18. Mai 2013

Siemersplatz: Busbeschleunigung beschert neue Radwegeführungen

New Ways for Cyclists at Intersection Siemersplatz

Aktualisiert am 21.05.2013

Siemersplatz - Freier Rechstabbieger
Siemersplatz


Das laufende Programm zur Busbeschleunigung verändert an vielen Stellen die Straßenräume. Mit betroffen ist auch der Radverkehr. Demnächst werden am Siemersplatz große Veränderungen vorgenommen. Ab dem 5. Juni bis Oktober 2013 wird die wichtige Kreuzung umgebaut. Die Neugestaltung beinhaltet sowohl positive wie auch negative Veränderungen für die Radverkehrsführungen.


Plus
  • Der freie Rechtsabbieger, den Radfahrer von der Kollaustraße aus Richtung Innenstadt queren müssen, wird aufgelöst. Es wird dort eine Ampel geben. Ob Radfahrer dann allerdings in einem Zug die Straße queren können ist aus der Planskizze nicht erkennbar. Weiterhin muss über eine Dreiecksinsel mitten in der Kreuzung geradelt werden.
Siemersplatz - Freier Rechtsabbieger
Siemersplatz - freier Rechtsabbieger und Radwegführung

  • Die früher sehr weit abgesetzte Furt für Radfahrer und Fußgänger über die Kollaustraße im Verlauf des Straßenzuges Osterfeldstraße / Vogt-Wells-Straße wird fahrbahnnah gehalten. An dieser Straße gab es mehrere Unfälle, da die rechts abbiegenden Fahrzeuge von Osterfeldstraße nach Kollaustraße wegen des günstigen Winkels mit sehr hoher Geschwindigkeit fahren können und Radfahrer und Fußgänger, die gleichzeitig grünes Licht an der Furt haben, keine Chance haben die Fahrbahn zu betreten oder befahren.
    Eine ähnliche ungünstige Furtkonstellation gibt es leider auch noch an der Kreuzung Steinhauerdamm / Lübecker Straße.
Siemersplatz - weit abgesetzte Furt
Siemersplatz - frühere sehr weit abgesetzte Furt entlang Osterfeldstraße - Vogt-Wells-Straße über die Kollaustraße

Siersplatz - die heutige korrigierte Furt verläuft hinter dem Baum

Siemersplatz - Bettelampel
Siemersplatz - frühere Bettelampel an der Kollaustraßenfurt

  • Ebenfalls wird die abgesetzte Furt von Vogt-Wells-Straße Richtung Osterfeldstraße über den Lokstedter Steindamm beiseitigt. Dort hat es zukünftig einen direkt geführten Radfahrstreifen. Somit entfallen zukünftig Konflikte mit Fußgängern vor der Ampel und auf der Furt.
Siemersplatz - weit abgesetzte Furt an der Ecke Vogt-Wells-Straße / Lokstedter Steindamm Richtung Osterfeldstraße


Minus
  • Vom Lokstedter Steindamm Richtung Kollaustraße gibt es zukünftig zwei Ampeln für den Radverkehr. die neue Ampel steht vor den Abbiegefahrspuren vom Lokstedter Steindamm zur Osterfeldstraße. Ob beide Ampeln so geschaltet sein werden, dass Radfahrer in einem Zug über die Kreuzung kommen ist nicht erkennbar.

Lokstedter Steindamm / Osterfeldstraße: Dieser freie Rechtsabbieger wird beampelt. Für den Radverkehr geradeaus Richtung Kollaustraße hat es dann am Siemersplatz zwei Ampeln

  • An der veränderten spitzen Ecke von Lokstedter Steindamm und Osterfeldstraße bleibt es bei einem Zweirichtungsradweg. Ob die Aufstellflächen für Fußgänger an der Dreistrichfurt über die Osterfeldstraße sowie die Furt über den Lokstedter Steindamm ausreichend bemessen sind ist fraglich. Der Zweirichtungsradweg und die Ausfstellflächen für den Fußgängerverkehr liegen unmittelbar an der Bushaltestelle für die Metrobuslinie mit den XXL-Gelenkbussen, die dort in kurzen Taktzeiten jeweils viele Fahrgäste anbringt.

