Posts mit dem Label Malmö werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Malmö werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

10. Dezember 2021

Hamburg: Mehr Winterdienst auf Radverkehrsanlagen

Hamburg: Better snow clearance on cycle tracks and cycle lanes


Malmö - © Stefan Warda


Die Stadtreinigung will den Winterdiensteinsatz auf Radverkehrsanlagen ab dieser Wintersaison ausweiten. Zum einen soll der Winterdiensteinsatz auf Radverkehrsanlagen nicht nachrangig erfolgen, sollen zeitgleich mit dem Einsatz auf dem übrigen Straßennetz. Außerdem sollen alle behandelten Radverkehrsanlagen doppelt bearbeitet werden, um ein besseres Räumergebnis zu erzielen. 

Beispiel Bezirk Bergedorf

Laut Abendblatt werden offensichtlich immer noch nicht alle fertiggestellten Velorouten behandelt werden. Am Beispiel des Bezirks Bergedorf bedeutet dies, dass nur eine der beiden in die Innenstadt führenden Velorouten geräumt werden soll. Die Wahl sei auf die Veloroute 8 gefallen, weil über diese mehr Stadtteile angebunden und somit mehr Einwohner erreicht würden. Die Veloroute 9 werde nur zwischen Bergedorf Bahnhof und Nettelnburg vom Winterdienst behandelt. Alle restlichen Radverkehrsanlagen des Bezirks bleiben im Zweifelsfall verschneit, denn das Hamburger Wegegesetz sieht keine Räumpflicht für Radverkehrsanlagen vor. 

Besipiel Malmö

Dass auch im Winter Radverkehr stattfindet, belegt das Beispiel Malmö in Schweden. Dort sind selbst in den Außenbezirken abseits des Stadtzentrum straßenbegleitende und Radwege in Grünanlagen sehr gut benutzbar.


Malmö - © Stefan Warda

Malmö - © Stefan Warda

Malmö - © Stefan Warda

Malmö - © Stefan Warda

Malmö - © Stefan Warda

Malmö - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :

.

21. September 2021

Hamburg: Vorzeigeradweg der zukünftigen Veloroute 5N am Pergolenviertel bleibt weiterhin gefährlich

Future cycle route in Hamburg: Residents worried about traffic safety

Aktualisiert am 22.09.2021 

Zukünftige Veloroute 5N, Pergolenviertelradweg - © Stefan Warda
 
 

Vor zwei Jahren wurde der Radweg am Pergolenviertel in Winterhude für die zukünftige Veloroute 5N feierlich mit einer Balloninstallation eingeweiht. Der etwa 1,2 Kilometer lange Radweg verknüpft Saarlandstraße und Sengelmannstraße und unterquert dabei die stark befahrene Jahnbrücke (Ring 2) wie auch die Hebebrandstraße auf der Trasse einer Jahrzehnte zurvor geplanten Stadtautobahn Richtung Norderstedt. Die zuständige Verkehrsbehörde verkündete zur Eröffnung damals, dass der neue Radweg "Maßstäbe für den Radschnellwegestandard und künftige Fahrradinfrastruktur" setzen würde.

"Das neue Teilstück der Veloroute 5 ist eine selbständig geführte Wegeverbindung für den Radverkehr, separiert vom Fußverkehr und von den stark befahrenen Straßen Hebebrandstraße und Jahnring. Auf rund 1,2 Kilometern Länge und mit vier Metern Breite ist es die ideale städtebauliche Einbindung zwischen dem neuen Wohnquartier Pergolenviertel und der Bürostadt City Nord in landschaftlich attraktiver Kulisse und setzt so Maßstäbe für den Radschnellwegestandard und künftige Fahrradinfrastruktur." 

 

Zukünftige Veloroute 5N, Unterführung an der Jahnbrücke - © Stefan Warda

 

Zwar lässt es sich auf dem Neubauabschnitt des Radwegs zwischen Saarlandstraße und Sengelmannstraße, der innerstädtische Zulaufstrecke für den geplanten Radschnellweg Hamburg - Norderstedt - Kaltenkirchen - Bad Bramstedt werden soll, zügig radeln. Jedoch gibt es etwa auf der Hälfte der Strecke eine Kreuzung, an der Radfahrende auf dem Radweg der zukünftigen Veloroute keine Vorfahrt genießen. Im Juli geschah dort ein Unfall mit einem Radfahrer, der mit einem vorfahrtberechtigten Pkw kollidierte und schwere Verletzungen erlitt (laut Polizeibericht Armfraktur, Schulterverletzung, lebensgefährliche Kopfverletzung).   

