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8. September 2016

Radschnellwege sollen Bundessache werden

Fast cycle routes going to be financed by federeal ministries


So könnte ein Radschnellweg aussehen - © Stefan Warda


Laut einem Bericht der ZEIT und einer Pressemitteilung der Stadt Mülheim sollen Radschnellwege ab 2017 einen eigenen Bundesetat erhalten. Zunächst sollen 2017 25 Millionen Euro für Radschnellwege in ganz Deutschland aus dem Etat des Bundesverkehrsministerium bereitgestellt werden. Eine Zustimmung durch den Deutschen Bundestag soll allerdings noch ausstehen. Bislang mussten in Deutschland die Kommunen Radschnellwege planen und bauen, wenn nicht andere Sonderprogramme wie im Fall des "eRadschnellwegs" in Göttingen angezapft werden konnten. Einzig in Nordrhein-Westfalen sollen Radschnellwege bezüglich Bau und Unterhalt demnächst den Landesstraßen gleichgestellt werden. Eine entsprechende Änderung des Straßen- und Wegegesetzes in NRW soll noch 2016 vorgenommen werden.

In den Niederlanden und in Dänemark werden Radschnellwege mit staatlichen Mitteln gefördert.


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8. Juni 2016

"Deine Geest": Hamburgs Umweltbehörde sucht Ideen für neuen Park

"Deine Geest": Ideas wanted for new park in Hamburg


© Stefan Warda


Hamburgs Umweltbehörde möchte die Bürger beteiligen an der Entwicklung eines neuen Grünzugs vom Berliner Tor bis zum Öjendorfer See. Die etwa neun Kilometer lange "Landschaftsachse Horner Geest" soll aus Bundes- und Landesmitteln in Höhe von fünf Millionen Euro entwickelt werden. Über die Vergabe von einer Million Euro könnten die Bürger mitbestimmen, so verspricht es die Umweltbehörde.

Derzeit folgt die Veloroute 8 dieser Landschaftsachse von Berliner Tor bis Horner Rennbahn und knickt von dort dann Richtung Billstedt ab. Auf der Veloroute wird derzeit sogar für die Beteiligung an dem Projekt geworben.


Veloroute 8, Oben Borgfelde - © Stefan Warda


Irrtümlicherweise schreibt die Umweltbehörde in ihrer Pressemeldung zu dem Projekt von schon existierenden Radschnellwegen in Hamburg. Leider hat Hamburg derzeit noch keine Radschnellwege, aber vielleicht könnte ein echter Radschnellweg eine Projektidee für den geplanten Grünzug werden?


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27. Februar 2016

Landesetat für Radschnellwege in Nordrhein-Westfalen

State budget for high speed cycle routes in Northrhine-Westphalia


© hamburgize.com / Stefan Warda


Laut einem Bericht der WAZ will das Land Nordrhein-Westfalen einen gesonderten Etat für den Bau von Radschnellwegen einrichten. Dieses Jahr soll das Landesstraßen- und Wegegesetz entsprechend geändert werden. Damit sollen Radschnellwege den Landesstraßen gleichgestellt werden. Sie würden also vom Land gebaut und unterhalten. NRW wäre mit dieser Lösung Vorreiter in Deutschland.



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26. Februar 2014

Göttingen und der "eRadschnellweg"

Göttingen and the eCycle Superhighway
Aktualisiert am 28.02.2014

Göttingen, "eRadschnellweg" - © Stefan Warda


Göttingen hat Deutschlands ersten Radschnellweg für E-Bikes. Die Bezeichnung "eRadschnellweg" suggeriert dies zumindest. Auf bislang noch 2,4 Kilometern verbindet der blau markierte Radschnellweg den historischen Campus der Georg-August-Universität am Rande des historischen Stadtkerns mit dem Campus Nord auf der grünen Wiese oberhalb der Innenstadt. Ende November wurde dieses Teilstück eingeweiht, im Herbst 2014 soll die Verlängerung bis zum Hauptbahnhof erfolgen. Dann soll der "eRadschnellweg" eine Länge von vier Kilometern haben. Weitere Verlängerungen nach Norden und Süden sind angedacht.

