19. Juli 2016

Hamburg: Schönheitskur für die Versorgungsleitungstrasse im Maienweg

Hamburg: Facelifting for fake cycle tracks at Maienweg
Aktualisiert um 13:37 Uhr

Maienweg, Erneuerung der Abdeckung der Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda


Radfahrer in Ohlsdorf mögen sich schon gewundert haben, warum sie kurz hinter der Kreuzung Maienweg / Ratsmühlendamm stadteinwärts von der breiten Radspur auf die schmale, unbenutzbare Versorgungsleitungsabdeckung geleitet werden. Den verantwortlichen Planern war beim Umbau der Kreuzung Ratsmühlendamm / Brombeerweg / Erdkamspweg / Maienweg leider ein grober Fehler unterlaufen, der bislang leider immer noch nicht korrigiert wurde. Durch die Fehlleitung wird regelwidriges Gehwegradeln provoziert.


Maienweg / Ratsmühlendamm: Radfahrer werden irrtümlich auf die Versorungsleitungstrasse gelenkt - © Stefan Warda

Maienweg, Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Derzeit wird diese Radwegen zum Verwechseln ähnliche rote Abdeckung der Versorungsleitungstrasse im Verlauf des Maienweg in Richtung Stadtzentrum optisch aufgehübscht. Diese Abdeckungen haben allerdings keinerlei Nutzen für Radfahrer, da sie für Radfahrer unbefahrbar sind. Mit der rein optischen Aufhübschung wirkt die Nebenfläche des Straßenraums allerdings wieder sehr aufgeräumt.


Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda


In Hamburg werden Versorgungsleitungen, z.B. für die Telekommunikation, bevorzugt im Gehwegbereich verbuddelt. Zur besseren Orientierung erhalten diese Leitungen eine rot eingefärbte Abdeckung. Im Fall des Maienwegs handelt es sich also garnicht um echte Radwege, sondern um die in Hamburg übliche preisgünstige Abdeckung von Versorgungsleitungen, die im Regelfall mit roten Betonsteinen erfolgt.


Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse und Entsorgung der ausgetauschten Abdeckung - © Stefan Warda

Maienweg, erneuerte Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, Ausbauende der erneuerten Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda

Maienweg, noch zu erneuernde Versorgungsleitungstrasse - © Stefan Warda




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18. Juli 2016

Hamburg: Falsche Signale für Radfahrer

Hamburg: Bad signals for cyclists
Aktualisiert um 23:25 Uhr

© Stefan Warda


Nicht immer scheint der Umbau von Straßenkreuzungen zur Optimierung der Belange des Radverkehrs gut zu gelingen. Zwei aktuelle Beispiele belegen, dass in Hamburg noch sorgfältiger geplant werden muss.

Unerreichbare Bettelampel

An der für den Autoverkehr optimierten Kreuzung Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz fördert die fehlende Möglichkeit Grün anzufordern das regelwidrige Verkehrsverhalten von Radfahrern. Um aus Richtung Holstenkamp oder der nördlichen Kieler Straße in Richtung Eimsbütteler Markt abzubiegen muss von den Verkehrsteilnehmern auf der Nebenfläche Grün angefordert werden. Für Fußgänger wurde dazu eine Bettelampel installiert. Radfahrer, die den benutzungspflichtigen Radweg befahren, haben keine Möglichkeit vom Radweg aus Grün anzufordern. Diese missliche Konstellation gab es auch schon vor dem Umbau der Kreuzung. Nahezu alle Radfahrer weichen daher regelwidrig auf den Gehweg aus, um sich von dort Grün am Fußgängerbetteltaster anzufordern. Regelkonform wäre es aber, wenn Radfahrer erst gar nicht auf den Gehweg ausweichen würden, sondern rechtzeitig vor der Kreuzung auf die Fahrbahn ausweichen würden, um so von der Grünphase berücksichtigt zu werden. Besser wäre es, wenn Radfahrer zumindest eine Kontaktschleife bekämen, über die Grün angefordert werden könnte.


