27 Juni, 2017

Hamburg-Altona: Neue Radverkehrsführung am Paul-Nevermann-Platz

Hamburg-Altona: New way for cyclists at Paul-Nevermann-Platz


Paul-Nevermann-Platz / Max-Brauer-Allee - © Stefan Warda


Im letzten Jahr wurde das Radfahren auf dem Paul-Nevermann-Platz zwischen Max-Brauer-Allee und Ottenser Hauptstraße / Hahnenkamp verboten. Seit gestern existiert dort nun ein mehr oder weniger provisorischer Radweg. Zum Teil geht es über den Taxenstand, um Konflikte mit Fußgänger zu vermeiden.


© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda


Die Fußgängerzone Ottenser Hauptstraße darf jedoch noch (?) nicht mit Rädern befahren werden. In der Neuen Großen Bergstraße wurde das Radfahren nach Beendigung der Bauarbeiten nicht wieder erlaubt. Auch in der relativ neu eingerichteten Fußgängerzone in der Altonaer Poststraße bleibt Radfahrern weiterhin verboten.


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25 Juni, 2017

Hamburg: Verlegung der Veloroute 10 auf der Elbinsel Wilhelmsburg geplant

Hamburg-Wilhelmsburg: Cycle route no. 10 going to be moved

Aktualisiert um 22:47 Uhr

Otto-Brenner-Straße, aufgegebener "Radweg": Radfahrer müssen dort derzeit auf der Fahrbahn fahren - © Stefan Warda


Neulich wurden auf der Elbinsel Wilhelmsburg in die Jahre gekommene Fakeradwege beseitigt. Die schmalen „Radwege“ in der Otto-Brenner-Straße stammten vermutlich noch aus der Bauzeit der Straße vor etwa vierzig Jahren. Fehlende Instandhaltung hat nun dazu geführt, dass die Fakeradwege aus Sicherheitsgründen beseitigt werden mussten. Geld für Erneuerung ist derzeit offenbar nicht vorhanden. In den Abschnitten, wo die Radwege entfernt wurden, müssen Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Zwar ist die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben, doch sicherlich gibt es Radfahrer, die sich auf einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße separate Radverkehrsanlagen wünschen.


Otto-Brenner-Straße / Riechelmannweg: Ende des Radwegs - © Stefan Warda

Otto-Brenner-Straße: Radfahrer müssen dort derzeit auf der Fahrbahn fahren - © Stefan Warda

Die Otto-Brenner-Straße verbindet die Großsiedlung Kirchdorf-Süd mit der Kornweide, einem Autobahnzubringer, und dem Zentrum von Wilhelmsburg. Sie wurde in der Phase der autogerechten Stadt sehr großzügig angelegt und ermöglicht hohe Fahrgeschwindigkeiten. Nur für Radfahrer fielen beim Bau der Straße sehr, sehr schmale Radwege ab. Dort, wo die „Radwege“ noch vorhanden sind, hat die Natur sie an vielen Stellen zurückerobert – ein Zeichen lange unterlassener Instandhaltung. 


Otto-Brenner-Straße, noch vorhandener Fakeradweg - © Stefan Warda

Otto-Brenner-Straße, noch vorhandener Fakeradweg - © Stefan Warda


Herr Schwarz, Leiter der Straßenverkehrsbehörde beim Polizeikommissariat 44, versicherte, dass er eine Anordnung für die Erlaubnis des Gehwegradelns bei Schritttempo für die Otto-Brenner-Straße schon in seiner Dienststellenschublade habe. Jedoch seien die restlichen Gehwege neben den entfernten „Radwegen“ so schmal, dass nach den gültigen Regelwerken das Gehwegradeln nicht erlaubt werden könne. Sobald das Bezirksamt für eine Verbreiterung der Gehwege unter Hinzunahme der ehemaligen Fakeradwegabschnitte sorgen wird, solle die Anordnung umgesetzt werden. Die Flächen der ehemaligen „Radwege“ dienen solange als Grünflächen. Die beschädigten Asphaltdecken wurden abgetragen und Gras ausgesät.

