19 Februar, 2015

ADFC-Fahrradklima-Test: Münster soll weiterhin Sieger sein

Cycling climate: Münster still the winner

© hamburgize.com / Stefan Warda
Radstation Münster: Deutschlands größtes Fahrradparkhaus

Münster bleibt weiterhin Testsieger beim Fahrradklima-Test des ADFC. Unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern führt Münster mit der Note 2,5 das Feld an. Auf den hinteren Rängen liegen Mönchengladbach (Note 4,5) und Wiesbaden (Note 4,6). Hagen bildet das Schlusslicht unter den Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern (Note 4,7).


© hamburgize.com / Stefan Warda
Fahrradunfreundliches Hagen: Ausgewiesene NRW-Radroute wird durch eine Schranke behindert

Münster würde dieses auch Jahr nicht geschlagen, obwohl es auch in Münster viele schlechte Radwege und regelwidrige Radwegbenutzungspflichten gibt. Als fahrradfreundlichere Städte gelten noch Karlsruhe (Note 3,2), Freiburg (Note 3,3), Hannover (Note 3,4), Bremen und Kiel (beide Note 3,5). Kiel wurde damit vom früheren zweiten Platz von Karlsruhe, Freiburg und Hannover verdrängt und liegt nun nur noch gleichauf mit Bremen.

Hamburg bleibt mit der Note 4,3 (2003: Note 4,4) nahezu unverändert im unteren Bereich und belegt unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern den 35. von 39 Plätzen. Im Vergleich mit den anderen Millionenstädten Berlin, Köln und München liegt Hamburg gemeinsam mit Köln am unteren Ende der Skala. Berlin liegt mit der Note 4,1 vor der Elb- und der Rheinmetropole, Testsieger ist München mit der Note 3,7. Der Durchschnittswert der Großstädte liegt bei 3,8. Damit liegt nur München leicht über dem Durchschnitt.


© hamburgize.com / Stefan Warda
Kampfparken in der Hochallee: Seit Jahrzehnten sind die Radspuren hier dauerhaft rund um die Uhr zugeparkt. Keine Abschleppwagen, keine Knöllchen, kein Einsatzschwerpunkt bei der Polizei

Die beste Einzelnote vergaben die Hamburger für das StadtRAD-Leihsystem (Note 2,0). Gut bewerten die Radler noch die Fahrradmitnahme im HVV (Note 3,1) und das Radeln in Einbahnstraßen (Note 2,7). Besonders ärgerlich sind dagegen Kampfparker (Note 5,4), zu schmale Radwege und Radfahrstreifen (Note 5,3), Oberflächenbeschaffenheit der Radwege und Radfahrstreifen (Note 5,2), Winterdienst auf Radwegen (Note 5,2), Radfahren an Baustellen (Note 5,1), Ampelschaltungen Für Radler (Note 5,1), Reinigung der Radwege (Note 5,1) und Hindernisse auf Radwegen (Note 5,1). Bei den klassichen Problemfeldern hat sich in Hamburg im Vergleich zu den Vorjahren rein garnichts verändert.

Norderstedt befindet sich weiterhin in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend. Trotz des Planungs-Desasters Kreuzung Ochsenzoll bewerten die Norderstedter ihre Stadt recht freundlich (Note 3,3). Norderstedt konnte sich gegenüber dem Jahr 2013 (Note 3,6) nochmals verbessern.

Ahrensburg hat sich über die letzten Jahre kontinuierlich verschlechtert. Gegenüber 2013 sackte die Nachbarstadt nochmals um 0,2 Notenpunkte auf die Note 4,0 ab (2005: Note 3,46). Offenbar gibt es in Ahrensburg Versäumnisse und Stillstand bezüglich der Radverkehrsförderung.

Auffällig ist das schlechte Abschneiden der sogenannten "fahrradfreundlichen Städte" in Nordrhein-Westfalen. Langjährige Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte in NRW bleiben weit hinter den Erwartungen zurück: Düsseldorf und Köln (Note 4,3), Krefeld (Gründungsstadt der AGFS mit Note 4,1), Essen (Note 4,0).