Kreuzung seit Umbau - regelwidrige Benutzung

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz nach Umbau, Fußgängerbetteltaster  - © Stefan Warda

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz nach Umbau, Fußgängerbetteltaster mit Kampfradler  - © Stefan Warda

© Stefan Warda

Kreuzung vor Umbau - regelgetreue Benutzung

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz vor Umbau, Fußgängerbettelknopf - © Stefan Warda

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz vor Umbau, Fußgängerbettelknopf - © Stefan Warda

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz vor Umbau, Fußgängerbettelknopf - © Stefan Warda

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz vor Umbau, Fußgängerbettelknopf und "regelkonformes Verkehrsverhalten" - © Stefan Warda

Kieler Straße / Eimsbütteler Marktplatz vor Umbau, Fußgängerbettelknopf - © Stefan Warda

Beispiel Kontaktschleifen

Positives Beispiel Basel: Radfahrer fordern Grün über Kontaktschleifen an - © Stefan Warda


Keine Signale für abbiegende Radfahrer

An der Kreuzung Stresemannstraße /Bernstorffstraße / Juliusstraße wurde das indirekte Linksabbiegen in die Juliusstraße eingerichtet. Leider aber haben die auf der markierten Aufstellfläche wartenden Radfahrer keine Möglichkeit zu erkennen, wann sie über die Kreuzung fahren dürfen. Kein Lichtzeichen zeigt ihnen, wann für sie die Kreuzung frei ist.


Stresemannstraße / Bernstorffstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Bernstorffstraße nach Umbau - © Stefan Warda

Bernstorffstraße / Juliusstraße nach Umbau: Radfahrer können von der Linksabbiegebucht kein Grün erkennen, um in die Kreuzung einzufahren - © Stefan Warda




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Naturfreunde, aufgepasst: Hamburg bietet zahlreiche botanische Sonderwege für Radfahrer

Green city: Hamburg offers several botanical trials for cyclists
Aktualisiert um 23:15 Uhr

Botanischer Sonderweg an der Alten Landstaße - © Stefan Warda


Die ehemalige "Umwelthauptstadt" Hamburg pflegt seit schon einigen Jahrzehnten ein besonderes Angebot für naturverbundene Radfahrer. Mitten im Straßenraum können Radfahrer auf zahlreichen botanischen Sonderwegen die Natur erleben und kennenlernen. Die Anschauungsobjekte sind an den botanischen Sonderwegen so platziert, dass sie vom Fahrrad aus auf keinen Fall übersehen werden können. Von großwünchsigen, stattlichen Laubbäumen über Ziergehölze bis zu Gräsern, Wildkräutern und Blütenpflanzen kann Hamburgs Flora mit dem Rad entdeckt werden. Naturverbundenen Radfahrern sei bei der Benutzung der botanischen Sonderwege ein Pflanzenbestimmungsbuch empfohlen. Denn bislang verzichten die zuständigen Behörden auf eine Benennung der Flora.


Kennzeichung der hamburgischen botanischen Sonderwege mit einem weißen Fahrrad auf rundem blauen Hintergrund - © Stefan Warda

Zur besseren Orientierung sind viele der botanischen Sonderwege mit einem weißen Fahrrad auf rundem blauem Grund gekennzeichnet.


Botanischer Sonderweg am Maienweg, Glockenblume (Campanula) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Poppenbütteler Weg, Ackerglockenblume (Campanula rapunculoides) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Poppenbütteler Weg, Löwenzahn (Taraxacum officinale) und Spitzwegerich (Plantago lanceolata) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Poppenbütteler Weg, Spreizende Melde (Atriplex patula)- © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg an der Kieler Straße, Ackerkratzdistel (Cirsium arvense) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Poppenbütteler Weg, Gehölzvergesellschaftung - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg an der Kieler Straße, Botanikmix - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Maienweg, Winterlinde (Tilia cordata) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Maienweg, Winterlinde (Tilia cordata) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Maienweg, Winterlinde (Tilia cordata) - © Stefan Warda

Botanischer Sonderweg am Eimsbütteler Marktplatz, Stieleiche (Quercus robur) - © Stefan Warda


Weitere Informationen zu den botanischen Sonderwegen halten die Straßenbaubehörden (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und die Fachämter Management des öffentlichen Raums bei den Bezirken) sowie die Straßenverkehrsbehörden bereit.



