22 Februar, 2013

Radverkehrsstrategie: Weniger unbenutzbare Radwege in Hamburg geplant

Cycle strategy: Less fake cycle tracks planned in Hamburg


Fake cycle track Alte Landstraße / Hamburg
Sonderprojekt Grün-"Radweg" in Alte Landstraße soll nach der Internationalen Gartenschau (IGS) 2015 durch Radfahrstreifen ersetzt werden

In Kürze wird die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) den neuen Fortschrittsbericht zur Radverkehrsstrategie in Hamburg vorlegen. Das Hamburger Abendblatt berichtete schon ausführlich über Inhalte des Berichts und über weitere Planungsabsichten des Senats.

Auf 4,8 km entstehen Radfahrstreifen am Brombeerweg-Alte Landstr./Hummelsbütteler Landstr.-Poppenbütteler Weg (2015).

Laut dem Referat Nichtmotorisierter Verkehr der BWVI sollen allerdings entgegen der Veröffentlichung im Abendblatt neue Radfahrstreifen lediglich im Straßenzug Brombeerweg und Alte Landstraße zwischen Hummelsbütteler Landstraße und Poppenbütteler Weg alte unbenutzbare "Radwege" ersetzen. Für die unbenutzbaren "Radwege" in der Hummelsbütteler Hauptstraße und Hummelsbütteler Landstraße gibt es vorerst keine grundsätzliche Entwarnung. Immerhin aber wurde der Benutzungszwang für den Straßenzug zwischen Brombeerweg / Schanzenberg und Poppenbütteler Weg aufgehoben - vermutlich als Reaktion auf einen Widerspruch eines Radfahrers gegen die Radwegbenutzungspflicht. Die unbeliebten blauen Schilder sind nun weg, das angeordnete Geisterradeln wurde ebenso aufgehoben. Auch im Straßenzug Brombeerweg / Alte Landstraße wurden die blauen Schilder zwischen Hochbahnbrücke und Poppenbütteler Weg sowie Poppenbütteler Weg und Trift entfernt. Lobenswert ist ebenfalls die Reduzierung der Geschwindigkeit von Tempo 60 auf verträglicheres Tempo 50.

Angesichts der hohen Verkehrsmenge von etwa 25.000 Kfz/Tag wäre in der Hummelsbütteler Landstraße und Hummelsbütteler Hauptstraße jedoch Tempo 30 erforderlich, um das Radfahren auf der Fahrbahn attraktiv und sicher zu machen. Die Gehwege bleiben auch mit der sogenannten "Servicelösung" unbenutzbar.


Fake-"Radweg" Alte Landstraße / Hamburg
Fake "cycle track" Alte Landstraße in 2012 - Now cyclists are allowed by traffic police to use the road lane


Bei der heutigen Testfahrt auf der Fahrbahn in Hummelsbütteler Landstraße und Hummelsbütteler Hauptstraße reagierten vereinzelte rüpelhafte Kraftfahrzeugführer mit den schon bekannten Kampfmaßnahmen wie mehrfaches Hupen, bewußtes enges Überholen und dichtes Einscheren nach dem waghalsigen Überholen - trotzdem es keinen Gegenverkehr gab.

Eine Verkehrswende scheint in Hamburg jedoch eingeläutet: Der Autoverkehr in der Innenstadt hat abgenommen, der Radverkehr und die Fahrgastzahlen beim HVV nehmen stetig zu. Die Notwendigkeit für bessere Radverkehrswege ist somit gegeben.


"Radweg" Hummelsbütteler Landstraße 2012

"Radweg" Hummelsbütteler Hauptstraße

Zwangsgehwegradeln in Hummelsbütteler Landstraße

"Radweg" Hummelsbütteler Hauptstraße
Unmittelbar im Dooringbereich sollen Radfahrer in der Hummelsbütteler Landstraße radeln, oder aber selbst auf engsten Gehwegen in Konflikt mit Fußgängern. Bislang gilt Vorrang für Autoparkplätze und Autoverkehrsfluß

"Radweg" Hummelsbütteler Landstraße und Hummelsbütteler Hauptstraße 2013 ohne Benutzungszwang



Der gemeinsamer Geh- und Radweg wurde abgelöst - vergleiche dazu mittleres Bild in oberer Bildreihe

Radwegende Hummelsbütteler Hauptstraße
Radwegende in der Hummelsbütteler Hauptstraße - hier muss auf die Fahrbahn gewechselt werden. Eine Aufleitung fehlt - kein Einzelfall in Hamburg


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Kommentare:

  1. Schön dass mal einer auf die Befahrbarkeit der Radwege hinweist. Teilweise hat man das Gefühl, das schon bei der Planung selber was schiefläuft. Der Radweg auf dem ersten Bild ist so schmal, dass es mich nicht wundern würde wenn die Autos bei leichten schlenkern zerkratzt werden könnten.

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  2. Ich möchte mal wissen wie viele Radfahrer die Alte Landstraße in beiden Richtungen im Schnitt stündlich benutzen. Ich fahre zuweilen diese Straße in beiden Richtungen auf dem Radweg ohne Probleme. Ich weiß aber, dass Rennradfahrer in Gruppen oder zu zweit den Fahrweg benutzen um etwas breiter fahren zu können. Das geht auf den Radwegen nicht und wenn man überholen will, muss man auch mal auf den nur sehr wenig genutzten Fußweg fahren, der sich bis auf Ausnahmen auch gut befahren lässt. Die Diskussion um die Radwege auf der Alten Landstraße beleuchtet geradezu exemplarisch die Art und Weise des Vortrages von militanten Radfahrern.
    Das ist ausgesprochen schade, denn auch ich fahre gerne Rad und ich wohne auch an der Alten Landstraße. Also was lehrt uns das? Etwas Gelassenheit und Augenmaß bei dieser ganzen Diskussion walten lassen.

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    1. Die jetzigen "Radwegen" sind keine Einladung in der Alten Landstraße zu radeln. Wie die Bilderfolge oben zeigt waren die "Radwege" über Jahre unbenutzbar. Auf den Gehweg ausweichen ist verboten. Deswegen ist von den Autofahrern etwas mehr Gelassenheit gefordert. Die Alte Landstraße ist schließlich keine Autobahn oder Kraftfahrzeugstraße. Die Verkehrsmenge ist geringer als in der Krausestraße, wo es nicht einmal vier Fahrspuren gibt.

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