23. Juni 2013

Radfahrstreifen in der Krausestraße?

Cycle Lanes in Krausestraße?


Krausestraße


Auch die Krausestraße ist eine der Hamburger Hauptverkehrsstraßen mit überbreiten Fahrstreifen, die von Pkw-Fahrern zweispurig befahren werden und keine Radverkehrsanlagen hat. Nur mutige Radfahrer radeln dort auf der Fahrbahn. Die überwiegende Zahl radelt regelwidrig auf den nur ein bis 1,5 Meter breiten Gehwegen neben auf dem restlichen Gehweg parkenden Autos. Dabei gehen die Gehwegradler das Risiko ein in einen Dooringunfall verwickelt zu werden oder mit Fußgängern zu kollidieren, die an Hauseingängen plötzlich auf den Gehweg treten.

Krausestraße


Für einige Autofahrer scheint die Welt unterzugehen, wenn auch für Radler angemessener Platz in der Krausestraße eingerichtet werden soll. Es geht um Revierverteidigung.

Leider lassen sich immer wieder Personen darauf ein, den Radverkehr, der ja nicht auf so einer Straße möglich ist, und somit den Pkw- und Lkw-Verkehr als Gefahrenpotenzial darzustellen.(Leser Michael Lemke im Hamburger Abendblatt)

Krausestraße


Derzeit sind bei einer öffentlichen Straßenbreite von ca. 16,5 Metern 82% des Straßenraums für den fließenden und ruhenden Autoverkehr reserviert. Die anderen 18% sind eigentlich für den Fußgängerverkehr bestimmt, werden allerdings auch von der überwiegenden Zahl der Radler mitbenutzt. Fußgänger können sich auf den schmalen Gehwegen nur mit Mühe begegnen. Mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl ist der Weg entlang der Krausestraße eine Tortur. Das legalisierte Parken auf den Gehwegen verstößt jedoch gegen die bekannten Regelwerke.

Krausestraße

Durch die Krausestraße rollen täglich 20.000-22.000 Kfz. Auf der Elbchaussee im Abschnitt beim Halbmondsweg sind es bei gleicher Fahrbahnbreite 22.000-24.000 Kfz. Dort sollen ebenso Radfahrstreifen eingerichtet werden. In Berich der Alsterkrugchaussee, wo bei gleicher Fahrbahnbreite dieses Jahr Radfahrstreifen eingerichtet wurden, hat es 21.000-23.000 Kfz am Tag. Es wäre also nicht unmöglich auch in der Krausestraße Radfahrstreifen einzurichten - ohne eine wesentliche Beeinträchtigung für den Autoverkehrsfluss und ohne den Untergang der Wirtschaftsstandorts Hamburg.


Krausestraße
Gehwegradeln in der Krausestraße

Laut Schulleiter Bernd Tißler (Stadtteilschule Barmbek an der Kraussestraße / Straßburger Straße) müssen etwa 300 Schüler 500 Meter entlang der Krausestraße auf den äußerst engen Gehwegen zur nächsten S-Bahn-Station gehen. Dabei habe es viele Konflikte mit den Radfahrern. Auch deshalb fordert er zum Schutze der Schüler eigene Wege für die Radler, so das Hamburger Abendblatt.

Abendblatt-Leser Michale Lemke fordert dagegen die Krausestraße vierspurig auszubauen.

Richtig ist: Wenn die Krausestraße endlich komplett vierspurig ausgebaut ist, ist das Gefahrenpotenzial geringer. 

Fragt sich nur wo? Alle Bäume, Parkplätze und Vorgärten weg für vier Fahrspuren? Die Anwohner werden nicht begeistert sein, Lärm- und Schadstoffwerte werden dann sicherlich nicht mehr den EU-Grenzwerten entsprechen. Und Radfahrer weiterhin auf der Fahrbahn? Hamburg möchte dagegen den Anteil des Radverkehrs verdoppeln. Das passt mir dem autogerechten Krausestraßenmodell des Herrn Lemke nicht mehr zusammen. Schulleiter Bernd Tißler aus Dulsberg setzt auf den Vergleich zur Alsterkrugchaussee, wo gerade Radfahrstreifen eingerichtet wurden. Die Krausestraße hat eine Veränderung verdient.


Krausestraße
Krausestraße: Wo sollen hier vier Fahrspuren untergebracht werden?


Krausestraße



Krausestraße - Modell für die autogerechte Stadt

"Das Parken auf Gehwegen darf nur zugelassen werden, wenn genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern gegebenfalls mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt." (aus der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung)

Krausestraße


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Krausestraße


Krausestraße


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Kommentare:

  1. Herrn Lemke's Meinung ist unsachlich und ohne Bedeutung. Sie basiert offenbar auf seiner ganz persönlichen Wahrnehmung durch die Windschutzscheibe eines Autos. Allein seine "Feststellung", Radverkehr sei auf so einer Straße "nicht möglich", zeigt seine Unfähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu blicken und Dinge in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Ebenfalls auf eine Begründung, weshalb dies so sein soll, verzichtet er bei seiner Aussage, das Gefahrenpotential wäre bei vier Fahrspuren geringer. Weshalb druckt das Abendblatt eigentlich solche dumpfbackenen Ergüsse ab, ohne dass es auf Nachweise bzw. Quellen für solche Behauptungen besteht? Und was vesteht Herr Lemke eigentlich unter "Verkehr"? Ignorieren wir Herrn Lemke also einfach.

    Auf keinem Bild sehe ich ein Verkehrszeichen 315 (Gehwegparken erlaubt). Ist dort keins vorhanden, würde ich ein paar Tage lang alle anzeigen, die auf dem Gehweg parken und zusätzlich die zuständige Polizeidienststelle auffordern, gegen das illegale Parken einzuschreiten.

