22 November, 2016

Hamburg: Richtigstellung der Bezirksversammlung zum Ausbau der Velorouten in Eimsbüttel

Cycle routes in Hamburg-Eimsbüttel: Correction of the district of Eimsbüttel
Aktualisiert um 23:33 Uhr

© Stefan Warda


Richtigstellung der Bezirksversammlung  Eimsbüttel

Das Hamburger Abendblatt berichtete am 10. Oktober über den Ausbau der Hamburger Velorouten. Dabei wurden auch sechs Maßnahmen des Bezirks Eimsbüttel dargestellt. Die Darstellungen basierten laut Bezirksversammlung auf einer Tabelle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die zum Teil nicht aktuelle Informationen beinhaltete. 
Die Bezirksversammlung Eimsbüttel ließ Anfang November zum Inhalt des Abendblatt-Artikels Folgendes richtigstellen:
  • Über die endgültige Form des Ausbaus der einzelnen Radverkehrsprojekte kann derzeit keine Aussage getroffen werden, da sich diese in der Entwurfsphase befinden.
  • Eine Bürgerbeteiligung für die Projekte in der Tornquiststraße, im Weidenstieg und in der Bismarckstraße wird, wie in der Bürgerveranstaltung am 13.09.2016 im Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer und im KGA am 04.07.2016 angekündigt, durchgeführt.
  • Die Aussagen zum Abschluss der Baumaßnahmen sind nicht zutreffend dargestellt. Der Förderzeitraum des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes, über das die Maßnahmen mit Mitteln des Bundes finanziert werden, endet zum 31.12.2018. Bis dahin sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.






Veloroute 3 - © Stefan Warda

Veloroute 3

Laut des Abendblatt-Artikels waren Änderungen für die Velorouten 2 und 3 in Eimsbüttel angekündigt. Für die älteste Veloroute Hamburgs, der Veloroute 3, sollten die Radwege im Verlauf Stresemannallee und Eidelstedter Weg auf 1,5 Kilometern nach nun fast zwanzig Jahren erneuert werden. Laut einer Antwort des Senats an eine schriftliche kleine Anfrage sollen ab April 2017 der bisherige einseitige Radweg ab April durch Radfahrstreifen ersetzt werden.


Veloroute 3, Stresemannallee: In der ersten Phase war der Radweg in beide Richtungen benutzungspflichtig - © Stefan Warda

© Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee: In der zweiten Phase war der Radweg in nur noch stadtauswärts benutzungspflichtig.Stadteinwärts hatten Radfahrer die Wahl zwischen Radwegbenutzung (in Fahrtrichtung links) oder Fahrbahnbenutzung - © Stefan Warda


Veloroute 3, Stresemannallee: In der heutigen Phase haben Radfahrer in beide Richtungen die Wahl zwischen Fahrbahn- oder Radwegbenutzung - © Stefan Warda


Veloroute 3, Stresemannallee: Der südliche der beiden Wertstoffcontainerstandorte auf der Veloroute - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee: Der nördliche der beiden Wertstoffcontainerstandorte auf der Veloroute - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee: Der nördliche der beiden Wertstoffcontainerstandorte auf der Veloroute - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee: Der nördliche der beiden Wertstoffcontainerstandorte auf der Veloroute - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee: Der nördliche der beiden Wertstoffcontainerstandorte auf der Veloroute im November 2016 - © Stefan Warda



Der Zweirichtungsradweg, der Ende der 1990er Jahre für die damalige Einweihung der Veloroute hergerichtet wurde, genügt bis heute nicht den Anforderungen an eine Veloroute. Bei Gegenverkehr auf dem Zweirichtungsradweg müssen die stadtauswärts fahrenden Radfahrer in der Dooringzone der rechts vom Radweg befindlichen Stehzeuge fahren, um mit dem Gegenverkehr nicht zu kollidieren. Zudem gibt es unnötige Konflikte, weil sich unmittelbar am Radweg zwei Wertstoffcontainerstandorte befinden. Autofahrer halten dort gern auf dem Radweg, um dann vom Radweg aus die Container zu befüllen. Im Abschnitt zwischen Veilchenweg und Henning-Wulf-Weg gibt es permanent zusätzlich zu den legal neben den unmittlebar neben dem Radweg zugelassenen Stehzeugen zur anderen Seite des Radwegs noch Wildparker. Besonders kritisch ist der nördliche Abschnitt zwischen Henning-Wolf-Weg und Grandweg. Der Radweg wird dort getrennt durch einen Baumstreifen. Je Fahrtrichtung verbleibt ein ein Meter breiter Radweg, der jedoch unbenutzbar ist. Denn im Trennstreifen werden Stehzeuge abgestellt. Die Radwege verlaufen in voller Breite in den Dooringzonen.



Veloroute 3, Stresemannallee - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee / Henning-Wulf-Weg - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannallee / Henning-Wulf-Weg: November 2016 - © Stefan Warda


Fraglich erscheint, ob durch eventuelle Radfahrstreifen das Wildparken auf den Radverkehrsanlagen im Verlauf der Veloroute 3 zukünftig unterbleiben wird. Nach zwanzig Jahren geduldetem Dauerwildparken auf dem "Radweg" werden sich die Stehzeugeliebhaber wohl kaum fortan nur noch regelkonform verhalten.




