10. Oktober 2016

Hamburg: Senat will 29 Millionen Euro für Veloroutenausbau verwenden

Hamburg: 29 million € for better cycle routes in two years
Aktualisiert um 16:11 Uhr

© Stefan Warda


Der Senat will mit dem Ausbau der Velorouten den Radverkehrsanteil bis 2029 auf auf 25% erhöhen. Bis Ende 2018 sollen 29 Millionen Euro in die Verbesserung vorhandener oder den Ausbau geplanter Velorouten investiert werden.

Nach einem Bericht des Abenblatts will der Senat bis Ende 2018 insegesamt 33 millionen Euro für den ausbau des Radverkehrs ausgeben, davon 29,3 Millionen für den Veloroutenbau, 3,6 Millonen Euro für andere Radverkehrsmaßnahmen. Das Geld fließt in die Verbesserung schon vorhandener Velorouten, bei denen Ausbaubedarfe bestehen, sowie in die Planung neuer Velorouten.

Velorouten 2 und 3 in Eimsbüttel

Zur Bestandspflege zählen die Abschnitte der Velorouten 2 und 3 in Eimsbüttel. Für die älteste Veloroute Hamburgs, der Veloroute 3, sollen die Radwege im Verlauf Stresemannallee und Eidelstedter Weg auf 1,5 Kilometern nach nun fast zwanzig Jahren erneuert werden. Nicht ganz so alt ist die Veloroute 2, jedoch wurde bei deren Einrichtung weitgehend auf eine Verbesserung der Infrastruktur verzichtet. Größtenteils wurden vor rund zehn Jahren lediglich die Wegweiser aufgestellt, schlechte Kopfsteinpflasterpisten, schmale Fakeradwege und bislang ungelöste Kreuzungsprobleme blieben bestehen. Auf insgesamt drei Kilometern soll die Veloroute 2 in Eimsbüttel verbessert werden. Im Weidenstieg soll eine Fahrradstraße eingerichtet werden, in der Tornquiststraße soll eine Deckensanierung erfolgen, in der Höhenstraße soll ebenfalls eine Fahrradstraße eingerichtet werden, der Wördemanns Weg und die Reichsbahnstraße sollen eine Grundinstandsetzung erhalten. Nun soll nachgeholt werden, was vor zehn Jahren versäumt wurde. Denn schön fährt es sich auf dem desolaten Kopfsteinpflaster am Weidenstieg nicht. Der Ausbau des Weidenstiegs und der Tornquiststraße wurden vor rund zehn Jahren wegen Bürgerprotesten abgeblasen, das Problem mit den schlechten Fahrbahnbelägen seitdem ausgesessen.


Veloroute 2, Weidenstieg: Kopfsteinpflaster - © Stefan Warda

Veloroute 2, Tornquiststraße: Kleinpflaster - © Stefan Warda

Veloroute 2, Tornquiststraße / Doormannsweg: Die Kreuzungssituation ist bis heute ungelöst. Radfahrer dürfen dem Verlauf der Kreuzung nicht folgen, sondern müssen nach rechts in Richtung Fruchtallee abbiegen - © Stefan Warda

Veloroute 2, Högenstraße: Drängelgitter war noch nie veloroutengerecht - © Stefan Warda

Voloroute 2, Högenstraße / Spannskamp: Högenstraße soll nun Fahrradstraße werden - © Stefan Warda

Voloroute 2, Wördemanns Weg: Gehwegradler missachtet die Wahl zwischen Fahrbahnradeln und dem linken Zweirichtungsradweg - © Stefan Warda

Veloroute 3, Stresemannstraße: Der Zweirichtungsradweg soll nach zwanzig Jahren erneuert werden - © Stefan Warda


Im Bezirk Mitte wird die vorhandene Veloroute 11 derzeit ausgebaut. Die Veringstraße in Wilhelmsburg wird auf 350 Metern Länge zur Tempo 25-Zone ungestaltet. Die Fakeradwege wurden entfernt. Ein Kreisverkehr ersetzt eine zuvor lichtsignalgestützte Kreuzung.

Für die Veloroute 8, die vor zwei Jahren vom Rathausmarkt über Berliner Tor und Thörls Park bis Hammer Berg eingerichtet wurde, sollen auf 3,6 Kilometern Fahrradstraßen eingerichtet werden. Damit soll die derzeit noch am Hammer Berg endende Route nach Billstedt verlängert werden. Ab Hammer Berg soll der Horner Weg bis zur Horner Rennbahn in eine Fahrradstraße umgestaltet werden. Ein weiterer Fahrradstraßenabschnitt soll neben der U-Bahntrasse der Linie 3 zwischen den Stationen Legienstraße und Billstedt entstehen.


