4. August 2014

Wichtige Veloroute bleibt immer noch unbenutzbar

Important Cycle Route Remains Unusable


Aktualisiert am 05.08.2014
© hamburgize.com / Stefan Warda


Vor dreizehn Jahren wurde die Veloroute 12 zwischen Rathausmarkt und Altem Elbtunnel eröffnet. Von Anfang an ist eine Teilstrecke der Route bis heute nicht benutzbar, sogar trotz einer "Radweg"-Benutzungspflicht. Bei den St Pauli Landungsbrücken führt die Veloroute auf einem Radweg vorbei an Touristenbushaltestellen. Der schmale Gehweg neben dem Radweg wird den Anfordernissen an die Menschenströme nicht gerecht. Die Passanten fassen den benutzungspflichtigen "Radweg" als Teil des Gehwegs auf. Einige Busfahrer warten vor der Bustür auf dem "Radweg" auf Fahrgäste und kobern vorbeilaufende Passanten für eine Bustour. Damit ist der Dauekonflikt vorprogrammiert.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Kein schönes Radfahren auf der Veloroute 12 - einem Hamburger Premiumradweg, auf dem laut Konzept der Radverkehr gebündelt werden soll . . .


An schönen Sommertagen können Radler die Fahrt vom Elbtunnel oder den Landungsbrücken Richtung Innenstadt im Verlauf der Veloroute 12 oder der Straße an der Flutschutzanlage vergessen. Der Radweg ist fast ausnahmslos unpassierbar - wegen Fußgängern auf dem "Radweg". Nach einem Ortstermin im Jahre 2003 mit Vertretern der damaligen Baubehörde, des Bezirksamts und der örtlichen Straßenverkehrsbehörde wurde festgestellt, dass die Benutzung des Radwegs unmöglich ist. Eine bauliche Verbesserung des Radwegs wurde damals abgelehnt - aus finanziellen Gründen - wie auch die Verlegung der Stadtrundfahrtbushaltestellen - aus wirtschaftlichen Gründen im Interesse der Busbetreiber. In Erwägung gezogen wurde damals den Radweg zur Umfahrung der Konfliktstelle an der Bushaltestelle auf die andere Straßenseite zu verlegen - im einseitigen Zweirichtungsverkehr. Die Verkehrsdirektion beabsichtigte später die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht entlang der gesamten "Hafenrandstraße", also des Straßenzuges Palmaille - Breite Straße - St. Pauli Fischmarkt - St. Pauli Hafenstraße - Bei den St. Pauli Landungsbrücken - Johannisbollwerk - Vorsetzen - Baumwall - Otto-Sill-Brücke - Kajen - Hohe Brücke -Bei dem Neuen Krahn - Bei den Mühren - Katharinenkirchhof - Zippelhaus - Dovenfleet zwischen Altonaer Rathaus und Messberg. Umgesetzt wurde die Entfernung der blauen Schilder lediglich an der Breite Straße Richtung Altona, entlang St. Pauli Hafenstraße, teilweise am St. Pauli Fischmarkt, teilweise entlang Bei den Mühren und am Dovenfleet. Seit 2009 wurde die vormals an den Landungsbrücken aufgehobene Radwegbenutzungspflicht wieder angeordnet. Der "Radweg" wurde durch die neue Benutzungspflicht aber nicht benutzbarer.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Happy Cycling auf der Veloroute 12 an den Landungsbrücken

Nach heutigem Sprachgebrauch hat es massenhaft Kampfgeher und Kampfsteher auf dem benutzungspflichtigen Radweg - Fußgänger, die nicht im Begriff sind in Busse ein- oder auszusteigen und daher nichts auf dem Radweg zu suchen haben. Vielmehr sammeln sie sich auf dem Radweg, bewegen sich im Längsverkehr auf dem Radweg, queren ihn auf dem Weg zu einer am Radweg aufgestellten Toilettenbude, halten sich auf dme Radweg auf, weil der eigentliche Gehweg mit Gastronomietischen und Bänken zugestellt wurde. Die eigentlichen Kämpfer sind wohl weder die Fußgänger, noch die Radler, sondern beide Verkehrsteilnehmer sind den Kampf-, Rüpel- oder Rowdyplanern in Hamburgs Behörden ausgesetzt, die solch einen Mist verantworten.

