04 Oktober, 2016

Hamburg: Radverkehrsführungen in der Lübecker Straße werden nach zehn Jahren erneut erneuert

Hamburg: After ten years new ways for cyclists along Lübecker Straße
Aktualisiert um 12:18 Uhr

Lübecker Straße / Angerstraße, Baustelle 2016: Der Radweg wird zukünftig auf die Fahrbahn aufgeleitet - © Stefan Warda


Zehn Jahre nach der letzten Ausbesserung werden in der Lübecker Straße die Radverkehrsanlagen erneut erneuert. Mit der nun laufenden Sanierung werden einige der 2006 versäumten Maßnahmen nachgeholt. Vor zehn Jahren wurden erstmals nach fünf Jahren Regierungszeit unter einem CDU-Bürgermeister in großerem Umfang Radwegesanierungen vorgenommen. Bemerkenswert war damals, dass die jahrzehntelang vernachlässigten Radwege entlang von Hauptverkehrsstraßen angefasst wurden. Im Zuge des damaligen Sonderprogramms wurden u.a. die Radwege in Barmbeker Straße, Herderstraße, Winterhuder Weg, Lerchenfeld, Wartenau, Lübecker Straße, Wandsbecker Chaussee, Breitenfelder Straße, Gärtnerstraße, Im Gehölz, Schulweg, Doormannsweg, Alsenplatz, Alsentraße, Fruchtallee und Bürgerweide erneuert. Ziel war es, für diese Straßenzüge mit Radwegebenutzungspflichten die Radwege in einen Stand zu versetzen, dass sie den Anforderungen an die Radwegebnutzungspflicht genügen würden. Allerdings stellte sich bald heraus, dass an vielen Stellen die Mindestkriterien für die Radwegbenutzungspflicht nicht erfüllt wurden. An einigen Straßenabschnitten erfolgten nach heftiger Kritik geringfügige Anpassungen.


Lübecker Straße 2016: Der "Radweg" wurde entfernt, die Baumscheiben vergrößert. Zukünftig werden Radfahrer auf einem Radfahrstreifen radeln - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2006: Die Betonsteine waren gerade ausgetauscht worden, die Radwegbreite betrug danach 1,25 Meter - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2006: Unmittelbar nach "Erneurung" des "Radwegs", der zwischen Laternmasten und Baumscheiben eingeengt war, begann die Natur sich in Richung "Radweg" auszustrecken - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2007: Der "Radweg" war nur noch eingeschränkt benutzbar - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2009: Der "Radweg" war trotz "Erneuerung" nur noch sehr eingeschränkt benutzbar - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2010: Der "Radweg" war nur noch sehr eingeschränkt benutzbar - trotz Benutzungspflicht - © Stefan Warda

Lübecker Straße 2010: Der "Radweg" war nur noch sehr eingeschränkt benutzbar - trotz Benutzungspflicht - © Stefan Warda


Umbau 2006: Ein wenig Kosmetik für den "Radweg"

In der Lübecker Straße wurde der Radweg in seiner damaligen Form und Linienführung quasi belassen. Im Rahmen des Sonderprogramms wurden mehr oder weniger lediglich die alten Betonsteine im Format 10x20 gegen solche im bis heute üblichen Format 25x25 ausgetauscht. Die Radwegbreite betrug nach Erneuerung 1,25 Meter. In den Folgejahren unterblieb unter dem CDU-Senat jegliche Instandhaltung der "Radwege" in der Lübecker Straße. Die Straßenbäume und der Wildwuchs aus den Bäumscheiben eroberten den Radweg und machten sich dort im Lichtraumprofil breit. Die Benutzbarkeit der "Radwege" war dadurch extrem eingeschränkt. Ohnehin war ein mehrspurigen Fahren bei einer Breite von 1,25 Metern nicht möglich. Mit dem Umbau von 2006 wurde also weiterhin geduldet, dass langsamere Radler regelwidrig per Gehwegradeln überholt wurden - zum Leidwesen der Fußgänger. Der damalige CDU-Senat begrenzte somit den Radverkehr entlang der Lübecker Straße und der anderen Hauptverkehrsstraßen weiterhin auf ein Minimum, denn leistungsfähig sind diese "Radwege" nicht gewesen. Für die Ertüchtigung der "Radwege" war die kostengünstigste Variante unter Beibehalt des maximalen Autoverkehrsvorrangs gewählt worden.

Der nun laufende Umbau sieht z.T. Radfahrstreifen mit 1,85 Meter Breite vor, aber auch Radwege mit 1,62 Metern Breite vor - eine Verbesserung gegenüber 2006. Die Konfliktsituation des früheren "Radwegs" mit den Baumscheiben wird entschärft durch Verlegung des Radverkehrs auf einen Radfahrstreifen. Durch Verlegung der Radfahrer auf die Fahrbahn kann die Versetzung der Laternenmasten umgegangen werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird hamburgize einen Vergleich zwischen der neuen, der vorherigen und der Situation vor 2006 bringen.




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