17. Juni 2018

Hamburg: Grüne und SPD wollen Eppendorfer Landstraße umgestalten

Hamburg: New design for Eppendorfer Landstraße


Eppendorfer Landstraße 92: Fakeradweg - © Stefan Warda


Grüne und SPD haben in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord einen Antrag zur Umgestaltung der Eppendorfer Landstraße eingebracht. Das Bezirksamt soll ein Konzept für ein Beteiligungsverfahren erstellen.

Für die genaue Gestaltung soll ein Beteiligungsverfahren durchgeführt werden, in dem insbesondere Möglichkeiten ein Mehr an Lebensqualität zu generieren diskutiert und von Fachplanern untersucht werden sollen.


Umgestaltung der Eppendorfer Landstraße (Quelle: FHH, Baubehörde: Straßenraumgestaltung und Verkehrsberuhigung in Hamburg, ca. 1989)


Die Eppendorfer Landstraße ist eine beliebte Einkaufsstraße im Stadtteil Eppendorf. In den 1970er Jahren wurde sie letztmalig aufwändig umgestaltet und den Bedürfnissen der autogerechten Stadt angepasst. Die schon vor dem damaligen Umbau vorhandenen Radwege verliefen noch fahrbahnparallel und geradlinig, wurden jedoch häufig von Wildparkern missbraucht. Mit dem Umbau wurden die Straßenbahnschienen der 1969 eingestellten Linie 18 entfernt, extrem viel Platz für Stehzeuge eingerichtet und drumherum schmale Slalomradwege gelegt, die teilweise gleichzeitig auch zum Abstellen von Fahrrädern dienen. Die Doppelnutzung der "Radwege" zum gleichzeitigen Befahren und Parken wurde aus praktischen Gründen gewählt: Unmittelbar neben den Fakeradwegen wurden Bügel zum Anschließen von Fahrrädern eingebaut, sodass die "Radwege" bei Gebrauch der Bügel allerdings unbenutzbar sind. Die Bügel sollten jedoch auch das Wildparken mit den vierrädrigen Stehzeugen auf den "Radwegen" verhindern, gleichzeitig Platz zum Fahrradparken vorhalten, ohne jedoch dadurch den MIV und den Fußverkehr zu beeinträchtigen. Mittlerweile werden in Hamburg Fahrradbügel nicht mehr unmittelbar neben "Radwegen" aufgestellt (wie sonst noch beispielsweise in der Fruchtallee bei Radwegbenutzungspflicht vorhanden), so dass die Benutzbarkeit dieser dadurch beeinträchtigt wird.


Eppendorfer Landstraße 102: Fakeradweg - © Stefan Warda

Seit 2015 sind in der Eppendorfer Landstraße nicht mehr durchgängig "Radwege" vorhanden. In Richtung Norden wurde zwischen Hegestieg und Haynstraße der im Dooringbereich verlaufende "Radweg" entfernt und zu Baumscheiben umgewandelt. Radfahrende müssen dort auf jeden Fall auf die Fahrbahn ausweichen. Mangels einer sicheren und direkten Einfädelung auf die Fahrbahn fahren viele Radfahrnde in dem Abschnitt regelwidrig über den Gehweg.


Eppendorfer Landstraße 65: Fakeradweg mit Geisterradlern - © Stefan Warda

Eppendorfer Landstraße: Slalomparcour für den Radverkehr - © Stefan Warda

Gegen die Radwegbenutzungspflicht wurde 1999 von einem damals in Hamburg lebenden Bürger Klage eingereicht. Nach einem mehrstufigen Klageverfahren bis zum Bundesverwaltungsgericht ließ die beklagte Innenbehörde die letzten benutzungspflichtigen Abschnitte in den Jahren 2010 / 2011 freigeben. Dennoch fahren immer noch viele Radfahrende - wenn nicht sogar die Mehrzahl - nicht auf der Fahrbahn, also regelwidrig auf Gehwegen oder den benutzbaren Abschnitten der noch vorhandenen Fakeradwege.