© hamburgize.com / Stefan Warda
Göttingen, "eRadschnellweg", Ausbaustand Februar 2014. Die gestrichelte Linie stellt die für Herbst 2014 geplante Verlängerung dar

Eigentlich unterscheidet sich dieser Radschnellweg konzeptionell nicht besonders von anderen aus dem Großraum Kopenhagen oder den Niederlanden. Dort werden die Schnellverbindungen jedoch nicht explizit als E-Bike-Radwege hervorgehoben, auch wenn in den beiden fahrradfreundlichen Nachbarländern E-Bikes auf den Schnellrouten zum Einsatz kommen. In der Hauptstadtregion Kopenhagen hat es derzeit quasi zwei Radschnellwege, die Albertslundroute Kopenhagen - Frederiksberg - Rødovre - Glostrup - Albertslund und die Farumroute Nørrebro - Gladsaxe - Farum, die demnächst bis zum Nyhavn im Stadtzentrum verlängert wird. In den Niederlanden hat es verschiedene Radschnellwegprojekte in einzelnen Stadtregionen, z.B. in Groningen oder in der Metropolregion Arnhem / Nijmegen. Auch in London sollen Radschnellwege entstehen, ebenso wie in Freiburg, im Ruhrgebiet und weiteren Städten in NRW. Und sogar in Hamburg hat es Ideen zu Radschnellwegen.


Göttingen, "eRadschnellweg" - © Stefan Warda


Die spezielle Ausrichtung auf Elekromobilität im Fall des Göttinger Radschnellwegs hängt mit Fördermitteln des Bundes zusammen. Die Bundesregierung hatte vier Regionen Deutschlands als "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt und fördert dort die Entwicklung von alternativen Antrieben.

Der eRadschnellweg Göttingen wird bundesweit der erste Radschnellweg sein, der zentral durch eine Stadt führt. An dieser Teststrecke wird untersucht, welche Anforderungen Rad Fahrende mit Elektrofahrrädern an die Infrastruktur stellen und ob durch das Angebot von Radschnellwegen und von Elektrofahrrädern die Bereitschaft von Penderinnen und Pendlern steigt, vom Auto auf das Zweirad umzusteigen.

Göttingen: Durchschnittlich 3100 Radler passierten dieses Jahr täglich die Zählstelle am "eRadschnellweg" - © Stefan Warda

Neben dem Forschungsprojekt über die Universität Göttingen im Umfang von 450.000 Euro zur Auswertung der "Teststrecke" "eRadschnellweg" im Rahmen des "Schaufensters Elektromobilität" gibt es 520.000 Euro Fördergelder zur Anlage des Radwegs zusätzlich zur Eigenbeteiligung von 600.000 Euro durch die Stadt Göttingen.


"eRadschnellweg": Die Höhenunterschiede mit Blick vom nördlichen Endpukt der Route auf die Innenstatd werden hier deutlich - © Stefan Warda

Bei einer Erprobungsfahrt vor einer Woche waren nur herkömmliche Fahrräder auf dem "eRadschnellweg" im Einsatz. Derzeit besteht dieser Radweg aus zwei Teilstrecken. Der erste Teilstrecke verläuft als Fahrradstraße mit Anliegerverkehr durch ein Wohnviertel, wo es zuvor eine Tempo 30-Zone hatte. Der folgende Abschnitt führt als einseitiger getrennter Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr neben einer äußerst großzügig ausgebauten vierspurigen Ausfallstraße zum Nord-Campus. Dort hat es auch eine Zählstelle. Die einseitige Lage des Radwegs korrespondiert mit der Lage der Campuseinrichtungen entlang der Ausfallstraße. Der Aspekt der Elektromobilität gewinnt an Plausibilität, wenn es einen bis zum letzten Ende des Radwegs verschlägt. Die Ausfallstraße hat eine leichte, aber stetige Steigung, die am Ende jedoch nochmals deutlich zulegt. Studenten und Universitätsangehörige müssen also morgens ordentlich in die Pedale treten, um die Einrichtungen anzufahren. Dagegen hat es nach Ende des Unitages eine bequeme Talfahrt ins Stadtzentrum oder mittags zur Mensa am Hauptcampus.


