28 April, 2015

Altonas kuriose Fußgängerzonen

New pedestrian zone in Altona
Aktualisiert um 23:18

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Fußgängerzone Altonaer Poststraße

Altonaer Poststraße und Bugdahnstraße

Vor wenigen Monaten wurde Altonas Zentrum durch eine neue Fußgängerzone bereichert. Ein Abschnitt der Altonaer Poststraße, eben genau vor der Altonaer Post, und ein kurzes Stück der Bugdahnstraße wurden mit Zeichen 242 ausgestattet. Der Straßenraum war zuvor umgestaltet worden. Mittig gibt es eine Fahrgasse, auf Bordsteine wurde aber verzichtet. Die Gestaltung erinnert an das bekannte Shard-Space-Beispiel aus Bohmte in Niedersachen. Nur in Altona soll es irgendwie als Fußgängerzone dienen. Aus Richtung Jessenstraße gab es eine Freigabe für Lieferverkehr von 23 Uhr bis 11 Uhr freigegeben, dagegen war der Radverkehr nicht einmal im Zeitraum der gestatteten Belieferungen freigegeben. Für eine "Fahrradstadt", wie Hamburg es derzeit werden möchte, war diese Regelung eher unverständlich.


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Mittlerweile keine Fußgängerzone

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Aus Richtung Bugdahnstraße gilt hier immer noch endlos weiter die Fußgängerzone . . .


Aus Richtung Bugdahnstraße gilt bis heute eindeutig Fußgängerzone ohne jegliche Ausnahmen. Da aber an der Ecke Lawaetzweg / Altonaer Poststraße die Verkehrszeichen 242 vor einigen Tagen entfernt wurden, handelt es sich aus dieser Fahrtrichtung nicht mehr um eine Fußgängerzone. Aus Richtung Bugdahnstraße kommend gilt die Fußgängerzone aber unverändert und wird nirgends mehr aufgehoben. Zumindest Fußgänger müssten demnach darauf vertrauen können, dass auch in den übrigen Straßen rund um die Altonaer Post unverändert eine Fußgängerzone besteht, auch wenn die Straßenraumgestaltung dies nicht unbedingt vermittelt. Andererseits gibt es in Deutschland auch Beispiele für Fußgängerzonen, die Bordsteine haben und eher wie übliche Straßenräume mit Trennung für Fahrverkehr und Fußverkehr gestaltet sind. Als Beispiel die Dienerstraße und Residenzstraße in München.


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Bugdahnstraße: Weiterhin Fußgängerzone


Mit der Akzeptanz der neuen Fußgängerzone haperte es allerdings von Anfang an. Sowohl fand dort Lieferverkehr außerhalb des gestatteten Lieferzeitraums statt, Radfahrer nahmen die Fußgängerzone auch nicht vollkommen ernst, aber vor allem fuhren und fahren immer noch Autos von der Bugdahnstraße in die Altonaer Poststraße durch die Fußgängerzone.

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Regelwidriger Lieferverkehr in der Fußgängerzone zwischen 11 und 23 Uhr, regelwidriger Radverkehr

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Autofahrer haben die Fußgängerzone von Anfang bis heute sehr frei interpretiert

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Bugdahnstraße: Immer noch Fußgängerzone!

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Neue Große Bergstraße

Gleich um die Ecke befindet sich die Neue Große Bergstraße, die in der Wiederaufbauzeit entstandene neue Fußgängerzone Altonas. Aus Richtung Max-Brauer-Allee (Bahnhof Altona) gilt die Straße als Fußgängerzone mit Freigabe für den Radverkehr, aus Richtung Altonaer Poststraße / IKEA gilt die Straße als Gehweg. Für Radler kommt es hier also auf die Fahrtrichtung an. Vor dem Umbau der Ecke mit IKEA und dem Eckgebäude gegenüber war die Zufahrt zur Altonaer Straße und Neuen Großen Bergstraße aus Richtung Große Bergstraße allerdings eindeutig geregelt - mit Fußgängerzone und Freigabe für den Radverkehr. Heute fehlen dort Verkehrszeichen.


