19 Januar, 2016

Vorgezogene Radaufstellstreifen für Dänemark

Bike boxes for Denmark


© hamburgize.com / Stefan Warda
Kopenhagen: Gasværksvej / Vesterbrogade mit Aufstellstreifen


Die Copenhagen Post berichtet von der Absicht in Dänemark 57 vorgezogene Aufstellstreifen einzurichten. Die nationale Straßenbehörde (Vejdirektoratet) möchte mit vorgezogenen Aufstellstreifen an beampelten Kreuzungen Unfällen mit rechtsabbiegenden Autos und Lastwagen vorbeugen. Radfahrer, die geradeaus oder nach rechts fahren wollen, sollen sich vor den wartenden Autos aufstellen dürfen, damit wartende Autofahrer, die nach rechts abbiegen wollen, Radfahrer besser im Blick haben können. Anders als in Deutschland dürfen Radfahrer in Dänemark aber nicht direkt links abbiegen. Der Aufstellstreifen soll keine Hilfe sein sich zum Abbiegen nach links vor den wartenden Autos aufzustellen. In Dänemark müssen Radfahrer, die nach links abbiegen wollen, immer indirekt in zwei Schritten abbiegen.





Schon 2014 gab es in Kopenhagen an der Kreuzung Gasværksvej mit Vesterbrogade einen solchen Auftellstreifen. Bei der ersten hamburgize-Testfahrt auf dieser Kreuzung nach Ummarkierung gab es einen Unfall, bei dem glücklicherweise nur Schrammen am beteiligten Auto blieben. Das Risiko bei allen vorgezogenen Aufstellstreifen, ob in Dänemark oder Deutschland: Fährt ein Radfahrer gerade in dem Moment rechts am wartenden Auto vorbei, um dann nach links zu schwenken und sich vor das wartende Auto zu setzen, indem die Ampel auf Gelb und Grün umspringt, kann es zu einer Kollision zwischen Fahrrad / Radfahrer und Auto kommen. So geschehen vor zwei Jahren in Kopenhagen. Der dänische Radfahrerverband (DCF) unterstützt die Einrichtung der Aufstellstreifen, als Kritiker hat sich Dänemarks Fahrradbotschafter Mikael Colville-Andersen geoutet.

Auch in Hamburg gibt es Aufstellstreifen, z.B. an der Kreuzung Valentinskamp / Gänsemarkt / Dammtorstraße. Wer sich auf die vorgezogene Fläche an den wartenden Autos vorbei vortastet, sollte immer auf die Lichtzeichenphase achten und nicht unmittelbar vor Beginn der nächsten Grünphase sich vor die Autos setzen.

In vorherigen Jahren experimentierte Kopenhagen mit großen Markierungen, die Radfahrer vor dem sogenannten "toten Winkel" warnen sollten, nicht jedoch Autofahrer um mehr Sorgfalt beim Abbiegen.


© hamburgize.com / Stefan Warda



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1 Kommentar:

  1. Das Phänomen der auf Grün springenden Ampel erlebe ich gerade am Valentinskamp täglich...ich komme halt mit meiner "grünen" Welle genau dann an der Ampel an, wenn sie auf Grün schaltet. Mit etwas Umsicht und Vorsicht ist das zu meistern, aber nichts für ungeübte Radfahrer. Eventuell wäre es für manche Kreuzungen eine Lösung, den Radverkehr gesondert zu signalisieren und die Radampel ein paar Sekunden vor dem Autoverkehr auf grün zu schalten.

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