Radschnellwegenetz für Hamburg: Pergolenviertelradweg Teil der Radschnellnetzplanungen - © Behörde für Verkehr und Mobilitätswende

 

Anwohnende an der zukünftigen Veloroute 5N am Pergolenviertel sind trotz des Maßstäbe setzenden Radschenllwegstandards besorgt um die Sicherheit der Radfahrenden - insbesondere an der genannten Kreuzung Limaweg / Dakarweg. Erschwerend komme hinzu, dass aufgrund der Bautätigkeiten im Pergolenviertel im Dakarweg bis dicht an die Kreuzung mit dem Radweg Stehzeuge abgestellt werden, wodurch die Sicht auf die Kreuzungssituation erheblich beeinträchtigt sei.

 

"... ich wohne mit meiner Familie im nördlichen Teil des neu gebauten Pergolenviertels mit direktem Blick auf die Veloroute 5.

An der Kreuzung der Veloroute mit dem Dakarweg (zur Zeit die einzige Zufahrtsstraße zum Viertel) ist es in der jüngsten Vergangenheit zu mehreren Beinahe-Unfällen und einem tatsächlichen Unfall gekommen. Das liegt vor allem daran, dass dem Fahrradverkehr hier keine Vorfahrt eingeräumt wird und außerdem keine ausreichende Kennzeichnung der Veloroute für Autofahrer besteht. 

Wir machen uns im Viertel große Sorgen, dass noch weitere Unfälle passieren und suchen gerade jeden Weg, damit sich da politisch etwas bewegt. Das Thema ist angeblich schon auf der Agenda der Bezirksversammlung, aber es bewegt sich dennoch bisher nichts."

Zukünftige Veloroute 5N, gefürchtete Kreuzung am Dakarweg - © Stefan Warda

Dakarweg / Limaweg, Kreuzung mit der zukünftigen Veloroute 5N - © Stefan Warda

 

Warum in Hamburg lediglich an ganz wenigen einzelnen Beispielen Radfahrenden im Verlauf von Radwegen oder Radverbindungen Vorfahrt gegenüber querenden Straßen einräumt wird, ist unverständlch. Eine bekannte Stelle gibt es für die Veloroute 11 (LOOP) im Verlauf des Gert-Schwämmle-Wegs an der Hermann-Westphal-Straße in Wilhelmsburg. 

 

Veloroute 11 / LOOP, Gert-Schwämmle-Weg / Hermann-Westphal-Straße: Vorfahrt auf der Veloroute - © Stefan Warda

 

Andere Städte sind da wesentlich fortschrittlicher. Nicht nur in Houten, wo der Radverkehr auf Radwegen an den meisten Kreuzungen Vorfahrt vor querenden Straßen hat, sondern auch in Großstädten wie Amsterdam oder Malmö haben Radfahrende auf wichtigen Hauptrouten Vorfahrt gegenüber Querstraßen, auch bei größeren Autoverkehrsmengen als an Hermann-Westphal-Straße oder Dakarweg. Für die "Fahrradstadt" Hamburg bleibt diesbezüglich noch sehr viel Luft nach oben.


Malmö

Malmö, Kungsgatan / Exercisgatan: Vorfahrt auf dem Radweg - © Stefan Warda

Malmö, Kungsgatan / Exercisgatan: Vorfahrt auf dem Radweg - © Stefan Warda

Malmö, Exercisgatan / Kungsgatan: Vorfahrt für den querenden Radweg - © Stefan Warda

Malmö, Exercisgatan / Kungsgatan: Vorfahrt für den querenden Radweg - © Stefan Warda

 

Amsterdam

Amsterdam, Arlandaweg / Kingsfordweg: Vorfahrt auf dem Radweg - © Stefan Warda

Amsterdam, Kingsfordweg / Arlandaweg: Vorfahrt auf dem querenden Radweg - © Stefan Warda

Amsterdam, Brettenpad / Velserweg: Vorfahrt auf dem Radweg - © Stefan Warda

Amsterdam, Brettenpad / Velserweg: Vorfahrt auf dem Radweg - © Stefan Warda

 