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Neue Große Bergstraße aus Richtung Max-Brauer-Allee: Fußgängerzone mit uneingeschränkter Freigabe für den Radverkehr

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Neue Große Bergstraße aus Richtung IKEA: Reiner Gehweg, kein Radverkehr zugelassen

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Neue Große Bergstraße / Große Bergstraße: Vor dem Abriss des Frappant-Komplex war der Radverkehr im Bereich der Kreuzung Neue Große Bergstraße / Bergstraße / Altonaer Poststraße eindeutig geregelt. Heute fehlen an dieser Stelle jegliche Verkehrszeichen

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Seitdem IKEA an der Kreuzung sitzt, fehlen die Verkehrszeichen

Paul-Nevermann-Platz

Nicht ganz eindeutig ist ebenfalls die Regelung am Paul-Nevermann-Platz südlich des Altonaer Bahnhofsgebäudes. Aus Richtung Max-Brauer-Allee gilt Gehweg mit Freigabe für Radler, aus Richtung der Busspur am Hahnenkamp fehlen jegliche Verkehrszeichen. Also gilt hier ebenfalls Einbahnverkehr für Radler. Diese Verkehrsführung ist derzeit ohnehin umstritten. Die Straßenverkehrsbehörde möchte die Freigabe für Radler hier komplett aufheben, ganz im Gegensatz zu Bezirkspolitikern. Noch aber hängt das Schild für Radlerfreigabe.


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Zu Hauptverkehrszeiten ist auf diesem Abschnitt recht viel Verkehr


Ottenser Hauptstraße

Ab Hahnenkamp schließt sich westlich die Ottenser Hauptstraße an. Auch hier möchte die Straßenverkehrsbehörde entgegen der Bezirksverwaltung die Radler aus dieser Fußgängerzone verbannen. Noch aber gilt die Radlerfreigabe ab Hahnenkamp. Aus anderern Fahrtrichtungen fehlen allerdings entsprechende Verkehrszeichen, z.B. ab Am Felde, Stangestraße und Bahrenfelder Straße. Geduldet wird das Radeln aber weiterhin.


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Noch ist das Radeln in der Fußgängerzone Ottenser Hauptstraße erlaubt

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Während der "altonale" war Radeln in der Fußgängerzone erlaubt

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Während des letzten Weihnachtsmarktes war das Radeln nicht erlaubt

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Fußgängerzone Ottenser Hauptstraße während der "altonale" mit Radlerfreigabe


Sicherlich täte es gut, für Rechtssicherheit zu sorgen, und fehlende Verkehrszeichen nachzurüsten. Somit wären Irritationen mit anderen Verkehrsteilnehmern ausgeschlossen.


Ob auf die Radverkehrsverbindung entlang des Paul-Nevermann-Platzes verzichtet werden kann, darüber machen sich derzeit wohl Politiker und Behördenvertreter Gedanken. Den Stein ins Rollen brachte die Straßenverkehrsbehörde. Grundsätzlich ist diese Verbindung Bestandteil des Altonaer Radwegekonzepts. Somit dürfte für einen Erhalt gesorgt werden, auch wenn in Spitzenstunden das Gedränge zwischen südlichem Bahnhofsausgang und dem Taxenstand recht dicht wird. Die Verbindung wird von zahlreichen Radlern genutzt. Würde diese Verbindung gesperrt, blieben  Umwege über Lessingtunnel und Scheel-Plessen-Straße oder Lobuschstraße, Klausstraße und Bahrenfelder Straße bzw. in Gegenrichtung Große Brunnenstraße, Keplerstraße, Arnoldstraße und Lobuschstraße. Leider sind in Ottensen nicht alle Einbahnstraßen für Radgegenverkehr frei. Somit würden sich relativ großräumige Umwege bei Sperrung von Paul-Nevermann-Platz und der Fußgängerzone der Ottenser Hauptstraße ergeben. Bei zahlreichen Veranstaltungen in der Fußgängerzone, wie dem Weihnachtsmarkt, Altonale usw. wird die Fußgängerzone teilweise für Radler gesperrt. Eine dauerhafte Alternativverkehrsführung wäre sicherlich sinnvoll, z.B. die Freigabe der Bahrenfelder Straße für Radgegenverkehr zwischen Spritzenplatz und Lobuschstraße.