1968 wurde der die Kreuzung Eppendorfer Landstraße / Lenhartzstraße / Curschmannstraße / Eppendorfer Weg / Lehmweg / Eppendorfer Baum autoverkehrsgercht ausgebaut, nachdem der Straßenbahnlinienverkehr über die Curschmannstraße zum UKE ein Jahr zuvor eingestellt worden war - © Stefan Warda


Eppendorfer Landstraße / Hegestieg: Richtung Norden wurde 2015 der "Radweg" beseitigt - © Stefan Warda


Laut Vorstellungen von SPD und Grünen sei insbesondere der Abschnitt zwischen Goernestraße / Kümmellstraße und Martinistraße / Eppendorfer Marktplatz für eine Verkehrsberuhigung geeignet. Der MIV könne über Kümmellstraße / Schottmüllerstraße / Martinistraße umgeleitet werden.



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16. Juni 2018

Münster will Fahrradstadt werden: Vorfahrt für Radverkehr auf der Promenade

Münster going to be city of cyclists: Priority for cyclists along Promenade around the inner city


Münster, Promenade / Windthorststraße - © Stefan Warda


Die Stadt Münster möchte endlich eine echte Fahrradstadt werden. Der 4,5 Kilometer lange Promenadenring rund um die Innenstadt soll zukünftig an Kreuzungen mit Vorrang für den Radverkehr umgebaut werden, wie es in echten Fahrradstädten (z.B. Groningen, Houten, Utrecht) längst üblich ist. In einem ersten Schritt soll der Radverkehr im Verlauf der Promenade an den vier Querungen Am Kreuztor, Kanalstraße, Hörstertor und Salzstraße bevorrechtigt werden.


Münster, Promenade / Moritztor - © Stefan Warda


Parallel soll ein Konzept erarbeitet werden, welches Lösungen für die übrigen Querungsstellen aufzeigt. Auch Brücken oder Überführungen wie am Moritztor seien durch aus denkbar, so der Stadtbaurat Robin Denstorff.
Uns schwebt eine Durchgängigkeit vor, die dem hohen Radverkehrsanteil auf der Promenade gerecht wird. Ohne bauliche Maßnahmen wird das aber nicht funktionieren, eine schlichte Umkehr der Vorfahrtsregelung reicht nicht aus.

Zudem plant die Stadt Münster 13 neue Velorouten in die Außenstadtteile und Umlandgemeinden.


Münster, Promenadenring: Die Querung am Mortiztor ist kreuzungsfrei ausgebaut. Der Radverkehr wird in einer Unterführung unter der Kreuzung hindurchgeführt. Am Kreuztor, der Kanalstraße, Hörstertor und Salzstraße soll die Promanade vorfahrtberechtigt werden gegenüber den Querstraßen. Für die anderen Kreuzungen, insbesondere mit der B54, müssen noch Löungen gefunden werden


Malmö: Kreuzungsfreier Radweg - © Stefan Warda


Malmö: Kreuzungsfreier Radweg - © Stefan Warda




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13. Juni 2018

Ausstellung in Frankfurt: Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt

Exhibition in Frankfurt: Ride a Bike! Reclaim the City


Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum - © Stefan Warda


Noch bis zum 2. September zeigt das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt eine beachtenswerte Ausstellung zum Thema Radverkehr in Städten.

Gut gestaltete öffentliche Räume sind eine wichtige Aufgabe für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Als weiterem Akteur auf dieser begrenzten Fläche kommt die Verkehrsplanung hinzu. Der Radverkehr spielt in all diesen Bereichen eine zentrale, verbindende Rolle, er kann der Schlüssel zum Erfolg werden. Um die Lebensqualität zu erhalten und weiter zu verbessern, braucht es in einer zunehmend dicht bebauten und intensiv genutzten Stadt mehr Raum auf Straßen und Plätzen, mehr Grün- und Freiflächen.
Das DAM möchte mit FAHR RAD! (Ausstellung, Katalog und Veranstaltungsreihe) eine integrierende Debatte mit den Verantwortlichen anstoßen und die verschiedenen Disziplinen zum Austausch und zur Zusammenarbeit anregen. Auch die breite Öffentlichkeit soll eingebunden werden. Nicht zuletzt wird die unabdingbar notwendige gestalterische Kompetenz in dieser Frage thematisiert. Der öffentliche Raum und damit der Straßenraum soll zur Nutzung für Alle neu geordnet und seine Flächen so verteilt werden, dass eine sichere, bequeme und ausgewogene Mobilität für alle Menschen, die unterwegs sind, möglich wird. Dies sollte im Einklang entstehen mit Grünräumen und einer Architektur, die sich zu städtebaulichen Ensembles zusammenfügt. Die Ausstellung dokumentiert, wie eine Stadtentwicklung aussehen kann, die in Zukunft noch mehr Menschen auf das Rad lockt und wirbt mit Projekten aus aller Welt für diese sanfte Rückeroberung der Stadt. Und sie zeigt, wie der Weg zu einer nachhaltigen und sozialen Stadt auch über die Planung für eine fahrrad-gerechte Stadt führen kann.


Auckland, Lightpath Te Ara I Whiti - © hamburgize


Die Ausstellung präsentiert acht Städte bzw. Regionen: Karlsruhe, das Projekt Radschnellweg Ruhr, Groningen, Kopenhagen, Oslo, Barcelona, New York und Portland. Daneben werden weitere 26 internationale Projekte präsentiert, die sich speziellen Bauaufgaben widmen, darunter z.B. das neue Fahrradparkhaus in Utrecht, der Lightpath Te Ara I Whiti in Auckland oder ein Fahrradhäuschen in der Mainzer Neustadt.

Lohnenswert ist der Katalog, der auch im Buchhandel erhältlich ist. Die Ausstellung zeigt darüberhinaus originale Architekturmodelle, u.a vom Utrechter Fahrradparkhaus. Viele großformatige Bilder hinterlassen zudem einen nachhaltigen Eindruck.


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Hamburg: Baustelle Stresemannstraße aufgehoben - Fahrbahnradelzwang wieder wirksam

Hamburg: Road works finished at Stresemannstraße

Aktualisiert um 20:47 Uhr
Stresemannstraße / Plöner Straße: Wegen Radwegende müssen Radfahrende auf die Fahrbahn wechseln - © Stefan Warda


Die Baustelle an der Stresemannstraße 269 ist aufgehoben. Zwischen Plöer Straße und der Unterführung unter den Bahngleisen ist das Fahrbahnradeln wieder angeordnet.


Seit wenigen Tagen ist die Baustelle bei den Autovermietungen an der Stresemannstraße aufgehoben. Radfahrende müssen seitdem stadtauswärts zwischen Plöner Straße und der Unterführung unter den Bahngleisen wie vor Einrichtung der Baustelle auf der Fahrbahn radeln. Kurz vor der Unterführung besteht an einer Ausfahrt die Möglichkeit auf den ab dort gültigen gemeinsamen Geh- und Radweg zu wechseln.


Stresemannstraße / Plöner Straße: Wildradlerin auf dem Gehweg - © Stefan Warda

Stresemannstraße: Kurz vor der langen Unterführung startet der gemeinsame Geh- und Radweg - © Stefan Warda


Im Gegensatz zum gültigen Verkehrsregime fahren jedoch wieder fast alle Radfahrenden regelwidrig auf dem Gehweg.


Stresemannstraße stadtauswärts: Nach Querung der Plöner Straße endet der Radweg. Von dort an bis kurz vor der langen Unterführung unter den Bahngleisen müssen Radfahrende die Fahrbahn benutzen


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12. Juni 2018

Hamburg: Edmund-Siemers-Allee jetzt mit Radfahrstreifen

Hamburg: Edmund-Siemers-Allee now with cycle lane

Aktualisiert um 23:06 Uhr
Edmund-Siemers-Allee, Verbindungsbahn: Neue Radspur - © Stefan Warda


Radfahrende aus Eimsbüttel Richtung Innenstadt können aufatmen: Der Zweirichtungsradweg in der Edmund-Siemers-Allee hat bald ein Ende. Als Anfang wurde ein erster Radfahrstreifenabschnitt ab Bundesstraße / Grindelallee stadteinwärts auf Seite der Verbindungsbahn bis zum Fußgängertunnel zum CCH eröffnet. Dessen Verlängerung bis zur Kreuzung mit dem Dammtordamm ist erkennbar, nur noch nicht für den Verkehr freigegeben. Noch müssen Radfahrende ab Fußgängertunnel zum CCH und den Bahnsteigen des Bahnhofs Dammtor auf die linke Straßenseite wechseln. Ein Ende des Straßenseitenwechsels ist jedoch nun absehbar.


Bundesstraße / Edmund-Siemers-Allee - © Stefan Warda

Bundesstraße / Edmund-Siemers-Allee: Von links die Radfurt aus der Grindelallee - © Stefan Warda

Edmund-Siemers-Allee / Bundesstraße: Zunächst geht es auf angenehm breiter Spur Richtung Dammtor - © Stefan Warda

Edmund-Siemers-Allee / Verbindungsbahn: Die Radspur wird im weiteren Verlauf schmaler. Bislang mussten Radfahrende auf sehr beengten Verhältnissen auf der linken Straßenseite fahren - © Stefan Warda

Edmund-Siemers-Allee / Verbindungsbahn, Baustelle: Derzeit müssen Radfahrer hier auf die linke Straßenseite wechseln oder auf dem Gehweg bis zum Eingang des Dammtorbahnhofs radeln und dort auf die linke Straßenseite wechseln - © Stefan Warda

Edmund-Siemers-Allee / Verbindungsbahn, Baustelle: Derzeit endet hier die neue Radspur - © Stefan Warda

Edmund-Siemers-Allee / Verbindungsbahn: Die Fortsetzung der Radspur Richtung Theodor-Heuss-Platz ist erkennbar - © Stefan Warda

Mit der neuen Radspur entfallen für Radfahrende - neben dem Straßenseitenwechsel - insbesondere die Konflikte mit Fußgängern und entgegenkommenden Radfahrenden, andererseits fahren sie dichter am MIV entlang.


Edmund-Siemers-Allee, Universitätsgebäude: Der benutzungspflichtige Zweirichtungsradweg bereitete keine Freude angesichts der Wildgehenden. Für Gehende ist der 1,5 Meter schmale Gehweg nicht ausreichend - © Stefan Warda



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8. Juni 2018

Hamburg: Baustelle Stresemannstraße nach wenigen Tagen korrigiert

Hamburg: Change for road works at Stresemannstraße


© Stefan Warda


Die Radverkehrsführung an der Baustelle in der Stresemannstraße zwischen Plöner Straße und Bahnbrücke wurde korrigiert. Der gefährliche Zweirichtungsverkehr ab Plöner Straße / S-Bahnbrücke bis Tasköprüstraße wurde aufgehoben.

Nur wenige Tage nach Einrichtung der Baustelle vor den Autovermietungen an der Stresemannstraße 269 wurde eine neue Radverkehrsführung eingerichtet. Radfahrer fahren nun ab Plöner Straße wie vor Einrichtung der Baustelle regelwidrig auf dem reinen Gehweg - sollen aber eigentlich auf der Fahrbahn fahren. Denn der Gehweg ist weiterhin nicht für den Radverkehr freigegeben. Ab der Einfahrt zu den Autovermietungen (Stresemannstraße 269) wurde eine Fahrspur abgetrennt und darauf ein gemeinsamer Geh- und Radweg eingerichtet. Dieser leitet kurz vor der breiten Bahnbrücke auf den eigentlichen gemeinsamen Geh- und Radweg über.


Stresemannstraße / Plöner Straße: Seit Korrektur der Baustelle wird  ab Plöner Straße stadtauswärts ab Radwegstunnelende regelwisdrig der Gehweg befahren - © Stefan Warda

Stresemannstraße: Seit Korrektur der Baustelle wird stadtauswärts wieder regelwidrig der Gehweg befahren - © Stefan Warda

Stresemannstraße 269, Baustelle-: Ab der Einfahrt zu den Autovermietern beginnt ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Bis dahin gilt ab Plöner Straße Fahrbahnbenutzungszwang - © Stefan Warda


Für manche Radfahrer scheint die neue geänderte Radverkehrsführung wohl irritierend. Sie fahren ab Plöner Straße bis zur Baustelle regelwidrig auf dem Gehweg, im Baustellenbereich dann regelwidrig auf der Fahrbahn.


Stresemannstraße 269, Baustelle: Fahrbahnradeln neben dem gemeinsamen Geh- und Radweg - © Stefan Warda



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6. Juni 2018

Hamburg: Gewagte Radverkehrsführung an neuer Baustelle auf der Stresemannstraße

Hamburg: Daring cycling route because of construction site at Stresemannstraße
Aktualisiert am 07.06.2018

Stresemannstraße / Plöner Straße vor Einrichtung der Baustelle: Da es an der Kreuzung keinerlei Verkehrszeichen für den Radverkehr gab, bedeutete dies seit mehreren Jahren schon das Ende das Radwegs und Fahrbahnradelzwang in Richtung Bahrenfeld - © Stefan Warda


Auf der Stresemannstraße ist der Radverkehr derzeit stadtauswärts von einer Baustelle betroffen. Die Baustelle befindet sich auf dem reinen Gehweg zwischen Plöner Straße und der Bahnüberführung im Bereich der Autovermieter. Vor Beginn der Baumaßnahme und Einrichtung einer neuen Radverkehrsführung endete der Radweg an der Kreuzung mit der Plöner Straße. Da im weiteren Verlauf kein Verkehrszeichen angebracht war, handelte es sich bis kurz vor der Bahnüberführung um einen reinen Gehweg - und das schon seit mehreren Jahren! Nahezu alle Radfahrer hatten zuvor das Verkehrsregime missachtet und waren nicht auf die Fahrbahn gewechselt, sondern fuhren regelwidrig auf dem Gehweg weiter Richtung Bahrenfeld.


Stresemannstraße / Plöner Straße: Kampfradler auf dem Gehweg im Anschluss an das Radwegende - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße: Ultimatives Radwegende und Kampfradler - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße: Radwegende während einer Baumaßnahme im Jahr 2015 - © Stefan Warda


Mit Einrichtung der Baustelle wurde der Gehweg abgesperrt. Eigentlich ändert sich für den Radverkehr dadurch nichts, denn der Gehweg durfte zuvor schließlich nicht befahren werden. Es galt der Fahrbahnbenutzungszwang. Doch nun mit Einrichung der Baustelle werden Radfahrer auf die linke Straßenseite gezwungen. Und diese Radverkehrsführung ist äußerst gewagt - wenn nicht gar brandgefährlich. Stadtauswärts gilt ab der S-Bahnbrücke (S21) Verkehrszeichen 240 für die getrennten Rad- und Gehwege mit Hinweis auf Gegenverkehr. Radfahrer sollen stadtauswärts bis zur Kreuzung mit der Taskröpüstraße auf der linken Nebenfläche fahren - auch unter der breiten eisenbahnbrück hindurch, wo der gemeinsame Geh- und Radweg nur eine Breite von 1,5 Meter hat. Gefährlich ist die Situation allerdings nicht nur wegen der beengten Verhältnisse unter der Bahnbrücke. Radfahrer, die stadteinwärts fahren, fahren in der Regel mit Schwung in den Tunnel hinein, weil es zuvor leicht begab geht. Bei Einfahrt in die Unterführung verdeckt mangelnde Grünpflege die Einsicht in die Unterführung. Hier besteht Kollisonsgefahr mit engegenkommendem Radverkehr. Zudem gilt für den Radverkehr stadteinwärts nach Verlassen der Unterführung das Verkehrszeichen 237 - ohne Hinweis auf Gegenverkehr. Radfahrende sollen also den schmalen Radweg benutzen. Für den entgegenkommenden Verkehr - zur Erinnerung - wurde jedoch das Verkehrszeichen 240 (gemeinamer Geh- und Radweg) mit Zusatzzeichen 1000-31 (Gegenverkehr) angeordnet. Der Begegnunsgfall ist auf dem schmalen Radweg jedoch unmöglich. Somit geraten Radfahrer auf dem Abschnitt zwischen der breiten Bahnbrücke und der S-Bahnbrücke in erheblichen Konflikt.


