07 April, 2015

Glockengießerwall: Konflikt-"Radweg" bei der Kunsthalle entfällt

Glockengießerwall: Cycle lane will replace former fake cycle track
Aktualisiert um 19:26

© LSBG Hamburg
Bild: LSBG

Der schmale benutzungspflichtige "Radweg" bei der Kunsthalle, der insgeheim gleichzeit aber auch Gehweg und Reisebushaltestelle war, wird beseitigt. Radler erhalten als Ersatz Radfahrstreifen.

Seit einigen Tagen ist der "Radweg" entlang der Kunsthalle gesperrt. Die unangenehme Folge: Radler sollen irgendwie eine Umleitung über Ernst-Merck-Brücke, Holzdamm und Ferdinandstor fahren. Die angenehme Folge: Den früheren "Radweg" wird es nie mehr geben, da er während der nun andauernden Bauarbeiten durch einen Radfahrstreifen ersetzt werden soll. Mit der Umstellung der Radverkehrsführung von "Radweg" auf Radfahrstreifen ändert sich auch die Führung im Kreuzungsbereich am Ferdinandstor. Der nicht ungefährliche Slalom über den freien Rechtsabbieger soll zukünftig entfallen.



Animation: LSBG


Der frühere "Radweg" am Glockengießerwall zwischen Ernst-Merck-Straße und Ferdinandstor parallel zur Kunsthalle war eine Fehlkonstruktion. Der "Radweg" war wie fast alle Hamburger Radwege recht schmal. Parallel zum "Radweg" gab es keine behindertengerechte Fußwegverbindung. Fußgänger sollten im Bereich der neueren Kunsthallenbauten eine Treppe mit 26 Stufen erklimmen oder hinabsteigen. Viele Fußgänger benutzten daher regelwidrig den schmalen "Radweg". Zudem war unmittelbar an diesem "Radweg" eine Touristenbushaltestelle eingerichtet, an der drei Reisebusse Platz fanden. Das langandauernde Ein- und Aussteigen der Reisegruppen erfolgte auf dem "Radweg", der dann blockiert war. Die Reisegruppen nutzten häufig auch den "Radweg" in voller Länge zum Haupteingang der Kunsthalle. Für Radfahrer war vor allem dieser Konflikt auf dem eigentlich benutzungspflichtigem "Radweg" ein großes Ärgernis. Neben diesen Problemen verursacht durch schlechte Fußgängerverkehrsführungen und Bushaltstellen bereiteten aber auch Radler Konflikte entlang dieses "Radwegs". Bei Geisterradlerverkehr auf dem schmalen "Radweg" musste langsam und äußerst vorsichtig gefahren werden - ein weiteres, aber vollkommen überflüssiges Ärgernis.


© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda
Die Umleitung verweist auf einen linken Radweg, der in Fahrtrichtung links nicht für Radfahrer freigegeben ist und zudem für den Gegenverkehr nicht die erforderliche Breite aufweist


RadGehweg

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda
Fußgänger mit Kinderwagen mussten eigentlich den Gehweg oberhalb des Radwegs entlang der Kunsthalle nutzen und anschließend die 26 Treppenstufe ohne Rampe nutzen

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda
Hier soll demnächst ein neuer Gehweg entstehen


Die Beseitigung des "Radwegs" war schon sehr lange überfällig. Leider sollen Radler den Reisebussen zukünftig auf der anderen Straßenseite Richtung Hauptbahnhof ausweichen müssen. Die Animation vom LSBG zeigt zwischen Ferdinandstraße und Raboisen Reisebusparkplätze auf dem Radfahrstreifen. Fußgänger werden zukünftig nicht mehr die Treppen bewältigen müssen. Auf der Achse des früheren "Radwegs" soll eine behindertengerechte Fußwegeverbindung entstehen.


