26 November, 2014

Verbotene Radwegbenutzungspflicht in Tempo 30-Zone

Forbidden obligation for bad cycle track in speed limit zone


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Regelverstoß in der Tangstedter Landstraße: Tempo 30-Zone (links) und Radwegbenutzungspflicht (rechts) schließen sich nach StVO aus


Die Tangstedter Landstraße in Langenhorn wird derzeit umgebaut. Dies scheint Anlaß genug für die Anordnung einer unzulässigen Radwegebenutzunspflicht innerhalb der ausgewiesenen Tempo 30-Zone. Die Straßenverkehrs-Ordnung untersagt eine Radwegbenutzungspflicht innerhalb von Tempo 30-Zonen. Wegen der Baumaßnahme zwischen Langenhorner Chaussee und Timmweg steht dem Fahrzeugverkehr nur eine Fahrspur zur Verfügung. Der Radverkehr in Gegenrichtung der Einbahnstraße ist daher aufgehoben. Parallel zur Einbahnstraße ist jedoch ein Fakeradweg eingerichtet, der nach einigen Metern mitten im Baufeld verschwindet - sich quasi in Luft auflöst. Gibt es in Hamburg keinerlei Überwachung der massenhaft regelwidrig eingerichteten Verkehrsführungen für den Radverkehr an Baustellen?


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Dies soll der benutzungspflichtige Zweirichtungsradweg in der Tempo 30-Zone der Tangstedter Landstraße sein

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Tangstedter Landstraße / Timmweg: Die Radspur entgegen der Einbahnstraße endet hier ohne Alternative. Der Zweirichtungsradweg aus Richtung Langenhorner Chaussee ist aus Richtung Timmweg nicht angezeigt

Kurioserweise wurde im Zusammenhang mit dieser regelwidrigen Baustelle der Gehweg entlang der Langenhorner Chaussee ab Tangstedter Landstraße Richtung Norden zum benutzungspflichtigen Radweg erklärt. Das Begehen dieses Radwegs ist nach StVO verboten. Der Fußgängerüberweg ist somit vorläufig überflüssig, da er Fußgänger nur auf einen für sie verbotenen Radweg führt. Fußgänger müssen nunmehr entweder den in Fahrtrichtung Norden linken Gehweg benutzen oder als Anlieger auf der rechten Straßenseite gemäß StVO die Fahrbahn benutzen. Ob das angesichts der dunklen Jahreszeit im Sinne der Verkehrssicherheit ist?


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Langenhorner Chaussee / Tangstedter Landstraße Richtung Norden: Deluxe-Radweg

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23 November, 2014

Petition gegen billiges Kampfparken

Petition against cheap car parking on cycle tracks
Aktualisiert am 26.11.2014
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Die "Initiative clevere Städte" startet morgen mit einer Petition gegen das subventionierte und geduldete Kampfparken. Die Initiative fordert die Anhebung der Bußgelder für Kampfparken auf Geh- und Radwegen auf 80 Euro, Kampfparken in zweiter Reihe auf 100 Euro und Kampfparken auf Behindertenplätzen auf 130 Euro.

Laut "Initiative clevere Städte" liegen die Bussen für Kampfparken in Deutschland am untersten Ende im EU-Ranking. Deutschlands Kampfparkersätze liegen 75% unter dem EU-Durchschnitt.

Doch nicht nur die günstigen Bußgelder fördern das massenhafte Kampfparken, auch die mangelnde Bereitschaft vieler Kommunen gegen Kampfparker vorzugehen. Beispielsweise ist der "Radweg" in der Bergedorfer Holtenklinker Straße jeden Tag durch Kampfparker zugestellt. Der örtlich zuständigen Polizei bzw. Straßenverkehrsbehörde ist dies bekannt. Thomas Adrian von der Hamburger Innenbehörde spricht im Umgang mit Kampfparkern von einem "Drahtseilakt für die Politik".

Durch jahrelange bad practice geriet das Empfinden vieler Autofahrer so in Schieflage, dass viele es für ihr gutes Recht halten, andere behindern und gefährden zu dürfen.

Würden wie im Fall der Holtenklinker Straße nach jahrelangem Wegschauen konsequent Kampfparker abgeschleppt, gäbe es haufenweise Proteste - wegen Gewohnheitsrecht.  Zudem würden die Autofahrer klagen, wo sonst sie denn ihre Stehzeuge lassen sollten, wenn nicht auf dem angestammtem Platz auf dem "Radweg".

Ein Versuch des PK17 das Kampfparken entlang der Rothenbaumchaussee zu unterbinden endete mit einem Fiasko. Der Versuch wurde nach heftger Gegenwehr der BILD zurückgenommen, die damalige Verkehrsdirektion Mitte knickte ein gegenüber der Autolobby. In der Rothenbaumchaussee wird zwischen Klosterstern und Hallerstraße zu beiden Straßenseiten auf dem Gehweg geparkt. Erlaubt ist jedoch seit Jahrzehnten unverändert das Gehwegparken in Längsaufstellung. Die Autos stehen jedoch durchweg schräg. Die Restgehwegflächen reichen jedoch nicht mehr für den reibungslosen Fußgängerverkehr inklusive des zugelassenen Radverkehrs.