Göttingen, "eRadschnellweg" in der Goßlerstraße - © Stefan Warda

Göttingen, "eRadschnellweg": Fahrradstraße in der Goßlerstraße - © Stefan Warda

Einen negativen Beigeschmack hinterlässt allerdings der großzügig dimensionierte freie Rechtsabbieger, der den einseitigen Zweirichtungsradweg kreuzt, Wer auf dem Sattel talwärts rauscht, ggf. noch mit Motorunterstützung, der muss sich besonders in Acht nehmen, trotz Vorfahrt nicht von entgegenkommenden und kreuzungen Fahrzeugen überfahren zu werden. Die Aufprallgeschwindigkeiten dürften hier besonders hoch sein, da der Kurvenradius der Abbiegespur zügiges Fahren zulässt. Zudem liegt der freie Rechtsabbieger hinter einer Fahrradampel. Radler, die bei der Bergabfahrt auf noch bei Grüner Welle die Ampel passieren wollen und ggf. noch deutlich beschleunigen, werden unmittelbar danach mit dem Autoquerverkehr auf dem Radschnellweg konfrontiert - keine feine Sache.


Radler und Autos auf Konfrontationskurs entlang des "eRadschnellwegs". Der freie Rechtsabbiger entspricht nicht heutigen Planungsstandards - gemäß der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) - © Stefan Warda

© Stefan Warda


Dem Stadtbesucher fallen nach Verlassen des Bahnhofs die zahlreichen abgestellten Räder auf dem Bahnhofsplatz und das Fahrradparkhaus auf. Im Umfeld des zentralen Campus beeindrucken die zahlreichen Radlerkolonnen an den Kreuzungen. Göttingen hatte 2009 einen Radverkehrsanteil von 29%. Mit dem neuen Radweg, der bis zum Hauptbahnhof verlängert wird, wird der Anteil sicherlich weiterhin steigen.


Göttingen, Bahnhofsplatz - © Stefan Warda

Bahnhofdplatz: Fahrradparkhaus - © Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda


Die Verbindung vom Zentralcampus zum Hauptbahnhof, das nächste Teilstück des "eRadschnellwegs", bedarf auf jeden Fall einer Verbesserung. Zum Teil sind die Radwegbreiten nicht ausreichend dimensioniert für den vorgegebenen Zweirichtungsverkehr. Offenbar hat es in Göttingen eine besondere Kultur der Zweirichtungsradwege. An zahlreichen Straßen ist oder war der Zweirichtungsverkehr erlaubt oder vorgeschrieben. Und Geisterradeln eindeutig entgegen der Regeln ist sehr verbreitet. Manche Straße haben Radwege von nur 1,5 Meter Breite, haben jedoch Piktogramme aufmarkiert, die eine Freigabe für den Zweirichtungsverkehr suggerieren. Beim Begegnungsfall wird dann ausnahmslos auf Gehwege ausgewichen. Solche Radwege genügen in Kopenhagen nicht einmal dem Einrichtungsverkehr, die Mindestbreite ist dort bei 2,2 Metern angesetzt. Ausblick: Die Verlängerung des "eRadschnellwegs" zum Bahnhof wird den Radlern sicherlich deutliche Verbesserungen mit eindeutigen und sichereren Führungen bereiten.


Erweiterungsstrecke für den "eRadschnellweg"

Göttingen, Berliner Straße: Beengte Zweirichtungsradwege - © Stefan Warda

Göttingen, Berliner Straße: Beengter Zweirichtungsradweg - © Stefan Warda

Göttingen, Goßlerstraße: Fahrradstraße mit Buslinienverkehr - © Stefan Warda

Goßlerstraße, Wegweisung - © Stefan Warda

Goßerstraße, Mensa am Turm - © Stefan Warda

© Stefan Warda
Goßlerstraße - © Stefan Warda



Geisterradlerstadt Göttingen

Göttingen, Weender Landstraße: Kein Zweirichtungsradweg - © Stefan Warda

Göttingen, Kreuzbergring: Zwar hat es Pfeilmarkierungen auf dem nicht benutzungspflichtigen Radwegen, doch einzig das Zusatzzeichen 1022-10 erlaubt den Gegenverkehr auf linken Radwegen -
© Stefan Warda

© Stefan WardaKreuzbergring: Eingeplante Kollisionen bei 1,5 Metern Radwegbreite - Anstiftung zum illegalen Geisterradeln und Gehwegradeln - © Stefan Warda

Göttingen, Kreuzbergring: In Kopenhagen würde dieser Radweg nicht einmal dem Einrichtungsverkehr genügen - © Stefan Warda

Göttingen, Kreuzbergring - © Stefan Warda



Vier Meter Radwegbreite


© Stefan Warda
 

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda




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30. Januar 2014

FDP-Chef Christian Lindner gegen Radschnellweg Ruhr

FDP Leader Lindner Criticizes Planning of a Cycle Highway for Ruhr Area



FDP-Chef Lindner fand als Gastredner bei der Kreishandwerkerschaft Ruhr in Bochum keine freundlichen Worte für den geplanten Radschnellweg Ruhr. Die WAZ berichtet Lindner habe für seine markigen Worte gegen Deutschlands erstes großes Radschnellwegprojekt viel Applaus bekommen.

