30. März 2015

Pannenkreisverkehr: Norderstedt zieht Gehwegbenutzungspflicht zurück

Goof roundabout: Norderstedt makes little improvements

Aktualisiert am 31.03.2015
© hamburgize.com / Stefan Warda

Radfahrerunfreundlichste Verkehrsanlage Deutschlands

Die mit dem "Goldenen Pannenflicken 2014" bedachte Stadt Norderstedt sieht offenbar nun doch Handlungsbedarf.  Anfang des Jahres erhielt die Nachbarkommune den Schmähpreis der Initiative Cycleride "für die komplette Vernachlässigung nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer beim Neubau des Knoten Ochsenzoll". Der "Pannenflicken" in Goldstandard würdigte das Kreuzungsbauwerk als "fahrradunfreundlichste Verkehrsanlage Deutschlands".


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Seit Eröffnung des Bauwerks im November 2013 hagelte es heftige Kritik in Norderstedt. Dennoch weigerte sich die Stadt bislang grundsätzliche Veränderungen vorzunehmen. Selbst das Ergebnis eines Sicherheitsaudits, welches erhebliche Mängel am Kreuzungsbauwerk bescheinigte, wurde bislang ausgesessen.

Stadt Norderstedt macht Rückzieher

Vor einigen Tagen gab es eine Verkehrsschau mit dem Landesbetrieb Straßenbau (LBV), der Norderstedter Verkehrsausicht, der Polizei und dem ADFC. Wenige Tage später waren die zwei Verkehrszeichen 240 am Kreisverkehr verschwunden. Damit hat die Stadt Norderstedt nun endlich Fehler an der Radverkehrsführung eingestanden. Noch Ende letzten Jahres sah Baudezernent Thomas Bosse keinen Handlungsbedarf und lehnte jede Veränderung ab.

Wir haben wiederholt dargelegt, warum aus unserer Sicht alles bleibt, wie es ist. Und daran ändert sich auch jetzt nichts.


Kreisverkehr jetzt ohne Gehwegbenutzungspflicht

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee vor der Verkehrsschau mit VZ240

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Schleswig-Holstein-Straße vor der Verkehrsschau mit VZ240

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Segeberger Chaussee / Schleswig-Holstein-Straße nach der Verkehrsschau ohne VZ240


Mit Entfernung der Verkehrszeichen 240, die das Gehwegradeln vorgeschrieben hatten, gibt es für Radler nur noch die Möglichkeit, die Fahrbahn im Kreisverkehr zu benutzen, oder die gesamte Kreuzung weiträumig zu umfahren. Gleichwohl dürfen Fußgänger ein Rad auf dem Gehweg mitführen. Die Aufhebung der Gehwegbenutzungspflicht wird sicherlich noch weitere Veränderungen nach sich ziehen. Der Lindenplatz in Lübeck, ein komplizierter mehrspuriger Kreisverkehr mit Bypässen, zeigt, in welche Richtung sich der Ochsenzoll-Knoten entwickeln könnte. Radeln ist dort auf der Fahrbahn erlaubt und wird mittels Aufleitungen auf die Kreisfahrbahn verdeutlicht.


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Tücken der verunglückten Radverkehrsführung

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Radler, die sich das Fahrbahnradeln auf dem Kreisel nicht zutrauen, und lange Umwege um die Kreuzung vermeiden wollen, können notfalls als Fußgänger den Fußgängertunnel nutzen

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Heute war allerdings mal wieder Streiktag beim Lift, und so müssen Fahrräder die Treppe hochgetragen werden. Rollifahrer müssen dagegen sogar große Umwege machen, weil es ebenerdig keine Querung gibt und die Treppe mit Rollstuhl nicht zu bewältigen ist. Wieso wurde der Autoverkehr nicht in den Lift verbannt, damit Radfahrer und Fußgänger auf kurzem Weg die Kreuzung bewältigen können?


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Fakefahrradstraße Harvestehuder Weg: Behörde fragt Radler um Meinung

Fake cycle street at Harvestehuder Weg: Authority started survey

www.alster-fahrradachsen.de


Seit heute können Radler ihre Meinung und Erfahrungen zur misslungenen "Fahrradstraße" am Harvestehuder Weg den Behörden übermitteln. Unter www.alster-fahrradachsen.de ist ein Onlineportal geschaltet, dass Anregeungen und Kritik entgegennimmt. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof hofft auf rege Beteiligung.

Wir wollen die Nutznießer unserer Radverkehrsförderung beim Ausbau der Fahrradachsen entlang der Alster mitnehmen. Ihre täglichen Erfahrungen sind ein wichtiger Beitrag für die weitere Planung. Ich wünsche mir eine rege Beteiligung und möchte jeden ermuntern, sich drei Minuten Zeit für die Befragung zu nehmen, damit wir ein umfassendes Meinungsbild erhalten.


