1. Dezember 2019

Verkehrsversuch in Hamburg-Eimsbüttel: Grüne Welle für den Radverkehr geplant

Hamburg: Cyclists to have green wave in Eimsbüttel


Kopenhagen, Nørrebrogade: Grüne Welle bei Tempo 20 - © Stefan Warda



Die diesjährigen Bezirkswahlen führten in Eimsbüttel zu einer grün-schwarzen Koaliton. Das Programm dieses Bündnisses lautet: Eimsbüttel nachhaltig und lebenswert gestalten. In diesem Koalitionsvertrag festgeschrieben sind u.a. Verkehrsversuche mit grüner Welle für den Radverkehr - bislang ein Novum für Hamburg. Grüne Welle für Radfahrende gibt es schon in Berlin, aber auch auf einigen Hauptstraßen Kopenhagens, die dort ins Zentrum führen.

Laut Koalitionsvertrag soll die grüne Welle für Radfahrende auf drei Strecken getestet und ggf. dauerhaft eingerichtet werden:


Die grüne Welle für Radfahrende wurde in Kopenhagen schon vor mehr als zehn Jahren eingerichtet.
Drei wichtige Hauptstraßen, die zum Stadtzentrum führen, und eine, die dicht am Stadtzentrum vorbeiführt, bieten eine radverkehrsfreundliche grüne Welle. Als erstes wurde die grüne Welle entlang der Nørrebrogade installiert, es folgten Amagerbrogade, Østerbrogade und Farimagsgade. Tageszeitabhängig gilt dort für alle eine starre grüne Welle bei Tempo 20 - entlang der Nørrebrogade stadteinwärts zwischen 6.30 Uhr und 12 Uhr, stadtauswärts zwischen12 Uhr und 18 Uhr, entlang der Farimagsgade montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 19 Uhr. Auf allen diesen Straßen gibt es Buslinenverkehr in teilweise sehr dichter Taktfolge.


Grüne-Welle-Prinzip für die Hauptstadtregion Kopenhagen




Zwar fahren im allgemeinen Radfahrende nicht alle mit dem gleichen Tempo, mit der grünen Welle bei Tempo 20 sollen jedoch alle zu einer gleichen Geschwindigkeit animiert werden. Die langsameren legen etwas an Tempo zu, die schnelleren drosseln ein wenig das Tempo. Dadurch gibt es in den Hauptverkehrszeiten weniger Staus auf den Radwegen. Radfahrende radeln entspannter, da sie nicht immer wieder kraftzehrend neu anfahren müssen.


Kopenhagen, Kennzeichnung der grünen Welle - © Stefan Warda


Grüne- und CDU-Fraktion brachten diese Woche einen Antrag in die Bezirksversammlung (Drucksache 21-0299), der auf immerhin zwei Strecken eine radverkehrsfreundliche grüne Welle favorisiert:

  • Müggenkampstraße - Osterstraße - Bundesstraße (als bezirkliche Veloroute)
  • Quickbornstraße - Borgenstraße - Mansteinstraße (als Teil der Veloroute 3)

Ein entsprechendes Pilotprojekt sei zur Präsentation im Rahmen der Ausrichtungen von Nationalem Radverkehrskongress und ITS-Kongress (World Congress on Intelligent Transport Systems) im Jahre 2021 besonders geeignet.


Kopenhagen, Nørrebrogade: Grüne Welle bei Tempo 20 - © Stefan Warda



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Kommentare:

  1. Alleine die 3 Fotos aus Kopenhagen zeigen: Ohne das unsägliche Parken auf der Straße ist üppig Platz für gute Rad-Infrastruktur vorhanden. Gilt genauso für Hamburg.

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    1. Und: die Dooring-Gefahr ist ebenfalls vom Tisch.

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  2. Die Eimsbütteler Grünen mal wieder! Die können nicht mal eine gut qualifizierte Kandidatin in ihrer neuen Koalition zur Bezirksamtsleiterin wählen - aber eine „Grüne Welle für Radfahrer“ beschließen. Da geht es um straßenverkehrsbehördliche Anordnungen, die die Polizei erlassen muss. Und wenn die überhaupt jemanden fragt, dann vielleicht die BSI (Behörde für Inneres und Sport)oder die BWVI (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation), die den Grünen aus Eimsbüttel bei einer Besprechung derzeit vermutlich nicht mal Leitungswasser hinstellen würden, geschweige denn eine Grüne Welle absegnen.

    Ganz nebenbei: die umgestaltete Osterstraße kommt lt. Abendblatt (heute) sehr gut an, nur bei den Radfahrern nicht ganz so, obwohl auch sie wohl etwas sicherer als früher unterwegs sind. Aber das Problem, dass in dieser dafür zu engen Straße noch immer Parkplätze und Bäume verblieben sind, wirkt sich besonders auf das Sicherheitsgefühl der Radfahrer negativ aus. In dieser Straße fehlen die Sicherheitstrennstreifen links und rechts des Schutzstreifens, so dass Radfahrer gezwungen sind, auf ihrem Streifen äußerst links zu fahren, und dabei regelmäßig vorschriftswidrig überholt werden. Soviel zur Fahrradstadt Hamburg. Kopenhagen ist im Vergleich zu Hamburg so weit vorne, weil auch die Grünen relative Fahrradfeinde (weil Baumumarmer) sind. Solange in engen und übernutzten Straßen für den Radverkehr nicht Parkplätze und Bäume abgeräumt werden, ist die Frage, ob die Radverkehrsanlage von der Fahrbahn oder vom Gehweg abmarkiert wird, die reinste Spiegelfechterei. Ebenso die „Grüne Welle für Radfahrer“.

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