Komplizierter Zweirichtungsradweg zwischen den Bushaltestellen an Lokstedter Steindamm / Osterfeldstraße

  • Die Führung aus der Vogt-Wells-Straße in die Kollaustraße ist nicht klar erkennbar. Vermutlich muss indirekt links abgebogen werden. An der spitzen Ecke Lokstedter Steindamm / Osterfeldstraße ist aber keine Wartefläche dargestellt. Ob die dort wartenden das Lichtsignal zum Queren der Osterfeldstraße sehen können? 
  • Die Kreuzung der Radwege an der Ecke Osterfeldstraße / Kollaustraße wird zu Konflikten mit Fußgängern führen, da die Radwegkreuzung einer kurzen Führung des Fußgängerstroms im Weg ist.


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16. Mai 2013

Weniger "Kampfradeln" in der Neustadt

Less "Fight Cycling" in Hamburg


"Bösartige Kampfradlerin" am Herrengraben


Über ein Jahr lang durften ausschließlich "Kampfradler" in die "freigegebene" Einbahnstraße im Herrengraben einfahren. Die Straßenverkehrsbehörde bestätigte nun nach einem Widerspruch auch für ganz normale Radfahrer den Straßenabschnitt zu öffnen. Ein Zusatzzeichen soll unter dem Zeichen 209-20 (vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts) angebracht werden. Dadurch wird Radfahrern erlaubt völlig legal geradeaus zu fahren, anstelle abzusteigen und zu schieben.

"Freigegebene" Einbahnstraße bald auch für Nichtkampfradler
Herrengraben: Demnächst dürfen auch ganz normale Radfahrer geradeaus fahren. Die Straßenverkehrsbehörde will das Zusatzzeichen nachliefern


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15. Mai 2013

Achtung Dooring! - Achtung Radfahrer!

Attention Dooring! - Attention Cyclists!




Der ADFC hat gemeinsam mit dem Deutschen Taxen- und Mietwagenverband einen Aufkleber entwickelt, der Fahrzeuginsassen in Taxen und Mietwagen vor dem Öffnen der Türen auf Radfahrer aufmerksam machen soll.


Dooring in Ahrensburg
Achtung, Dooring!


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Autogerechte Stadt Hamburg: Politik blockt Placebo-"Radweg"-Beseitigung

Car City Hamburg: Politicians Regret to Remove Unusable "Cycle Tracks"


Langenhorner Chaussee - benutzungspflichtiger "Radweg"
Langenhorner Chaussee: Dies soll ein "Radweg" sein und vorerst auch bleiben. Das Parken zwischen "Radweg" und Fahrbahn wurde bislang erlaubt (VZ315)
Langenhorner Chaussee: This should be a "cycle track" and also for the next future. Parking is still allowed between cycle track and road lanes.


Die sogenannten "Radwege" in der Langenhorner Chaussee zählen zu den schlimmsten der Hansestadt. Sie sind nicht einmal benutzbar, aber benutzungspflichtig - in Hamburg eine nicht unbekannte Konstellation. Dieser unvereinbare Widerspruch bedeutet dem Radfahrer: Du bist hier nicht erwünscht, für dich soll es hier keinen Platz geben, hier hat der Autoverkehr absoluten Vorrang. Aber laut Straßenverkehrs-Ordnung müssen Radfahrer bei unbenutzbaren "Radwegen" auf die Fahrbahn ausweichen. Nur auf Autobahnen und Kraftfahrzeugstraßen sind Radfahrer vom Fahrbahnverkehr ausgeschlossen. Radfahrer haben also keine andere ahl als auf der Fahrbahn zu radeln.

