12. Mai 2022

Versäumnis in Hamburg-Altona: Bahrenfelder Straße weiterhin nicht für Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben

 

 Aktualisiert um 11.25 Uhr

Bahrenfelder Straße / Mottenburger Twiete: Einfahrt verboten auch für Radfahrende - © Stefan Warda

 

Die Bauarbeiten rund um den Ausbau der geplanten Veloroute 1 in Ottensen sind nahezu abgeschlossen. Im Rahmen des Ausbaus der Straßen im Verlauf der zukünftigen Veloroute sollten auch die Querstraßen baulich und verkehrsrechtlich angepasst werden. Die Verbindungstraßen zwischen den zukunftigen Veloroutenachsen sollten für Radfahrende in beide Richtungen befahrbar werden. Dafür wurden auch bauliche Voaussetzungen geschaffen. Leider hapert es aber immer noch mit der Freigabe der Einbahnstraße für den Radgegenverkehr. Die Bahrenfelder Straße bleibt für Radfahrende zwischen Mottenburger Twiete und Eulenstraße weiterhin gesperrt, obwohl an der Kreuzung mit der Eulenstraße bauliche Anpassungen vorgenommen wurden. Die örtlich zuständie Straßenverkehrsbehörde wurde informiert.

 

Bahrenfelder Straße / Eulenstraße: Eigentlich ist vorgesehen, dass Radfahrende aus der Bahrenfelder Straße an die Kreuzung mit der Eulenstraße fahren sollen, bislang jedoch nicht erlaubt - © Stefan Warda

 

 

Mehr . . . / More . . . :

.

11. Mai 2022

Hamburg-Altona: Bald ein wenig Kopenhagenfeeling auf der Elbchaussee

 Hamburg: New Copenhagen style cycle tracks

Aktualisiert um 19.06 Uhr

Elbchaussee: Neuer Radweg nach Kopenhagener Vorbild - © Stefan Warda

 

Radfahrende dürfen sich auf die Fertigstellung der andauernden Grundinstandsetzung der Elbchaussee freuen. Zumindest in einigen Abschnitten wird es dort zukünftig Radwege geben, die dem Radwegdesign von Kopenhagen nachempfunden sind: Der Radweg ist asphaltiert, hat eine hohe Bordkante links zur Fahrbahn, eine niedrige Bordkante rechts zum Gehweg und an Grundstücksquerungen geradlinig und eben durchgezogen. Bei der Radwegbreite von 1,8 Metern (inklusive Bordstein) wird es für gemütliches Nebeneinanderradeln etwas knapp, aber gerade noch ausreichend. Der Straßenquerschnitt ist dort allerdings auch nicht sonderlich breit. Auf jeden Fall sind die Radwege ein Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand - wenn es an den Radwegabschnittenden gute Aufleitungen in den Fahrbahverkehr geben wird. Bislang gab es keine Radverkehrsanlagen. Nur in einigen Abschnitten war das Befahren der zum Teil engen Gehwege bei Schritttempo erlaubt.


Elbchaussee: Neues Radwegdesign für Hamburg - © Stefan Warda


Elbchaussee: 1,8 Meter Radwegbreite inklusive Kantstein © Stefan Warda

Elbchaussee: 1,8 Meter Radwegbreite inklusive Kantstein © Stefan Warda


Erste Abschnitte mit neuen Radwegen sind zu besichtigen ab Teufelsbrück stadteinwärts den Hügel aufwärts und stadtauswärts ab Elbchaussee 268 (Chinesisches Konsulat) abwärts Richtung Teufelsbrück. 