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Viel Verkehr auf der Fakefahrradstraße am Harvestehuder Weg

Anregungen zur Bewertung der derzeitigen Situation bietet hamburgize unter
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Der reale Irrsinn: Allgemeines Kampffahren am Neuen Kamp

General rule violating at road works in Hamburg

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Heute gab es massenweise Ordnungswidrigkeiten zu beobachten - am laufenden Band. Rüpelautofahrer, Rüpellastwagenfahrer und Rüpelbusfahrer fuhren rücksichtslos auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg. Bei der großen Anzahl der Motorfahrzeuge traute sich kein Fußgänger mehr auf den Geh- und Radweg. Sogar die Metrobusse der Linien M3 und M6 machten keine Ausnahme. Was hätten Radler und Fußgänger machen sollen? Klingeln und auf das Verkehrszeichen zeigen? Oder die Polizei rufen? Auch die Kennzeichenpflicht für die Regelbrecher konnte nicht abschrecken. Jetzt müsste jedem klar sein, der eine Kennzeichenpflicht für Fußgänger oder Radfahrer fordert, dass selbst bei vorhandenen Kennzeichen ungeniert massenhaft Regelverstöße begannen werden. An das Kampfparken mit Kennzeichen hat sich die Stadt ja ohnehin schon gewöhnt, nun auch noch das ungenierte Fahren auf Geh- und Radwegen.


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Im Laufe des Tages hatte der Sturm das Verkehrszeichen 240, das nicht beachtet wurde, umgeweht. An der Baustelle am Neuen Kamp im Verlauf der stark frequentierten Veloroute 1 gab es damit keine Gehwegbenutzungspflicht mehr.


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29. März 2015

Mit dem "Shooting Brake" auf Radfahrerjagd in der Großstadt

With the "shooting brake" hunting cyclists in the city




Etwas sonderbar ist der Sprachgebrauch der Marketingexperten von Mercedes-Benz zur Einführung eines neuen Automodells.

Groß. Stadt. Jäger.
[...] Der neue CLA Shooting Bake ist gekommen, um die Stadt zu erobern. Denn dank Mercedes connect me ist er rundum vernetzt und zudem mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgerüstet. So, dass ihnen zukünftig kaum etwas entgehen kann. Sei es eine angesagte Location oder ein unachtsamer Radfahrer.

Und weiter online:

Beginnen Sie Ihre Jagd nach dem Außergewöhnlichen.
Das Leben in einer Metropole ist ein Abenteuer. Jeder Tag bietet Ihnen unbegrenzte Möglichkeiten. Begeben Sie sich auf die Suche nach dem Außergewöhnlichen. Mit einem Fahrzeug, dessen sportlich-kompakte Statur tief über dem Asphalt lauert. Dessen Interieur für die Jagd gemacht ist. Der neue CLA Shooting Brake erobert sein Revier.


Muss das sein? hamburgize.com fragt Radler zu der Kampagne. (Umfrage oben rechts)

Fakeradwegzwang am Braamkamp: Polizei gesteht Fehler ein

Fake cycle track at Braamkamp: Police admits error

Benutzungspflichtiger Fakeradweg Braamkamp: Radlerin gefährdet sich durch Radeln in der Dooringzone

Immer diese Radler?

Nachdem ein Radler Widerspruch gegen die Fakeradwegbenutzungspflicht am Braamkamp eingelegt hatte, kam es dieses Jahr zu einer Verhandlung beim Verwaltungsgericht. Der Radler bemängelte u.a. die unsichere Radverkehrsverführung zwischen "legal" abgestellten Stehzeugen und der Fahrbahn der vierspurigen Hauptverkehrsstraße. Das rechts neben dem Fakeradweg erlaubte Parken (Verkehrszeichen 315) könnte schwere Unfallfolgen für Radler haben. Würde eine Autotür zum Radweg geöffnet, würden dadurch Radfahrer auf die Fahrbahn der Hauptverkehrsstraße gestoßen und anschließend vom Kfz-Verkehr überrollt.


Geduldetes Kampfparken am Braamkamp-Fakeradweg


Untätigkeit der Polizei

Kurz nach dem Prozeß hat die Straßenverkehrsbehörde des zuständigen Polizeikommissariats die Verkehrszeichen 315, die das Parken am Fakeradweg erlaubten, entfernen lassen. Doch wer glaubt, dass sich dadurch die Situation für Radler am Braamkamp gebessert hat? Weiterhin hat es am Fakeradweg, der weiterhin benutzungspflichtig ist, Stehzeuge - nun als Kampfparker. Ein Interesse an der gefahrlosen Benutzbarkeit des benutzungspflichtigen "Radwegs" scheint die für die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer zuständige AutoStraßenverkehrsbehörde nicht zuhaben. Das Kampfparken am Fakeradweg Braamkamp wird nun weiterhin geduldet.


Auch am Harvestehuder Weg ist das Parken neben dem Fakeradweg immer noch erlaubt, trotz einer für die Verkehrssicherheit der Radler verantwortlichen Straßenverkehrsbehörde


"Fahrradstadt Hamburg"?

Auch an der Behringstraße musste die Straßenverkehrsbehörde wegen eines Rechtsstreits die Verkehrszeichen 315 für Parken am Radweg entfernen lassen. Leider hat es auch dort immer noch unverbesserliche Kampfparker. Benutzbare und sichere Radwege bleiben in Hamburg weiterhin nicht das Ziel, sondern möglichst viel Platz für Stehzeuge. Die Vision einer "Fahrradstadt Hamburg" bleibt vweiterhin eine Vision.


Behringstraße im März 2015: Noch immer behindern Kampfparker einen sicheren Radverkehrsfluss auf dem immer noch benutzungspflichtigem "Radweg"


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