15. Oktober 2013

Hamburg - autogerechte Stadt

Car City Hamburg

Aktualisiert am 18.1.2013

Benutzungspflichtiger "Radweg" in Hamburg
Stilleben mit Multifunktionsstreifen (Dekostreifen, Grünstreifen, usw.) und einem einsamen Radwegbenutzungspflichtschild in Hamburg


Jan Freitag testete für die ZEIT Hamburgs "Radwege". Resümee: Fürs Marketing stellt die Stadt sich gern als Fahrradparadies dar, aus Radfahrersicht ist Hamburg "kompromisslos autogerecht".


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12. Oktober 2013

Verzerrte Wahrnehmung - "Radweg" Heimfelder Straße

Distorted Perception: "Cycle Track" Heimfelder Straße


Heimfelder Straße
Heimfelder Straße: Bushaltestellenunterstand auf dem Gehweg - Gefahr für den Radverkehr?


Das Hamburger Abendblatt berichtet heute über ein Bushaltestellenhäuschen in der Heimfelder Straße, welches mitsamt der gläsernen Werbevitrine des örtlichen Stadtmöblierers den Geh- und Radverkehr behindere. Michael Dose, Fachsprecher für Verkehr der SPD in der Bezirksversammlung Harburg, sehe mit dem Unterstand eine "Gefahr für den Radverkehr".


Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: Ist das ein Radweg?
Fake-"Radweg" direkt im Anschluß an die Bushaltestelle


Die Heimfelder Straße ist in Hambug berühmt geworden für das Scheitern der Radverkehrspolitik schlechthin. Mit dem Rückbau des "Radwegs" auf der Nordseite der Straße begann ein langanhaltender Bürger-Protest, der die Politiker und die Verwaltung in Verlegenheit brachte. Der ehemalige "Radweg" war allerdings unbenutzbar und wie viele andere Hamburger "Radwege" gut für die Radwegstatistik der Stadt, um die je nach Zählweise 1400 oder 1700 Kilometer "Radwege" in Hamburg zu erfüllen. Der abgebaute "Radweg" war nur 0,8 bis 1 Meter breit, jedoch durfte zwischen Radweg und Kantstein auf einer Fläche, die schmaler als durchschnittliche Autos sind, geparkt werden. Somit wurde überwiegend halb auf dem "Radweg" geparkt werden. Radfahrer sind jedoch angehalten einen Sicherheitsabstand zu parkeden Autos von mindestens einem Meter einzuhalten, um nicht im Dooringbereich zu verunfallen. Das Befahren des Gehwegs neben unbenutzbaren Radwegen ist jedoch nicht erlaubt. Die Befahrbarkeit des "Radwegs" hätte also mit Aufheben der "Parkplätze" einigermaßen ermöglicht werden können, ohne das Radfahrer auf den Gehweg hätten ausweichen müssen. Mit nur 4000 Kraftfahrzeugen am Tag ist die Verkehrsbelastung in der Heimfelder Straße ausgesprochen gering, eine besondere Gefahrensituation auf der Fahrbahn ist für Radler nicht gegeben.


Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: Vorhandener Fake-"Radweg" auf der Südseite der Straße


Vollkommen skandalös war die Erneurerung des "Radwegs" auf der Südseite der Heimfelder Straße vor nur wenigen Jahren mit Mitteln des Bezirks Harburg, dem die Lokalpolitiker zugestimmt hatten. Damals wurde der unbenutzbare "Radweg" mit neuen roten Radwegsteinchen versehen. Das Parken blieb bis heute weiterhin erlaubt, der erneuerte "Radweg" weiterhin unbenutzbar. Nach Aufflammen des Protests der radfahrenden Anwohner wurde der geplante Rückbau des "Radwegs" auf der Südseite aufgeschoben.  Bis heute liegen die roten Radwegsteinchen teils unter den Autos, alle Radfahrer fahren neben den Autos auf dem Gehweg, trotz eindeutigem Regelverstoß.