 

Elbchaussee: Vobildliches Radwegdesign an Grundstückszufahrten - © Stefan Warda

Elbchaussee: Vobildliches Radwegdesign an Grundstückszufahrten - © Stefan Warda

Elbchaussee: Vobildliches Radwegdesign an Grundstückszufahrten - © Stefan Warda

 

 

Bislang dienten Hamburgs Radwege eigentlich als provisorische Abdeckung von Versorgungsleitungen. Unter den Radwegen wurden bislang vornehmlich Leitungen für Gas, Telekommunikation und sonstiges verlegt. Wegen regelmäßiger Anpassungen an den Leitungsnetzen wurden die Radwege daher bislang minderwertig hergestellt, um ohne großen technischen Aufwand immer wieder die Versorgungsleitungen zu öffnen. Für Hamburgs Radwege wurden seit einigen Jahrzehnten Betonsteine auf einer Sandbettung verlegt, die weder Belastungen durch Überfahrten mit Autos oder Wildparken trotzten, noch den Einflüssen der Natur dauerhaft standhielten (Wurzelaufbrüche, Absackungen durch Ausspülungen, Pioniervegetation in den Fugen, usw.). Dass nun Radwege in hoher Qualität mit einer dicken Asphaltdecke und ebenem Verlauf an Grundstückszufahrten gebaut werden, scheint für Hamburger Verhältnisse daher nahezu revolutionär zu sein. Allerdings hatten die Planungsrichtinien für die Anlage der Hamburger Stadtstraßen (PLAST) schon im Jahr 2000 ebene Radwegverläufe an Grundstückszufahrten im Programm. Sie kamen leider bislang so gut wie nie zur Anwendung.

 

Elbchaussee: Neues Radwegdesign - © Stefan Warda

 

 

Mehr . . . / More . . . :

.

10. Mai 2022

Kostproben aus dem "Fahrradland" Schleswig-Holstein

 Cycling in Schleswig-Holstein

 

Welt: Wegweisung - © Stefan Warda

 

 

Ziel der bisherigen Landesregierung Schleswig-Holsteins war es, bis 2030 einen Radverkehrsanteil von 30 Prozent zu erreichen. Zudem strebte der für den Radverkehr zuständige Minister Buchholz an, Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2030 zu "Deutschlands Rad-Land Nummer 1" unter den Flächenländern zu machen.

 

Meggerdorf: Naturbadestelle an der Alten Sorge - © Stefan Warda

 

Bislang jedoch laden viele "Radwege" kaum zum Radfahren ein. Bei einer touristisch motivierten Radtour durch Schleswig-Holstein gab es auf dem Land viele Überraschungen zu entdecken. Selbst für Touristen und Freizeitradelnde ist es wenig einladend, wenn beim Radfahren volle Konzentration auf die "Radweg"-Oberfläche notwendig ist, anstelle die vorbeigleitende Landschaft in Augenschein zu nehmen und zu geniessen. Wer nur nach unten blicken muss, um Schlaglöchern, Querrinnen und Querwölbungen auszuweichen, bekommt von Schleswig-Holsteins landschaftlichen Vorzügen und Sehenswürdigkeiten kaum etwas mit. 

 

Friedrichstadt, "Wikinger-Friesen-Weg" bei der Bahnhofstraße (Mai 2022): Fernradweg soll über Gehweg führen - © Stefan Warda

Friedrichstadt, "Wikinger-Friesen-Weg" bei der Bahnhofstraße (2018): Fernradweg sollte auch damals schon über Gehweg führen - © Stefan Warda

Tönning, B5 vor der Eiderbrücke: Gemeinsamer Geh-/Radweg - © Stefan Warda

Tönning, B5 vor der Eiderbrücke: Gemeinsamer Geh-/Radweg, Tempo 50, Radfahrer absteigen - © Stefan Warda

Tönning, B5 vor der Eiderbrücke: Gemeinsamer Geh-/Radweg, Tempo 50, Radfahrer absteigen - © Stefan Warda

Friedrichstadt, "Wikinger-Friesen-Weg" bei Tönninger Straße / Bahnhofstraße: Gemeinsamer Geh-/Radweg - © Stefan Warda