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16. Juli 2016

Hamburg: Alte Landstraße wurde gezähmt

Hamburg: Alte Landstraße going to be tamed step by step


Alte Landstraße / Grevenau seit Umbau - © Stefan Warda


Wenig erfreut sind Hamburgs überzeugte Autofahrer und die CDU über den Umbau der Alten Landstraße in Poppenbüttel. Die Alte Landstraße galt bis vor wenigen Jahren noch als innerstädtische Rennstrecke, ausgestattet mit vier Fahrspuren, Tempo 60 und einer Fakeradwegbentzungspflicht. Von Ohlsdorf führt der Straßenzug vom Bezirk Nord - zunächst als Brombeerweg - in den Bezirk Wandsbek Richtung Nordosten durch ein Villengebiet. Der Radverkehrsanteil auf der Straße war bislang eher gering. Das lag zu einem gewissen Teil am üblen Zustand der Radverkehrsanlagen. Denn jahrelang bemühten sich die beiden Bezirke Nord und Wandsbek nicht um den Unterhalt der vorhandenen "Radwege". Diese verlotterten bis zur Unkenntlichkeit, trotz "Radwegbenutzungspflicht". Es gab zahlreiche blaue Schilder, nur keine dazu passenden echten Radwege.


Alte Landstraße / Grevenau vor Umbau - © Stefan Warda


Im Rahmen einer Grundinstandsetzung der Alten Landstraße (auf Wandsbeker Gebiet) wurde die Fahrbahndecke zwischen Emekesweg und Poppenbütteler Weg erneuert. Der Radverkehr erhielt in dem Abschnitt auf der Fahrbahn markierte Radfahrstreifen. Die ehemaligen "Radwege" wurden aufgelassen, den Gehwegflächen zugeschlagen oder in Parkbuchten umgewandelt.



Alte Landstraße / Grevenau nach Umbau - © Stefan Warda

Alte Landstraße / Grevenau vor Umbau - © Stefan Warda

Alte Landstraße / Grevenau seit Umbau - © Stefan Warda

Alte Landstraße / Grevenau vor Umbau - © Stefan Warda

Alte Landstraße / Emekesweg nach Umbau - © Stefan Warda

Alte Landstraße / Emekesweg vor Umbau - © Stefan Warda


Der Charakter der Alten Landstraße hat sich durch den Umbau erheblich verändert. Die frühere Rennstrecke, auf der auch gern schneller als mit dem zugelassenen Tempo 60 gefahren wurde, wurde zu einer Stadtstraße gebändigt. Radfahrer können im umgestalteten Abschnitt die vorhandenen Radverkehrsanlagen benutzen. Die Zeit, zu der nahezu alle Radfahrer neben unbenutzbaren Fakeradwegen auf Gehwegen radelten, ist vorbei. Die Fortsetzung des Umbaus der Alten Landstraße Richtung Süden ist daher wünschenswert.


Alte Landstraße, Ausbauende beim Emekesweg Richtung Süden - © Stefan Warda


Der Umbau der Straße reiht sich ein in laufende oder schon durchgeführte Umbauten von Hauptverkehrsstraßen (wie etwa Alsterkrugchaussee, Bebelallee, Feldstraße, Fuhlsbütteler Straße, Luruper Hauptstraße, Neuer Kamp), bei denen inakzeptable oder vollkommen unbenutzbare "Radwege" beseitigt wurden und dem Radverkehr angemessenere Führungen gegeben werden.


Alte Landstraße, Fakeradweg - © Stefan Warda



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