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22. März 2016

Schutzstreifen in Soest: NRW-Verkehrsministerium blamiert sich

Cycle lane in Soest: Ministry in NRW disgraces itself
Aktualisiert um 21:20 Uhr

Herdecke, Hauptstraße: Regelwidriger Gefährdungsstreifen, Breite inklusive Gosse und Breitstrichmarkierung ein Meter. Erforderlich sind 1,25 Meter, neben Stehzeugen noch zzgl. Sicherheitstrennstreifen


Gefährdungsstreifen und Schutzstreifen

In Nordrhein-Westfalen gibt es Schutzstreifen und Gefährdungsstreifen. Gefährdungsstreifen sind grundsätzlich nicht zulässig, davon gibt es jedoch sehr viele. Schutzstreifen sind dagegen nützlich, allerdings gibt es davon weniger. Einen sinnvollen Schutzstreifen will das Landesverkehrsministerium nun beseitigen lassen. Bei den zahlreichen Gefährdungsstreifen sieht das Ministerium aber offenbar keinen Handlungsbedarf.
 

Soest, Jakobistraße: Schutzstreifen soll laut Verkehrsministerium entfernt werden, weil angeblich regelwidrig

Das NRW-Verkehrsministerium führt zwei angebliche Gründe gegen den Schutzstreifen in der Soester Jacobistraße an:
  • das Rechtsfahrgebot,
  • die grundsätzliche Unzulässigkeit von Markierungen in Tempo-30-Zonen (weil dort Verkehrsteilnehmer so fahren sollen, dass sie sich nicht gegenseitig gefährden).

Seitenabstände

Radfahrer sollen allerdings einen ausreichenden Abstand zu Stehzeugen einhalten. Es wird ein Seitenabstand von wenigstens einem Meter empfohlen, damit Radler nicht in der Dooringzone fahren. Wenn Radfahrer einen geringen Abstand zu Stehzeugen einhalten, müssen sie damit rechnen, dass sie bei einem Unfall von Gerichten an den Folgekosten beteiligt werden. Ist ein Radfahrer etwa 0,8 Meter breit und hält einen Abstand von einem Meter zum Fahrbahnrand, dann kann in einer 3,25-3,5 Meter breiten Straße kein Kfz einen Radfahrer mit dem notwendigen Seitenabstand von 1-1,5 Metern (in der Jakobistraße gilt Tempo 30) überholen. Dafür müsste die Straße bei einem etwa 2,2 Meter breitem Pkw wenigstens 5,8 Meter breit sein. Das Überholen wäre also immer unzulässig, vor allem, solange sich Stehzeuge am Fahrbahnrand befinden. Daher ist der Jakobistraßenschutzstreifen ein nützliche Einrichtung. Er verhindert, dass ängstliche Radfahrer in der Dooringzone fahren und dann von Drängler überholt werden. Falls dann eine Tür eines Stehzeugs einen Radfahrer erfassen würde und dieser stürzen würde, würde er von nachfolgenden Fahrzeugen überrollt und schwerst verletzt.




Kleine Auswahl regelwidriger Gefährdungsstreifen in NRW

Herdecke, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Herdecke, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Herdecke, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Herdecke, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Schwelm, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Schwelm, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen. Hier sind die Stellplatzbuchten inklusive Kantstein nur 1,75 Meter breit. Die ERA sieht aber das Mindestmaß von 1,25 Meter Schutzstreifen zzgl. mind. 0,25 Meter Sicherheitsraum nur bei Längsparkständen von wenigstens 2,00 Metern vor.

Schwelm, Hauptstraße: Gefährdungsstreifen

Hagen, Kölner Straße: Gefährdungsstreifen

Hagen, Kölner Straße: Gefährdungsstreifen

Hagen, Enneper Straße: Gefährdungsstreifen

Sog. "fahrradfreundliche Stadt" Kleve, Tiergartenstraße: Gefährdungsstreifen

Sog. "fahrradfreundliche Stadt" Kleve, Tiergartenstraße: Gefährdungsstreifen

Sog. "fahrradfreundliche Stadt" Kleve, Tiergartenstraße: Gefährdungsstreifen




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