7. November 2017

Berlin: Senatsverwaltung stellt zukünftige geschützte Radstreifen vor

Berlin: First new protected bike lane in 2018
 
Bild: SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

Die Berliner Senatsverwaltung hat die Pläne ihrer geplanten "geschützten Radstreifen" ("Protected Bike Lanes") enthüllt. 

Auf der diesjährigen Fahrradkommunalkonferenz in Berlin hat Senatorin Regine Günther die geplanten geschützten Radstreifen am Beispiel der Planung für die Hasenheide vorgestellt. Weitere geschützte Radstreifen befinden sich in Planung und sollen derzeit mit den Bezirken abgestimmt werden.

Zukünftig soll in Berlin an Hauptverkehrsstraßen die Verkehrssicherheit für Radfahrer durch eine verbesserte Infrastruktur deutlich verbessert werden. "Geschützte Radstreifen" seien – neben baulichen Radwegen – eine zentrale Maßnahme zur Steigerung sowohl der objektiven als auch der gefühlten Verkehrssicherheit und der Umsetzung der Vision Zero: der weitgehenden Reduzierung von Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Die Umsetzung soll mit dem Start der Bausaison 2018 beginnen.

Hasenheide soll rot-weiß-grün werden

Folgende Eckdaten sind für die geschützten Radstreifen vorgesehen:
  • Breite: mindestens 2 Meter
  • Sperrfläche: 1 Meter Breite zwischen Rad- und Autoverkehr
  • Poller (0,9 m hoch) verhindern ein Befahren der Radstreifen
  • Eine grüne, flächendeckende Färbung wird die Radstreifen auch optisch von der Fahrbahn trennen.
Der vorgestellte geschützte Radstreifen an der Hasenheide soll von Südstern bis Wissmannstraße auf der südlichen Seite verlaufen. Die konkrete bauliche Umsetzung soll jeweils nach den Gegebenheiten vor Ort entschieden werden. Es soll Bereiche mit und ohne Parkstreifen für den ruhenden Verkehr geben. Für Kreuzungsübergänge und Nachtbus-Haltestellen sind Unterbrechungen vorgesehen.


Bild: SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

Geschützte Radstreifen und eine signifikante Verbesserung der Verkehrssicherheit sind zwei zentrale Bestandteile des Berliner Mobilitätsgesetzes, das durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Senat und Abgeordnetenhaus eingebracht werden wird. Berlin will als erste Kommune in Deutschland geschützte Radstreifen einführen. Der Teil Radgesetz des Mobilitätsgesetzes ist das erste seiner Art in Deutschland.



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Mülheim: Fahrstuhl zur Hochpromenade des zukünftigen "Radschnellwegs" defekt

Mülheim: Lift to reach the elevated "fast cycle route" out of order


Mülheim, Rheinische Bahn: Lift zwischen Hochpromenade und Bahnstraße nahe des Ruhrufers - © Stefan Warda


Zwei Wochen nach Eröffnung eines neuen Teilstücks des zukünftigen Radschnellweg Ruhr in Mülheim versagt dort der Fahrstuhl. Am derzeitigen Ausbauende der Trasse der Rheinischen Bahn kurz vor der noch nicht fertiggestellten Ruhrbrücke verbindet ein Fahrstuhl die Trasse mit dem übrigen Radverkehrsnetz.



Der Fahrstuhl zeigt nach dem Dauereinsatz seit Freigabe offenbar erste Ermüdungserscheinungen. Als Alternative müssen Radfahrer die Rheinische Bahn über die letzte Rampe vor der Hochpromenade an der Max-Kölges-Straße verlassen - oder sich in Fußgänger verwandeln, die Räder aufschultern und die Treppenanlage nutzen.


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2. November 2017

Mülheim: Radverkehrsverbindung auf der "Rheinischen Bahn" um ein kurzes Teilstück verlängert

Mülheim: Future "fast cycle route" extended
Aktualisiert um 16:13 Uhr

Mülheim, zukünftiger "Radschnellweg" Ruhr entlang der "Rheinischen Bahn" -  © Stefan Warda


Die Radverkehrsverbindung entlang der Rheinischen Bahn für den zukünftigen Radschnellweg Ruhr wurde letzte Woche in Mülheim um ein knapp ein Kilometer langes Teilstück verlängert. Das nun freigegebene Teilstück zwischen Hauptbahnhof und der Ruhr verläuft entlang der Hochpromenade und wurde als gemeinsamer Geh- und Radweg eingerichtet. Am derzeitigen Endpunkt nahe des Ruhrufers fehlt allerdings eine Rampe. Radfahrer müssen einen Fahrstuhl nutzen, oder sich in Fußgänger verwandeln, die Räder aufschultern und eine Treppenanlage überwinden. Bei schönem Wetter ist der Fahrstuhl derzeit im Dauerbetrieb. Die Weiterführung der Radverkehrsverbindung über die Ruhr hinweg ist im Bau.