Geplante Veloroute 8, Horner Weg: Dies sollte einmal ein "Radweg" gewesen sein. Demnächst soll die Fahrbahn, heute Tempo 30-Zone, zur Fahrradstraße umgerüstet werden - © Stefan Warda

Geplante Veloroute 8, Horner Weg: Dies sollte einmal ein "Radweg" gewesen sein. "Radwege" nach diesem Format werden derzeit noch in der Alsterdorfer Straße vorgehalten - © Stefan Warda

Geplante Veloroute 8, Horner Weg: Für das sichere Radfahren muss die Nettofahrbahnbreite so angepasst werde, dass keine Angsträume wie diese entstehen - © Stefan Warda


Im Bezirk Nord soll für die Veloroute 4 der Leinpfad bis April nächsten Jahres zur Fahrradstraße eingerichtet werden. Bis Ende nächsten Jahres soll auch endlich der Teil der Hudtwalckerstraße im Verlauf der Veloroute 4 hergerichtet werden. Dort sind bislang noch unbenutzbare Fakeradwege vorhanden. Radfahrer, die der Veloroute 4 folgen wollen, müssen bislang zwischen Leinpfad und Bebelallee auf der Fahrbahn radeln, da sie andernfalls den notwendigen Abstand zu Stehzeugen nicht einhalten können. Fast ausnahmslos alle Radfahrer fahren in dem Abschnitt regelwidrig auf dem Gehweg - wegen Dooringgefahr. Im Verlauf der zukünftigen Veloroute 5 soll die Rümkerstraße auf 580 Metern eine Fahrbahnerneuerung und Radwegsanierung erhalten.Weitere 850 Meter Deckensanierungen im Verlauf der zukünftigen Veloroute 5 sollen in Sengelmannstraße, Limaweg und Dakarweg erfolgen.


Veloroute 4, Hudtwalckerstraße / Leinpfad: Schlechte Infrastruktur und unsinnige Verkehrsregeln forcieren das Kampfradeln. Die Mehrzahl fährt regelwidrig neben dem benutzungspflichtigem Fakeradweg auf dem Gehweg - © Stefan Warda

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: Um nicht regelwidrig auf dem Gehweg zu fahren müssen Radfahrer in Richtung Bebelallee derzeit noch die Fahrbahn benutzen. Der angebotene Fakeradweg kann nicht benutzt werden - © Stefan Warda

Geplante Veloroute 5, Rümkerstraße: Ob es Sinn macht, solche "Radweg" zu sanieren" - © Stefan Warda


Im Bezirk Altona soll an Teilstücken der zukünftigen Veloroute 1 gearbeitet werden. Der nördlichste Ast im Osdorf soll durch eine Grundinstandsetzung der Bornheide auf 1,5 Kilometern eine Verbesserung erfahren. Tief im Westen, in Rissen, soll ein 590 Meter langes Teilstück parallel zur S-Bahnstrecke im Verlauf Hinter der Bahn hergerichtet werden. Ansonsten scheint es keine weiteren Fortschritte bezüglich des Veloroutenbaus in Altona bis 2018 zu geben, es sei denn, sie werden durch andere Maßnahmen abgedeckt - schade.


Zukünftige Veloroute 1, Hinter der Bahn: Hier sollen auf einer Länge von 590 Metern Verbesserungen vorgenommen werden - © Stefan Warda


Im Bezirk Wandsbek soll es im Verlauf der Veloroute 5 auf 2,9 Kilometern Länge Fahrbahnerneuerungeren und Radwegesanierungen geben. Dies soll im Anschluss an die Rümkerstraße im Bezirks Nord weiter über Steilshoop nach Bramfeld erfolgen: Steilshooper Straße, Steilshooper alle, Gustav-Seitz-Weg, Gründgensstraße, Leeschenblick und Fabriciusstraße. In der Steilshooper Straße sollen Radwege entfernt, dafür Radfahrstreifen angelegt werden.


Geplante Veloroute 5, Steilshooper Straße: Statt "Radwege" sollen Radfahrstreifen angeboten werden - © Stefan Warda


Im Bezirk Bergedorf sollen im Verlauf der vor 17 Jahren fertiggestellten Veloroute 8 Deckensanierungen erfolgen. Davon betroffen sein sollen die Lohbrügger Landstraße auf 520 Metern Länge und Am Langberg auf 180 Metern Länge. Im Verlauf der ebenfalls vor 17 Jahren eingerichteten Veloroute 9 soll die Kurt-A.-Körber-Chaussee auf 50 Metern eine aufwendige Grundinstandsetzung erhalten.


Veloroute 9, Kurt-A.-Körber-Chaussee, Bergedorfer Straße - © Stefan Warda


Im Bezirk Harburg soll die vor fünfzehn Jahren eingerichtete Veloroute 11 vom bisherigen Endpunkt an der TUHH um 1,6 Kilometer entlang der Denickestraße bis zur Triftstraße verlängert werden. Außerdem sollen in Harburg im Verlauf der Freizeitroute R6 zwischen Süderelbbrücke und Harburger Ring auf 1,5 Kilomtern Länge Ausbesserungen vorgenommen werden.


Freizeitroute R6, Veritaskai: Hier sollen Ausbesserungen vorgenommen werden - © Stefan Warda




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