30 November, 2011

Hamburgs Radfahrer sind oft sehr entgegenkommend

Cyclist´s in Hamburg are often very oncoming









Geisterradeln gehört in Hamburg zum "guten Ton", könnten Besucher in Hamburg denken, die ihre ersten Runden mit dem Rad drehen. Überall kommen einem Radfahrer "entgegen", auf dem Gehweg, auf dem Radweg, auf dem Radfahrstreifen, auf der Fahrbahn einer echten Einbahnstraße mit mehreren Fahrstreifen bei Tempo 50. In der Regel verlangen die Falschfahrer, dass ich ihnen auszuweichen habe, egal wohin. Ob auf den angrenzenden Gehweg mit zahlreichen Fußgängern, die Fahrbahn trotz überholen wollender Fahrzeuge unmittelbar hinter bzw. neben mir. Geisterradler wollen nur mal eben ein ganz kurzes Stück falsch fahren, sagen die einen. Die anderen wollen möglichst niemals an einer Ampel warten und fahren dann lieber auf der falschen Seite weiter, anstelle die Straße zu queren und an der roten Ampel zu warten. Heute kamen mir Radfahrer u.a. auf einem Radfahrstreifen entgegen, doch freundlicherweise wichen diese dann auf die Fahrbahn aus. Noch einmal Glück gehabt . . .

Kommentare:

  1. Geisterradler sind wirklich überflüssig. Aber es wird nicht nur geistergeradelt weil Fahrradfahrer unfähig sind, die StVO zu kapieren, sondern weil es in ganz Deutschland keine durchdachte Fahrradinfrastruktur gibt und Radfahrer gerade dazu animiert werden, ihr Gefährt als Gehhilfe zu betrachten. Wenn Kfz-Strassen so geplant würden wie Radwege, würde keiner mehr Auto fahren. Haben Sie schon mal eine Auto-Strasse gesehen, die für 300m unterbrochen ist, einfach weil grad kein Platz ist? Ich nicht.

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  2. Geisterradler fahren nach dem Motto: "Hauptsache, ich hab's bequem, muss nicht warten, etc.". Ob sie dabei andere - Fußgänger, andere Radler - gefährden, ist ihnen wurscht. Und genau DIESE Haltung geht mir auf den Keks.
    Wenn ein Radfaher bei Rot über die Fußgängerampel fährt, gefährdet er nur sich selbst. Geisterradeln gefährdet ihn selbst und oft auch andere.

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  3. man kann beiden Kommentaren gut zustimmen. Es ist ein planerisches Problem, aber nicht nur. Mir persönlich fällt im Vergleich Berlin - Hamburg immer auf, dass in Hamburg WESENTLICH mehr Geisterradler unterwegs sind. Und wenn ich mich an meine Hamburg-Zeit zurück erinnere (2000 - 2002), dann bin ich da auch häufig auf der falschen Seite gefahren - da kam aber nur selten jemand entgegen... - Das ist mittlerweile glaub ich anders. Je mehr Leute Radfahren, desto weniger funktioniert dieses Fehlverhalten und ich stelle aber bei Hamburg-Besuchen immer wieder fest, dass sich das - trotz deutlich gestiegenem Radverkehr - nicht wirklich verändert hat. Ich glaube in Hamburg täte die Stadt gut daran, dieses Problem mal zu thematisieren...

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  4. @Ulrike: Ich stimme Dir voll und ganz zu: Geisterradeln hängt insbesonders gerade mit Rotlichtfahren zusammen.

    Und wer nicht geisterradelt, um eine rote Ampel zu umfahren, der fährt vor der Kreuzung kurz auf den Gehweg, und quert bei Rotlicht zumindest über die Fußgängerfurt. Solches kann ich tagtäglich unmittelbar in meiner Wohnungsnähe beobachten. Radfahrer sollten in der Tempo 30-Zone eigentlich auf der Fahrbahn fahren. Doch ist an der Querstraße Rot, fahren auffallend viele vor der Kreuzung auf den linken Gehweg, queren die Hauptstraße (Tempo 50) bei Rot, und fahren dann anschließend in der folgenden Tempo 30-Zone auf dem linken Gehweg weiter.

    Natürlich ist es unschön häufig an Ampeln stehenzubleiben, und dann im Gegensatz zu Autofahrern mit eigener Muskelkrft wieder zu beschleunigen. Aber wer auch mit dem Rad vorausschauend fährt kann den Muskeleinsatz entsprechend dosieren.

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  5. Ich befürworte klar die Einhaltung der vorgesehenen Fahrtrichtung, sowohl für mich selbst als auch meine radelnden Verkehrsteilnehmer. Ich gebe aber zu, aus Faulheit oder Zeitgründen gelegentlich den „falschen“ Radweg zu wählen.

    In diesem Fall stelle ich jedoch meinen Fahrweise voll auf Passivmodus um, weiche also möglichst weit und früh vor einem entgegenkommenden Richtig-Radler auf eine Seite aus, auf der ich möglichst weder Passanten noch Autofahrer behindere oder gefährde, und fahre langsamer, bis die Situation für alle Beteiligten entschärft ist.

    Ich selbst fühle mich unsicher und gestört, wenn ein Geisterradler auf mich zukommt und kein rechtzeitiges oder eindeutiges Ausweichen signalisiert.

    Andersherum habe ich viele sehr lobenswerte Richtigradler erlebt, die mich als Geisterradler auch sehr wohlwollend auf ihrer Spur fahren lassen.

    Letztlich also zählt für mich das gegenseitige Respektieren bei einem Höchstmaß an Konzentration und Geduld, die beide Seiten nun mal aufbringen müssen, was wie schon erwähnt auch mir nicht immer gelingt.

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