Beuningen

Radschnellweg in Beuningen, Burgermeester van Suchtelenstraat / Wilhelminalaan: Vorfahrt auf dem Radschnellweg nach Nijmegen - © Stefan Warda

Radschnellweg in Beuningen, Burgermeester van Suchtelenstraat / Wilhelminalaan: Vorfahrt auf dem Radschnellweg nach Nijmegen - © Stefan Warda

Radschnellweg in Beuningen, Burgermeester van Suchtelenstraat / Wilhelminalaan: Vorfahrt auf dem Radschnellweg nach Nijmegen - © Stefan Warda

Radschnellweg in Beuningen, Burgermeester van Suchtelenstraat / Wilhelminalaan: Vor dem Umbau Vorfahrt im Verlauf der Querstraße - © Stefan Warda

Radschnellweg in Beuningen, Burgermeester van Suchtelenstraat / Wilhelminalaan: Vor dem Umbau Vorfahrt im Verlauf Wilhelminalaan. Immerhin gab es eine Aufpflasterung im Kreuzungsbereich - © Stefan Warda

 

 

Mehr . . . / More . . . :

.

30. November 2014

Wie in Kopenhagen: Luftpumpstation an der Außenalster

Like Copenhagen: Air service station at Alster Lake

© hamburgize.com / Stefan Warda
Zukünftige Velorouten 5 und 6, An der Alster: Luftstation und Zählsäule - © Stefan Warda


Vor zwei Jahren forderte die CDU in Hamburg Nord Hamburgs Radverkehr durch öffentliche Luftstationen zu fördern. Im Zusammenarbeit mit dem Betreiber des "StadtRAD"-Leihradsystems sollten als Pilotprojekt mindestens zehn Luftstationen in Hamburg Nord eingerichtet werden. Anfang letzten Jahres griff der Bezirk den CDU-Antrag auf und wollte zunächst als Test nur eine Luftstation am Bahnhof Kellinghusenstraße einrichten. Bislang waren Hamburgs Radler auf Fahrradläden angewiesen, von denen einige während der Öffnungszeiten Luftpumpen vor den Geschäften anbieten, falls Radler nicht eigene Luftpumpen am Fahrrad mitführen. Eine weitere Alternative sind ggf. noch Tankstellen.


© hamburgize.com / Stefan Warda
© Stefan Warda


Seit dieser Woche steht Hamburgs erste Luftstation nun an der Außenalster gleich neben der Zählsäule an Hamburgs meist befahrenem Radweg. Mit der Einrichtung der Luftstation folgt Hamburg dem großen Vorbild Kopenhagen.

Im Großraum Kopenhagen sind rund zwanzig Luftstationen entlang der "Superradwege" aufgestellt, sowie weitere an wichtigen Radwegen im Stadtgebiet Kopenhagen. Im Fahrradparkhaus des Fisketorvet Einkaufscenters gibt es schon seit mehreren Jahren eine Luftstation. Die Mineralölkette Statiol bietet in Dänemark siebzehn Fahrradpflegestationen an, wo es ebenfalls gratis Luft gibt. Derzeit befinden sich sechs davon im Großraum Kopenhagen, fünf weitere sind im Großraum Kopenhagen geplant. Desweiteren bietet der Bahnbetreiber DSB an zahlreichen Bahnhöfen Luftstationen an. Diese sind in den Werbevitrinen vor den Bahnhöfen und Haltepunkten integriert. Allein fünfzig S-Bahnstationen in der Hauptstadtregion sind damit versorgt. Die Stadt Kopenhagen, die zur weltbesten Fahrradstadt werden möchte, bietet Radlern neben den Luftstationen auch noch andere Goodies an: Schräg aufgestellte Müllbehälter oder Fußstützen vor Ampeln.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Frederiksberg: Luftstation am "Superradweg" - © Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Luftstation im Einkaufscenter Fisketorvet - © Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
Fahrradpflegestation bei Statoil in Frederiksberg - © Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Luftstation am Hauptbahnhof - © Stefan Warda


 

Auch in Malmö profitieren Radfahrer vom Luftstationenservice an einigen zentralen Kreuzungspunkten.

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö: Luftstation mit Fahrradstadtplan - © Stefan Warda
© hamburgize.com / Stefan Warda
© Stefan Warda




Mehr . . . :

.

