9. November 2018

Ab 2019: Offensive gegen Wildparker in Hamburg geplant

2019: Less chances for aggressive car parking in Hamburg
Aktualisiert am 10.11.2018

Veloroute 2, Weidenallee: Wildparker - © Stefan Warda


Kampfparker müssen ab nächstem Jahr damit rechnen, in Hamburg öfter belangt zu werden. Einhundert neue Mitarbeiter sollen die Polizei bei der Verteidigung des öffentlichen Raums gegen Kampfparker unterstützen. Dies geht aus Medienberichten hervor. Meldungen, wie "Falschparker haben in Bergedorf leichtes Spiel", werden hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Laut Fahrradklima-Test 2016 ist das aggressive Zuparken von Radverkehrsanlagen ein ernsthaftes Problem in der Hansestadt. Radfahrende bewerteten die "Falschparkerkontrolle auf Radwegen" nur mit der Note 5,3. Das war die schlechteste Einzelbewertung überhaupt im Rahmen des Klimatests für Hamburg.


Rentzelstraße, Radwegblockade durch Wildparker - © Stefan Warda


Verkehrspolitisches Ziel: Vision Zero

Die Offensive gegen Wildparker steht im Zusammenhang mit der Absicht des Senats, die Verkehrssicherheit in Hamburg zu erhöhen und die Zahl der Unfalltoten auf Null zu senekn ("Vision Zero"). In einem neuen Antrag (Drucksache 21/14847) von Angeordneten von SPD und Grünen wurde der Senat aufgefordert, die Kontrollen der Wildparker zu erhöhen, aber auch Geschwindigkeitskontrollen zu intensivieren und Radfahrende verstärkt zu kontrollieren. Laut Medienberichten geht es dabei u.a. um das illegale Gehwegradeln.

Verbotenes Gehwegradeln

Radfahrende müssen im nächsten Jahr also aufpassen, bei Fehlplanungen und schlechter Infrastruktur nicht in die Gehwegradelfalle zu geraten. Beispielsweise sollten Radfahrer nicht mehr neben unbenutzbaren Fakeradwege, die in Dooringbereichen verlaufen, auf dem Gehweg radeln, sondern auf der Fahrbahn (Beispiel Habichtstraße). Überall dort, wo Radwege urplötzlich enden und eine Weiterfahrt auf dem Gehweg nicht erlaubt ist, beispielsweise bei den berüchtigten Radweglücken an Bushaltestellen, sollten Radfahrende zukünftig lieber auf die Fahrbahn wechseln oder sich als Gehende betätigen. Beispiele dazu finden sich an Stresemannstraße, wo der Radweg bei der Plöner Straße stadtauswärts endet, der Eppendorfer Landstraße, wo der Radweg trotz enormer Straßenbreite am Hegestieg urplötzlich endet, an der Rentzelstraßenbrücke, der St. Pauli Hafenstraße oder an Luruper Hauptstraße und Luruper Chausse oder Hammerbrookstraße, wo Radwege regelmäßig durch Bushaltestellen unterbrochen wurden.



Habichtstraße, Fakeradweg mit Benutzungszwang: Hier bitte nicht auf dem Gehweg radeln! - © Stefan Warda

Habichtstraße, Fakeradweg mit Benutzungszwang: Hier bitte nicht auf dem Gehweg radeln! - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße, Radwegende und Gehwegradlerin - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße, Radwegende - © Stefan Warda

Eppendorfer Landstraße, Radweglückenbeginn ab Hegestieg - © Stefan Warda

Rentzelstraße, Radweglücke bei der Kreuzung mit An der Verbindungsbahn: Passt die Fahrradstaffel hier demnächst Gehwegradler ab? - © Stefan Warda

Luruper Hauptstraße: Verbotenes Gehwegradeln wegen Radweglücke an Bushaltestelle. Wartet hier demnächst die Fahrradstaffel auf Gehwegradler? - © Stefan Warda

Hammerbrookstraße, Radweglücke wegen Bushaltestelle - © Stefan Warda



Auch bei Kampfparkern auf Radwegen sollte Gehwegradeln tabu bleiben - es sollen zukünftig ja weniger werden.



Habichtstraße, benutzungspflichtiger Radweg und Kampfparker - © Stefan Warda



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Kommentare:

  1. Um im sprachlichen Bild zu bleiben: Wer eine Offensive startet, kann nicht gewinnen solange man nur über unzureichende "Waffen" verfügt. Die bisherigen rund 20euro Bußgeld sind gerade mal "Kleinkaliber". So wird das nix.... Wann kommen denn endlich 3-stellige Bußgelder,wie anderswo in Westeuropa üblich? Sogar Senator Horch hatte im Mai 2018 bis zu 1000euro für verkehrsgefährdendes Falschparken in Aussicht gestellt! Wann kommt das endlich!?!?

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  2. Die Bearbeitungsgebühr i. H. v. 25€ tut da schon mehr weh. Dennoch ist mit einer deutlich erhöhten Frequenz der Kontrolle und Ahndung zu rechnen. Denn es geht in dieser Sache maßgeblich um Schotter. Schäuble, die schwarze Null, hat Hamburg beim Länderfinanzausgleich ordentlich Druck gemacht. Die Differenz zwischen den möglichen und tatsächlichen Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung wurde Hamburg nämlich abgezogen. Erst dadurch haben die Verantwortlichen eine Motivation sich dieses Geld vor Ort einzusammeln. Welcome to capitalism :)

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  3. Hmm ... bei bewirtschafteten Parkplätzen die Parkgebühr auch wirklich kassieren zu wollen finde ich nicht so abwegig. Beim Lebensmittelhändler bezahlen ja auch alle Kunden und nicht nur jeder vierte. Ich sehe da eher ein bisheriges Manko. Aber Aussagen wie "es geht nur um Schotter" und "Welcome to capitalism" fühlt sich natürlich viel populistisch-wohliger an.

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