01 Dezember, 2015

Kopenhagen: Neue Nørrebrogade mit breiteren (echten!) Radwegen

Copenhagen: New Nørrebrogade with wider cycle tracks

Aktualisiert um 15:07
© Københavns Kommune
2. Bauabschnitt der Neuen Nørrebrogade mit breiten Radwegen [Bild: Københavns Kommune]


Neue Nørrebrogade

Am Wochenende feierte die Stadt Kopenhagen die Fertigstellung des zweiten Abschnitts des Umbaus der Nørrebrogade. In der belebten Geschäftsstraße wurde mehr Platz für Fußgänger und Radverkehr geschaffen. Platz für Anlieferverkehr und Stehzeuge befindet sich nun in den Seitenstraßen.
Die Radwege genügen nun den Anforderungen an einen dreispurigen Radverkehr. Somit wird das Radfahren auf der Nørrebrogade sicherer. Die Stadt kam mit der Verbreiterung der Radwege dem Wunsch der Bürger nach. Die Bürger fühlten sich auf den nur für einen zweispurigen Radverkehr ausgelegten Radwegen angesichts der hohen Verkehrsmenge nicht mehr ausreichend sicher. Die Radwege der Nørrebrogade sind Teil der Super-Veloroute (Supercykelstier) vom Stadtzentrum (Kongens Nytorv) nach Farum (Farumroute). Radfahrer haben entlang der Nørrebrogade grüne Welle bei Tempo 20.


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Nørrebrogade im 2. Bauabschnitt vor dem Umbau mit schmaleren Radwegen - © Stefan Warda

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1. Bauabschnitt der Neuen Nørrebrogade  mit breiteren Radwegen - © Stefan Warda

© hamburgize.com / Stefan Warda - OpenStreetMap-Mitwirkende
Bauabschnitte der Neuen Nørrebrogade


Beeindruckend ist das Ergebnis des Umbaus der Neuen Nørrebrogade, an dem die Bürger und Anlieger beteiligt waren, mit Ergebnissen vergleichbarer Geschäftsstraßen in Hamburg. Noch in den 1970er Jahren war die Nørrebrogade, wie auch viele Hauptstraßen Hamburgs, eine vom Autoverkehr dominierte Straße. In der Nørrebrogade gab es damals nicht einmal Radwege. Zahlreiche Stehzeuge blockierten den Verkehrsfluss und behinderten den Straßenbahnverkehr.  Heute fahren Busse in dichter Taktfolge entlang der Nørrebrogade. Zukünftig wird die Nørrebrogade teilweise auch mit der im Bau befindlichen Metrolinie erreichbar sein.


Neue Osterstraße

Die Hamburger Osterstraße sah vor vierzig Jahren ähnlich aus wie die Nørrebrogade. Allerdings gab es in der Osterstraße damals schon die schmalen Radwege, die auch heute noch in Resten vorhanden sind. Der Raum für den Radverkehr ist seit den 1960er / 1970er Jahren im Vergleich zur Nørrebrogade keinen Schritt weiterentwickelt worden. Die Straßenbahn wurde, wie in Kopenhagen auch, in Hamburg in den 1970er Jahren stillgelegt. Allerdings reservierte Hamburg in der Osterstraße übermäßig viel Platz für Stehzeuge.


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Osterstraße - © Stefan Warda

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Osterstraße / Schwenckestraße - © Stefan Warda


Beim laufenden Umbau der Osterstraße, an dem ebenfalls die Bürger beteiligt wurden, wird es keine deutliche Verbesserung für Radfahrer geben. Zwar soll die Zahl der Stehzeugplätze nahezu halbiert werden, es sollen dafür auch die Gehwegflächen verbreitert und mehr Bäume gepflanzt werden. Radfahrer sollen zukünftig lediglich auf "Schutzstreifen" radeln. Angesichts der hohen Radverkehrsmenge in der Osterstraße sind "Schutzstreifen", auf denen sich Radfahrer nicht einmal überholen können und Autos sogar halten dürfen, ein sehr mageres Angebot. Mit Schutzstreifen wird Hamburg den Radverkehrsanteil auf der Osterstraße kaum verdoppeln, wie es der Senat jedoch für die nächsten zehn Jahre propagiert.


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Osterstraße / Hellkamp 2015 - © Stefan Warda

Osterstraße / Hellkamp 2015: Diese Fakeradwege sollen zu "Schutzstreifen" werden - © Stefan Warda

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Osterstraße - © Stefan Warda

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Osterstraße - © Stefan Warda



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