Parkbussen in der Schweiz

Laut Schweizer Bussenkatalog werden für folgende Vergehen jeweils 120 Franken (ca. 100 Euro) fällig:
  • Parkieren auf einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf der Fahrbahn neben einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf dem Trottoir, wo dies Signale oder Markierungen nicht ausdrücklich zulassen, ohne dass für Fussgängerinnen und Fussgänger ein 1,5 m breiter Raum frei bleibt
  • Behinderndes Parkieren auf einem Radweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
  • Behinderndes Parkieren auf einem Fussweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
Der deutsche Bußgeldkatakog sieht für das unzulässige Parken auf Rad- und Gehwegen zwischen 20 Euro (Standardkampfparken) und 35 Euro (mehr als eine Stunde und zzg. mit Behinderung) vor. Den Höchstsatz von 60 Euro gibt es für Behinderung von Rettungswagen durch Kampfparken (zzgl. einem Punkt im Sündenregister). Nur durch Abschleppen der Stehzeuge kommen zusätzlich zum Bußgeld weitere wesentlich höhere Kosten auf Kampfparker zu.


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Mit Helmpflicht für Autofahrer und Fußgänger mehr zu bewirken als bei Radfahrern

Helmet law for motorists and pedestrians could be more effective than with cyclists

http://www.clevere-staedte.de/
www.clevere-staedte.de


Um mehr Leben im Straßenverkehr zu retten fordert die "Initiative clevere Städte" eine Helmpflicht für Autofahrer und Fußgänger. Die Initiative beruft sich auf Statistiken. 2011 kamen in Deutschland auf jeden getöteten Radler 1,5 getötete Fußgänger und 4,5 getötete Autofahrer. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) von 2009 sei die Häufigkeit Kopfverletzung unter Radlern, Fußgängern und Autofahrern und -gefahrenen bei Schwerverletzungen oder tödlichen Unfällen nahezu gleich. Zwischen 64% und 68% bei Schwerverletzten und 85% bis 89% bei Getöteten seien Kopfverletzungen die häufigsten Verletzungen. Heinrich Strößenreuther von "Initiative clevere Städte":

Wenn man es also ernst meint und Kopfverletzungen reduzieren will, dann bitte Werbe- und Politik-Kampagnen starten, damit Autofahrer und Fußgänger Helme tragen. Was wir brauchen, sind deutlich niedrigere Geschwindigkeiten, mehr Können von Kraftfahrzeuglenkern, jährliche Fahrkönnenüberprüfungen und sichere und ausreichend dimensionierte Fahrrad-Infrastrukturen.

Wie kam es bislang zur Reduzierung der Helmfrage - neben Motorradfahrern - auf die Radfahrer? Das Auto konnte seine Dominanz im Straßenraum durch Verunglimpfung seiner Opfer erreichen. Waren es anfangs "Jaywalker", die den Autoverkehr störten, sind es heute "Kampfradler". Das eigene Fehlverhalten verdrängen Autofahrer allzu gerne, zeigen aber gern auf das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Zudem wird von allzu vielen der Vorrang des Autoverkehrs als Norm angesehen. Kontrolle von Kampfparkern oder Kampfrasern gilt als Abzocke, weswegen beispielsweise in Hamburg Rad- und Gehwege entlang vieler Straßenzüge seit Jahrzehnten dauerhaft zugeparkt sind. Zudem sind Tickets für Kampfparker in Deutschland im europäischen Vergleich spottbillig.

Gesellschaftlich nicht anerkannt ist das Helmtragen in den eigenen vier Wänden. Zwar passieren die meisten Unfälle im Haushalt, doch "Hausputz mit Sicherheitskopfbedeckung sei nicht üblich", so der Psychologe der Heliosklinik in Hattingen, die den Aktionstag "Ein Helm für jeden Kopf" veranstaltete. Bei diesem Aktionstag ging es lediglich darum, Schulkindern beim Radeln einen Helm zu verpassen, weil sich dabei der Kopf im Gegensatz zum Hausputz wirksam schützen lasse - so die Argumentation seitens der Klinik.

Opferbashing ist auch beliebt von Seiten angeblicher Verkehrssicherheitsakteure. Der Trick: Mit Verdrehung von Statistiken werden die Opfer gebrandmarkt, um so den Zwang zum Fahrradhelm zu legitimieren. Der Chef der Essener Verkehrswacht behauptete, dass 80 Prozent aller Verletzungen bei Fahrradunfällen Kopfverletzungen seien.


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21 November, 2014

Verkehrsbehörde bilanziert Busbeschleunigung entlang der Linie 5

Transport Authority introduces bus acceleration along line 5

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Grindelallee / Stabi

Senator Frank Horch und Hochbahn-Chef Günter Elste stellten heute das Ergebnis der Busbeschleunigung entlang der Metrobuslinie 5 vor. Neben der Verkürzung der Fahrzeit zwischen Grindelhochhäusern und der Innenstadt um sechs Minuten sollen auch andere Verkehrsteilnehmer von den Baumaßnahmen profitieren.

Mehrere Kreuzungen wurden umgebaut und sicherer gemacht, insgesamt vier Kilometer Radverkehrsanlagen wurden neu angelegt bzw. saniert, Fahrbahnen von insgesamt 18 Kilometer Länge wurden erneuert.

Im Verlauf der Hoheluftchaussee und Hoheluftbrücke gab es durch die Busbeschleunigung jedoch keine Verbesserungen für den Radverkehr. Veränderungen gab es hier durch die Klage eines Radfahrers, der die Aufhebung des Radwegezwangs erreichte.


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Im Rahmen des Hamburger Busbeschleunigungsprogramms werden derzeit noch Feldstraße und Neuer Kamp umgebaut (Veloroute 1, Radfahrstreifen, Busspur mit Radverkehr), geplant sind weitere Umbauten entlang Papenhuder Straße (Schutzstreifen), Mühlenkamp (Schutzstreifen) und Lange Reihe.  


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20 November, 2014

Der reale Irrsinn

Madness

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Der benutzungspflichtige Radweg, auf dem das Radfahren verboten ist: Richtig oder falsch? Oder  handelt es sich bei der Verkehrszeichenansammlung bei der "Ballinstadt" vielleicht um eine Verkehrsschilderausstellung?


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