Der benutzungspflichtige Radweg ist eine wichtige Radverkehrsverbinung im Verlauf der Veloroute 12, der Freizeitroute 5 und des Elberadwegs. Keiner dieser Planer käme auf die Idee den Verkehr der Ludwig-Erhard- und Willy-Brandt-Straße über das Stuttgarter Weinfest auf dem Rathausmarkt zu leiten. Hamburg ist immer noch eine autogerechte Stadt, der Radverkehr behält weiterhin einen niedrigen Stellenwert. Solange in den Planerköpfen steckt, dass Radfahrer sich trotz "Radverkehrsstrategie" je nach Belieben irgendwie in Luft auflösen, solange wird Hamburg keine Fahrradstadt sein. Es braucht noch einige Jahre . . . 

Übrigens fahre ich normalerweise dort auf der Fahrbahn. Die Fahrt, bei der die Passanten erschreckt wurden, diente lediglich Dokumentationszwecken als abschreckendes Beipiel für graviernde Fehlplanungen, die zudem möglichst lange ausgesessen werden - und bleibt eine Ausnahme. Radfahrer müssen laut StVO und rechtsprechung dort trotz Radwegzwang auf die Fahrbahn aisweichen. Allerdings darf auch kein Fußgänger den Radweg benutzen, außer zum unmittelbaren Be- und Entsteigen der Busse. Ortsunkundige Radler werden das aber nicht wissen und fahren in eine Falle . . . 
 

Mehr . . . / More . . . :
 .

Kommentare:

  1. Wenigstens hat man es teilweise in der anderen Richtung schon erkannt und baut jetzt an einigen Stellen (endlich) Radfahrstreifen. Das wäre sowohl vom Platz als auch von der Sicherheit für allle Verkehrsteilnehmer deutlich besser. Insbesondere wenn man sich ansieht, welche Bedeutung auch der alte Elbtunnel für den Radverkehr hat, ist es skandalös, dass die unmittelbare Anbindung der ganzen Region mit dem Fahrrad desaströs ist.

    Die Behörden beweisen aber am neuen Elberadweg-Stück am Altonaer Fischmarkt, dass sie viiiel dazugelernt haben ;)

    Michael S.

    AntwortenLöschen
  2. Unfassbar, dass unter diesen Umständen die Benutzungspflicht in Form des blauen Schildes bestehen bleibt. Das ist das grundlgende Problem, dass soviele Radwege das blaue Schild haben obwohl sie nicht benutzbar sind. Ein Fahrradfahrer kann dort nach StVo auf der Fahrbbahn fahren, da der Radweg nicht benutzbar ist. Mit dem blauen Schild sind dann wieder Pöbeleien der Autofahrer vorprogrammiert.
    Einmal bin ich dort auf dem Radweg gefahren. Die "Kampgfgeher und -steher" waren sich keiner Schuld bewusst. Platz gemacht haben nur wenige. Danach folgt ja noch dieser "tolle" Zweirichtungsradweg in der Mitte, den ich aber noch nie benutzt habe. Zum Glück sieht es ja aus, dass nach der Eröhung des Deichs, Radspuren auf der Strasse sein werden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir ist noch nicht klar, an welcher Stelle der Radfahrstreifen Richtung Osten in Richtung Speicherstadt beginnen wird. Ab Johannisbollwerk oder schon ab der Kreuzung mit Helgoländer Allee? Und in Gegenrichtung ist der widerliche Engpaß beim Hafentor immer noch nicht beseitigt durch den neuen Radfahrstreifen. Der beginnt dafür zu weit entfernt, entschärft zumindest aber den Konflikt mit der Sondernutzung des Restaurants OCEANO. Als dort noch der Hochbordradweg war liefen die meisten Fußgänger auf dem Radweg, weil der Gehweg quasi durch das Restaurant geführt würde. Auch da waren die Wirtschaftsinteressen höher gewichtet als das Hamburger Wege-Gesetz und die StVO, sowie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

      Löschen
    2. Wird denn auch der Teil vor den Landungsbrücken saniert? Die Planungen von gehen ja ab Johannesbollwerk los. http://www.zaha-hadid.com/wp-content/files_mf/cache/th_65d1300db123ce22f6e2569fb36764f8_01295_pp_n4_higha4.jpg
      Von daher denke ich, dass erstmal der "schöne" Hochbordradweg in den Einstiegszonen der Touri.Busse erstmal erhalten bleibt.
      V

      Löschen
  3. Zu früh gefreut... An den Landungsbrücken fängt es jetzt hoffnungsvoll mit Radfahrstreifen an - um dann die Radler einige hundert Meter weiter am Johannisbollwerk wieder auf den Zweirichtungsradweg unter dem U-Bahn-Viadukt zu schicken.

    Hoffentlich nur eine Zwischenlösung

    AntwortenLöschen