24. August 2026 beginnen, der erste Bauabschnitt soll Mitte 2027 fertiggestellt sein.

 

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