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3. Dezember 2017

Trotz vieler Widersprüche: Osnabrück als "fahrradfreundliche Kommune" ausgezeichnet

Despite many contradictions: Osnabrück now a "cycle friendly city"
Aktualisiert um 17:29 Uhr

Osnabrück, Domhof: Wegweisung - © Stefan Warda


"In Osnabrück finden Radfahrer hervorragende Bedingungen vor"

Seit Donnerstag gilt die Stadt Osnabrück offiziell als "fahrradfreundliche Kommune". Dies haben das Land Niedersachsen und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen / Bremen entschieden. Bei der Auszeichnungszeremonie attestierte Verkehrsminister Bernd Althusmann Osnabrück und zwei weiteren Städten "hervorragende Bedingungen" für Radfahrer.


Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda


Radfahrer bewerten Osnabrück jedoch weniger radverkehrsfreundlich. Osnabrücks Radfahrer vergaben ihrer Stadt beim zuletzt durchgeführten "Fahrradklima-Test" nur die Note 4,2 (2016). In der Gunst der Radfahrer befindet sich Osnabrück jedoch auf einem absteigenden Ast. 2014 erhielt Osnabrück noch die Note 3,9, 2012 die Note 3,7, 2003 die Note 3,8. Hervorragende Bedingungen für Radfahrer werden sicherlich mit anderen Noten bewertet. Doch wie sieht es tatsächlich in Osnabrück aus?


Osnabrück, Möserstraße / Goethering - © Stefan Warda

Osnabrück, Möserstraße - © Stefan Warda


Bei einer kleinen Testfahrt ausgehend vom Bahnhof wurde eine relativ neu umgestaltete Ausfallstraße besichtigt. Anders als die nicht weit entfernt liegende "Fahrradhauptstadt" Münster, in der vor allem auf althergebrachte Hochbordradwege gesetzt wird, bietet Osnabrück Radfahrern vor allem auf der Fahrbahn markierte Radverkehrsführungen an. Leider sind diese Radspuren oft zu schmal.


Horrorradspur auf dem Goethering

Autogerechte Stadt Osnabrück, Goethering: Zwar ist diese Fakeradspur nicht mit einer Benutzungspflicht belegt, doch lässt diese Bonsairadspur erhebliche Konflikte mit dem vorbeifahrendem MIV vermuten - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering 17: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering 17: 1,4 Meter Abstand zwischen Stehzeug und Kantstein - ein sicheres Vorbeifahren mit ausreichendem Sicherheitsabstand ist unmöglich - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering: "Hervorragende Bedingungen" für Radfahrer? - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering: Das Umfahren des gefährlichen Dooringabschnitts erfordert bei starkem MIV besondere Aufmerksamkeit - © Stefan Warda


Der Goethering zwischen Möserstraße und Wittekindstraße ist Teil eines die Altstadt umschließenden Straßenrings. Diese Straße wurde extrem autoverkehrsgerecht angelegt. Die vorhandenen Radverkehrsanlagen erfüllen nicht die erforderlichen Mindeststandards. Sie sind ganz eindeutig viel zu schmal. Die auf den beiden angrenzenden Fahrspuren vorbeirauschenden Fahrzeuge zwängen Radfahrer in eine gefährliche Falle ein. Etwas weiter führt die Radspur bei einer Breite von nur 1,4 Metern zwischen Stehzeugen und Kantstein entlang. Radfahrer sollen dort im Dooringbereich der Beifahrerseite fahren. Das Unsicherheitsgefühl ist steter Begleiter, egal, ob Radfahrer neben der zu schmalen Radspur fahren und dabei bedrängt werden oder auf der schmalen Radspur und dabei von der Seite bedrängt werden. Zudem erfordert es besondere Aufmerksamkeit, den gefährlichen Dooringabschnitt auf der Fahrbahn zu umfahren.

Vom Altstadtring Richtung Nordosten führt die Wittekindstraße. Auf schmaler Spur werden Radfahrer werden Radfahrer durch den Straßenverkehr geleitet. Weiter geht es über die Alte Poststraße, Bohmter Straße und Bremer Straße. Dieser Straßenzug wurde vor wenigen Jahren umgestaltet und verdient somit eine eingehende Betrachtung. Zwar gibt es keinerlei Radwegbenutzungspflichtzeichen, jedoch signalisiert die durchgezogene Breitstrichlinie einen für den Radverkehr separierten Raum. Leider führen diese abgestrennten Radspuren ebenso im Dooringbereich. Um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Stehzeugen zu halten, müssten Radfahrer abschnittsweise auf der Breitstrichlinie radeln. Dies würde jedoch sicherlich nicht vom MIV geduldet, somit fährt bei Radfahrern auch dort die Unsicherheit immer mit.


