16. Mai 2015

Wiedereröffnung der Veloroute 1 auf St. Pauli

Reopening of cycle route No. 1 at St. Pauli

Aktualisiert um 17:55 Uhr
© hamburgize.com / Stefan Warda


Veloroute 1: Vom Radweg zum Radfahrstreifen

Vor dreizehn Jahren wurde die Veloroute 1 im Verlauf der Feldstraße und Neuer Kamp eingerichtet. Zwar sollte schon damals eine Veloroute den Radverkehr bündeln und sollte somit für besonders hohe Radverkehrsbelastungen ausgelegt sein, doch im autogerechten Hamburg durfte für mehr Radverkehr der Autoverkehr nicht zurückstecken. So blieb es damals lediglich bei einer kaum bedeutenden Verbreiterung der vorhandenen Radwege. Für die Verbreiterung der äußerst schmalen Radwege wurden die ohnehin schmalen Gehwege drastisch reduziert.


2002: Die autogerechte Veloroute

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Dezember 2001 - die autogerechte Veloroute: Umbau des Rad- und Gehwegs an der Rindermarkthalle für die damals neu eingerichtete Veloroute 1. Die Gehwegbreite wurde deutlich reduziert

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Mai 2015 - die erneuerte Veloroute: Radfahrstreifen an der Rindermarkthalle und ausreichend breite Gehwege


Diese Lösung bewährte sich allerdings nicht. Konflikte mit Fußgängern auf den Veloroutenradwegen blieben Standard. Vor allem während der zahlreichen Veranstaltungen (Hamburger Dom, Schanzenflohmarkt, FC. St. Pauli-Spiele, Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld, Messen, usw.) waren die Radwege unbenutzbar, aber benutzungspflichtig. Später entfiel die Radwegbenutzungspflicht, und selbst im Amt für Verkehr bzw. in der Amtsleitung änderte sich die Einstellung zum Radverkehr. Spätestens mit Beschluss der "Radverkehrsstrategie für Hamburg" im Jahr 2007 - fünf Jahre nach Bau der Veloroute 1 - gestand die Behörde die Fehlplanung der Veloroute 1 ein. Der schon mehrfach angekündigte Umbau von Feldstraße und Neuer Kamp ist nun nahezu abgeschlossen.


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[vor Umbau]

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Neuer Kamp: Die letzten noch vorhandenen Radwegreste werden auch hier bald verschwunden sein [vor Umbau]

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[vor Umbau]


Während der Sperrung von Feldstraße und Neuer Kamp in dieser Woche wurden neue Fahrbahnmarkierungen auf die umgebaute Fahrbahn aufgetragen. Mittlerweile sind die neuen Radverkehrsführungen im Verlauf der bedeutenden Veloroute von der Innenstadt in Richtung Altona wieder befahrbar. Wo vormals Radwege vorherrschten, fahren Radler nun auf Radspuren oder einer gemeinsamen Bus- und Radspur. Die Führung auf den schmalen Radwegen führte zu andauernden Konflikten mit Fußgänger. Nun haben Fußgänger angemessen breite Gehwege.


Radfahrstreifen als "Pannenstreifen"

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[vor Umbau]


Ein kleiner Wermutstropfen: Auf den Radspuren können Radler weder nebeneinander radeln noch langsame Radler überholen. Angesichts der Pläne den Radverkehrsanteil erheblich zu erhöhen sind die neuen Radspuren im Verlauf einer bedeutenden Alltags-Veloroute eindeutig zu schmal. Etwas unglücklich scheint auch die Querung der Zu- und Ausfahrt zum Recyclinghof und der Rindermarkthalle zu sein. Blockierten vor dem Umbau Autos den Radweg, blockieren sie nun die neue Radspur.




Weitere Bauarbeiten folgen

In den nächsten Wochen wird der Umbau der Kreuzung Neuer Pferdemarkt / Beim Grünen Jäger / Stresemannstraße / Neuer Kamp beginnen. Bislang verläuft die Veloroute 1 noch unsichtbar durch eine kleine Grünanlage - wenig praxistauglich für eine stark frequentierte Alltagsradverbindung. Mit dem Umbau sollen die Radwege deutlicher hervorgehoben werden.


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Kommentare:

  1. Wow, am Donnerstag (14. Mai 2015) wurde am Westende noch Asphalt gewalzt. Das ging dann ja sehr schnell.

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  2. Neben dern Längsparkständen ist der Radstreifen aber völlig unbenutzbar. Wenn da eine Tür aufgeht, geht das Licht aus.

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    1. Mit etwas gutem Willen hätten die Autofahrer ihre Stehzeuge auch etwas weiter zum Kanstein der Parkbucht hin einparken können. Da war noch jede Menge "Luft" vorhanden. Abr es ist richtig: Wenn die Autos so wie auf den Fotos stehen, ist das ein Gefährdungsstreifen und keine Radspur.

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  3. Gegen die Längsparkstände könnte man jetzt in einem weiteren Schritt klagen.

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  4. Dann fährt man eben bei den Längsparkplätzen auf der Fahrbahn. Oder gibt es dort etwa ein VZ237? Ansonsten ist der Seitenstreifen mit diesem komischen Fahrradsymbol ja nicht benutzungspflichtig.

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    1. Sehe ich auch so. Auf Fahrbahnen fahre ich meist eh etwa an der Stelle, wo jetzt dieser breite weiße Strich ist ...
      Radstreifen und Schutz(???)streifen sind eine echte Pest. Ich mag den Mischverkehr. Keine Extrawürste - einfach Fahrbahn, und gut ist !
      Viele Automenschen kümmern sich ja schon normalerweise nicht um Sicherheitsabstände beim Überholen von Radlern, aber bei diesen optisch abgetrennten Streifen wird der Abstand zum Teil noch geringer.
      Bei Stau ist Mischverkehr natürlich blöd, da kommt man auf diesen StreifCHen dann natürlich etwas einfacher in die Nähe der aufhaltenden Ampel. Aber wie man auf den Bildern erkennen kann, sind die Streifchen schon arg schmal ...

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    2. Kann mich dem nur 100% anschließen. Nur weil eine weiße Linie da ist, gilt diese plötzlich als Mauer und man kann dann die Radfahrer wieder im 50cm Abstand legal passieren.
      Darum fahre ich auch auf oder links dieser- ob nun durchgezogen oder gestrichelt - Linie - je nachdem, was da so auf den Parkplätzen am Rand steht.

      Dann fielen heute morgen auch gleich am Ende der Feldstraße zwei auf dem Radstreifen mir entgegenkommende Radfahrer auf.
      Wie dumm kann man eigentlich sein???? Auf abgetrennten Radwegen kein Problem, aber auf der Straße auf einem Radfahrstreifen dann entgegen der Fahrrichtung? Warum fahren diese nicht gleich als Geisterfahrer zwischen der Autos entgegensetzt der allgmeinen Fahrtrichtung?

      Ein weiteres Argument gegen solche Streifen.

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