Mülheim, Ruhrbrücke der Rheinischen Bahn für den zukünftigen Radschnellweg Ruhr - © Stefan Warda

Mülheim, "Radschnellweg" Ruhr auf der "Rheinischen Bahn": Ende der Radtrasse nahe des Hauptbahnhofs vor Verlängerung über die Hochpromande - © Stefan Warda

Mülheim, "Radschnellweg" Ruhr auf der "Rheinischen Bahn": Nach Öffnung der Hochpromade an der Rampe nahe des Hauptbahnhofs - © Stefan Warda

Mülheim, "Radschnellweg" Ruhr auf der "Rheinischen Bahn": Übergang vom bisherigen Abschnitt auf den neuen Abschnitt - © Stefan Warda


"Radschnellweg" Ruhr: Radlangsamweg auf der Mülheimer Hochpromenade

Mit der wahrscheinlich im nächsten Jahr erfolgenden Verlängerung der Radverkehrsverbindung über die Ruhr hinweg wird die Bewährungsprobe für die Mülheimer Hochpromenade des "Radschnellweg" Ruhr eintreten. Vertragen sich entspannende, flanierende und kreuz und quer herumlaufende Fußgänger im Verlauf eines "Radschnellwegs"? Die Rheinische Bahn soll demnächst zwar Deutschlands bekanntester "Radschnellweg" werden, die Hochpromenade soll jedoch ausdrücklich ein Radlangsamweg sein. Noch sind restliche Bauarbeiten am Stadtbalkon - dem Aussichtspunkt nahe des Rathauses - der Hochpromande nicht abgeschlossen, der Abschnitt zwischen Bahnhof und Ruhr mehr oder weniger Sackgasse. Bislang nutzen überwiegend Freizeitradler den Sackgassenabschnitt. Bei Durchgangsverkehr nach weiterem Ausbau der Trasse wird sich zeigen, ob die unterschiedlichen Nutzungsansprüche miteinander kombinierbar sind. Vor allem an Wochenenden wird mit hohem Andrang an Fußgängern und auch Radfahrern zu rechnen sein.


Mülheim, "Radschnellweg" Ruhr auf der "Rheinischen Bahn" / Löhrstraße: In Stahlplatte eingelassene Trassenführung des geplanten "Radschnellwegs" - © Stefan Warda

Geplante Radschnellwegtrasse - © Stefan Warda

Mülheim, Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: die linke Seite ist eher für den Radverkehr geeignet, eine Verkehrstrennung ist jedoch nicht erfolgt - © Stefan Warda

Mülheim, Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: die rechte Seite sollen Fußgänger bevorzugen, eine Verkehrstrennung ist jedoch nicht erfolgt - © Stefan Warda

Mülheim, Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: auch die breitere linke Seite darf von Fußgängern genutzt werden - © Stefan Warda

Mülheim, Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: Ausblick auf die parallele Bahnstraße - © Stefan Warda

Mülheim, Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: Sitzbänke laden zum Verweilen und Betrachten der Bausünden ein - © Stefan Warda

Stau am Radlangsamwegausbauende

Mülheim: Warten auf den Fahrstuhl auf der Hochpromenade - © Stefan Warda

Mülheim: Ausbauende und Warten auf den Fahrstuhl - © Stefan Warda

Mülheim, Ausbauende des Hochpromenadenabschnitt des "Radschnellweg" Ruhr: der Aufzug ist im Dauereinsatz - © Stefan Warda




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23. Oktober 2017

Copenhagenize Hamburg: Neue Radspur von der Messe ins Stadtzentrum

Copenhagenize Hamburg: New cycle lane from exhibtion to city center
Aktualisiert um 22:31 Uhr

Caffamacherreihe, neue Radspur Richtung Stadtzentrum - © Stefan Warda


Und es geht doch: Nach vielen Jahren der Überlegungen hat Hamburg eine direkte Radverkehrsverbindung von der Messe über Jungiusstraße und Caffamacherreihe ins Stadtzentrum bekommen. Die Lösung ähnelt Praktiken, die aus Kopenhagen bekannt sind: Gleich eine ganze Fahrspur der bislang autogerecht ausgerichteten Straße wurde gesperrt und in eine Radspur umgewandelt. Noch wirkt die Spur eher provisorisch, aber das Provisorium ist gut gelungen.