5. Dezember 2013

Sand oder Salz? - Winterdienst auf Radwegen

Sand or Salt? - Snow Clearing on Cycle Paths


© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö im März 2013 bei eisigem Wind: Die Radwege sind befahrbar und werden genutzt Dank Salzeinsatz

Immer mehr Menschen fahren in Deutschland im Winter mit dem Rad. Noch haben sich viele Kommunen nicht darauf eingestellt. Welche Lösungen gibt es für optimale Radverkehrsbedingungen bei Schnee und Eis? Beispiele aus dem In- und Ausland zeigen Möglichkeiten.
More and more Germans cycle during winter. Still many cities are not adjusted to cycling in winter. Which solutions are known for optimal cycling with snow and ice? Here some best practice examples.


In Bremen gibt es unterschiedliche Auffassungen über den sichersten Winterdienst auf Radwegen. Die Stadt vertritt die Position auf Salz nahezu überall zu verzichten, einige ausführende Räumdienste vertreten eine andere Position. Jürgen Falldorf vom Umwelt und Verkehrssenator erklärte in der taz die Ausnahmemöglichkeiten.

Salz dürfe nur in besonderen Fällen verwendet werden, bei Steigungen oder Brücken beispielsweise.

© hamburgize.com / Stefan Warda
Norderstedt: Salzablagerungen auf dem Radweg Ulzburger Straße im Februar 2013


In Norderstedt soll auch im kommenden Winter auf vielen Radwegen ein Winterdienst erfolgen. Trotz Kritk soll wie im vergangenen Winter Salz angewendet werden, um die Radwege bei Schnee und Eis befahrbar zu halten. Laut ADFC Norderstedt erfolgte während des letzten Winters erstmalig ein Winterdienst auf Radwegen entlang von 89 Straßen.


© Rolf Jungbluth
Norderstedt: Ohechaussee im Dezember 2012



Winterdienst-Test in Kopenhagen und Malmö im März 2013


© hamburgize.com / Stefan Warda
Das Testradl mit Winterbereifung morgens früh in Kopenhagen


In Kopenhagen, wo an Winterwettertagen immerhin noch 80% der Schönwetterradler unterwegs sind, wird grundsätzlich auf Salz gesetzt. Der Winterdienst auf Radwegen geniesst allerhöchste Prioritätsstufe. Dadurch sind die Radwege schnell und dauerhaft einsatzbereit. Der dreistufige Winterdienst auf Radwegen besteht aus Räumen, Bürsten und Salzen. Damit Bäume keinen Schaden nehmen hat es in Kopenhagen besondere Baumschutzeinrichtungen. Im winterlichen März 2013 waren Kopenhagens Radwege benutzbar.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Fahrradwetter im März 2013

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Frühmorgens nach leichtem Schneefall

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, frühmorgens nach leichtem Schneefall

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, frühmorgens nach leichtem Schneefall

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen vor dem Hauptbahnhof

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, Pendlerverkehr

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, grüne Veloroute

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, grüne Veloroute

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen, Winterdienst auf Veloroute

© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Baumschutz gegen Salz

http://kbhkort.kk.dk/
Winterdienstkarte für Kopenhagens Radwegenetz [www.kk.dk]





In Malmö soll es auf einem Netz von rund 600 Radwegkilometern Winterdienst geben. Unterteilt in Prioritätsstufen 1 und 2 sollen allein 384 Kilometer Radwege vordringlich behandelt werden. Im Vergleich zu Hamburg hat Malmö lediglich 300.000 Einwohner. Bei gleichem Verhältnis zwischen Radwegwinterdienst und Einwohnerzahl müsste der Winterdienst in Hamburg auf 3.600 Radwegekilometern erfolgen. Anders ausgedrückt ist Hamburgs angekündigte Winterdienstbemühung um den Faktor 24 schlechter als in Malmö. Malmö gilt als radfahrerfreundlichste Stadt Schwedens. Zu Frühlingsbeginn im März 2013 waren bei Windböen und leichtem Schneetreiben mehr Radfahrer im Stadtbild präsent als bei vergleichbarem Wetter in der früheren "Umwelthauptstadt" Hamburg. Malmös Radwege waren fast ausnahmslos befahrbar.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö: Mittags in der Innenstadt

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö:Radweg entlang einer Ausfallstraße

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö:

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, grüne Veloroute

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, frei geräumte Kreuzungsflächen

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, frei geräumte Straßenkreuzung

