14. Januar 2020

Russisch Roulette im Stadtverkehr: Rollende Todesmaschine erwischte Radfahrer

Unsafety in Hamburg: Rolling death machine killed cyclist

Wendemuthstraße / Rüterstraße: Gedenken an das Verkehrsopfer - © Stefan Warda


Gestern morgens gegen neun Uhr wurde ein 76 Jahre alter Radfahrer an der Kreuzung Rüterstraße / Wendemuthstraße von einem 22-jährigen Fahrer, der mit einem Lkw ohne Abbiegeassistenten abbiegen wollte, getötet. Heute gegen 18.30 Uhr soll am Unfallort eine Mahnwache stattfinden.




Rüterstraße / Wendemuthstraße, Unfallkreuzung - © Stefan Warda

Rüterstraße / Wendemuthstraße, Unfallkreuzung - © Stefan Warda

Rüterstraße / Wendemuthstraße, Unfallkreuzung - © Stefan Warda

Laut Abendblatt soll der Radfahrer bei Grünlicht gefahren sein. Der Radfahrer hatte gegen den schweren Lkw keine Chance und verstarb noch am Unfallort.

Wann ist das nächste Opfer dran? Wie lange noch sollen Radfahrende und Passanten das ertragen?


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Kommentare:

  1. Ich finde so eine Mahnwache und insgesamt diese Form der Solidarität gut und richtig. Ich würde mir auf der Straße oft auch mehr solch Empathie unter Radfahrer-innen wünschen. Da wird für mein Empfinden auf den "Radwegen" viel zu oft gedrängelt, belehrt und insgesamt einfach rücksichtslos miteinander umgegangen. An der Alster kann man das täglich erleben.

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    1. Das ist das Ergebnis, wenn man Menschen auf zu engem Raum zusammendrängt. Die vielen Radfahrer dort brauchen einfach mehr Platz. Aber auf Radwegen aus der Zeit der autigerechten Stadt gibt es den nicht.

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  2. Wenn ich so einen Leserbreif im HA lese, kann ich nur noch kotzen

    quote

    Aufeinander achtgeben

    14. Januar: Tod beim Abbiegen: Hamburger Müllwagen überfährt Radfahrer

    Was dem Fahrradfahrer passiert ist, tut mir sehr leid. Aber genauso leid tut mir der Müllwagenfahrer. Dass Fahrradfahrer und Fußgänger beim Abbiegen von Pkw und Lkw sehr gefährdet sind, weiß jeder, der selbst Autofahrer ist. Umso wichtiger ist es, sich nicht darauf zu verlassen, dass andere einen sehen. Egal, wie man am Straßenverkehr beteiligt ist, wichtig ist gegenseitige Rücksichtnahme, aufmerksames Verhalten und das Beachten aller Verkehrsteilnehmer und Verkehrsregeln.

    Ulrike Mansfeld-Stiegert

    unquote

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    1. So ein hanebuchener Quatsch. Der LKW Fahrer sollte für den Rest seines Lebens keinen LKW mehr fahren dürfen, nur so kann verhindert werden dass das selbe nochmal passiert. Ich hasse diese Kreuzungen wo Rechtsabbieger mit höherer Geschwindigkeit abbiegen können.
      Wir brauchen Kreuzungen die so gestaltet sind das so etwas nicht passieren kann.
      Was wäre würde jeder Autofahrer an jeder Kreuzung und Einmündung anhalten um sich zu versichern dass gerade keiner die eigene Vorfahrt missachtet? Man wäre zu Fuß schneller als mit dem Auto unterwegs.
      Daher, wer jemanden durch Unachtsamkeit tötet, sollte kein Recht mehr haben in dieser Situation noch einmal kommen zu können. Nein der LKW Fahrer für mir nicht leid. Überhaupt nicht.

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    2. Nun wird in Hamburg (mal wieder) über Abbiegeassistenten diskutiert. Abbiegeassistenten setzen bei einem in der Tat wichtigen Symptom der Radwegeseuche an. Solange sie nicht verpflichtend sind, helfen sie dem Radverkehr auf den Radwegen aber nicht wirklich. Hamburg könnte dem Radverkehr mehr helfen, wenn die Radwege auf die wirklich unabdingbaren Abschnitte beschränkt würden und dort alle Bäume und Parkplätze zwischen der Fahrbahn und dem Radweg entfernt würden. Langfristig hilft nur eine Aufgabe der Separation. Denn wer rechts abbiegt, überholt nicht mehr, und wer überholt, biegt gerade nicht rechts ab.

      Dazu:

      “Die Radwegbenützungspflicht hat nicht die Förderung des Radverkehrs oder dessen Sicherheit zum Ziel, sondern dient der Bequemlichkeit des Autoverkehrs. Gute Radwege, die das Radfahren schneller, komfortabler und sicherer machen, brauchen keine Benützungspflicht.” (aus der Stellungnahme der Stadt Wien vom 10.11.2004 zum Entwurf eines [österreichischen] Bundesgesetzes, mit dem die Straßenverkehrsordnung 1960 (StVO 1960) geändert wird – StVO-Novelle 2004)

      “Zahlreiche statistische Erhebungen und wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass die Unfallzahlen auf innerörtlichen Radwegen mit Radfahrerfurten deutlich höher sind als auf gemeinsam von allen Fahrzeugen genutzten Fahrbahnen.” (aus der Stellungnahme des badem-wüttembergischen Inneministeriums vom 25.10.2007 (zu 8.) zum Antrag der SPD-Fraktion im Landtag vom 04.10.2007 “Radwegenetz ausbauen – Fahrradverkehr stärken”, Drucksache 14/1818)

      “… Die Polizei warnt mittlerweile vor den konventionell angelegten Radwegen, weil diese ‘leider nur eine trügerische Sicherheit bieten’. Denn in jedem Jahr sterben Radler, die von Rechtsabbiegern übersehen wurden. …” (aus dem Tagesspiegel vom 10.01.2001 zur Berliner Unfallstatistik 2000)

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