26. April 2016

Informationsveranstaltung: Fahrradstraße Walddörferstraße wurde gestern beerdigt

Hearing: No cycle street for Walddörferstraße
Aktualisiert um19:24 Uhr

"Radweg" und Kampfparker in der Walddörferstraße - © Stefan Warda


Laut einer Meldung des NDR endete die gestrige Informationsveranstaltung zu der geplanten Veloroute zwischen Friedrichsberg und Farmsen offen. Neben Geschäftsinhabern und Gewerbebetrieben soll sich auch ein Vertreter der Hochbahn negativ zu einer Temporeduzierung im Rahmen einer vorgeschlagenen Fahrradstraße geäußert haben. Durch die Walddörferstraße, in deren Verlauf abschnittsweise Tempo 30 vor Schulen und Kitas gilt, fährt eine Buslinie. Laut BILD lehnte ein Vertreter der Innenbehörde die Fahrradstraße grundsätzlich ab. Sie würde gegen die Funktion der Walddörferstraße als Sammelstraße verstoßen. Außerdem würde sich der Radverkehr nicht zu vorherrschenden Verkehrsart entwickeln. Der mit der Erarbeitung des Wandsbeker Radverkehrskonzepts beauftragte Gutachter hatte als eine mögliche Führungsform für einen Teilabschnitt eine Fahrradstraße vorgeschlagen.

Bislang müssen Radfahrer weitgehend im Mischverkehr auf der Fahrbahn radeln, da es entweder keine Radverkehrsanlagen gibt oder diese wegen Wildparkern, anderen Stehzeugen oder Bäumen unbenutzbar sind. Ein Ausbau der vorhandenen "Radwege" auf regelkonforme Breiten wäre unter Beibehalt der Straßenbäume und Stehzeugeplätze nicht möglich.

Nun liegt es am Bezirk, ob im Verlauf der Walddörferstraße eine Veloroute eingerichtet werden soll. Alternative Trassen (Wandsegrünzug, Friedrich-Ebert-Damm, Ahrensburger Straße) scheiden vermutlich aus.


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Kommentare:

  1. Soviel zur Fahrradstadt Hamburg.

    Bunte hochglanzbroschüren drucken kann sie tonnenweise (siehe Umwelthauptstadt) - Das war's dann auch.

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    1. Was soll so ein Kommentar? Die Vertreter der Rot-Grünen Koalition (die auch die Broschüren drucken) sind die Befürwortet der Fahrradstraße und sind dies auch immernoch. Die Gegner sind CDU, FDP, Polizei / Innenbehörde und die ortsansässigen Gewerbetreibenden. Glückwunsch, schön undifferenziert in einen Topf geworfen und mit dem Finger drauf gezeigt.

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    2. Ist aber nicht so falsch. Ist die Innenbehörde ein Teil der Verwaltung Moskaus, Berlins oder Hamburgs?

      Und es kommt noch schlimmer. Keine einzige xxx-grüne Koalition hat bisher irgendwas für den Radverkehr bewegt, weil sie immer alle fragen. Hingegen hatte so ein Typ wie der Schill kapiert, dass in der Demokratie alle Herrschaft auf Zeit vergeben wird: "Dies ist meine Zeit; das zieh`ich jetzt durch!" Mindestens ein Viertel der Grün-Pfeile war illegal. Das hat die Innenbehörde aber nicht gestört, weil die Sachbearbeiter keinen Bock hatten, zum Möwenzählen nach Neuwerk versetzt zu werden. Und der Bürger wurde eh' nicht gefragt.

      So könnte man es machen.

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  2. Radfahrer sollen also teilweise im Mischverkehr fahren. Das geht ja auch, wenn der KFZ-Verkehr die Rechte der Radfahrer kennt und sich danach richtet. Das wird er aber nicht. Und die Stadt wird nichts tun, um das zu erreichen, sondern verweist darauf, dass jeder Verkehrsteilnehmer die StVO kennen muss. = kein Handlungsbedarf. Es gibt z.B. kein Messgerät/-verfahren um zu enges Überholen von KFZ-Fahrern gegenüber Radfahrern zu erfassen. Bei roten Ampeln gibt es Blitzer, beim Tempo gibt es Radarfallen. Armutzzeugnis für die "Fahrradstadt Hamburg".