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, Salz auf Radweg


In Hamburg sind an Schnee- und Eistagen nur noch gefühlte 5% der Schönwetterradler unterwegs. Das Problem: Schnee wird auf die Radwege geschoben, bei einsetzendem Tauwetter schmilzt der Schneehaufen leicht an, sackt zusammen und gefriert über Nacht zu Eis. Am nächsten Tag geht die Prozedur weiter, sodass die Radler in der Hansestadt von den Winterwettereinflüssen am längsten betroffen sind, selbst wenn schon auf Wiesen kein Schnee mehr zu finden ist. Schnee und Eis halten sich auf "Radwegen" am längsten, und das hält Schönwetterradler besonders lange vom Radeln ab. Im Gegensatz zu Norderstedt, Kopenhagen oder Malmö gibt es Salz prinzipiell nur für Autos.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Hamburg: Vereister Radweg aus dem Hamburger Radwegwinterdienstprogramm ein Tag nach dem Aufenthalt in Kopenhagen / Malmö


Der "Winterdienst" auf Hamburgs Radwegen begann im Winter 2010/2011. Damals betrug die Länge des Netzes noch 180 Kilometer. Als Streumittel war ausschließlich feinkörniger Kies vorgesehen, falls denn überhaupt geräumt wurde. Mittlerweile soll das Netz für den Radwegewinterdienst nur noch 150 Kilometer betragen. Abweichend von der strengen Lehre konnte im Winter 2012/2013 auf einigen Radwegen die Verwendung von Salz festgestellt werden. Auf den übrigen Radwegen wird bis auf eine Restschneehöhe von etwa 3-5 cm geräumt und feinkörniges abstumpfendes Material auf die Restschneefläche gestreut. Die Streckenkarten für das Radweg-Winterdienstprogramm wurde allerdings nicht nach Wegfall von 30 km Radwege angepasst. Welche 30 km Radwege nun nicht mehr versorgt werden ist nicht nachvollziehbar. Ohnehin waren viele der genannten Radwege nicht geräumt worden, sondern der Schnee wurde von anderen Straßenteilen auf die zu räumenden Radwege geräumt. Fragwürdig ist auch der angegebene Winterdienst entlang der Velorouten auf Straßen im Tempo 30-Zonen-Netz. Dort hatte es grundsätzlich keinen Winterdienst gegeben, die Karten zeigen aber Winterdiensteinsätze für Radfahrer an.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Hamburg: Veloroute 1 am Sievekingsplatz - ein Radweg aus dem Hamburger Radwegewinterdienstprogramm einen Tag nach Aufnahem der Bilder in Malmö und Kopenhagen


Nach drei Wintern mit Radwege-"Winterdienst" fällt die Bilanz nüchtern aus. Das System ist höchst unzuverlässig. Die veröffentlichen Winterdienst-Karten versprechen Leistungen, die nicht vollbracht werden. Die Mehrzahl der angegebenen Radwege wird gar nicht bedient. Die von der Verkehrsbehörde an die Stadtreinigung vergebenen Leistungen werden offenbar nicht auf Einhaltung überprüft. Zudem ist der Einsatz von Feinkies auf Radwegen - falls der Winterdienst tatsächlich tätig war - nicht besonders wirksam. Herr Huber, Amtsleiter für Verkehr in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, schien im Januar diesen Jahres immer noch nicht gewusst zu haben, dass der versprochene Winterdienst auf Hamburgs Radwegen nicht funktioniert. Auf der Veranstaltung "Warum kann Hamburg nicht Fahrrad?" bei der Patriotischen Gesellschaft äußerte er sich vollen Lobes für den angeblichen Winterdienst auf Hamburgs Radwegen. Seine Beantwortung einer Publikumsfrage bestätigte, dass der Amtsleiter zwar vom beabsichtigten Winterdienstprogramm auf Radwegen unterrichtet war, aber weder auf Hamburger Radwegen bei winterlichen Verhältnissen geradelt, noch über die nicht erbrachten Leistungen der Stadtreinigung unterrichtet war. Bleibt folgende Frage offen: Warum will Hamburg nicht Winterdienst für Radfahrer?

Für heute abend ist der erste Schneefall für den neuen Winter angesagt. Müssen Radfahrer wie üblich auf Fahrbahnen ausweichen oder sind die Radwege im Winterdienstprogramm befahrbar?



Mehr . . . / More . . . :

Mehr zum Aufenthalt in Kopenhagen im März 2013:
.