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25 April, 2015

Planungen für den Bezirk Hamburg-Mitte

New cycle route, cycle lanes and cycle streets planned


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Aktuell sollen im Bezirk Mitte folgende Planungen für Velorouten, Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen und sonstiges verfolgt werden:


Velorouten:
  • Veloroute 8 zwischen Hammer Berg und Öjendorfer Weg / Knoten Reclamstraße 
  • Veloroute 11 zwischen Zollgrenze und Alte Elbbrücken (Bau 2015 Veringstraße im Bereich Vogelhüttendeich bis Mannesallee) 
Anlage von Radfahrstreifen / Schutzstreifen:
  • Ballindamm / Neuer Jungfernstieg (Velorouten 3, 4, 5)
  • Hammer Steindamm / Diagonalstraße bis Mittelkanal
Fahrradstraßen:
  • Kaltehofe-Hauptdeich / Moorfleeter Hauptdeich ab Sperrwerk Billwerder (Elberadweg, Freizeitroute 11) 
  • ggf. Horner Weg (Veloroute 8), Weimarer Straße (Veloroute 11), Finkenwerder Deichverteidigungsstraße südlich der ehemaligen Bahngleise zwischen Kreetslag und Finkenwerder Norderdeich Nr. 112a
Weiteres:
  •  Loop Finkenwerder

Unter der Position "Radfahrstreifen / Schutzstreifen" wird der Neue Jungfernstieg aufgeführt. Wird endlich eine eindeutige und geradlinige Radverkehrsführung für die Veloroute 4 von der Binnenalster zur Außenalster über die Knoten mit Lombardsbrücke und Kennedybrücke eingerichtet? Derzeit sollen Radler ja zwischen Esplanade und Alsterglacis auf der linken Straßenseite im Zweirichtungsverkehr radeln. Zudem kann im Mischverkehr dem Verlauf der Veloroute nicht gefolgt werden aus Richtung Neuer Jungfernstieg / Innenstadt.


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Veloroute 4 stadtauswärts an der Kreuzung Neuer Jungfernstieg / Lombardsbrücke / Kennedybrücke. Rot die Radwegführungen, gelb Fahrbahnradeln, weiße Strichlinie praktiziertes regelwidriges Gehwegradeln. Sollen hier Radfahstreifen / Schutzstreifen die Radverkehrsführung verbessern? (Quelle: Luftbildkarte 1:5000, aus Stadtkarte von Hamburg, Ausgabe 2008, 6. Auflage auf DVD. Vervielfältigt mit Zustimmung der Freien und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung,www.geoinfo.hamburg.de)

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Beliebte Abkürzung im Verlauf der Veloroute 4: Vormals war unter der Brücke ein Radweg, der für den Vorrang des Autoverkehrs zurückgebaut wurde. Heute wird regelwidrig auf dem Gehweg geradelt

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24 April, 2015

Fakeradwegehauptstadt Hamburg: Erneuerung an der Habichtstraße ohne Nutzen für Radfahrer

Renewal of fake cycle track at Habichtstraße without any benefit for cyclists


Habichtstraße, Fakeradweg mit Benutzungspflicht - © Stefan Warda


Fakeradwege: Behörden verhöhnen Radfahrer

Eine der unangenehmsten Straßen für Radfahrer befindet sich in Hamburg-Barmbek. Die Habichtstraße, Teilstück des "Ring 2", ist wenig einladend. Für Radler wurde kein Platz vogesehen. Und in kaum einer Straße Hamburgs wird es wohl so viele regelwidrig fahrende Radler geben wie hier - zumindest gemessen an der Zahl der hier fahrenden Radler. Bislang sind Kontrollen durch die Fahrradstaffel nicht bekannt. Nun hat die Stadt den Radweg ausbessern lassen. Radler haben dadurch überhaupt keinen Gewinn und fahren weiterhin regelwidrig neben dem Fakeradweg auf dem Gehweg - und alle wissen das.


