25 September, 2016

StVO-Novelle: Kinder jeglichen Alters dürfen Radwege benutzen

Cildren of all ages are now allowed to use cycle tracks
Aktualisiert am 26.09.2016

"Radweg" in Hamburg - © Stefan Warda


Letzten Freitag hatte der Bundesrat eine Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung beschlossen. Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr dürfen nun auch Radwege benutzen. Der Bundesrat begründet die Freigabe der Radwege für Kinder, weiles Fußgängern nicht vermittelbar sei, wenn ansonsten begleitende Erwachsene auf dem Gehweg radeln würden.

Durch die Änderungen soll das gelebte und dauerhaft verkehrssichere Verhalten auch rechtlich abgesichert werden. Kinder nutzen auch in jungen Jahren Radwege. Es ist den Fußgängern nicht vermittelbar, wenn Kinder und gegebenenfalls auch deren Aufsichtspersonen neben dem Radweg auf dem Gehweg fahren. So ist es außerdem möglich, bei Gruppen mit unterschiedlich alten Kindern oder mehreren Erwachsenen gemeinsam den Radweg zu benutzen und sich nicht zwischen Radweg und Gehweg aufteilen zu müssen. Beeinträchtigungen von Fußgängern, Kindern und deren Aufsichtspersonen werden hierdurch auf ein Mindestmaß beschränkt.

Pendler, die es eilig haben, benötigen nun noch mehr Geduld, wenn sie schmale "Radwege" benutzen müssen. Für sie dürfte es unangenehm werden, wenn auf den schmalen deutschen "Radwegen" auch noch Kinder mitfahren dürfen. In Dänemark ist es üblich, dass Kinder auf Radwegen fahren. Dort gibt es im Gegensatz zu Deutschland echte Radwege, auf denen der zweispurige Verkehr regulär möglich ist.

Mit der regulären Freigabe der "Radwege" für Kinder dürfte nun nichts mehr im Wege stehen, auch Inlinern, Boardern Scootern, Rollerfahrern und allen anderen Spielgerätenutzern die Benutzung der "Radwege" zu ermöglichen, auch wenn diese dafür wegen Einspurigkeit nicht geeignet sind. Radfahrende Kinder auf schalen "Radwegen" werden sehr wohl zu Beeinträchtigungen für Fußgänger führen, wenn andere Radfahrer die Geduld verlieren und zum Überholen regelwidrig auf Gehwege ausweichen - was bislang ebenfalls schon "gelebtes Verhalten" war. Wenn nicht bald Radwege verbindlich in ausreichender Breite für den zweispurigen Verkehr ausgebaut werden, soll bei der nächsten StVO-Novelle das Gehwegradeln als "gelebtes Verhalten" generell überall erlaubt werden? Die Begründung zur Änderung der StVO kann nur von Politikern verfasst worden sein, die bislang nicht auf deutschen "Radwegen" gefahren sind.


Echter Radweg in Kopenhagen - © Stefan Warda


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Paris: Morgen entscheidet der Stadtrat über die Zukunft der Seineuferstraße

Paris: Tomorrow city council will take a decision on car traffic along river Seine

© Stefan Warda


Nach dem heutigen autofeien Sonntag soll der Stadtrat morgen über die zukünftige Nutzung der Seineuferstraße im Stadtzentrum entscheiden. Wird der etwa drei Kilometer lange Abschnitt der Straße zukünftig dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt, oder aber vorerst probeweise für nur sechs Monate? Wird der Autoverkehr, rund 40.000 Fahrzeuge am Tag, im Fall einer Sperrung auf andere Innenstadtstraßen ausweichen, oder werden die Autofahrer auf andere Verkehrsmittel umsteigen? Die Stadt steht vor einer möglicherweise mutigen Entscheidung.


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24 September, 2016

Zürich: 1000 Velostellplätze am Bahnhof Stadelhofen geplant

Zürich: Parking for 1,000 bicycles at Stadelhofen station


© Stefan Warda


2020 soll am verkehrsreichen Bahnhof Stadelhofen in Zürich ein Fahrradparkhaus für 1.000 Stellplätze fertiggestellt sein. Der Architekt Santiago Calatrava hat ein Geschäftshaus entworfen, in dem auf drei Etagen verteilt ein modernes Veloparking eingerichtet werden soll. Mit Eröffnung des Fahrradparkhauses besteht die Hoffnung, dass sich die eher ungeordnete Fahrradabstellsituation rund um den Stadelhoferplatz verbessert.