Friedrichstadt, "Wikinger-Friesen-Weg" bei Tönninger Straße / Marschbahnstrecke: Gemeinsamer Geh-/Radweg endet, Radfahrende müssen auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda

Tetenbüll, Karkenstraat: Gemeinsamer Geh-/Radweg beginnt linksseitig kurz vor der Kreuzung mit dem Kirchdeich - © Stefan Warda

Tetenbüll, Kirchdeich: Gemeinsamer Geh-/Radweg endet linksseitig kurz hinter der Kreuzung mit der Karkenstraat - © Stefan Warda

Tetenbüll, Kirchdeich: Gemeinsamer Geh-/Radweg beginnt kurz vor der Kreuzung mit der Karkenstraat - es kann vom benutzungspflichtigen Geh-/Radweg nicht links abgebogen werden - © Stefan Warda

Meggerdorf / Sandschleuse: Gemeinsamer Geh-/Radweg mit einem Drängelgitter und "Radwegschäden" - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert und Radfahrenden - im Vergleich zu Autofahrenden auf der Fahrbahn - nicht einmal eine Pedelechöchstgeschwindigkeit erlaubt - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert - © Stefan Warda

Tönning, "Wikinger-Friesen-Weg" im Katinger Watt: Neben der bestens ausgebauten ebenen Fahrbahn werden Radfahrende per Verkehrszeichen 240 auf eine fahrbahnbegleitende Rumpelpiste gezwungen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert - © Stefan Warda

Seeth, L38 / Mildterkoog: Gemeinsamer Geh-/Radweg? - © Stefan Warda

Seeth, L38 / Mildterkoog: Gemeinsamer Geh-/Radweg? - © Stefan Warda

Seeth, L38: Gemeinsamer Geh-/Radweg? - © Stefan Warda

Seeth, L38: Gemeinsamer Geh-/Radweg? - © Stefan Warda

Seeth, L38: Der "Gemeinsame Geh-/Radweg" wird durch den gelben Löwenzahnstreifen hinter den Bäumen dargestellt - © Stefan Warda

Seeth, L38: Der "Gemeinsame Geh-/Radweg" wird durch den gelben Löwenzahnstreifen dargestellt - © Stefan Warda

Seeth, L38 / Nordholm: "Gemeinsamer Geh-/Radweg" - © Stefan Warda

Koldenbüttel, "Wikinger-Friesen-Weg": Landwirtschaftliche Wege sind nicht immer einfach zu beradeln - © Stefan Warda

Stapel, "Eider-Treene-Sorge-Radweg" neben der Treene: Landwirtschaftliche Wege sind nicht immer einfach zu beradeln - © Stefan Warda

Friedrichsholm, "Eider-Treene-Sorge-Radweg" auf stillgelegter Bahntrasse Husum - Rendsburg: Schotterpiste - © Stefan Warda

Friedrichsholm, "Eider-Treene-Sorge-Radweg" auf stillgelegter Bahntrasse Husum - Rendsburg: Sandpiste - © Stefan Warda

 

 

Zudem werden Radfahrende oft für nur kurze Abschnitte auf zumeist gemeinsame Geh- und Radwegabschnittchen gezwungen, die nach kurzen Entfernungen wieder enden, wonach Radfahrende sich dann wieder mühselig in den Fahrbahnverkehr einfädeln müssen. Besonders schikanös und ggf. auch noch gefährlich sind solche überflüssigen Anordnungen, wenn diese mit mehrfachem Straßenseitenwechsel auf kurzer Entfernung verbunden sind. Und dann gibt es auch noch ausgewiesene benutzungspflichtige blühende Grünstreifen, die sich Radfahrende und Gehende teilen sollen, aber zum Radfahren ganz und gar ungeeignet sind. 