Soll das ein Radweg sein oder kann das weg? - © Stefan Warda

 

Radweg oder Parkplatz?

Bekannt wurde der unhaltbare Zustand der Radverkehrsführung mehr als zehn Jahren, als Radler auf das regelwidrige Parken der Stehzeuge aufmerksam machten. Die meisten Autos stehen nicht in der dafür vorgesehenen Parkbucht, sondern halb in der Bucht und halb oberhalb der Bucht bis auf dem "Radweg". Damals erwogen die Behörden einen gemeinsamen Geh- und Radweg einzurichten - wie an der Langenhorner Chaussee geplant. Das Kampfparken, welches die Benutzbarkeit des "Radwegs" beeinträchtigt, wurde nie abgestellt - keine Konrollen, kein Abschleppen, rein gar nichts. Nun wurde vollkommen dreist der Belag des "Radwegs" ausgebessert. Doch in der Dooringzone der Dauerkampfparker radelt es sich nicht gut, weil zu gefährlich. Wer keinen ausreichenden Abstand zu parkenden Autos hält, rasselt in eine sich öffnende Tür und trägt unter Umständen einen Teil der Unfallfolgen.


Etikettenschwindel: Das ist kein Radweg -
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Fakeradwegehauptstadt Hamburg

Wem also nützt dieser Umbau? Der neue Senat mit seiner "Fahrradstadt"-Kampagne müsste sich eigentlich dieses Themas annehmen, damit Hamburg nicht weiter Fakeradwegehauptstadt Deutschlands bleibt.


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Radverkehr in bayerischen Städten: München, Nürnberg, Erlangen, Landkreis Fürth - Audiobeitrag

Cycling in Bavaria


http://br.de/s/1hb4D8p


Der bayerische Rundfunk stellt die Situation um Bayerns Alltagsradverkehr vor. Welche Städte sind Vorreiter, wo zwickt es, welche Perspektiven zeichnen sich ab. Funktioniert Bayerns Radverkehrspolitik ohne Konflikte mit Autofahrern?


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Eppendorfer Landstraße: Radwegende soll sicherer werden

Eppendorfer Landstraße: More safety for cyclists at end of cycle track


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Radwegende Eppendorfer Landstraße

Die von hamburgize.com bemängelte Radverkehrsführung in der Eppendorfer Landstraße soll verbessert werden. Wie berichtet ist der historische "Radweg" seit einiger Zeit unterbrochen. Zwischen Hegestieg und Haynstraße wurde der "Radweg" entfernt. Das Befahren des Gehwegs wurde ersatzweise aber nicht erlaubt. Am Ende des noch vorhandenen Radwegrestes fehlt aber eine sichere Aufleitung auf die Fahrbahn. Derzeit weichen daher viele Radler regelweidrig auf den Gehweg aus.


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Der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass eine Aufleitung auf die Fahrbahn erfolgen soll und ein Gesamtkonzept für die Radverkehrsführung in Eppendorfer Landstraße und Eppendorfer Baum folgen soll.

1. Solange der alte Radweg zwischen Eppendorfer Baum und Hegestieg noch vorhanden ist, wird am Hegestieg eine sichere Ableitung für den Fahrradverkehr auf die Eppendorfer Landstraße errichtet.
2. Mittelfristig wird für den gesamten Abschnitt vom U-Bahnhof Eppendorfer Baum über die große Kreuzung an der Eppendorfer Landstraße bis zum Eppendorfer Markt ein Konzept für eine einheitliche, sichere Führung für den Fahrradverkehr entwickelt.