Unser Land braucht keine Luftschlösser, sondern vernünftige Investitionen in die Infrastruktur.

Lindner forderte dagegen mehr Investitionen in Autostraßen. Linder ist bekannt als leidenschaftlicher Autofahrer. Schon während seiner Zivildienstzeit soll Lindner Porsche gefahren sein. Als Mitglied im Deutschen Sportfahrerkreis bekennt er sich zu sportlichem Autofahren.

Meine private Leidenschaft gehört unter anderem dem Motorsport. Ich bin Mitglied im Deutschen Sportfahrer Kreis e.V., der regelmäßig Motorsport-Veranstaltungen durchführt und der für die Vergabe der nationalen Rennfahrerlizenz zuständig ist.

Lieber "vernüftig" im Stau stehen als entspannt und fit zur Arbeit kommen? In den Niederlanden und in Dänemark werden Radschnellwege zur Beseitigung von Staus auf den Zufahrten in die Städte angelegt.


Supercyckelstier


Die FDP ist bekannt für ihr gestörtes Verhältnis zum Radverkehr. 2011 fand das FDP-Plakat zur autofreien Stadt sogar in Kopenhagen große Beachtung.

[via Radspannerei]


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„Unser Land braucht keine Luftschlösser, sondern vernünftige Investitionen in die Infrastruktur.“

FDP-Chef Lindner kritisiert Pläne für Radschnellweg Ruhr | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/fdp-chef-lindner-kritisiert-plaene-fuer-radschnellweg-ruhr-id8877399.html#plx296418851
„Unser Land braucht keine Luftschlösser, sondern vernünftige Investitionen in die Infrastruktur.“

FDP-Chef Lindner kritisiert Pläne für Radschnellweg Ruhr | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/fdp-chef-lindner-kritisiert-plaene-fuer-radschnellweg-ruhr-id8877399.html#plx296418851

21. November 2013

NRW baut sechs Radschnellwege

Northrhine-Westphalia Is Going to Build Six Cycle Highways


  © hamburgize.com / Stefan Warda
Radschnellweg in den Niederlanden


In Nordrhein-Westfalen sollen mit Unterstützung der Landesregierung fünf Radschnellwege geplant werden. Aus den verbliebenen acht Projektskizzen, die Kommunen aus NRW im Juli beim Verkehrsministerium für einen Planungswettbewerb eingereicht hatten, hat eine Jury die fünf besten Vorschläge ausgewählt. Damit entstehen in NRW in verschiedenen Regionen zusammen mit dem 80 Kilometer langen Ruhrgebietsprojekt 230 Kilometer überörtliche Radschnellwege. Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen ein landesweites Radverkehrsnetz von 14.200 Kilometern Länge.
NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und Landrat Günter Rosenke (Kreis Euskirchen) vom Präsidium der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrrad-freundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) gaben gestern in Düsseldorf die Wettbewerbssieger bekannt.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Radschnellweg in den Niederlanden


Verkehrsminister Groschek versprach mit den geplanten Radschnellwegen einen Quantensprung beim Radverkehr in NRW zu schaffen.

Die prämierten Vorschläge sind:
  • Die StädteRegion Aachen mit der Strecke Aachen - Herzogenrath / Kerkrade (NL) / Heerlen (NL),30 km
  • Die Stadt Düsseldorf mit der Strecke Neuss - D-Universität - D-Benrath - D-Garath - Langenfeld / Monheim (31 km)
  • Die Stadt Bad Oeynhausen mit der Strecke Herford - Löhne - Bad Oeynhausen - Porta Westfalica - Minden (36 km)
  • Die Stadt Köln mit der Strecke Köln Innenstadt - K-Universität - K-Lindenthal - K-Gewerbegebiet Marsdorf - Frechen Europark - Frechen Bahnhof (8,4 km)
  • Die Stadt Rhede mit der Strecke Isselburg-Anholt - Isselburg - Isselburg-Werth - Bocholt - Rhede - Borken - Velen (45 km)

