8. Februar 2016

Erdkampsweg: Autofahrerpartei liebäugelt mit Erhalt der restlichen Fakeradwege

Car driver party seems to reestablish old fake cycle tracks along Erdkampsweg
Aktualisiert um 15:05 Uhr



Der Erdkampsweg in Hamburg-Fuhlsbüttel weist immer noch eine besonders rare Art von Fakeradwegen auf. Laternenmasten mitten auf dem "Radweg" und geduldete Kampfparker am oder auf dem "Radweg" machen das Befahren der Fakeradwege unmöglich. Nur noch im nördlichen Abschnitt zwischen Alsterkrugchaussee / Langemhorner Chaussee und Etzestraße / Wacholderweg können diese verkehrshistorisch wertvollen Relikten bestaunt werden, denn im südlichen Teil des Erdkampswegs zwischen Etzestraße / Wacholderweg und Ratsmühlendamm / Brombeerweg wurden alle Fakeradwegabschnitte eliminiert und durch Radfahr- oder Schutzstreifen ersetzt.


Erdkampsweg: Fakeradweg, Kampfparker und Kampfradler

Ob aus Sorge um den Verlust dieser verkehrshistorisch wertvollen Verkehrsanlagen oder aus anderen nicht erklärbaren Gründen, die Autofahrerpartei im Bezirk Nord scheint sich für den Erhalt der Fakeradwege einzusetzen. Vorausgegangen war ein Antrag von anderen Parteien, wie im südlichen Teil des Erdkampsweges Fakeradwege durch Radfahr- oder Schutzstreifen zu ersetzen.

Vor diesem Hintergrund beantragt die CDU-Fraktion:
Der Regionalausschuss möge beschließen:
Die zuständige Behörde möge prüfen,

  1. wie und wann die Instandsetzung des Fuß- und Radweges im Bereich
    Wacholderweg bis Alsterkrugchaussee erfolgen kann.
     
  2. wie hoch
a) die Instandsetzungskosten wären.
b) die Kosten für die Herstellung von Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen wären
  1. Wie viele Parkplätze würden durch die Herstellung von Radfahrstreifen bzw.
    Schutzstreifen wegfallen.
     
  2. Vom zuständigen PK 34, der LSBG und dem Seniorenbeirat ist eine entsprechende
    Einschätzung einzuholen.

Nach einem Antrag im entsprechenden Regionalausschuss sollen die Behörden prüfen, wieviele Stehzeugplätze durch Radfahr- oder Schutzstreifen verloren gingen. Dabei vergisst die Autofahrerpartei anzufragen, wieviele Stehzeugplätze durch die Instandsetzung der Radwege für eine ernsthafte, sichere und regelkonforme Benutzung verloren gingen. Oder sollen die autogerechten Fakeradwege einfach nur als Mahnmal der Nachwelt erhalten bleiben?


Vorschlag der CDU: Stehzeugplätze weg für Ertüchtigung der Fakeradwege?

© hamburgize.com / Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda

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Kommentare:

  1. Der Seniorenbeirat soll einschätzen wie teuer die Unterhaltung des Radwegs wäre? Und der Schutzstreifen? Oder nur der Parkplätze? Warum fragt man nicht wenigstens den ADAC, warum zum Teufel den Seniorenbeirat? Weil die CDU-Mitglieder alle so alt sind?

    Beeindruckend bescheuert.

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  2. @Anonym: Das ist an sich der einzig sinnvolle Teil dieses Antrages. Der Seniorenbeirat (wobei man sich fragt: Der Beirat von wem, wer hat den legitimiert etc.) wird nämlich zu dem Schluss kommen, dass solche Fakeradwege in erster Linie eine Gefährdung der Fußgänger darstellen. Und gerade für ältere Menschen eine echte Lebensgefahr bzw. wahrscheinlich auch genug (subjektive) Bedrohung um sich nicht mehr oder zumindest eingeschränkt vor die Haustür zu trauen.

    Aber genau das ist natürlich keineswegs das Ziel dieses Begehrens. Tatsächlich dürfte die Fraktion die - leider absolut realistische - Hoffnung besitzen, die Mitglieder ihrer Kernzielgruppe, die in Zeiten des ungezügelten Autowahns aufwuchsen und denen ihr Leben lang eingetrichtert wurde, ein eigenes KFZ stehe für Fortschritt und Wohlstand, würden nur die "Gängelung der Autofahrer durch irgendwelche grünen Öko-Idioten" sehen. Denn die wollen uns unsere schönen Parkplätze wegnehmen! Und das auch noch für diese Radfahr-Rambos! Denen gehört sowieso endlich mal Einhalt geboten - rasen hier ständig wie die Bekloppten auf dem Gehweg! Die sollen sich gefälligst ein Auto kaufen oder zu hause bleiben, wie normale Menschen!

    Es ist halt keine Generation, die in Fragen der Verkehrspolitik ihre Einschätzungen in übertriebenem Maße von Realismus leiten lässt.

    Schlimm genug, dass die paar ernsthaften Radfahr-Aktivisten die Kämpfe dieser politischen Verfügungsmasse mitkämpfen müssen. An sich müssten die unsere verbündeten sein. Den gute Radfahrinfrastruktur kommt immer zuerst der Fußgängersicherheit zu Gute. Aber das sage ich auch nicht zum ersten Mal.

    @hamburgize: Ansonsten ein schöner Artikel in dem jede einzelne Formulierung genau richtig sitzt.

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