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15. April 2019

Echte Fahrradstadt Houten: "Der Himmel im Himmel"

Real city of cyclists Houten: "Heaven of heaven"


Houten - © Stefan Warda


In keiner Stadt der Welt werden so viele Wege mit dem Rad zurückgelegt wie in der niederländischen Stadt Houten. Angesichts verstopfter Straßen, schlechter Luft in unseren Städten und Stillstand in der Verkehrspolitik suchte ein ZDF-Team nach Alternativen zu Deutschlands überwiegend autogerechten Städten und wurde in den Niederlanden fündig. Die von rund 50.000 Menschen bewohnte Stadt Houten wurde so angelegt, dass alle Ziele in der Stadt am schnellsten mit dem Rad erreicht werden können. Elterntaxis sind absolut überflüssig.

Manche Menschen sagen: Wenn die Niederlande der Himmel für Radfahrer sind, dann ist Houten der Himmel im Himmel.

Gemäß der sonderbaren Ausreden, die deutsche Politiker vorbringen, um den Status Quo im Verkehrssektor zu wahren, müsste Houten eine Stadt der (Auto-)"Verkehrsschikanen" sein, die Planung "ideologische Verbotspolitik" oder "eine ideologisch geprägte und gegen den Autoverkehr ausgerichtete Politik". Die Niederländer sehen es sicherlich anders.


Houten - © Stefan Warda


Die Bevölkerungszahl der Stadt Houten ist in etwa vergleichbar mit der von Hattingen (ca. 55.000 Einwohner), Wolfenbüttel (ca. 52.000 Einwohner), Emden (ca. 52.000 Einwohner) oder Kleve (ca. 50.000 Einwohner).




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28. Januar 2018

Echte Fahrradstädte: Houten und Nimwegen lohnenswerte Ziele in den Niederlanden

Real cities for cyclists: Houten and Nijmegen worth to visit in the Netherlands this year
Aktualisiert am 29.01.2018

Nijmegen, Stationsplein: "Fietsstad 2016" - © Stefan Warda


Wem "fahrradfreundliche Städte" oder "Radlhauptstädte" am Heimatort auf den Leim gehen, dem sei ein Besuch im Land der echten Fahrradstädte empfohlen. Für Freunde des Radfahrens sind die Niederlande immer ein lohnenswertes Ziel. Mit zwei besonderen Ereignissen warten die Niederlande dieses Jahr auf radaffine Besucher: Nimwegen übernimmt die Rolle der Europäischen Umwelthauptstadt (European Green Capital) von der Vorgängerstadt Essen. Damit bietet Nimwegen drei Jahre in Folge ein besonderes Ereignis zum Thema Radverkehr. Nachdem die 175.000 Einwohner große Universitätsstadt nahe der Grenze zu Deutschland im Jahr 2016 als "Fietsstad" (Fahrradstadt) durch den niederländischen Radfahrerverband "Fietsersbond"ausgezeichnet worden war, bewirtete Nijmegen letztes Jahr die internationale Fachkonferenz "Velo-city". 2018 kann Nimwegen als Umwelthauptstadt zeigen, was es in Essen im letzten Jahr noch nicht zu sehen gab: echte, vollendete Radschnellwege und insgesamt eine gute Radverkehrsinfrastruktur.


Nimwegen, Ziekerstraat: Große Teile der Innenstadt sind autofrei und mit einem Pollersystem gegen Wildfahrer gesichert - © Stefan Warda

In der weitgehend autofreien Innenstadt Nimwegens ist mit wenigen Ausnahmen das Fahrradfahren erlaubt. Insbesondere am Bahnhof gibt es ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten für das Fahrrad. Neben bewachtem Fahrradparken gibt es mehrere weitere unbewachte Fahrradabstellanlagen, die an Ausmaß in großes Staunen versetzen angesichts der Einwohnerzahl Nimwegens.