Radweglücken entlang Luruper Hauptstraße ernten ebenfalls deutliche Kritik

Im Verlauf der Luruper Hauptstraße wurden an fast allen Bushaltestellen die Radwege unterbrochen. Radfahrer hatten dort die Wahl auf der Fahrbahn zu fahren, als Fußgänger zu gehen, oder als Kampfradler die Lücken zu schließen. Im Verkehrsausschuß Altona wurde diese Woche ein Antrag behandelt, der sich für eine durchgängige Radverkehrsführung einsetzt.
Die Bezirksversammlung fordert die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) gemäß § 27 BezVG auf, die Radwege an der Luruper Hauptstraße wieder durchgängig herzustellen. Falls dies nicht möglich ist, die Weiterfahrt der Radfahrer durch ein Schild – z.B. Schild Nr. 1022-10 „Radfahrer Frei“ – zu ermöglichen.


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23 April, 2015

Fünfzig empfohlene Fahrradblogs

50 recommended german bike blogs

Fahrradjournal empfiehlt 2015 ganze fünfzig Fahrrad Blogs, von A wie ADFC Blog bis Z wie Zukunft Mobilität. Auf ein Ranking wurde dieses Jahr verzichtet. Schließlich handele es sich bei der Auswahl fast um die Top Blogs. "Nur das man sich die Highlights diesmal, ganz ähnlich wie im echten Leben, selber suchen muss."

Umfrage zur Langenhorner Chaussee: Mehrheit wünscht sich eigene Radverkehrsanlagen

Survey: Majority asks for seperated bike lanes or bike tracks along Langenhorner Chaussee

Aktualisiert um 09:24
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Der LSBG bzw. die Verkehrsbehörde wollen noch dieses Jahr die Nebenflächen der Langenhorner Chaussee umgestalten. Geplant ist eine einheitliche Gestaltung der Nebenflächen und zukünftig die Anordnung einer Gehwegbenutzungspflicht. Eine Unterteilung zwischen Radweg und Gehweg soll zukünftig entfallen. Hamburgize.com fragte die Leser nach ihren Wünschen zur zukünftigen Radverkehrsführung auf der mehr als fünf Kilomter langen Hauptverkehrsstraße. Die Umfrage zum Umbau der Langenhorner Chaussee ist nun abgeschlossen.


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An der Umfrage nahmen 175 Personen teil. Die Mehrzahl, nämlich 57% wünschten sich vom Auto- und Fußgängerverkehr abgetrennte Wege. 31% wünschten sich Radwege nach Kopenhagener Vorbild, 25% Radfahrstreifen nach Hamburger Modellen. 34% der Befragten gaben an auf der Fahrbahn fahren zu wollen, die Mehrzahl davon bei Tempo 30. 4% wünschten sich Schutzstreifen, die vom MIV auch zum Halten benutzt werden dürfen, sowie auch überfahren werden dürfen, falls dies erforderlich ist. 2% wollten den Istzustand beibehalten, also unbenutzbare "Radwege", bei denen Radler ebenso die Fahrbahn benutzen müssen. Dagegen wollten nur 3% den Planngen des LSBG folgen und zukünftig auf Gehwegen in Dauerkonflikt mit Fußgängern radeln.


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Der LSBG bzw die Verkehrsbehörde täten gut daran die Planungen nochmals zu überdenken.


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22 April, 2015

Behringstraße: Radfahrerklage soll doch noch zu einem Erfolg führen

Behringstraße: Successful lawsuit for a cyclist
Aktualisiert um 23:30
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Kampfparken in der Behringstraße vor zwei Tagen

Vor rund einem Jahr errang ein Radfahrer im Rechtsstreit mit der Straßenverkehrsbehörde einen Sieg. Das den Radverkehr beeinträchtigende Parken neben dem schmalen, aber benutzungspflichtigen Radweg musste aufgehoben werden. Seitdem hatte sich allerdings kaum etwas geändert. Zwar wurden die Verkehrszeichen 315 abmontiert, Autofahrer veränderten daraufhin jedoch nicht ihr Verhalten. Das vormals legale Parken entwickelte sich zum Kampfparken, trotz späterer Kontrollen durch die Polizei.

