20. April 2020

Wegen Gefahrenlage: Weitere Kilometer Pop-up-Radfahrstreifen in Berlin

Corona virus: More temporary bike lanes in Berlin

Aktualisiert um 16:03 Uhr
Berlin, Danziger Straße: Soll Pop-up-Radfahrstreifen erhalten - © Stefan Warda


In Berlin werden wegen der Coronavirus-Pandemie nach und nach weitere Kilometer Pop-up-Radfahrstreifen eingerichtet. Allein im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurden rund acht Kilometer "pandemieresiliente temporäre Radinfrastruktur" innerhalb weniger Wochen eingerichtet. Nach einem Bericht des Tagesspiegels begründet der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Maßnahmen als Notwendigkeit zur Gefahrenabwehr.

"Die Notwendigkeit für die schnelle Anordnung von Radfahrstreifen ergibt sich aus der Pandemiesituation als einer Gefahrenlage auch abseits des Verkehrsrechts: Da die existente Radverkehrsinfrastruktur nicht umfassend geeignet ist, die Abstands-Vorschriften zu befolgen, liegt eine Gefährdung des höheren Rechtsgutes der körperlichen Unversehrtheit vor."

Auch andere Berliner Bezirke haben schon bzw. wollen weitere Pop-up-Radfahrstreifen einrichten. In Pankow soll die Danziger Straße ebenfalls Radspuren erhalten, so ein Bericht der taz. Hilfreich mag im Hintergrund das Berliner Mobilitätsgesetz zu sein, nachdem ohnehin an Hauptverkehrsstraßen angemessen breite Radinfrastruktur vorgesehen ist. Planungen im Rahmen des Mobilitätsgesetzes werden nun durch zunächst temporäre Maßnahmen vorgezogen, wie im Fall des Kottbusser Damms.


https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/rad/infrastruktur/download/Regelplaene_Radverkehrsanlagen.pdf


Dagegen scheint es in vielen anderen Städten keine besondere Gefahrenlage für Radfahrende und Passanten trotz überfüllter Verkehrswege und der derzeit notwendigen Abstandsregelungen zugeben. Wahrscheinlich aber genießt der möglichst ungehinderte Autoverkehrsverfluß und der maximal mögliche Raum für Stehzeuge weiterhin Vorrang vor anderen Sicherheitsbelangen im Straßenverkehr - z.B. körperliche Unversehrtheit. Regelmäßig nicht eingehaltene Abstandsvorgaben werden - beispielsweise am Schwanenwik in Hamburg - ignoriert. Radfahrende, die angesichts des Coronavirus gesundheitlich eher gefährdet sind, sollten diesen und auch andere hochbelastete Strecken meiden und auf weniger belastete Strecken mit ggf. entsprechenden Umwegen ausweichen.


Zukünftige Velorouten 5 und 6, Schwanenwik / Hohenfelder Brücke, Baustelle - © Stefan Warda


Der Radverkehr hatte gemäß Zählstelle nahe der Gurlittinsel im April bislang gegenüber dem Vergleichsdurchschnitt lediglich um 7,25 Prozent abgenommen. Das ist nicht viel angesichts der Zahlen der Verkehrsbehörde, auf die HH1 verweist. Demnach sei "die Zahl der Autos, Lkw und Radfahrer, verglichen mit 2018, um 25 Prozent zurückgegangen" - wegen der Coronakrise.



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