© Stefan Warda

© Stefan Warda

Zürich, Stadelhoferplatz - © Stefan Warda



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Vision: Radschnellweg Hamburg - Norderstedt - Kaltenkirchen - Neumünster

Vision: Fast cycle route Hamburg - Norderstedt - Kaltenkirchen - Neumünster
Aktualisiert um 15:44 Uhr



Laut dem Abendblatt gibt es Überlegungen im Kreis Segeberg den Norden Hamburgs mit einem Radschnellweg über Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt mit Neumünster zu verbinden. Die angedachte Route würde dem Verlauf von Hochbahntrasse, Alsternordbahn und AKN folgen und hätte zwischen Ochsenzoll und Neumünster eine Länge von 60 Kilometern. In Norderstedt gib es derzeit schon straßenunabhängige Radverkehrsverbindungen, die parallel zur U-Bahntrasse verlaufen, jedoch keinen Radschnellwegstandard aufweisen. Der kleine Bundesetat von 25 Millionen Euro, der ab nächstem Jahr für den Radschnellwegebau deutschlandweit zur Verfügung stehen soll, führt nun offenbar neben dem Ruhrgebiet auch andere Kommunen und Kreise zu neuen Planungsideen.


Norderstedt, gemeinsamer Geh- und Radweg neben der U-Bahntrasse - © Stefan Warda

Auch im Kreis Pinneberg gibt es Überlegungen für einen Radschnellweg. Laut Pinneberger Tageblatt will der Kreis Pinneberg eine Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg Elmshorn - Hamburg entlang der Bahntrasse erstellen lassen. Vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie der TUHH für Radschnellwege im Umland von Hamburg. Untersucht worden waren fünf Korridore im Hamburger Raum:
  • Flughafen - Norderstedt
  • Holstenstraße - Veloroute 2 - Pinneberg - Tornesch - Elmshorn
  • Wandsbek - Veloroute 6 - Bad Oldesloe
  • Harburg - Winsen
  • Harburg - Tostedt

Derzeit im Bau befindet sich ein weiterer Abschnitt des zukünftigen Radschnellweg Ruhr in Mülheim auf der Strecke zwischen Duisburg und Hamm. Zudem gibt es schon Überlegungen für einen weiteren Radschnellweg zwischen Gladbeck und Essen. In Planung befinden sich fünf weitere Radschnellwegprojekte in Nordrhein-Westfalen: In der Stadtregion Aachen / Niederlande, Neuss - Düsseldorf - Monheim / Langenfeld, Herford - Minden, Köln - Frechen und Isselburg - Velen.

In Berlin kursierten Ideen für Radschnellwege auf stillgelegten Bahntrassen. Nach Bildung der neuen Landesregierung werden sich diese Ideen vermutlich konkretisieren.

Auch in der Rhein-Main-Region, der Region München und in Freiburg gibt es Ideen zu Radschnellwegen.

In Hamburg sollen derzeit laut Koalitionsvertrag Studien für Radschnellwegtrassen in jedem der sieben Bezirke vorbereitet werden, die bis Ende der jetzigen Regierungsperiode planreif sein sollen. Eine direkte Radschnellwegführung über das ehemalige Güterbahngleis zwischen Ochsenzoll und Ohlsdorf neben der Trasse der U-Bahnlinie nach Norderstedt ist nicht zu verwirklichen, da dieses Gleis als Ausgleichsfläche für Eingriffe im Rahmen der Flughafen-S-Bahn dient.


Hamburger "Nordbahntrasse": Als Alternative zur abschreckenden Langenhorner Chaussee würde sich die Trasse der ehemaligen Güterbahn Ohlsdorf - Ochsenzoll anbieten

Bahnhof Fuhlsbüttel: Links die Trasse der ehemaligen Güterbahnlinie Ohlsdorf - Ochsenzoll neben dem U-Bahngleis - © Stefan Warda



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21 September, 2016

Hamburg: Lessingtunnel endlich für den Radverkehr befreit

Hamburg: Lessingtunnel now open for cyclists
Aktualisiert um 19:45 Uhr

Lessingtunnel / Präsident-Krahn-Straße, Baustelle - © Stefan Warda


Der Lessingtunnel zwischen Altona-Altstadt und Ottensen ist endlich für den Radverkehr geöffnet worden. Mittlerweile sind die entsprechenden Verkehrszeichen aufgestellt worden. Somit besteht für die mehreren Tausend Radfahrer, die den Tunnel täglich nutzen, kein Sicherheitsrisiko beim Durchfahren des Tunnels mehr. Das Radfahren ist legalisiert worden und geschieht nicht mehr auf eigenes Risiko.


Lessingtunnel / Harkortstraße, Baustelle - © Stefan Warda


Trotz der Freude um die Freigabe des Tunnels bleibt auch ein wenig Enttäuschung hängen. Denn erst durch Beschwerden konnte die vor Beginn der Baumaßnahme versprochene Durchlässigkeit für den Radverkehr erreicht werden. Wem sind Fälle von angekündigten Verkehrsführungen an Baustellen für den MIV bekannt, die anschließend nicht eingerichtet wurden? Bei Baustellen wird in erster Linie nur an den MIV gedacht, die angekündigte "Fahrradstadt" liegt derzeit noch in weiter Ferne.



Scheel-Plessen-Straße / S-Bahn, Baustelle - © Stefan Warda

Scheel-Plessen-Straße / Lessingtunnel, Baustelle - © Stefan Warda

Barnerstraße / Lessingtunnel, Baustelle - © Stefan Warda

Lessingtunnel / Scheel-Plessen-Straße, Baustelle - © Stefan Warda




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