Aus dem Stadtzentrum Richtung Norden

Osnabrück, Wittekindstraße: Auf schmaler Radspur zwischen dem MIV - © Stefan Warda

Osnabrück, Wittekindstraße - © Stefan Warda

Osnabrück, Alte Poststraße: Der regelmäßige Buslinienverkehr weist Radfahrer zurück auf die zu schmale Radspur im Dooringbereich der Stehzeuge. Um einen ausreichenden Seitenabstand zu den Stehzeugen einzuhalten, müssten Radfahrer auf der Breitstrichlinie fahren. Busfahrer müssen dann hinterherzockeln. Unsichere Radfahrer werden den Mut nicht haben, das Abdrängen wird allgegenwärtig sein- © Stefan Warda

Osnabrück, Alte Poststraße - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße - © Stefan Warda

Osnabrück, bohmter Straße; Radspur im Dooringbereich über vorebeirauschendem Buslinienverkehr - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Bremer Straße - © Stefan Warda

Osnabrück, Hunteburger Weg: Schmale Radspur trotz Tempo-30-Zone - © Stefan Warda

Neumarkt

Osnabrück, Neumarkt: Glücklicherwiese wird diese Situation derzeit umgestaltet - © Stefan Warda


Osnabrück konnte leider nicht als "fahrradfreundliche Kommune" überzeugen. Verkehrsminister Althusmann hätte vor der Auszeichnung öfters in Osnabrück mit dem Rad fahren sollen, um sich für seine Laudatio richtig vorzubereiten. Eine ausführliche Würdigung findet sich beim Lokalblog it startet with a fight. Weitere "fahrradfreundliche Kommunen" sollen Lingen und Hameln sein.



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30. November 2016

"Radmobil in der Stadt": Hat Osnabrück tatsächlich den Mut fahrradfreundlich zu werden?

Does Osnabrück have the braveness to become cycle-friendly?


Osnabrück, Goethering: Wer fährt gerne auf diesem Gefährdungsstreifen? - © Stefan Warda

"Wir müssen Autofahrern den Raum wegnehmen"

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachen / Bremen (AGFK) wurde gestern über Mobilität in Osnabrück diskutiert. Mit dabei waren u.a. Osnabrücks Stadtbaurat Frank Otte und der Bundesgeschäftsführer des ADFC, Burkhard Stork.


Osnabrück, Goethering: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Bislang war Osnabrück nicht als Fahrradstadt aufgefallen, doch die Stadt hat offenbar noch Großes vor. Der Masterplan Mobilität von 2010 sieht vor den Radverkehrsanteil von damals durchschnittlichen zwölf Prozent auf siebzehn Prozent im Jahr 2025 anzuheben. Laut NOZ ist die Stadt Osnabrück mittlerweile sogar noch ehrgeiziger geworden und will bis zum Jahr 2030 einen Radverkehrsanteil von dreißig Prozent erreichen. Dementsprechend müssen alsbald Taten folgen. Stadtbaurat Frank Otte machte gestern deutlich, wie sich die Stadt verändern muss:
Wir müssen Autofahrern den Raum wegnehmen.

Vergleich zu Utrecht: Osnabrück muss klotzen statt kleckern

Mit einem Radwege-Etat von 250.000 Euro für das laufende Jahr 2016 will Osnabrück aber nur rund 1,50 Euro je Einwohner für den Radverkehr ausgeben, eine sehr bescheidene Summe im Vergleich zu fahrradfreundlichen Städten. Die Stadt Utrecht will in den nächsten vier Jahren 180 Millionen Euro für den Ausbau des Radverkehrs ausgeben. Das entspricht etwa 132 Euro je Einwohner und Jahr. Dabei liegt Utrecht heute schon sehr deutlich vor Osnabrück. Derzeit werden in Utrecht 35 Prozent aller Wege mit dem Rad bewältigt. Falls Osnabrück jemals an Utrecht aufschließen will, muss die Stadt jetzt klotzen statt kleckern.


Utrecht, Vredenburg: Echter Radweg - © Stefan Warda


Weiter geht es in Osnabrück mit einem Mobilitätsforum am 1. Dezember, zu dem u.a. Prof. Dr. Heiner Monheim erwartet wird.


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30. April 2014

Osnabrück sattelt auf

Charming Cycling Campaign in Osnabrück


http://www.osnabrueck-sattelt-auf.de/


Du willst einen Freund mit knackigem Hintern? Such Dir einen Radfahrer! Solche Botschaften lesen Osnabrücker entlang der Straßen. "Osnabrück sattelt auf" nennt sich die Fahrrad-Kampagne der Stadt. Mit zum Teil charmanten Botschaften thematisiert Osnabrück öffentlich den Radverkehr und bedankt sich bei den Radfahrern.


http://www.osnabrueck-sattelt-auf.de/


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22. Februar 2012

NDR: "Zoff im Straßenverkehr"

NDR: "Trouble in road traffic"



Derzeit in der NDR-Mediathek verfügbar eine Sendung mit Thema "Zoff im Straßenverkehr" zu den üblichen Aggressionen im Straßenverkehr, die aber auch ein absolut typisches Bild der berühmten Hamburger Radwege zeichnet. Bei all den Belehrungen und Besserwissern geht leider nicht immer eindeutig hervor, ob die Radfahrer z.B. wegen aufgehobener Radwegbenutzungspflicht oder unbenutzbarem Radweg rechtmäßig auf der Fahrbahn fahren (Beispiel am Kieler Taxenstand), andererseits werden auch eindeutige grobe Regelverstöße von Radlern angeprangert. Die Feinde der Radfahrer: Eine Osnabrücker Bürgerinitiative "Fußgänger gegen Falschradfahrer" lauert Radfahrer auf. Einem Kieler Taxifahrer graust es, wenn immer mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sein werden.

Ob aggressives Verhalten unter den Verkehrsteilnehmern und Besserwisserei immer weiterhilft? Auf dem Weg zu einer Fahrradstadt mit weniger aggressiven Verkehrsteilnehmern ist es wohl noch weit: 18 ways to know that you have bicycle culture


Watch the video about cycling in Hamburg, Kiel and Osnabrück.