Veloroute 2 - © Stefan Warda

Veloroute 2

Nicht ganz so alt ist die Veloroute 2, jedoch wurde bei deren Einrichtung im Jahr 2008 weitgehend auf eine Verbesserung der Infrastruktur verzichtet. Größtenteils wurden vor acht Jahren lediglich die Wegweiser aufgestellt. Schlechte Kopfsteinpflasterpisten, schmale Fakeradwege und bislang ungelöste Kreuzungsprobleme blieben bestehen. An den Kreuzungen Reichsbahnstraße / Kieler Straße / Olloweg, Tornquiststraße / Doormannsweg und Weidenstieg / Fruchtallee / Weidenstieg können Radfahrer bis heute nicht dem Verlauf der ausgewiesenen "Veloroute" folgen, wenn sie sich StVO-gerecht verhalten wollen. Die Folge ist dauerhaftes regelwidriges und selbstgefährdendes Verhalten der Radfaher, um dem Verlauf der Veloroute zu folgen.


Veloroute 2, Kreuzungsbereich Reichsbahnstraße / Kieler Straße / Olloweg: Stadteinwärts haben Radfahrer keine legale Möglichkeit dem Verlauf der Veloroute 2 zu folgen. Gemäß der auch in Hamburg gültigen StVO müssen sie ab der Reichsbahnstraße die Kieler Straße stadteinwärts bis Wördemanns weg entfahren, dort wenden und bis zur Kreuzung mit dem Olloweg stadtauswärts zurückradeln. Stattdessen könnten sie ab der Kreuzung mit dem Wördemanns Weg diesem auch weiter folgen


Veloroute 2, Kieler Straße: Dieser Radweg darf nicht in Gegenrichtung befahren werden. Somit bleibt der Olloweg aus Richtung Reichsbahnstraße nur über den langen Umweg über die Kreuzung Wördemanns Weg erreichbar - © Stefan Warda

Veloeoute 2, Kieler Straße / Olloweg: Stadteinwärts ist das Abbiegen nach links in den Olloweg verwehrt - © Stefan Warda



Laut Abendblattbericht vom Oktober sollte die Veloroute 2 in Eimsbüttel auf insgesamt drei Kilometern Länge verbessert werden. Im Weidenstieg sollte eine Fahrradstraße eingerichtet werden, in der Tornquiststraße sollte eine Deckensanierung erfolgen, in der Högenstraße sollte ebenfalls eine Fahrradstraße eingerichtet werden, der Wördemanns Weg und die Reichsbahnstraße sollten eine Grundinstandsetzung erhalten. Laut der Antwort des Senats auf eine kleine schriftliche Anfrage wird für den Weidenstieg eine "Verbesserung der Radverkehrsführung" genannt, für die Tornquiststraße die "Herrichtung für eine sichere und komfortable Befahrbarkeit", für die Högenstraße eine "Fahrradstraße", für den Wördemanns Weg werden "Schutzstreifen" in Aussicht gestellt, und für die Reichsbahnstraße eine "Verbesserung der Radverkehrsführung".



Velroute 2, Kreuzungsbereiche Tornquiststraße / Doormannsweg und Weidenstieg / Fruchtallee / Weidenallee: An beiden Kreuzungen dürfen Radfahrer dem Verlauf der Veloroute nicht folgen. Die Umwege gemäß StVO sind beträchtlich, werden aber unter Selbstgefährdung ignoriert


Veloroute 2, Tornquiststraße / Doormannsweg: Hier können Radfahrer nur regelwidrig dem Verlauf der Veloroute folgen - © Stefan Warda


Immerhin soll vermutlich endlich nachgeholt werden, was vor zehn Jahren bei Eröffnung der unfertigen "Veloroute" versäumt wurde. Denn schön fährt es sich auf dem desolaten Kopfsteinpflaster am Weidenstieg nicht. Der Ausbau des Weidenstiegs und der Tornquiststraße wurden vor rund zehn Jahren wegen Bürgerprotesten abgeblasen, das Problem mit den schlechten Fahrbahnbelägen seitdem ausgesessen. Die fehlenden Querungsmöglichkeiten über die Hauptstraßen Kieler Straße, Doormannsweg und Fruchtallee wurden trotz Kritik bei den Straßenverkehrsbehörden und Bezirksamt nie eingerichtet.



Veloroute 2, Weidenstieg - © Stefan Warda

Veloroute 2, Weidenstieg: bislang hält sich die Zahl der Radfahrer im Weidenstieg sehr in Grenzen, da die Route bis heute nicht einladend hergerichtet wurde - © Stefan Warda

Veloroute 2, Tornquiststraße - © Stefan Warda

Veloroute 2, Tornquiststraße: Gehwegradlerin weicht dem schlechten Straßenbelag regelwidrig aus - © Stefan Warda





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