Auf den Internetseiten des Landes Schleswig-Holstein heißt es zu den beiden dargestellten Fernradwegen, dass sie gut befahrbar wären:

"Der Eider-Treene-Sorge-Radweg verläuft über gut ausgebauten Wirtschaftswege, Nebenstraßen und Radwegen abseits des Autoverkehrs. Die Strecke ist einfach zu befahren und für Anfänger, Familien mit Kindern sowie Langstreckenfahrer gut geeignet."

"Der Wikinger-Friesen-Weg verläuft auf gut befestigten, meist verkehrsarmen Strecken. Die Strecke ist einfach zu befahren und eignet sich für Anfänger und Familien mit Kindern." 

 

Trotz der genannten Unannehmlichkeiten hat sich die Tour gelohnt . . . 

 

 

Rendsburg, Schwebefähre: Vorrang für Radfahrende - © Stefan Warda

Rendsburg, Schwebefähre - © Stefan Warda

 

Mehr . . . / More . . . :

.

3. Mai 2022

1. Mai 2022

Hamburg: Morgen soll der vorgezogene Umbau der Fake-Veloroute 4 zwischen Binnen- und Außenalster beginnen

Fake cycle routes in Hamburg: Tomorrow improvements going to start

Aktualisiert um 22.48 Uhr

Fakevelorouten 3 und 4, Neuer Jungfernstieg / Esplanade: Benutzungspflichtiger Fakeradweg - © Stefan Warda

 

Schon seit einigen Jahren plant die Verkehrsbehörde den Umbau der beiden Kreuzungen im Verlauf der bisherigen Fakeveloroute 4 am Neuen Jungfernstieg. Morgen soll nun ein vorgezogener Umbau der Kreuzungen Neuer Jungfernstieg / Lombardsbrücke / Esplanade und Neuer Jungfernstieg / Kennedybrücke / Alsterglacis / Alsterufer beginnnen, der Verbesserungen für Radfahrende (und Gehende) bringen soll. 

Seit mehr als zwanzig Jahren verlaufen die Fakevelorouten 3 und 4 dem Neuen Jungfernstieg folgend über die beiden Kreuzungen mit Lombardsbrücke / Esplanade und Kennedybrücke /Alsterglacis. Unter Bausenator Eugen Wagner (SPD) wurde der auf der östlichen Seite gelegene Radweg zwischen Lombardsbrücke und Kennedybrücke im Rahmen des Ausbaus der Kreuzungen für die Einrichtung der Fakevelorouten beseitigt. Seitdem sollten Radfahrende in beide Fahrtrichtungen auf der westlichen Seite des Neuen Jungfernstiegs fahren - unter katastrophalen Bedingungen für Radfahrende wie auch für Gehende. 

 

Neuer Jungfernstieg / Verbindungsbahn: Trasse für geplanten Radweg - © Stefan Warda

Neuer Jungfernstieg / Verbindungsbahn: Trasse für geplanten Radweg - © Stefan Warda

Neuer Jungfernstieg / Verbindungsbahn: Die bislang ungenutzte Fläche soll zukünftig einem Radweg stadtauswärts dienen - © Stefan Warda

Neuer Jungfernstieg / Verbindungsbahn: Trasse für geplanten Radweg - © Stefan Warda

Neuer Jungfernstieg / Verbindungsbahn: Trasse des vormaligen Radwegs (heute Gehweg), der für die Fakevelorouten unter Bausenator Eugen Wagner ("Beton-Eugen") entfernt wurde, mit zahlreichenden Falschfahrenden - © Stefan Warda

 

Die geplante Baumaßnahme soll für die neue Radverkehrsführung stadtauswärts eine bislang ungenutzte Fläche unter der westlichen Unterführung unter der Verbindungsbahn nutzen. Dadurch soll der bisherige Zweirichtungsradweg auf der westlichen Straßenseite entfallen. Dai Baumaßhame soll bis 19. Juni andauern. In einigen Jahren wird dann wohl der endgültige Umbau der beiden Kreuzungen folgen.


Baustelleninfo - © Stefan Warda


 

Mehr . . . / More . . . :

.