Dem Regionalausschuss Wilhelmsburg wurde diesen Monat mitgeteilt, dass zukünftig die Veloroute 10 über die Otto-Brenner-Straße verlaufen soll. Noch verläuft sie parallel dazu entlang schmaler verkehrsberuhigter Straßen und Gehwege. Erste Baumaßnahmen soll frühestens im nächsten Jahr beginnen, das gesamte Veloroutennetz soll 2020 fertiggestellt sein.


Veloroute 10, Alter Deich / Kornweide - © Stefan Warda

Veloroute 10, Am Papenbrack / Brackstraße: Gehweg ohne Freigabe für den Radverkehr - Radfahrer dürfen diesen Abschnitt der "Veloroute" nicht befahren - © Stefan Warda


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19 Juni, 2017

Hamburg: Endlich wieder Sommer in der "Fahrradstadt"

Hamburg: Sommer is back in the "city of cyclists"

Heute in der Kieler Straße bei Radwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Veloroute 2, Schanzenstraße - © Stefan Warda


Doormannsweg / Fruchtallee: Blockade auf der Kreuzung - die Grenzen der "Fahrradstadt" - © Stefan Warda



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14 Juni, 2017

Copenhagenize Index fahrradfreundliche Städte: Hamburg behauptet sich unter den Top Twenty

Copenhagenize bicycle friendly cities index: Hamburg still among top twenty of world cycling cities


Kopenhagen, Cirkelbroen - © Stefan Warda


Alle zwei Jahre veröffentlich Copenhagenize Design die Rangliste der weltbesten Fahrradstädte. Hamburg konnte einen Platz unter den Weltfahrradstädten behaupten und wurde auf den Platz 17 gesetzt. Unter den Top Ten sind zwei weitere deutsche Stäste vertreten: Berlin und München, die jeweils besser bewertet wurden. Als weltbeste Fahrradstadt wurde Kopenhagen ausgezeichnet, vor Utrecht und Amsterdam.


Die Rangfolge:
  1. Kopenhagen
  2. Utrecht
  3. Amsterdam
  4. Straßburg
  5. Malmö
  6. Bordeaux
  7. Antwerpen
  8. Ljubljana
  9. Tokio
  10. Berlin
  11. Barcelona
  12. Wien
  13. Paris
  14. Sevilla
  15. München
  16. Nantes
  17. Hamburg
  18. Helsinki
  19. Oslo
  20. Montreal

Hamburg wurde gegenüber dem Ergebnis vor zwei Jahren um zwei Plätze besser bewertet. 2011 lag Hamburg auf Platz 11, 2013 auf Platz 20, 2015 auf Platz 19 und nun auf Platz 17.

Chancen

Hamburg hat das beste Leihradsystem in ganz Deutschland. Die vielen Radfahrer bzw. Fahrräder in einigen Hamburger Stadtteile vermitteln das Gefühl, in Amsterdam oder Kopenhagen zu sein.


Kopenhagen: Breite getrennte Radwege - © Stefan Warda

Region Kopenhagen: Breite getrennte Radwege, dagegen kaum Platz für Stehzeuge - © Stefan Warda

Kopenhagen, Gyldenløvesgade - © Stefan Warda


Kritik

Die Auszeichnung bekam Hamburg mehr für den aktuell erlebbaren hohen Radverkehrsanteil, als für Bemühungen Hamburg zu einer "Fahrradstadt" auszubauen. Kritisiert werden neben dem mangelhaftem Winterdienst vor allem die vielen unterschiedlichen Führungsformen für den Radverkehr. Diese sollten auf einen einheitlichen Standard gebracht werden, möglichst abgetrennt vom Autoverkehr.





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12 Juni, 2017

Dooring-Unfälle müssen nicht sein

Dooring accidents can be avoided


Frederiksberg, Kampagne gegen Dooring - © Stefan Warda


Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) macht auf die Gefahren von Dooring-Unfällen aufmerksam. Dooring-Unfälle seien meist schwer, aber oft vermeidbar. Dies belege eine Studie auf Basis der eigenen Unfalldatenbank.

