15. Juni 2014

"Schon gecheckt": Streifen sollen schützen

Safety Campaign: Cycle Lanes Should Protect
Aktualisiert
© hamburgize.com / Stefan Warda

Das Motto der diesjährigen Kampagne "Schon gecheckt" lautet "Streifen schützen!". Alljährlich veranstaltet die Behörde für Inneres mit gemeinsam mit der Polizei Hamburg und verschiedenen weiteren Partnern die Kampagne zum städtischen Radverkehr. Im Fokus der Kampagne soll in diesem Jahr die richtige Benutzung von Schutz- und Radfahrstreifen und damit das Miteinander von Rad- und Autofahrern stehen. Während des Kampagnenzeitraums sollen wie immer polizeiliche Kontrollen erfolgen. Dabei sollen sowohl Fahrräder auf ihre vollständige Ausrüstung überprüft werden wie auch Radfahrer auf ihr Verkehrsverhalten.

http://www.presseportal.de/showbin.htx?id=286995&type=document&action=download&attname=schongecheckt.pdf


Zudem sollen Flyer, Plakate auf Bussen und an Werbeanlagen für ein Miteinander zwischen Radlern und Autofahrern an Schutzstreifen werben.


 Gefährdungsstreifen Dorotheenstraße

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Gefährdungsstreifen Weidestraße

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Das Werben um mehr Verständnis für die Belange anderer Verkehrsteilnehmer mag ehrenwert erscheinen, gleichzeitig sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass viele der neueren sog. "Schutzstreifen" Radfahrer gefährden. So wurden z.B. in der Weidestraße und der Dorotheenstraße zu schmale Fake-"Schutzstreifen" angelegt. Diese Gefährdungsstreifen liegen entgegen den gültigen Regelwerken komplett in der Dooringzone angrenzender legaler Parkplätze. Zudem provozieren die Gefährdungsstreifen das Überholen der Radler ohne notwendigen Sicherheitsabstand. Autofahrer sollen beim Überholen von Radlern einen Abstand von wenigstens 1,5 Metern einhalten. Doch die Gefährdungsstreifen suggerieren Radlern zu dicht am Fahrbahnrand zu fahren und lassen Autofahrern die Möglichkeit zu knapp zu überholen - ein fatales Spiel.

Streifen schützen nicht - Gefährdungsstreifen

Oftmals werden Radfahrer auf Hamburgs Gefährdungsstreifen zwischen überholenden und parkenden Fahrzeugen eingezwängt. Falls sich in solchen Situationen eine Tür eines parkenden Fahrzeugs öffnet wird der gestürzte Radler von nachfolgenden Fahrzeugen überrollt - vor solchen unnötigen Gefährdungen schützt auch kein Fahrradhelm! Bei ausreichendem Abstand zu parkenden Autos oder um zu knappes Überholetwerden zu vermeiden müssten Radfahrer am äußersten linken Rand oder links neben den Gefährdungsstreifen fahren. Dies würde zu noch weniger Akzeptanz bei Autofahrern und mehr aggressivem Verhalten führen. Leider bleiben diese Aspekte im Rahmen Kampagne "Schon gecheckt" unerwähnt.


Gefährdungsstreifen Weidestraße - Aggressive Kampffahrer

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Fragwürdig bleibt die flächendeckende Ausweitung der "Schutzstreifen" ohnehin, da Fahrzeuge auf ihnen bis zu drei Minuten lang halten dürfen.


Haltezone Gefährdungsstreifen

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Die Kampagne soll am 22. Juni, dem bundesweiten Tag der Verkehrssicherheit, enden.



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Kommentare:

  1. Wie du schon oben sagst finde auch ich "Schutzstreifen" fragwürdig. Auch wo ich wohne laufen "Schutzstreifen" generell in der Tür-Zone, weshalb ich ganz am Rand von diesen Fahre, auch um zu verhindern, dass ich mit 10 cm Abstand überholt werde.

    Sicherer für Radfahrer wäre es die "Schutzstreifen" wieder abzuschaffen, aber das ist wohl ein Wunschtraum.

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  2. Warum kommt mir immer, wenn ich Schutzstreifen lese, Schutzhaft in den Sinn ?

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  3. Mir konnte noch nie jemand erklären, wie denn diese Schutzstreifen den Radfahrer schützen sollen. Vielleicht weiß es ja hier jemand.
    Ich hatte schon unzählige schlaflose Nächte, weil ich über diese Frage gegrübelt habe. Bitte erlöst mich :)

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  4. Es ist vollkommen unverständlich, dass den Behörden nicht klar ist, welche Gefahren diese "Schutz"-Streifen darstellen. Schon die Tatsache, dass die Rechtsprechung von einem Radfahrer erwartet, zu parkenden Fahrzeugen einen Sicherheitsabstand zu halten, wurde nicht erkannt. Als geübter Radler würde ich NIEMALS dicht neben einem parkenden Auto fahren! Offenbar fährt keiner der zuständigen Behördenmitarbeiter Rad.

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  5. Ich halte Schutzstreifen bekanntlich ja nicht für das falscheste - wenn sie gut gemacht sind, wie z.B. in der Eimsbütteler Chaussee.

    Aber was ich nicht verstehe an dieser Kampagne ist, was soll die eigentlich? Auf der Langenhorner schützt mich kein Streifen, weil da ein 80cm "Radweg" vorhanden ist.

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  6. Schutzstreifen sollten meiner Meinung 2m breit sein, damit sie den Überholabstand beinhalten.
    Somit ergibt sich eine Kernfahrbahn die eine Begegnung PKW PKW nicht mehr zulässt, was nicht weiter schlimm ist.

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