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    1. Kampfradler hat das VZ315 auf einem der Fotos leider übersehen. Gehwegparken ist dort überwiegend (abgesehen von den unteren Bildern am Wohnwagenverkauf) erlaubt. Die Polizei erlaubt das Gehwegparken, deswegen schließlich auch der Hinweis zur VwV-StVO!

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  2. Sorry, das Schild habe ich tatsächlich übersehen. Hier werden die Rechte von Fußgängern, Rad fahrenden Kinder und Behinderten von den Behörden mit Füßen getreten, damit Autofahrer ihre Fahrzeuge auf deren Verkehrsfläche abstellen können. Ein Skandal!

    Warten wir mal ab, was das Verwaltungsgericht Hamburg in einem vergleichbaren, derzeit laufenden Verfahren zu derartigen Parkgenehmigungen auf Gehwegen und dem Widerspruch solcher Anodnungen zur VwV-StVO urteilen wird - und ob das Urteil evtl. auf die Krausestraße übertragen werden kann...

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    1. Die VZ315 sind auch bei google street view zu bewundern

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  3. Ich befahre die Krausestraße mehrmals im Monat im Feierabendverkehr in nord-südlicher Richtung auf der Fahrbahn und bewundere dann den Mut der Radfahrer die da auf dem Gehweg fahren (an der genannten Schule sieht der Gehweg sehr sehr eng aus).
    Das Fahren mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn ist an dieser Stelle nicht gefährlich, da die Fahrbahn zum Überholt werden ja mehr als breit genug ist (es passen ja auch 2 Autos nebeneinander).
    Sollten Radfahrer an den Straßenrand (Fahrradweg oder Schutzstreifen) gedrängt werden, sollte man die beidseiten Parkplätze zurückbauen und durch einseitige Parkplätze quer zur Fahrbahn ersetzen. So bleibt die Zahl der Parkplätze in etwa gleich, und Dooring wird verhindert.

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  4. Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, dort auf dem Gehweg herumzufahren? Was da alles passieren kann! Und: welche Gefahren sollten Radfahrern dort auf der Fahrbahn denn drohen? Umfahren werden uns die Autofahrer schon nicht, dafür sind Radfahrer auf der Fahrbahn einfach zu gut sichtbar.

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    1. Vor einigen Jahren war es noch vorgeschrieben auf diesen Gehwegen in der Krausestraße zu fahren (VZ240 - Gemeinsamer Geh- und Radweg), später gab es dann die sogenannte Servicelösung (Gehweg mit Zusatzzeichen "Radfahrer frei"). Das jetzige regelwidrige Gehwegradeln kommt also nicht von ungefähr . . .

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  5. Ok, also ähnlich wie in der Weidestraße (zwischen Herderstraße und Biedermannplatz). Ich kann mich daran erinnern, daß die dortigen Fußwege bis ca. 2007 ebenfalls mit Zeichen 240 versehen waren. 2007 wurden sie durch "Radfahrer frei" ersetzt. Die "Radfahrer frei"-Zeichen verschwanden ca. 2011 dann ebenfalls. Aktuell werden dort Schutzstreifen gebaut. Eigentlich überflüssig in dieser Straße finde ich, Mischverkehr war schon ok. Auf jeden Fall hat sich die Zahl der Gehwegradler dort kontinuierlich verringert, 90 % fahren inzwischen auf der Fahrbahn. Das hat auch den positiven Effekt, daß Radfahrer dort inzwischen nicht mehr angehupt werden (habe ich ca. 2010 selbst noch erlebt). Wieder bewahrheitet sich: es müssen nur genügend Radfahrer die Fahrbahn benutzen, die Autofahrer haben keine andere Wahl als zu resignieren und auf Hupe etc. zu verzichten ;).

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    1. also ich finde die neuen Fahrradschutzstreifen in der Weidestraße toll - jedenfalls diejenigen vom Biedermannplatz in westliche Richtung. Wenn man dort von Osten kommend über die große Kreuzung fährt bzw. vorschriftsmäßig geht, hat man sonst keine Chance, sich gefahrlos in den Straßenverkehr einzuordnen. allerdings ist es nun sehr eng auf den Autospuren, was möglicherweise zum Vorteil haben wird, daß Autofahrer dort langsamer fahren... Ich fahre dort übrigens abwechselnd mit dem Auto und dem Rad.

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  6. Also als jemand der nahezu täglich in den Stoßzeiten auf der besagten Strasse mit dem Rad unterwegs ist kann ich den Vorschlag für einen radstreifen nur zustimmen. Umgefahren wurde ich bisher noch nicht, aber oft kurz davor, da die Autos doch arg knapp hinter einem aus und wider einscheren bzw auch sehr knapp an einem vorbeifahren. Angehupt und erschrocken das ich fast vom Rad gefallen wär wurde ich bisher nur einmal, da die Strasse frei war fuhr der nette Verkehrsteilnehmer dann hupend und schimpfend etwa von der Kreuzung bis zu 1000 Räder neben mir her, gab dann aber bei der gelben Ampel gas was wohl auch gut war, sonst hätte ich ihn wohl aus dem Auto gezerrt.
    Da ich die Strasse auch ab und an mit den Auto fahre kann ich sagen ich traue mich da nicht in zweiter Spur zu fahren und viele Leute unterschätzen wohl auch die Breite ihres Autos. Anders kann ich mir die abgebrochenen Spiegel oder Situationen wo ein entgegendkommendes Auto zur hälfte auf "meiner" Spur fährt sonst nicht. Da fahre ich lieber in der Mitte, mache die Musik ein bisschen lauter um das gehupe zu übertönen und winke den Radlern zu die sich über den Sicherheitsabstand freuen.

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