Die Straßenverkehrsbehörde des zuständigen Polizeikommissariats will - nachdem Knöllchen nicht wirksam waren - nun mittels Absperrelemente die Benutzbarkeit des Radwegs gewährleisten. Dazu sollen 42 Poller zwischen Hohenzollernring und Griegstraße eingebaut werden.  Der Verkehrsausschuss Altona wurde unterrichtet.


Geplante Pollerstandorte für die Behringstraße


Mit der geplanten Maßnahme werden u.a. auch an Stellen Absperrelemente eingebaut, wo die autoverkehrsfreundliche "Schill"-Partei sie vor mehr als zehn Jahren entfernen ließ, damit an Stellen, wo Parken verboten war, geparkt werden konnte.

Ob die Poller in der Behringstraße Auswirkungen auf die zukünftige Radverkehrsführung in der Langenhorner Chaussee haben werden?



Kampfparken in der Behringstraße vor zwei Tagen

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Kampfparken in der Behringstraße an einem Tag im März 2015

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18 April, 2015

Bezirksversammlung Hamburg Nord gegen Umbau der Langenhorner Chaussee für spätere Gehwegradelpflicht

District Nord against projected cycling on sidewalks along Langenhorner Chaussee

Aktualisiert um 14:30

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Wie schon beim Krohnstieg soll auf der Langenhorner Chaussee auf nahezu gesamter Länge der Gehwegradelzwang durchgesetzt werden. Die noch bestehenden Fakeradwegreste sollen aufgelöst werden


Eine Mehrheit mit Stimmen von SPD und Grünen hatte am 16. April gegen die Pläne der Verkehrsbehörde bzw. des LSBG gestimmt, auf der Langenhorner Chaussee die unbenutzbaren Fakeradwege mit den Gehwegen zusammenzulegen. Noch dieses Jahr sollen beidseitig die Nebenflächen auf mehr als fünf Kilometern der Ausfallstraße umgebaut werden. Dabei sollen die bisherigen unbenutzbaren Fakeradwege mit den restlichen Gehwegen zu einer gemeinsamen Fläche zusammengelegt werden und eine Gehwegbenutzungspflicht für Radler angeordnet werden.


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Zukünftig sollen Radler genau wie hier auf dem Gehweg radeln und Fußgänger zur Seite scheuchen. Die Parkplätze links sollen natürlich erhalten bleiben. Laut LSBG-Planung sollen zwischen Autos, wenn diese korrekt eingeparkt sind, und Grundstücken mindestens 2,5 Meter für Radler und Fußgänger übrig bleiben


In seinem Debattenbeitrag begründete Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, warum der Bezirk die Pläne ablehnen solle.

Hauptziel jedes Umbauvorhabens an der Langenhorner Chaussee muss aus Sicht der Bezirkskoalition eine Verbesserung der Sicherheit für alle am Verkehr Teilnehmendem, also auch für Radfahrer und Fußgänger, sein. Ohne Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr kann das vom Senat vorgegebene Ziel von 25% Radverkehrsanteil in Hamburg nicht erreicht werden. 
Der Umgang des Senats mit dem Beschluss der Bezirksversammlung wird zum Testfall dafür, ob Rot-Grün auf Landesebene ein Umsteuern in der Verkehrspolitik ernst meint: Wenn man echte Radverkehrsförderung betreiben will, mit dem klaren Ziel, den Anteil des Radverkehrs am Modal Split auf 25% zu erhöhen, dann kann man nicht eine Verkehrsplanung vorlegen, die noch vom Leitbild der autogerechten Stadt getragen ist. Die Pläne sollten schnellstmöglich zurückgezogen und so überarbeitet werden, dass alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer einen Nutzen von den Umbauten haben.


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Beteilige Dich an der Umfrage "Wie möchtest Du zukünftig auf der Langenhorner Chaussee radeln?". Visionär Parkplätze und einige Bäume weg, dafür je Straßenseite Radwege nach Kopenhagener Standard mit 2,2 Metern Breite, oder traust Du Dich auf der Fahrbahn zu radeln? Du hast die Wahl (siehe rechts oben) . . .



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