Jungiusstraße / Gorch-Fock-Wall - © Stefan Warda

Jungiusstraße / Gorch-Fock-Wall - © Stefan Warda

Jungiusstraße / Gorch-Fock-Wall - © Stefan Warda

Jungiusstraße / Gorch-Fock-Wall - © Stefan Warda

Jungiusstraße / Dammtorwall - © Stefan Warda


Wenn die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) die neue Radverbindung effektiv bewerben würde, gäbe es sicherlich schnell viele Freunde der neuen Radspur. Nun kann über die Achse Rentzelbrücke - Messeplatz - St. Petersburger Straße - Jungiusstraße - Caffamacherreihe - Fuhlentwiete - Axel-Springer-Platz - Stadthausbrücke ins Stadtzentrum geradelt werden. Zusammen mit dem Wegfall des Einbahnverkehrs auf dem Großen Burstah (für Radfahrer, Busse und Taxen) ist die Innenstadt nun besser mit dem Rad erreichbar.


Caffamacherreihe / Dammtorwall - © Stefan Warda

Caffamacherreihe - © Stefan Warda

Caffamacherreihe / Valentinskamp - © Stefan Warda

Caffamacherreihe / Valentinskamp - © Stefan Warda

Caffamacherreihe / Valentinskamp - © Stefan Warda


Auch in Kopenhagen wurden vor vier Jahren gleich zwei mehrspurige innerstädtische Einbahnstraßen für den Radgegenverkehr eingerichtet. Auf den Achsen Havnegade - Bremerholm - Kirsten Bernikows Gade - Gammel Mønt - Christians IX´s Gade - Gothersgade und der Gothersgade zwischen Kongens Nytorv und Kronprinsessegade geht es seit Einrichtung gegenläufiger Radwege und Radspuren quer durch die Innenstadt, nachdem Fahrspuren geopfert worden waren.


Die neue Radverkehrsverbindung von der Messe Richtung Stadthausbrücke: Rot die schon bestehenden Radwege, orange der Lückenschluss zwischen Gorch-Fock-Wall und Valentinskamp


Die Fortführung der Radspur: Caffamacherreihe / Fuhlentwiete - © Stefan Warda

Fuhlentwiete / Springer - © Stefan Warda

Fuhlentwiete / Springer: Da muss noch geübt werden - © Stefan Warda

Fuhlentwiete / Axen-Springer-Platz: Baustelle - © Stefan Warda

Fuhlentwiete / Axel-Springer-Platz: Baustelle - © Stefan Warda



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Bicycle Account 2016: Aktuelle Fakten zur Fahrradstadt Kopenhagen

Bicycle account 2016: Facts and targets of city of cyclists of Copenhagen
Aktualisiert um 16:31 Uhr

Kopenhagen, Søtorvet - © Stefan Warda


Was der Fortschrittsbericht zur Radverkehrsstrategie in Hamburg ist, das ist in etwa der alle zwei Jahre erscheinende Bicycle Account der Stadt Kopenhagen. Der Bicycle Account berichtet wie gewohnt seit 2004 über die Zielsetzungen der Kopenhagener Radverkehrspolitik und die jeweils erreichten Erfolge oder ggf. auch Misserfolge.

Vor wenigen Tagen wurde die neueste Ausgabe in englischer Übersetzung veröffentlicht. Der Bicycle Account 2016 sei in allen Städten, die sich "fahrradfreundlich", "Fahrradstadt", "Radlhauptstadt" oder ähnlich nennen, zur Lektüre empfohlen.

Dass die Fahrradstadt Kopenhagen noch lange nicht am Ziel ist, sagt die Kopenhagener Planerin Marie Kåstrup zur FR: "Wir sind niemals fertig." Wie eine historisch gewachsene Stadt zu einer Fahrradstadt wird, weiß die Planerin: "Man muss den zur Verfügung stehenden Platz gewichten. Und den Platz den Autofahrern wegnehmen.“ Das "Radverkehrskonzept" der CDU Hamburg ist demnach vollkommen ungeeignet, Hamburg näher an Kopenhagener Verhältnisse anzugleichen. Die CDU möchte schließlich den bisherigen Bestand des Stehzeugeraums festschreiben ("Bestandsschutz für Pkw-Parkplätze") - ganz anders als die Praxis in Kopenhagen. Ohnehin sei für die CDU Hamburg nicht mit einer Fahrradstadt Kopenhagen vergleichbar. Lieber möchte die CDU Hamburg mit Paris verglichen haben statt mit Kopenhagen. Wenn der CDU bewusst wäre, dass für das Pariser Leihradsystem "Vélib`" mehrere Tausende Parkplätze wegfielen, käme dieser gewünschte Bezug bestimmt auch nicht mehr in Frage.


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