RadwegReisebushaltestelle

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda



Geisterradeln

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda



Mehr Sicherheit: "Verkehrsverbesserung" freier Rechtsabbieger an der Kunsthalle wird nach neun Jahren beseitigt

Mit dem Glockengießerwall werden auch die Kreuzung Ferdinandstor mit An der Alster, Lombardsbrücke, Ballindamm und Glockengießerwall und der östliche Abschnitt der Lombardsbrücke umgestaltet. Dort werden im Zulauf auf die Kreuzung Radfahrstreifen die bisherigen Radwege ablösen und damit an der Kreuzung Konflkte mit Fußgängern und querendem Radverkehr vermeiden helfen. Die Kreuzung und Straßenzüge werden im Zuge mit der notwendigen Sanierung des Wallringtunnels durchgeführt. Anlass soll eine Kapazitätserweituerung für den zunehmenden Verkehr mit der Hafencity sein. Die Kreuzung am Ferdinandstor wurde schon 2006 aufwendig umgestaltet, um die Leistungsfähigkeit für den MIV zu erhöhen. Für den damaligen Umbau wurde die Stadt Hamburg vom ADAC ausgezeichnet. Damals richtete der CDU-geführte Senat einen freien Rechtsbabieger an der Kunsthalle ein. Die als "Verkehrsbesserung" gepriesene Umgestaltung der Kreuzung entpuppte sich für Radfahrer als eindeutige Verschlechterung. Es ist verwunderlich, dass trotz dieser gefährlichen Radverkehrsführung in den letzten neun Jahren keine Radfahrer zu Tode kamen.


© hamburgize.com / Stefan Warda
"Verkehrsverbesserung" im Jahre 2006

© hamburgize.com / Stefan Warda
Radverkehrsführung vom Glockengießerwall geradeaus Richtung Lombardsbrücke bis 2006. Radfahrer mussten nur zwei ampelgeschütze Furten queren. Auch Radler aus Richtung Ballindamm geradeuas Richtung Ferdinandstor / An der Alster querten die Rechtsabbiegespur ampelgeschützt.

© hamburgize.com / Stefan Warda
Radverkehrsführung Glockengießerwall / Lombardsbrücke 2006 bis 2015: Radler mussten ab 2006 einen uneleganten Slalom über die Rechtsabbiegespur schlagen, und anschließend zwei ampelgeschützte Furten queren. Das Queren der Rechtsabbiegespur war nicht ampelgeschützt. Durch die ungünstige Radvekrehrsführung kamm es wieder wieder zu Irritationen zwischen vorfahrtberechtigten Radlern von Glockengießerwall geradeaus richtung Lombardsbrücke, die allerdings aus Sicht der MIVler auf dem freien Rechtsabbieger nach links abbogen. Die "Verkehrsverbesserung" erzeugte wegen der Vielzahl an Verkehrsströmen, die über dem freien Rechtsabbieger abgewickelt wurden (Radverkehr = gelb, Fußgängerverkehr = blau) drei Konfliktstellen, an denen sich verschiedene Richtungsverkehre ungeregelt kreuzten. Zusätzlich waren alle durch den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer durch die Autofahrer gefährdet, die Radfahrer oftmals "übersahen". So verdeckte beispielsweise das Buswartehäuschen dem MIV auf dem freien Rechtsabbieger den querenden Radverkehr aus Richtung Ballindamm. Überdies musste der MIV mit Radlern aus Richtung Ballindamm, von rückwärts aus Richtung Glockengießerwall / Hbf und aus Richtung Ferdinandstor (An der Alster) rechnen - zusätzlich zum Fußgängerverkehr auf dem FGÜ. Außerdem führte der vorgesehene Umweg über den Slalomparcour ("Verkehrsverbesserung") zu direktem Abkürzverkehr an der Mittelinsel vor . . .

© hamburgize.com / Stefan Warda
Freies Chaos auf dem freien Rechtsabbieger

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda




Mehr . . . / More . . . :
.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen