22. Oktober 2017

Hamburg: Auf neuen Wegen durch Hamm

Hamburg: Cycle lanes replace former fake cycle tracks in Hamm
Aktualisiert um 14:17 Uhr

Veloroute 8, Oben Borgfelde - © Stefan Warda


Vor drei Jahren wurde die viel beachtete Veloroute 8 in Richtung Hamm eingerichtet. Damals gab es jedoch auch Kritik, weil die Veloroute zwischen Berliner Tor und Hammer Berg durch einen Grünzug veräuft, wo die soziale Kontrolle in den Abend- und Nachtstunden nicht unbedingt gewährleistet ist. Dabei soll die Veloroute 8 gerade die Alltagsradler ansprechen und ihnen einen komfortablen und sicheren Weg zur Arbeit bieten. Zwar fährt es sich abseits des Straßenverkehrs deutlich entspannter, doch nachts durch einen Park radeln?


Kreuzung Hammer Landstraße / Hammer Steindamm aus Blickrichtung der Veloroute 8 - © Stefan Warda


Die Alternative ist die parallel geführte Hammer Landstraße, die bis vor wenigen Monaten noch schlecht ausgebaut war. Mittlerweile hat sich der Zustand der Hammer Landstraße vollkommen gewandelt. Zwar war schon vor der Umgestaltung die Radwegbenutzungspflicht entlang der vierspurigen Straße aufgehoben worden, doch nun werden den Radfahrern statt der vormaligen Fakeradwege, die durch Bäume erheblich beeinträchtigt waren, benutzbare Radfahrstreifen angeboten. Eine Testfahrt zur Mittagszeit verblüffte total. Glatter Asphalt, kein Laub, keine Wurzelaufbrüche, keine Überwucherungen und keine Wildparker. Ob es sich auch nachts angesichts der Wildparkermentalität der Hamburger so entspannt auf der Hammer Landstraße radelt?
 

Hammer Landstraße nach Umbau - © Stefan Warda


Manch Radfahrer mag das Arrangement der Radfahrstreifen auf der vierspurigen Hauptverkehrsstraße nicht ideal finden. Radwegliebhaber müssen jedoch verstehen, dass für die Anlage von echten Radwegen ein großer Teil der Bäume hätte geopfert werden müssen, damit sowohl ausreichend breite Gehwege, als auch ausreichend breite Radwege auf der vorhandenen Nebenfläche der Häuserseite Platz gefunden hätten. Beim Pflanzen der Bäume wurden keine ausreichend großen Baumscheiben für die Entwicklung der Bäume berücksichtigt. Vielleicht hatte beim Pflanzen der Bäume niemand angenommen, dass die Bäume jemals so alt werden.


Hammer Landstraße / Beltgens Garten: Seit dem Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Beltgens Garten: Letztes Jahr vor dem Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Rumpffsweg: Nach Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Rumpffsweg: Vor Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Kentzlerdamm: Nach Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Kentlerdamm: Vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Kentzlerdamm: Vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Hammer Landstraße / Kentzlerdamm: Vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Hammer Landstraße 70-72: Nach Umbau - © Stefan Warda

Hammer Landstraße 70-72: Vor Umbau mit Fakeradweg - © Stefan Warda

Hammer Landstraße 70-72: Vor Umbau mit Fakeradweg. Beim Pflanzen der Bäume wurden dummerweise keine ausreichend großen Baumscheiben berücksichtigt - © Stefan Warda



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Kommentare:

  1. Und wie schön hätte der Abschnitt werden können, wenn man sich dazu entschieden hätte, der Forderung auf einen Rückbau auf insgesamt 3 Fahrspuren nachzugeben. Stattdessen konstatiert der Landesbtrieb für Autoverkehr, Brücken und Gewässer, dass bei einem Verzicht auf eine Fahrspur der Autoverkehr zum Erliegen kommt...

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  2. Ich gehöre auch zu den Radfahrern die Radstreifen auf 4-spurigen Hauptverkehrsstraßen nicht ideal finden.
    Warum wird dann als Totschlagargument immer der Vergleich zu schmalen Radwegen fernab von der Straße gezogen.
    Genau dort wo jetzt der Radfahrstreifen aufgemalt wurde, könnte man einen durch einen Bordstein von der Fahrbahn getrennten Radweg bauen. Gerne auch mit glattem Asphaltbelag, und genauso im Sichtfeld der Kfz-Lenker. Dafür muss kein Baum gefällt werden.
    Als Gedankenanstoß noch zwei eigene Beobachtungen:
    1) ca 80% der Kfz-Lenker nutzen die Radstreifen wenn die Autospur durch wartende Linksabbieger blockiert ist. Ca 30% davon achten dabei nicht auf Radfahrer.
    2) ca 90% nutzen die Radstreifen um eine Rettungsgasse für Blaulichtfahrzeuge zu bilden. Ca 90% davon achten dabei nicht auf Radfahrer.

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