Die Placebo-"Radwege" in der Langenhorner Chaussee sind nur 80 -100 cm breit und durch die Chausseebäume zerstört und unpassierbar. Zudem dürfen Autos unmittelbar neben den "Radwegen" auf dem Gehweg parken. Dadurch müssten Radfahrer direkt im Dooring-Bereich fahren, sollen doch aber einen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos von mindestens einem Meter einhalten. Mit der bestehenden Regelung erziehen Politiker und Behörden Hamburgs Radler zu "Kampfradlern", denn fast keiner einziger Radler fährt vorschriftsmäßig auf der Fahrbahn der vielbefahrenen Straße, sondern illegal auf den Gehwegen neben den unbnutzbaren "Radweglein". Das wissen alle Beteiligten, und alle schauen weg. Wie verlogen diese Haltung ist, zeigt das, dass Verkehrspolitiker sich gerne negativ über sogennante "Kampfradler" aufregen, die in Hamburg gegen irgendwelche Regeln verstoßen.

Hoffnung gibt es im südlich angrenzenden Abschnitt der Alsterkrugchaussee. Weil dort etwas wenig Autoverkehr braust haben sich die Verantwortlichen getraut zwischen zunächst zwischen Etzestraße und Preetzer Straße Radfahrstreifen auf der vorhandenen Fahrbahn abzumarkieren. Die alten "Radwege" fallen dort weg. Die Maßnahme soll auf den Abschnitt Sengelmannstraße - Erdkamspweg ausgedehnt werden.


Radfahrstreifen für nördliche Alsterkrugchaussee

Alsterkrugchaussee - ehemaliger "Radweg"
Alsterkrugchaussee: In diesem Abschnitt hat es jetzt Radstreifen anstelle dieses "Radwegs"

Alsterkrugchaussee mit ehemaligem "Radweg"
Alsterkrugchaussee: Hier verläuft nun ein Radstreifen anstelle des "Radwegs" rechts der Parkplätze und Bäume


Laut einem Bericht des Fuhlsbütteler Wochenblattes blockt eine Koalition aus SPD und FDP derzeit eine Verbesserung der Radverkehrsführung ab. Sie möchte ein Gutachten erstellen lassen, das den Verkehr großräumig untersucht. Ein solches Gutachten sei aber auf absehbare Zeit nicht geplant. Somit spekulieren die Autoparteien weiter mit der Zeit und verschieben die Problemlösung auf ungewisse Zukunft. Das Thema wird ausgesessen. Eine altbekannte "Lösung", wenn es für die Autolobby um unbequeme Entscheidungen geht.
  
Aber auch die Verkehrsbehörde blockt bessere und vor allem sichere Verhältnisse für Radfahrer ab.

Für die Idee der GAL, auch die anderen stark befahrenen Abschnitte der Langenhorner Chaussee zwischen Erdkampsweg und Krohnstieg sowie zwischen Krohnstieg und Landesgrenze umzubauen, kann sich die Verkehrsbehörde gegenwärtig nicht erwärmen. Staatsrat Rieckhof: „Der gesamte Raum würde hierdurch erheblich belasteter und stauanfälliger werden."
Würde die Verkehrsbehörde ihre Ankündigungen zu Radverkehrsstrategie und der allgemeinen Radverkehrsförderung ernst nehmen, könnte sie im Einvernehmen mit der Straßenverkehrsbehörde wenigstens als Sofortmaßnahme bis zu einer endgültigen Entscheidung um die zukünftige Radverkehrsführung das mit den "Radwegen" unvereinbare Parken (unmittelbar neben den "Radwegen") aufheben lassen. Dadurch hätten Radfahrer immerhin die Chance im Bereich zwischen den Bäumen der Radwegführung einigermaßen zu folgen, falls die Radwegbenutzungspflicht weiterhin nicht aufgehoben wird. Gegen den Grundsatz aus der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (Zu den §§ 39 bis 43 VwV-StVO), der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer Vorrang vor dem Autoverkehrsfluss einzuräumen, wird aber weiterhin verstoßen.
Die Flüssigkeit des Verkehrs ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten. Dabei geht die
Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor. 
Dem Staatsrat geht es also eher darum dem Autoverkehr absoluten Vorrang vor dem Radverkehr einzuräumen. Wenn schon in Berlin auf dem Kaiserdamm mit acht bis zehn Fahrspuren auf der Fahrbahn geradelt werden darf, kann in der Lagenhorner Chaussee die Autoverkehrsmenge kein Sicherheitsproblem für den Radverkehr darstellen. Das Aussitzen des Sicherheitsproblems steht allerdings im Widerspruch zur Radverkehrsstrategie für Hamburg, für die auch der Staatsrat Verantwortung trägt. Darin heißt es, dass die "Verkehrsdirektion kritische Fälle legalen Parkens neben Radwegen überprüfen und – in Abstimmung mit der BSU – nach geeigneten Lösungen suchen" soll. Die Verkehrsbehörde des Staatsrates dürfte demnach Poller setzen lassen, um den Radverkehr zu schützen.