Nimwegen, Tweede Walstraat: Fahrradstellplätze - © Stefan Warda


Folgende Orte sind zur Besichtigung empfohlen:
  • Nationales Fahrradmuseum Velorama (Waalkade 107) 
  • Fahrradparkhaus Marienburg (Bewachtes Fahrradparken gratis)
  • Fahrradparkhäuser am Bahnhof (Fietstransferium Stieltjesstraat, bewachte Fahrradstation unter dem Stationsplein, Abstellanlage auf dem Stationsplein)
  • Campusbaan - Radschnellweg Richtung Universität
  • Snelbinder - Brücke über die Waal zwischen Stieltjesstraat und Bahnhof Nijmegen-Lent
  • RijnWaalPad - Radschnellweg Nijmegen - Arnhem

Nimwegen, Waalkade 107: Velorama - © Stefan Warda

Nimwegen, Velorama - © Stefan Warda

Nimwegen, Fahrradparkhaus Marienburg - © Stefan Warda

Zugang zur bewachten Fahrradstation unter dem Stationsplein - © Stefan Warda

Zugang zur bewachten Fahrradstation unter dem Stationsplein - © Stefan Warda

Nimwegen, Stieltjesstraat: Fietstransferium - © Stefan Warda

Nimwegen, Campusbaan: Radschnellweg zwischen Bahnhof und Universität - © Stefan Warda

Nimwegen, reger Verkehr an der Universität - © Stefan Warda

Nimwegen, Snelbinder: Teil des Radschnellwegs "Rijnwaalpad" (F1 / F325) zwischen Nimwegen und Arnheim - © Stefan Warda

Nimwegen, Radschnellweg "Rijnwaalpad": Eisenhowertunnel - © Stefan Warda

Overbetuwe, Radschnellweg "Rijnwaalpad" - © Stefan Warda

Nimwegen, Radschnellweg "Rijnwaalpad": Wegweisung - © Stefan Warda


Für die Anreise aus Deutschland mit Bahn und Rad gibt es mehrere Möglichkeiten:
Aus dem Rhein-Ruhr-Metropolgebiet mit dem Regionalexpress bis Kleve (z.B. ab Düsseldorf). Von dort mit dem Rad bis Nijmegen auf den Spuren zukünftiger oder schon vorhandener Bahntrassenradwege über Kranenburg und Groesbeek.
Aus dem Rhein-Ruhr-Metropolgebiet mit dem Regionalexpress bis Arnhem (Zustiege z.B. in Düsseldorf, Duisburg), von dort mit Umstieg weiter nach Nijmegen oder per Rad auf dem Radschnellweg Rijnwalpad.
Aus dem Rhein-Ruhr-Metropolgebiet mit dem Regionalexpress nach Venlo (Zustiege z.B. in Hamm, Hagen, Wuppertal, Düsseldorf, Mönchengladbach), von dort mit der Regionalbahn weiter nach Nijmegen.
Aus Norddeutschland reisen Radfahrer mit der Fernbahn über Osnabrück / Deventer oder Duisburg / Arnhem an.



Houten, Onderdoor: Bahnhof - © Stefan Warda


Die zweite Stadt, die dieses Jahr im Rampenlicht des Radverkehrs steht, ist die 50.000 Einwohner große Stadt Houten nahe der alten Universitätsstadt Utrecht. Houten erhielt für 2018 die Auszeichnung als "Fietsstad". Houten ist sehenswert wegen des besonderen verkehrs- bzw- städteplanerischen Konzepts. Die basierend auf kleinen Dorfkernen erst ab den 1970er Jahren entwickelte Stadt hat einen sehr hohen Radverkehrsanteil. Die Wege für Radfahrer und Autofahrer sind weitgehend getrennt. Die sternförmig ins Stadtzentrum führenden Radwege sind gegenüber querenden Straßen bevorrechtigt. Für Autofahrer gibt es eine Ringstraße um die Stadt. Von einem Stadtteil zu einem anderen müssen Autofahrer immer über die äußere Ringstraße fahren. Somit ist das Stadtzentrum autofrei.


Houten, Stadtzentrum - © Stefan Warda

Houten - © Stefan Warda

Houten, Onderdoor: Wirtschaftsverkehr - © Stefan Warda

Houten, Fietstransferium - © Stefan Warda

Houten, Fietstransferium - © Stefan Warda

Houten, Fietstransferium: Direkter Zugang zu den Bahnsteigen - © Stefan Warda

Houten, Fietstransferium - © Stefan Warda

Houten: Vorfahrt für den Radverkehr - © Stefan Warda

Houten: Vorfahrt für den Radverkehr - © Stefan Warda


Houten ist über Radschnellwege mit der Nachbarstadt Utrecht verbunden (Richtung Bahnhof und Richtung Universität).


© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda


Folgende Orte sind zur Besichtigung empfohlen:
  • Fietstransferium (Fahrradparkhaus am Bahnhof)
  • Bahnunterführung Fortweg (im Verlauf des Radschnellwegs Richtung Utrecht Universität)



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11. Februar 2016

Streit um "Fahrradsteuer" und Parkgebühren in Norderstedt - ein Vergleich mit Utrecht

Dispute over taxes for cyclists and fees for car parking in Norderstedt - look at Utrecht


© hamburgize.com / Stefan Warda


Der ADFC Norderstedt kritisierte, dass das bewachte Parken in der neuen Radstation in Norderstedts Zentrum mindestens 70 Cent kostet. Laut Abendblatt parken Autofahrer in ganz Norderstedt abgesehen vom Bereich um das Herold-Center allerdings kostenlos. Der ADFC und die Grünen fordern nun eine flächendeckende Parkraumbewirtschaft in Norderstedt. Der Abendblattartikel führte zu einer Entrüstung bei vielen Autofahrer. Sie fordern eine "Fahrradsteuer" für Radfahrer, weil Radfahrer angeblich keine Steuern zahlen und ihre Infrastruktur angeblich geschenkt bekämen, Autofahrer dank ihrer Steuern ein Anrecht auf kostenfreies Parken hätten. Doch können sich Autofahrer es so einfach machen?


© hamburgize.com / Stefan Warda
Oberirdische Abstellanlage in Norderstedt-Mitte

Im Vergleich mit Utrecht (330.000 Einwohner) in den Niederlanden wirkt das Modell Norderstedt (75.000 Einwohner) wie nach Art der autogerechten Stadt. In Utrecht bezahlen Autofahrer in der Parkzone A1 in der Innenstadt 4,53 Euro je Stunde. In Parkhäusern und Garagen müssen zwischen 2,58 und 4,28 Euro entrichtet werden. Wer Utrecht mit dem Auto besuchen will und vor der Innenstadt an einer P+R-Anlage parkt, bezahlt 4,50 Euro, 5,00 Euro kostet Parken auf der P+R-Anlage inklusive eines ÖV-Tagestickets für fünf Personen. Nicht zu vergessen: Utrecht hat eine Umweltzone eingerichtet. Dieselfahrzeuge älterer Baujahre müssen draußen bleiben.


Utrecht: Fahrradparkhaus Vredenburg

© hamburgize.com / Stefan Warda

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Radfahrer können ihre Fahrräder im Stadtzentrum in zahlreichen bewachten Radstationen abstellen. In der Regel ist der erste Tag kostenlos, ab dem zweiten Tag fallen Parkgebühren von 50 Cent an. Selbst in der großen Radstation "Jaarbeursplein" unter der Central Station ist Parken am ersten Tag kostenlos. Ab dem zweiten Tag kostet es dort allerdings 1,25 Euro. Utrecht baut derzeit der Welt größtes Fahrradparkhaus am Bahnhof. Sebst in der Pendlergemeinde Houten (50.000 Einwohner) im Südosten von Utrecht angrenzend ist das Parken in der kameraüberwachten Fahrradstation am Bahnhof kostenlos. Utrechts und Houtens Radfahrer müssen allerdings keine "Fahrradsteuern" entrichten. Wieso nicht?


Houten: Fietstransferium

© hamburgize.com / Stefan Warda

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Die geringen Beiträge, die Autofahrer über Steuern entrichten, machen bei weitem nicht die negativen Folgen, die Autofahrer durch ihr Verkehrsverhalten verursachen, wett. Autofahrer belasten die Städte, Radfahrer entlasten die Städte. Diesen Zusammenhang hatte erstmals die Stadt Kopenhagen als Argumentation für die Anlage von Radwegen untersucht.  Die positiven Effekte des Radfahren aus gesundheitlicher sicht und die negativen Effekte des Autofahrens, wie Lärm, Schadstoffe, Flächenverbrauch, machen es wirtschaftlich, in Fahrradprojekte zu investieren. Ein zusätzlicher Radfahrer hätte je km in der Rushhour 1,62 DKK (+0,22 Euro) Gewinn für die Stadt, ein Autofahrer brächte einen sozioökonomischen Verlust von 5,64 DKK (-0,76 Euro) je Kilometer in der Rushhour.


Utrecht: Fahrradstation Jaarbeursplein

© hamburgize.com / Stefan Warda

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Unmut gab es auch bei der Eröffnung der Radstation in Bergedorf 2012. Radfahrer müssen auch für das bewachte Parken in der Radstation bezahlen, während das Parken im Parkhaus kostenfrei war.


Utrecht: Parkleitsystem für Radfahrer

© hamburgize.com / Stefan Warda

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