Nach den Worten von Dose steht die Entscheidung, den kombinierten Geh- und Radweg auf der Südseite der Heimfelder Straße, stadteinwärts, vorerst nicht zurückzubauen. Somit müsse der Verkehrsraum freigehalten werden von Wartehäusern mit derart ausladenden Werbetafeln. 50 Jahre lang sei in Hamburg wenig für Radfahrverkehr getan worden. Das habe sich inzwischen glücklicherweise geändert. 

Jetzt sieht der örtliche Verkehrsexperte der SPD eine Gefahr für Radfahrer durch einen Bushaltestellenunterstand. Das Problem in der Straße ist jedoch nicht die Bushaltestelle, sondern das Parken auf dem "Radweg". Es ist absolut erstaunlich wie ein "Verkehrsexperte" dieses Problem verdrängt. Laut Abendblatt bezeichnet Dose den "Radweg" als kombinierten Geh- und Radweg. Tatsächlich gibt es aber eine Trennung zwischen Rad- und Fußgängerverkehr. Die Radwegbenutzungspflicht ist schon seit vielen Jahren aufgehoben. Der "Radweg", der am Eißendorfer Pferdeweg beginnt, endet jedoch vor der Bushaltestelle und wird erst nach der Bushaltestelle fortgeführt. Im Bereich der Bushaltestelle handelt es sich um einen reinen Gehweg, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist. Anschließend beginnt ein schmaler roter Betonsteinpflasterstreifen halb unter parkeden Autos, der für den Radverkehr nicht geeignet ist. Alle Radfahrer fahren hier auf dem Gehweg. Für Michael Dose ist offenbar das regelwidrige Befahren von Gehwegen faktisch gängige Praxis. Nicht nur er, sondern auch seine Kollegen aller Parteien wie auch Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörden und der Polizei schauen weg, wenn Radfahrer in Hamburg neben Schein-"Radwegen" auf den Gehwegen fahren. Doch wehe ein Radler fährt auf einem Gehweg in einer Straße ohne Radweg . . .


Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: Vorhandener Fake-"Radweg" auf der Südseite der Straße


Die Heimfelder Straße steht für das Scheitern der Radverkehrspolitik in Hamburg. Der Stellenwert des Radverkehrs in Hamburg wie auch die gängige individuelle Auslegung der Verkehrsregeln sind beispielhaft ablesbar am Fallbeispiel Heimfelder Straße. Das Problem Heimfelder Straße hat es u.a. auch in der Langenhorner Chaussee, der Habichtstraße, der Fuhle, der Hammer Straße, dem Harvestehuder Weg und anderswo. Überall in Hamburg hat es unbenutzbare Fake-"Radwege" neben oder unter parkenden Autos, die zum Teil immer noch benutzungspflchtig sind, weil Politiker die Aufgabe des Vorrangs des Autoverkehrsin diesen Straßenzügen nicht aufzugeben bereit sind.


Heimfelder Straße - ehemliger "Radweg"
"Radweg"-Rückbau auf der Nordseite der Heimfelder Straße


"Radweg"-Abschnitt bei der Bushaltestelle

Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße / Eißendorfer Pferdeweg: Typischer roter "Radweg" ohne B-Zwang

Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: Typisches Geisterradeln

Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: Fake-"Radweg" kurz vor der Bushaltestelle

Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: "Radweg"-Ende vor der Bushaltestelle. Radfahrer dürfen hier schieben oder auf der Fahrbahn radeln

Heimfelder Straße - Fake-"Radweg"
Heimfelder Straße: "Radweg"-Ende an der Bushaltestelle



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9. Oktober 2013

Nachbesserungen an der Kreuzung Stresemannstraße / Kieler Straße / Holstenstraße

Rework at Crossroad Stresemannstraße / Kieler Straße / Holstenstraße


Strese / Kieler Straße


Nachdem die Kreuzung Stresemannstraße / Holstenstraße / Kieler Straße vor einen Monat unfertig dem Verkehr übergeben wurde hat es mittlerweile einige Nachbesserungen gegeben.