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  3. Ich war als Besucher anwesend. Die Beteiligten auf dem Podium waren sehr sachlich und überwiegend konstruktiv. Leider nahmen einige "Betroffene" sehr stark eine teils polemische teils drohende Opferrollen ein und schienen nicht willens oder nicht fähig sachlich-konstruktiv über das Thema „Fahrrad“ zu reden.

    Es wurde z. B. von den meisten Gegnern (und auch nicht von der Presse) nicht (an)erkannt, dass es um ein ganzes Verkehrskonzept für "Wandsbek" und nicht nur um das Fahrrad und nicht nur um das Teilstück 2-km-Fahrradstraße ging. Dass der Hintergrund dieses Konzeptes ist, den Lebensraum Stadt zu verbessern und Verkehr (auch für Autofahrer) zu verbessern, wurde weitestgehend ignoriert. Besonders deutlich wurde dies daran, dass
    (1) selbst von einem sachlich argumentierenden Herrn Pohlmeyer unterstellt wurde, dass die absolute Menge der Autos gleichbleibt, als er über die Frage referierte, ob die angrenzenden Hauptstraßen den Durchgangsverkehr der Walddörferstraße aufnehmen könnten. Dass es Ziel des Konzeptes ist, die Menge der Autos in dem gesamten Gebiet zu senken, wurde ignoriert. Dass die Funktion „Sammelstraße“ mindestens ebenso für das Fahrrad gilt und damit ein hohes Potential für Fahrradverkehr existiert, wurde weitestgehend ignoriert.
    (2) von Seiten des Inhabers der Firma Küster Kartonagen mit einer Klage gedroht wurde, falls das oder ein ähnliches Konzept umgesetzt würde. Ignoriert wurde aber, dass die Stadt Hamburg im Bereich Verkehr ein viel größeres Klage-Problem bereits seit vielen Jahren hat, nämlich aufgrund der ständigen Überschreitung von Schadstoffgrenzwerten. Werden keine Schritte unternommen, die diese Grenzwerte reduzieren könnten, (wie ein solches Fahrradkonzept), wird sowohl die Schadstoffbelastung als auch die Wahrscheinlichkeit von erfolgreichen, für die Stadt Hamburg teuren Klagen steigen.
    (3) das Alternativkonzept der mit Klage drohenden Fraktion offensichtlich ein Feigenblatt war und auch den status quo im öffentlichen Raum „Walddörferstraße“ (freie Fahrt für freie Autobürger) zementieren sollte.

    Leider gibt es offenbar Beton in vielen Köpfen und wenig geistige Beweglichkeit. Für Wandsbek und die Walddörferstraße ist zu wünschen, dass der Konsens des gestrigen Abends der öffentliche Raum „Walddörferstraße“ muss verbessert werden, zu Fortschritten führt.

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  4. Was wäre für eine Verbesserung ohne „Fahrradstraße“ möglich?

    * Stichwort: Sammelstraße. Die Walddörferstraße hat nicht die primäre Funktion Farmsen mit Eilbek zu verbinden, sondern Verkehr aus den Stichstraßen auszuleiten. Daraus folgt m.E.: Man kann die Walddörferstraße durchaus an einzelnen Stellen für Nicht-Anlieger unterbrechen und damit die Verkehrsmenge reduzieren.
    * Vorschlag: Am nordöstlichen Ende dürfen nur Anlieger/Radfahrer einfahren; an den Kreuzungen Holzmühlenstraße und Wandsbeker Allee dürfen nur Anlieger/Radfahrer/HVV in beide Richtungen einfahren; ( (Schild: Anlieger, HVV und Radverkehr frei!)
    * zwischen diesen Stellen: an mehr Stellen Tempo 30 (es gibt diverse Kitas, vor denen noch Tempo 50 gilt). Das führt ebenfalls zu weniger Durchgangsverkehr.
    * Die radförderliche Alternative zu einer Fahrradstraße an dem schmalen Segment lautet: Breite Radstreifen. Wegen der geringen Breite müssten Bäume und/oder insbesondere Parkplätze weichen.

    Letztlich kommt man zu einem ähnlichen Ergebnis, das dem Radverkehr nur auf dem Teilstück nicht die Priorität einräumt, den er m. E. Sinnvollerweise hätte haben können.

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