17. Februar 2017

Hamburg: Verkehrsbehörde kündigt Rückbau der neuen Radverkehrsführung an der Kreuzung Grindelberg / Isestraße an

Hamburg: New cycle lane at crossing Grindelberg giong to be removed
Aktualisiert um 18:40 Uhr

Grindelberg / Isestraße - © Stefan Warda


Verkehrsbehörde gesteht Fehlplanung ein

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) kündigte heute den beabsichtigten Rückbau der neuen Radverkehrsführung an der Kreuzung Grindelberg / Isestraße an. Die neue Radverkehrsführung führt regelmäßig zu Konflikten zwischen Radfahrern im Verlauf des Grindelbergs stadtauswärts und Fahrzeugen, die aus der Isestraße Richtung Hoheluftbrücke abbiegen wollen.
Bis Ende 2016 hat der LSBG bereits den Bauabschnitt zwischen Isestraße und Schlankreye/Oberstraße auf beiden Seiten fertiggestellt. Hierbei wurde auch die Radwegführung im Bereich der Isestraße umgebaut. Ziel der Umplanung war eine geradlinige und komfortable Radwegführung.  Zur Vermeidung von Umwegen für Radfahrende, sollte die Erreichbarkeit des von dem Grindelberg weg führenden Armes der Isestraße über die an der Haltestelle Hoheluftbrücke befindliche Fußgänger- und  Radfahrerquerung ermöglicht werden. Der Radweg wurde deshalb im Zweirichtungsverkehr vor den Säulen des Hochbahnviaduktes angelegt. Die Furten über die Isestraße wurden mittels roter Markierung hervorgehoben. Nach dem Umbau zeigte sich jedoch, dass diese technisch und rechtlich einwandfreie Verkehrsführung von den Verkehrsteilnehmern nicht so angenommen wird wie beabsichtigt. Insbesondere der nach rechts in den Grindelberg einbiegende KFZ-Verkehr führt hierbei in Kombination mit dem Zweirichtungsradverkehr zu Problemen. Aufgrund des starken Fokus auf den Verkehr im Grindelberg zur Findung einer Einfahrtslücke, ziehen Autofahrer häufig auf den freizuhaltenden Radfahrstreifen vor und übersehen von rechts ankommende Radfahrer.
Nach Analyse der Situation haben der LSBG und die zuständigen Behörden beschlossen, die neue Radwegführung zurückzubauen und die Radfurt in den Bereich der vorhandenen Zebrastreifen zurückzulegen. Die Arbeiten beginnen ab dem 22. Februar 2017 und dauern voraussichtlich zwei Wochen.    Für die Arbeiten muss die Ein- und Ausfahrt der Isestraße gesperrt werden. Die Isestraße ist über Lehmweg und Klosterallee zu erreichen. Außerdem ist im Grindelberg stadtauswärts der rechte Fahrstreifen gesperrt. Der LSBG bittet alle von dieser notwendigen Maßnahme Betroffenen für die zu erwartenden Beeinträchtigungen um VerständnisDa die Arbeiten witterungsabhängig sind, kann es zu Verschiebungen kommen.

Der Rückbau der Radverkehrsführung entspricht dem Eingeständnis der dortigen Fehlplanung. Die Radverkehrsführung soll demnächst wieder auf die Lage vor dem Umbau zurückverlegt werden. Statt der heutigen Konflikte mit abbiegenden Fahrzeugen aus der Isestraße werden Radfahrer zukünftig wieder vermehrt Konflikte mit Fußgängern auf dem Radweg haben wegen der dann wieder stark verschwenkten Radverkehrsführung unter dem Hochbahnviadukt.


Grindelberg / Isestraße - © Stefan Warda


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Kommentare:

  1. Versteh ich noch nicht: Bleibt es denn beim Radverkehr in eine Richtung an der Stelle? Und entsteht jetzt ein Umweg in die andere Richtung?

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    1. Die Radfurt soll, wie die BWVI schreibt, unmittelbar neben die FGÜ gelegt werden und somit auf die Führung vor dem Umbau zurückverlegt werden.

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  2. Ist mir ein Rätsel, wie es da zu Konflikten kommen kann. Da helfen mir auch 17 Semester Verkehrsplanung nicht weiter. Alles übersichtlich, wenig Verkehr, sogar rote Farbe... ich bin ratlos (facepalm)

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    1. Naja, die Autos halten neben den Brückenpfeilern und können nach links nichts sehen. Also auch die Radler*innen von links nicht. Eine bessere Lösung wäre, die Radverkehrsführung auf die Fahrbahn zu verlagern.

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  3. Wieso Konflikte? Ganz einfach: Wie an fast allen EInmündungen achtet ein Großteil der Autofahrer nur auf den Autoverkehr. Erst im letzten Moment bemerken sie ankommende Radler. Dann stehen sie aber in der Regel bereits quer auf dem Radweg. In der Isestraße kommt erschwerend noch der Brückenpfeiler dazu.

    Es geht aber auch völlig konfliktfrei: Einfach auf der Fahrbahn fahren! Das ist legal und die sicherste Lösung.

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