Kieler Straße - Holstenstraße
Richtung Süden gibt es nun an der Oeverseestraße eine Furtmarkierung entlang des tatsächlichen Verlaufs der benutzungspflichtigen Radverkehrsanlagen. Anschließend mündet der Radfahrstreifen nicht mehr auf den nicht freigegebenen Gehweg (Radfahrer mussten letzten Monat dort auf die Fahrbahn wechseln), sondern es schließt sich ein gemeinsamer Geh- und Radweg an. Typisch für Hamburg: Wartende Radfahrer aus der Kieler Straße versperren den querenden Fußgängerverkehr entlang der Stresemannstraße stadtauswärts den Weg. Dieser Fehler wäre vermeidbar gewesen und sollte seit der Klage gegen die Hamburger Planungsunsitte querende Verkehre gegenseitig bewußt zu blockieren an der Kreuzung Hoheluftchaussee / Ring 3 in Erinnerung bleiben.

Gefahrenstelle verlagert

Nach Querung der Stresemannstraße in die Holstenstraße sollen Radfahrer nunmehr nicht auf die Fahrbahn wechseln, sondern im riskanten Slalom über die nicht angepasste und zu kurze Bordsteinabsenkung auf den Gehweg fahren. Gab es vorher das Problem von der Radfurt ohne Einfädelungsstreifen auf den rechten Fahrstreifen bei laufendem Verkauf zu gelangen, hat es nun einen Slalom über den Kanaldeckel. Während die Autos schnurgerade über die Kreuzung bei Tempo 50 - 60 kacheln, haben Radler wie so oft eine "Verkehrsberuhigung" (Verkehrsschikane) eingebaut bekommen. Unter der Bahn geht es dann wie vor dem Umbau weiter auf einem schmalen gemeinsamen Geh- und Radweg. Hinter den Bahnbrücken wurde das VZ237 gegen ein neues VZ241 ausgetauscht.



Kieler Straße / Oeverseestraße
Kieler Straße / Oeverseestraße: Wechsel vom gemeinsamen Geh- und Radweg auf die Radspur - neue Furtmarkierung

Kieler Straße / Oeverseestraße
Kieler Straße / Overseestraße: Radspur mit dauergeparktem Lieferwagen des Eckkiosks

Kieler Straße / ex BMW-Händler
Kieler Straße / Brachfläche: Jetzt mit gemeinsamem Geh- und Radweg

Kieler Straße / Stresemannstraße
Kieler Straße / Stresemannstraße: Die Furt rüber zur Holstenstraße ist gekonnt genau mittig hinter dem ampelmast gelegen

Kieler Straße / Stresemannstraße
Kieler Straße / Stresemannstraße: Wartende Radler Richtung Holstenstraße stehen dem querenden Fußgängerverkehr im Weg


Holstenstraße / Stresemannstraße
Holstenstraße / Stresemannstraße: Vormals sollte am Ende der Furt auf die Fahrbahn gewechselt werden, jetzt soll auf den gemeinsamen Geh- und Radweg gewechselt werden

Holstenstraße / Stresemannstraße
Holstenstraße / Stresemannstraße: Wenig Bordkantenabsenkung für einen ungefährlichen und zügigen Wechsel auf den Gehweg

Holstenstraße / Stresemannstraße
Holstenstraße / Stresemannstraße: Lediglich im Bereich der Kanaldeckel, die bei Nässe glatt sind, ist die Bordkante komplett abgesenkt

Holstenstraße / Stresemannstraße
Holstenstraße / Stresemannstraße: Slalom auf Radverkehrsanlagen des 21. Jahrhunderts



Holstenstraße - Kieler Straße
Unter den Bahnbrücken hindurch geht es wie auch in Gegenrichtung auf einem schmalen gemeinsamen Geh- und Radweg, der derzeit mal wieder vor der Brücke wie seit Jahrzehnten nahezu ganz zugewachsen ist. Die hohe Bordkante an der Kreuzung mit der Stresemannstraße wurde freundlicherweise abgesenkt.
Jenseits der Stresemannstraße wurde in der Kieler Straße jedoch die Radwegbenutzungspflicht wieder eingeführt für die alten, krummen und holperigen "Radwege".


