9. November 2018

Hamburg: Schutzstreifen mit fragwürdiger Schutzwirkung für den Waldweg geplant

Hamburg: Cycle lanes with questionable protective effect

Aktualisiert um 15:08 Uhr

Waldweg: Verbindung zwischen Sasel und Volksdorf - © Stefan Warda


Der Waldweg im Bezirk Wandsbek soll erneuert werden. Bislang gibt es dort - bis auf wenige kurze Ausnahmen - keinerlei gesonderte Radverkehrsanlagen. Radfahrer dürfen aber auf den schmalen überwiegend unbefestigten Gehwegen radeln - bei Schritttempo. Das soll sich nun ändern.

Die veröffentlichte Planung sieht vor im ersten Bauabschnitt zwischen Saseler Markt / Berner Weg und Saselbekstraße Radfahrende im Mischverkehr zu führen. Angesichts beengter Verhältnisse und dem Erhalt der Straßenbäume seien Schutz- oder Radfahrstreifen oder Radwege nicht umsetzbar.


Waldweg: Die Erlaubnis zum Gehwegradeln bei Schritttempo soll für den westlichen Abschnitt (Wohnbebauung) aufgehoben werden - © Stefan Warda

Waldweg: Im Westen endet die Straße an der Kreuzung mit dem Saseler Markt und dem Berner Weg. Dort befinden sich sogar Radwegabschnittchen - © Stefan Warda


Im zweiten Bauabschnitt (Saselbekstraße - Rögenfeld) sollen beidseitig Schutzstreifen in einer Breite von 1,62 Metern verwirklicht werden. Die Gesamtfahrbahnbreite einschließlich der Schutzstreifen soll in diesem Bereich 8,75 Meter bis 9,25 Meter betragen. In einem neunzig Meter langen Engstellenbereich soll der Schutzstreifen allerdings unterbrochen werden. Radfahrende sollen dann bei Schritttempo den 3,15 Meter breiten Gehweg nutzen.


Waldweg: Bislang ist auf diesen schmalen Pfaden das Gehwegradeln bei Schritttempo erlaubt - © Stefan Warda

Waldweg: Bislang ist auf diesen schmalen Pisten das Gehwegradeln bei Schritttempo erlaubt - © Stefan Warda


Der dritte Bauabschnitt soll sich von Rögenfeld bis Halenreie erstrecken. Auch für diesen Abschnitt ist ein Schutzstreifen mit 1,62 Meter Breite vorgesehen. Allerdings soll es nur auf einer Straßenseite einen solchen Streifen geben. Für die andere Straßenseite soll es beim wahlweisen Gehwegradeln bei Schritttempo bleiben, um den angrenzenden Baumbestand zu schützen.

Einen Schönheitsfehler weist die Planung jedoch auf: Der Waldweg hat Richtung Volksdorf einen äußersten kurvigen Verlauf. Dort ist eine durchgehende durchgezogene Mittellinie vorgesehen. Bei einer Schutzstreifenbreite von 1,62 Metern und einer Fahrspurbreite von 3,17 Metern ist das Überholen von Radfahrern unter Beachtung eines erforderlichen Seitenabstandes von 1,5 Metern nicht möglich. Autofahrende werden dort also hinter den Radfahrenden hinterherfahren müssen - oder sie werden - wie sonst auch in Hamburg - den erforderlichen Seitenabstand missachten und Radfahrende durch Engüberholen gefährden.


Die jetzige Planung für den Waldweg schafft beste Vorraussetzungen, im kurvigen Waldabschnitt bei Tempo 50 eng überholt zu werden


Die Baumaßnahme soll im Jahr 2021 umgesetzt werden.



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Kommentare:

  1. Das gleiche wird derzeit in der Rolfinckstraße umgesetzt.

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  2. Der Aspahlt ist eigentlich recht neu und der kurvige Teil bei den Teichwiesen auch nicht für Schutzstreifen geeignet.

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