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, kreuzungsfreier Radweg


Zusätzliche Streckenvorschläge aus Düsseldorf (für die Strecke Ratingen-Kaiserswerth) und Rhede (für den Abschnitt Velen - Coesfeld) konnten die Jury nicht überzeugen.
Nicht durchsetzen konnten sich die Vorschläge aus
  • Bonn (Bornheim - Alfter - Bonn - Troisdorf - Siegburg, 27 km),
  • Kreis Düren (Düren Bahnhof - Gewerbegebiet „Im großen Tal“ - Huchem-Stammeln - Selhausen - Krauthausen - Selgersdorf - Jülich Forschungszentrum - Jülich Bahnhof - Jülich FH-Campus, 18 km),
  • Iserlohn (Hagen-Hohenlimburg - Iserlohn-Hemer - Menden - Lendringsen - Holzen - Arnsberg, 62 km).

© hamburgize.com / Stefan Warda
Malmö, kreuzungsfreier Radweg

Ihren Vorschlag zurückgezogen hatte die Stadt Kleve (mit der geplanten Strecke Kleve - Kranenburg - Nijmegen (NL), 12,5 km).

Für die fünf Gewinnerprojekte fördert das Land zunächst eine Machbarkeitsstudie. Die ist Grundlage für die weitere Vor- und Ausführungsplanung, die das Land ebenfalls unterstützt. Die Förderung von Radschnellwegen hatte die Landesregierung als einen wichtigen Baustein in ihrem im Februar 2012 beschlossenen Aktionsplan zur Förderung der Nahmobilität definiert.
Die Koalition hatte beschlossen, das Straßen- und Wegegesetz NRW in Hinblick auf Radschnellwege so zu ändern, dass in Zukunft Radschnellwege Landesstraßen werden, für die (außerhalb von Großstädten >80 Tsd. Einwohnern) die Baulast, also die Kosten für Bau und Unterhaltung, beim Land liegen.


© AGFS-NRW
© AGFS


In den letzten Jahren sind in NRW zahlreiche Radwege auf Bahnstrecken entstanden. Die jüngsten Projekte weisen mittlerweile gute Ausbaustandards auf und könnten daher auch eine wichtige Rolle für den Alltagsradverkehr spielen. Auf der 22 Kilometer langen Nordbahntrasse in Wuppertal - geführt durch dichtbesiedelte Stadtgebiete - hat es mangels Ampeln jederzeit freie Fahrt. Die Nordbahntrasse wird mit Bundesmitteln und Spenden finanziert, im Ruhrgebiet sind zahlreiche Trassen durch den Regionalverband Ruhr finanziert worden.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Wuppertal, Nordbahntrasse

© hamburgize.com / Stefan Warda
Wuppertal, Nordbahntrasse



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26. September 2013

Zwischenbericht zum Radschnellweg Ruhr liegt vor

Status Report High Speed Cycle Route Ruhr

Aktualisiert
Gelsenkirchen
Städteraum Ruhrgebiet

Die Planungen zum Radschnellweg Ruhr nehmen Gestalt an. Deutschlands wohl längster Radschnellweg in einem urbanen Raum könnte Ende dieses Jahrzehnts vollendet werden. Auf einer Länge von etwa 85 Kilometern soll er die Ruhrgebietsstädte Duisburg, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Kamen und Hamm verbinden. Zwischen Duisburg und Bochum soll der Hochleistungsradweg überwiegend auf der Trasse der stillgelegten Rheinischen Bahn verlaufen. Entlang der Trasse bestehen mehrere Verknüpfungen zu bestehenden touristischen Bahnradwegen, wie dem Erzbahn-Radweg Bochum Jahrhunderthalle - Herne - Gelsenkirchen-Grimberg (Rhein-Herne-Kanal) oder dem Emscher-Park-Radweg Gelsenkirchen Erzbahn-Radweg - Essen Zeche Zollverein. Der Radschnellweg Ruhr wird vermutlich vorerst der längste in Deutschland sein und in seiner Art auch einzigartig. Nirgends sonst gibt es einen so großen Verdichtungsraum, durch den eine so lange hochwertige Radverkehrsverbindung führen wird.