Erfreulich mag die Bewertung Wuppertals bei der Stadtverwaltung aufgenommen werden. Wuppertal gilt mit der Note 4,2 sogar als fahrradfreundlicher wie Hamburg, Düsseldorf oder Köln. Offenbar hat die Eröffnung der Nordbahntrasse zu einem Sprung nach vorn verholfen. Im Vergleich dazu hat der spektakulär gefeierte LOOP, für den die Stadt Hamburg sogar eine bundesweite Auszeichnung erhielt, bei Hamburgs Radlern kaum Bedeutung in der Klimatestbewertung gefunden. 



Mehr . . . / More . . . :
.

Kommentare:

  1. Fahrradwege in Hamburg - es gibt auch 2015 keine Lobby!
    Im Prinzip kann man es auf ganz Hamburg übertragen:
    FAHRRADFAHREN IN HAMBURG IST GEFÄHRLICH!
    Mit der Verlegung der Fahrradwege auf die Strasse, ist nun das Kräftemessen im Verkehrsdschungel Hamburg eröffnet.
    Ein Beispiel: Endlich ist eine Großbaustelle in Nord-Barmbek beendet. Mit Freude und Dank haben wir der abschließenden Neugestaltung dieses Strassenabschnittes entgegengesehen. Endlich keine Schlaglöcher mehr. Platz für den Bus. Platz für Radfahrer.
    Eigentlich alles gut ?
    Mit nichten. Als Fahrradfahrer muss man nun - mit der Verlegung des Fahrradweges auf die Strasse - um Leib und Leben fürchten.
    Auf einem Abschnitt von ca. 750 m stehen dauerhaft PKWs / LKWs parkend auf dem Fahrradweg. Beim Ausscheren auf den PKW -Streifen, wohlgemerkt per Handzeichen angezeigt, nehmen PKW - Fahrer auf der Hauptspur keine Rücksicht und es kommt fast zum Unfall. Eine kurze Strecke weitergefahren, öffnet sich abprubt die Autotür eines auf den Parkstreifen parkenden Autos - dann reflexartiges Ausscheren - und es kommt fast zum Unfall. Zu guter Letzt setzt dann auch noch ein Auto aus der Parkbucht zurück und gabelt den Fahrradfahrer fast auf - beim reflexartigen Ausscheren kommt es wieder fast zum Unfall und zu massiven Hupmanöver. Auch als umsichtige defensive Fahrradfahrer, kann man diesem Gefahrenpotential nicht entgegehen.
    DAS ist absolut Lebensgefährlich. WER hat sich diese Regelung - das Verlegen des Fahrradweges in dieser Form auf die Strasse, ausgedacht? Laut ADFC ist es das ausgesprochene Ziel, die Fahrradfahrer auf die Strasse zu bringen. Das klappt aber nur, wenn es eine Lobby und eine Achtsamkeit für Fahrradfahrer gibt. Die gibt es in HAMBURG nicht!
    Da man auf einer Strecke von nur 1km nun wiederholte Male nur knapp einer schwereren Verletzung ergangen ist, muss man sich entschieden auf dem breiten Fußgängerweg in Sicherheit zu fahren.
    Natürlich sind diese Situationen in erster Linie der Rücksichtslosigkeit der Autofahrer geschuldet - aber das hätten die Planer berücksichtigen können - denn die Verkehrsrüpel werden ja nicht dingfest gemacht und bestraft.
    Spricht man als Betroffener die PKW-Fahrer an, wird man auf das übelste beschimpft:
    " Du Pissnelke fahr weiter".
    Bei der Polizei angefragt, ob nicht endlich dieses Fehlverhalten geahndet wird, bekommt man die Antwort, dass es sich hier um ein Kavalliersdelikt handelt und man nicht die Zeit hat, dem nachzugehen!!!!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar

      Löschen