Stresemannstraße / Kieler Straße: Neue Baustelle mit Gehwegsperrung - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Kieler Straße: Neue Baustelle mit Gehwegsperrung und Gehwegradelzwang auf der linken Straßenseite - © Stefan Warda

Stresemannstraße 258: Stadtauswärts wird Verkehrszeichen 240 mit Zusatzzeichen 1000-31 (gemeinsamer Geh- und Radweg mit Gegenverkehr) angezeigt, die entgegenkommenden Radfahrenden bekommen aber Verkehrszeichen 237 (Radwegbenutzungspflicht) angezeigt. Dies führt zu Konflikten - © Stefan Warda

Stresemannstraße 282 kurz vor der Unterführung: Stadtauswärts wird bis hierhin und weiter folgend gemeinsamr Geh- und Radweg mit Gegenverkehr angezeigt - © Stefan Warda

Stresemannstraße 282: Stadteinwärts wird jedoch lediglich Radwegbenutzungspflicht für den schmalen Radweg angezeigt, auf dem ein Gegenverkehr nicht stattfinden kann - © Stefan Warda

Stresemannstraße, Unterführung unter den Bahngleisen: Der gemeinsame Geh- und Radweg mit Gegenverkehr ist nur 1,5 Meter breit - © Stefan Warda

So wenig, wie das angebotene Verkehrsregime vor Einrichtung der Baustelle akzeptiert wurde, so wirdauch die neue Radverkehrsführung kaum beachtet. Bei Stichproben fuhren heute nur etwa 20 Prozent der Radfahrer stadtauswärts auf dem südlichen Geh- und Radweg. Der Rest nutzte die nördliche Straßenseite, fuhr entweder an der Kreuzung mit der Plöner Straße um die Absperrung herum und bis zur eigentlichen Baustelle auf dem Gehweg, anschließend weiter auf der Fahrbahn oder über den Parkplatz der Autovermieter oder gleich ab der Kreuzung mit der Pköner Straße auf der Fahrbahn bis zur auffahrt auf den gemeinsamen Geh- und Radweg kurz vor der langen Unterführung.


Stresemannstraße stadteinwärts blickend westlich der Unterführung - © Stefan Warda

Stresemannstraße stadteinwärts blickend westlich der Unterführung: Wildwuchs beeinträchtigt die Sicht bei Einfahrt in die Unterführung - © Stefan Warda

Wer bei der Einfahrt zu weit links fährt, kann . . . - © Stefan Warda

. . . . mit entgegenkommenden Radfahrenden kollidieren - © Stefan Warda

Gegenverkehr gegsatltet sich in der Unterführung relativ schwierig - © Stefan Warda

Stresemannstraße: Stau in der Unterführung - © Stefan Warda


Nicht weit von der Baustelle entfernt ist die Verkehrsdirektion (u.a. auch VD5) mit der Einsatzzentrale der Hamburger Fahrradstaffel gelegen. Dass keinem der dort tätigen Mitarbeiter vor Einrichtung der Baustelle aufgefallen war, dass Radfahrer seit mehreren Jahren regelwidrig auf dem Gehweg statt auf der Fahrbahn der Stresemannstraße fuhren und seit Einrichtung der Baustelle Radfahrer merkwürdigerweise nicht mehr auf der uneingeschränkt befahrbaren Fahrbahn fahren dürfen und sich überwiegend auch weiterhin regelwidrig verhalten, verwundert doch sehr.


Stresemannstraße: Die Mehrzahl der Radfahrer wählt stadtauswärts die Fahrbahn - © Stefan Warda

Stresemannstraße / Plöner Straße: Fahrbahnradeln war vor Einrichtung der Baustelle vorgeschrieben, nun sollen Radfahrer auf die linke Straßenseite wechseln - © Stefan Warda

Stresemannstraße 269 mit Fahrbahnradlern - © Stefan Warda

Stresemannstraße 269 mit Fahrbahnradlern - © Stefan Warda

Stresemannstraße 269 mit Fahrbahnradlern - © Stefan Warda

Stresemannstraße stadtauswärts: Kurz vor der Unterführung beginnt der gemeinsame Geh- und Radweg. Bis zur Einrichtung der neuen Baustelle mussten Radfahrer ab Plöner Straße bis zur Unterführung auf der Fahrbahn fahren - © Stefan Warda




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