Ruhrschnellweg
Geburtsstunde des Radschnellwegs Ruhr war die Sperrung des Ruhrschnellwegs für einen Event im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010


Trassierung
Für den Radschnellweg Ruhr sollen höhere Qualitätsstandards als für schon bestehende touristische Radwege auf Bahntrassen im Ruhrgebiet gelten. Der Radweg soll weitgehend kreuzungsfrei verlaufen - sanfte Steigungen und großzügige Radien werden höhere Geschwindigkeiten als die üblichen verwinkelten Mini-"Radwege" im Straßenraum des Ruhrgebiets erlauben. Eine Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr soll erfolgen. Für den Zweirichtungsverkehr soll eine Breite von mindestens vier Metern, bei Einrichtungsabshcnitten mindestens drei Metern, vorgenommen werden. Sanfte Steigungen und Beleuchtung und Winterdienst sollen obligatorisch sein. Reisezeiten für Radler werden durch die Route für viele Verbindungen im Vergleich zum heutigen Zustand erheblich reduziert werden. Der Ausbaustandard soll vor allem Alltagsradfahrer ansprechen. Im Einzugsgebiet der Route leben etwa eine Million Menschen, 430.000 Erwerbstätige und 150.000 Studierende würden vom Bau profitieren.


Essen, Emscherpark-Radweg
Trasse für den Radschnellweg Ruhr: Emscherpark-Radweg auf der Kray-Wanner-Bahn

Essen, Emscherpark-Radweg
Trasse für den Radschnellweg Ruhr: Emscherpark-Radweg auf der Kray-Wanner-Bahn

Bochum, Erzbahn-Radweg - Erzbahnschwinge
Alternativtrasse für den Radschnellweg Ruhr: Erzbahnschwinge im Verlauf des Erzbahn-Radwegs in Bochum

Bochum, Alleestraße
Alternativtrasse für den Radschnellweg Ruhr: Alleestraße in Bochum



Radschnellwege - Vorbilder
Vergleichbare Velorouten wurden bislang in den Niederlanden und im Großraum Kopenhagen verwirklicht. 


Nijmegen, Schnellradweg
Nijmegen, Schnellradweg Bahnhof - Universität

Nijmegen, Rijnwaalpad
Nijmegen Rijnwaalpad, Vorrang gegenüber einer Querstraße

Nijmegen, Rijnwaalpad
Nijmegen Rijnwaalpad, Unterführung unter Bahnlinie und Schnellstraße

Nijmegen, Rijnwaalpad
Nijmegen Rijnwaalpad, Brücke über Hauptstraße

Nijmegen, Rijnwaalpad
Nijmegen Rijnwaalpad, steigungsarme Rampe zur Brücke über Hauptstraße

Weitere Eindrücke von Schnellradwegen über Brücken und entlang Schnellstraßen, wie für den Raum dortmund geplant, vermittelt ein Video von copenhagenize.



Touristische Bahnradwege im Ruhrgebiet - Anschlußverbindungen
Der Radschnellweg Ruhr sollen auf Teilstücken des Emscherpark-Radwegs und des Erzbahn-Radwegs verlaufen oder diese zumindest kreuzen. Der größte Teil des neueren Radverkehrsnetzes der Ruhrgebietsstädte bezieht sich auf Bahnradwege ehemaliger Industriebahnen oder anderer stillgelegter Bahnlinien. Diese neue Infrastruktur wurde fast ausschließlichnicht von den Kommunen und deren Radverkehrsetats hergerichtet, sondern mit Mitteln des Regionalverband Ruhr (RVR). Je nach Kommune fehlt auch eine Einbindung in das bestehende Radverkehrsnetz. Die Weigweisung ist je nach Kommune nur an touristischen Zielen orientiert und berücksichtig nicht Ziele zu Stadtteilen und Unterwegsverknüpfungen.


Bochum Westpark, Infotafel am Erzbahn-Radweg
Radtourismus: Übersichtstafel zu Themenradwegen

Emscherpark-Radweg
Emscherpark-Radweg: Touristische Radwege sind selten alltagsgerecht

Emscherpark-Radweg
Emscherpark-Radweg: Auf Essener Stadtgebiet werden auch Ziele zu Stadtteilen in die Wegweisung einbezogen

Emscherpark-Radweg
Emscherpark-Radweg: In Gelsenkirchen-Ückendorf haben Radler Probleme Querstraßen zu kreuzen

Emscherpark-Radweg
Emscherpark-Radweg: In Gelsenkirchen-Ückendorf haben Radler Probleme Querstraßen zu kreuzen

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg: Tolle Aussichten

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg: Erlebnis Brücken

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg / Kreuzung mit dem Emscherpark-Radweg: Minderwertige Oberflächen