Holstenstraße / DB: Auf dem Gehweg unter den Bahnbrücken hindurch

Holstenstraße / DB: Bitte Kopf einziehen für die Botanik

Holstenstraße / Stresemannstraße: Jetzt mit Bordsteinabsenkung Richtung Kieler Straße

Holstenstraße / Stresemannstraße
Holstenstraße / Stresemannstraße: Neue Absenkung

Holstenstraße / Kieler Straße

Kieler Straße / Stresemannstraße
Kieler Straße / Stresemannstraße jetzt mit Benutzungszwang

Kieler Straße / Stresemannstraße
Kieler Straße / Stresemannstraße: Weiter geht´s auf dem historischen "Radweg" - mit Benutzungszwang

Kieler Straße / Augustenburger Straße
Kieler Straße: Fortsetzung auf anspurchsvollem historischem Radtrail - benutzungspflichtig




Stresemannstraße
Im Vergleich zum Vormonat hat es keine Veränderungen an der Kreuzung gegeben. Lediglich das Dreckloch im "Radweg" bei der Haus-Nr. 227 wurde beseitigt.  

Stresemannstraße / Kieler Straße
Stresemannstraße / Kieler Straße: Exklusiver Radweg

Stresemannstraße 227
Kieler Straße 227: Rechtzeitig zum Ende der IGS wurde das Wildbeet verfüllt

Stresemannstraße / Holstenstraße
Stresemannstraße / Kieler Straße


Was beibt . . .
Was bleibt ist die tückische Einfädelung auf den gemeinsamen Geh- und Radweg an der Holstenstraße vor den Bahnbrücken. Hier muss noch nachgebessert werden, damit Radler nicht an der Bordkante, die bei hoher Geschwindigkeit und in einem spitzen Winkel getroffen wird, stürzen. 


Kreuzung Stresemannstraße / Kieler Straße / Holstenstraße



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3. Oktober 2013

Stadtverkehr der Zukunft mit E-Bikes und Leihradsystemen

Future Urban Transport with E-Bikes and Bike Rental Systems

Aktualisiert am 04.10.2013
ARTE-TV XENIUS


Das Wissens-Magazin X:enius auf Arte TV widmet sich dem Stadtverkehr der Zukunft. Welche Möglichkeiten bieten Pedelics, E-Bikes, Lastenräder und Leihradsysteme. Beispiele aus Paris, Utrecht und Deutschland. Sehenswert . . . 


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1. Oktober 2013

Schützt Wowereit Berlins Bier-Bikes?

Does Major Wowereit Protect Berlin´s Bier-Bikes?


Bierbike in Hamburg


Bier-Bikes spalten Deutschlands Gemüter. Einige Städte (Düsseldorf, Köln, Frankfurt und München) haben die Spaßräder schon aus deren Stadtbildern verbannt, in Hamburg und Berlin sind sie noch unterwegs und erfreuen sich vor allem bei Touristen großer Beliebtheit. Allerdings sind sie den Ordnungshütern ein Dorn im Auge. Gefährden sie tatsächlich den Straßenverkehr oder sind sie lediglich für Autofahrer ein unbeliebtes Verkehrshindernis - wie auch gewöhnliche Radfahrer auf den Fahrbahnen deutscher Städte? 
Fehlt es an Toleranz für diese andere Art der Fortbewegung und Touristenattraktion? Oder braucht es extra Bier-Bike-Spuren, damit die Koexistenz zwischen Autofahrern und Bierbikes funktioniert? Mehr . . . 

Hamburgs Radfahrer sind dagegen sehr geduldig und tolerant. Sie nehmen beispielsweise die Behinderungen durch die langsamen und schwerfälligen Velotaxen, die auf Hamburgs Radwegen schleichen, gelassen hin.

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