Danach kollidierte bei rund jedem vierzehnten Pkw/Radfahrer-Unfall (sieben Prozent) ein Radler mit einer sich öffnenden Autotür, meist der Fahrertür. Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für den Radfahrer. Meist sind es Beinverletzungen und Verletzungen des Kopfes (je 40 Prozent).

Oft würden diese Unfälle dort geschehen, wo es keine separate Radverkehrsführung wie Schutzstreifen oder Radfahrsteifen gäbe, also im Verlauf von Straßen, an denen Radfahrer auf der Fahrbahn an Stehzeugen vorbeifahren müssen.

„Parkende Fahrzeuge stellen grundsätzlich ein Risiko für Radfahrer dar. Das muss bei allen Infrastrukturplanungen berücksichtigt werden.“

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicher, sieht in Stehzeugen ein grundsätzliches Risiko für Radfahrer. Bei der Anlage von Fahrradstraßen sollten deshalb grundsätzlich keine parkenden Autos zugelassen werden.  Neben auf der Fahrbahn befindlichen Radfahr- oder Schutzstreifen sollten ebenfalls keine Parkflächen ausgewiesen werden. Wo diese schon vorhanden sind, müsse ein mindestens fünfzig Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen markiert werden.

Um Dooring-Unfälle zu verhindern, seien auch technische Lösungen gefragt, die den aussteigenden Autofahrer nicht nur warnen, sondern konsequent das Öffnen der Türen kurz vor und während des Vorbeifahrens eines Radfahrers verhindern. „Nach unseren Berechnungen würden die Türen nur sehr kurz blockiert werden“, so Brockmann. „Das wäre Autofahrern angesichts des Sicherheitsgewinns für Radfahrer durchaus zuzumuten.“ Immerhin elf Meter vorher müsste ein Radler, der mit 20 km/h unterwegs ist, bemerken, dass die Tür aufgeht, um noch zum Stillstand bremsen zu können. Ausweichmanöver brauchen bei einspurigen Fahrzeugen ähnlich lange Strecken und sind überdies wegen überholender Autos oft gar nicht möglich.

"Dutch Reach"

Da solche technischen Systeme zwar machbar wären, aber bisher nicht erhältlich seien, müssten Autofahrer vor dem Aussteigen außer in den Außenspiegel auch konsequent über die linke Schulter nach hinten schauen. Sie sollten sich deshalb angewöhnen, die Fahrertür mit der rechten Hand zu öffnen ("Dutch Reach"). Durch das Drehen des Oberkörpers wandert der Blick quasi automatisch seitlich nach hinten – also auf die Fahrbahn.




Radfahrer sollten einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zur parkenden Fahrzeugreihe halten und auf Signale achten (Fahrer im Auto, aussteigende Beifahrer), die das Öffnen der Fahrertür wahrscheinlich erscheinen lassen.


Kopenhagen, Kampagne gegen Dooring - © Stefan Warda


Die Empfehlungen der Versicherungswirtschaft bedeuten für Hamburg, dass damit ein großer Teil der immer noch vorhandenen Fakeradwege auf dem Hochbord endgültig abgeschrieben werden müsste oder aber die Stehzeuge daneben endlich beseitigt würden, damit Radfahrer auf diesen Fakeradwegen nicht zwangsläufig fortwährend in den Dooringzonen fähren müssten. Das Gehwegradeln ist bekanntlich auch neben Fakeradwegen verboten, wenn es nicht ausdrücklich durch entsprechende Verkehrszeichen erlaubt ist.



Eidelstedter Weg: Typischer Hamburger Fakeradweg - © Stefan Warda

Harvestehuder Weg, Fakeradweg - © Stefan Warda

Harvestehuder Weg, Fakeradweg - © Stefan Warda

Augustenburger Straße, Fakeradweg - © Stefan Warda


Außerdem muss die Stadt Hamburg berücksichtigen, dass Stehzeugbuchten den Breiten heute zugelassener Fahrzeuge entsprechen und die entsprechenden Regelwerke beachten. Zwei Meter breite Stehzeugbuchten reichen heute nicht mehr und stellen eine Gefährdung für Radfahrer dar, wenn daneben Radwege, Radfahr- oder Schutzstreifen ohne zusätzliche Sicherheitsräume verlaufen.


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