"Radweg" Langenhorner Chaussee

"Radweg" oder Parkplatz? Dem Radfahrer drohen hier von beiden Seiten Gefahren durch von Autoinsassen geöffnete Autotüren

Langenhorner Chaussee: "Radweg" oder Parkplatz?


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11. Mai 2013

Frühling auf Hamburgs "Radwegen"

Spring on "Cycle Tracks" in Hamburg


Schanzenstraße - "Radweg"
Frühling auf dem "Radweg": Angesichst zahlreicher "Kampfgänger" auf dem "Radweg" in der Schanzenstraße wird diese Radfahrerin gleich aufgegeben und absteigen

Es ist Frühling in Hamburg. Anlaß für die Sommerradler nun auch wieder auf Hamburgs Straßen zu cruisen, aber auch für Kampfgastronomen und Kampfgeschäftsleute illegale Sondernutzungen auf und an Geh- und "Radwegen" auszubreiten. Es wird wieder sehr eng auf Hamburgs Geh- und "Radwegen". Zwangsläufig mutieren noch mehr Fußgänger zu "Kampfgehern", weil ihnen auf dem Gehweg kaum noch Platz bleibt. Das alltägliche "Kampfgehen" auf "Radwegen" spielt in der Wahrnehmung des Bundeskampfministers und vieler Kampfjournalisten allerdings keinen Stellenwert, denn nur Radfahrer werden in Deutschland offiziell mit Rambos, Rüpeln, Rowdies und Kämpfern gleichgesetzt. Die Rollen sind festgelegt. Autofahrer sind in der deutschen Kriegsberichtserstattung gelegentlich mal harmlose "Sünder" oder vielleicht "Raser", Fußgänger bleiben Fußgänger, egal was sie auch anstellen, und die Planer des Straßengemetzels sollen keineswegs Rüpelplaner sein. Letzere folgen einfach den gesellschaftlichen Zwängen, weil angeblich nur in Deutschland alle Straßen enger seien als sonstwo in der Welt. Daher bleibt aus Planersicht in der Regel kein Platz für Radfahrer. Für Normalbürger übersetzt heißt dieses Planerdeutsch, dass z.B. Autoparkplätze immer wichtiger sind als sichere und benutzbare Radwege, Radfahrstreifen und Flächen zum Abstellen der Fahrräder.


Schanzenstraße - "Radweg"
Frühling auf dem "Radweg" Schanzenstraße: Angesichst zahlreicher "Kampfgänger" auf dem "Radweg" hat die Radfahrerin aufgegeben und ist abgestiegen


Eine "Kampf"-Fahrt auf dem "Radweg" in der Schanzenstraße
A "Fight"-Trip on Schanzenstraße Cycle Track


Schanzenstraße - "Radweg"
Schanzenstraße am 11.05.2013


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