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg: An Wochenenden wird es eng

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg: Stop and go an jeder Querstraße

Erzbahn-Radweg
Erzbahn-Radweg: Die Wegweisung bezieht sich ausschließlich auf touristische Ziele


Nordbahntrasse
In Wuppertal entsteht mit der Nordbahntrasse auf der Rheinischen Bahnlinie längs der Talachse eine hochwertige innerstädtische Radverbindung. Der Begriff "Radschnellweg" wird derzeit zwar nicht gebraucht, die Qualitätsstandard kommen denen eines Radschnellwegs dennoch sehr nahe.
Bislang ist der Abschnitt von Vohwinkel bis Barmen (Buchenstraße) befahrbar. Dabei geht es durch mehrere Bahntunnel und Viadukte, einer der Tunnel ist fast 500 Meter lang. Für das bergige Wuppertal, wo der Radverkehr bislang keine große Rolle spielt, bietet die Nordbahntrasse mit einem breiten, ebenen und kreuzungsfreien innerstädtischen Radweg neue Entwicklungspotentiale für den städtischen Radverkehr. Mit der spekatakulären Streckenführung innerhalb einer dicht bebauten Stadt ist die Nordbahntrasse einzigartig in Deutschland.


Wuppertal, Nordbahntrasse
Wuppertal, Nordbahntrasse
Wuppertal, Nordbahntrasse
Wuppertal, Nordbahntrasse
Wuppertal, Nordbahntrasse
Nordbahntrasse, derzeit befahrbarer Abschnitt



Radschnellwege in Hamburg
Auch in Hamburg hätte es einen Radschnellweg geben können. Das Gleis der Güterbahn von Ohlsdorf nach Ochsenzoll st abgetragen, die Strecke liegt brach. Diese Trasse neben der U-Bahn-Linie 1 wäre eine ideale Ergänzung und Alternativstrecke für die unbeliebte Langenhorner Chausse, deren Radwege trotz Benutzungspflicht unbenutzbar sind. Leider ist die Bahntrasse reserviert als Ausgleichsfläche für Eingriffe im Rahmen der Flughafen-S-Bahn und wird renaturiert.


Radschnellweg für Hamburg neben der U1 in Fuhlsbüttel / Langenhorn
Bahnhof Fuhlsbüttel: Links die Trasse der ehemaligen Güterbahnlinie Ohlsdorf - Ochsenzoll neben dem U-Bahngleis

Radschnellweg in Hamburg neben der U1 in Fuhlsbüttel / Langenhorn
Hamburger "Nordbahntrasse": Als Alternative zur abschreckenden Langenhorner Chaussee bietet sich die Trasse der ehemaligen Güterbahn Ohlsdorf - Ochsenzoll an



Ausblick
Bislang sind die Kommunen für den Radwegebau zuständig. Lediglich an Bundesfernstraßen und entlang Bundeswasserstraßen beteiligt sich der Bund am Radwegebau. Schnellradwege fallen da leider durchs Raster. Für den Radschnellweg Ruhr wil das Land NRW Fürdermittel bereitstellen. Jedoch machte die Stadt Dortmund einen Rückzieher vom Projekt, weil ihr die Kosten für den Abschnitt entlang des Ruhrschnellwegs zu hoch erschienen. Der Bund - Verhandlungspaket für die neue Regierungskoalition -  sollte daher einen Etat für Radschnellwege einrichten, schon allein aus Verpflichtung für den Nationalen Radverkehrsplan des Verkehrsministeriums, das Fördertopf für Radwege an Bundesstraßen kurz vor Vorstellung des neuen Radverkehrsplans kürzte.

Weitere Radschnellwege sind u.a. geplant in Freiburg, im Dreiland Basel / Lörrach / Weil im Rahmen der nächsten IBA, in Braunschweig / Wolfenbüttel. Eine umstrittene Strecke wurde in Göttingen eröffnet. Sie verbindet den Bahnhof mit Teilen der Universität. Auf dieser Verbindung hat es jedoch äußerst kritische Führungen, z.B. ein einseitiger Zweirichtungsradweg parallel zu einem langgezogenen freien Rechtsabbieger. Eigentlich warnen Polizisten vor Geisterradlern, hier wird Geisterradeln an besonders ungünstiger Stelle vorgeschrieben und als besonderes Novum verkauft.



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